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Feuilleton.
Ser Herr Attache.
Humoreske von Franz Herczeg.
Autortfirte Uebersetzung aus dem Magyarischen von Dr. Ad. KoHut.
(Schluß.)
,3«, die Sache war etwa- eigenthümltch," begann der Herr Attachö, „Sie fing damit an, daß ein hoher Herr heiratheo wollte und zwar die Prtozesfin eines kleinen Hofes, vorher mußten jedoch verschiedene Dinge in Ordnung gebracht werden. Zu diesen verschiedenen Dingen gehörte auch eine schöne Frau ..."
Die Gräfin da drüben im Palmenwinkel legte plötzlich ihren Fächer hin und erhob den Kopf.
„äßte hieß die schöne Frau?" fragte der Rittmeister mit unschuldigem Gesicht.
Der Herr Attache maß ihn mit Tallryrand'schem Lächeln.
„Das sage ich nicht. Wir Diplomaten nennen nie Namen." Dann setzte er gemüthlich hinzu: „UebrtgenS weiß tch'S nicht." Ec sagte das so aufrichtig, daß man eS ihm getrost glanben konnte . . . „Genug denn, die schöne Frau wohnte auf dem Terrain unserer Gesandtschaft. Deß- halb wurden wir mit der Mission betraut, einen Gatten für sie zu suchen."
Im Salon herrschte tödtliche Stille, nur der Graf schlürfte seinen Kaffee. Die Baronin verbarg ihr Antlitz hinter dem Fächer und kicherte schadenfreudig.
„Haben Sie Jemand gefunden?" fragte fie hinter dem Fächer.
„Jawohl, einen gewtffen Baron Dieppe."
Die Gräfin wurde todtenbleich.
„Er war ein trefflicher Mensch," suhr der Attache fort, dem eS sehr schmeichelte, der Gegenstand deS allgemeinen
Jutereffes zu sein. „Die schöne Frau hatte nur eins an ihm auSzusetzeu: er war sehr jung."
„Ist denn die Jugend ein Ehehtnderniß?" fragte der Rittmeister.
„Freilich, denn er mußte den Sohn der schönen Frau adopttren, der beinahe so alt war wie er selbst."
Der kleine Graf, der nicht wehr trank, sondern gedankenvoll vor sich hinftarrte, wurde allmählich kreidebleich. Der entsetzliche Attache streckte behaglich seine Beine aus, indem er selbstbewußt fortfuhr:
„Baron Dieppe nahm unsere Bedingungen an, daß er mit der schönen Frau eine halbe Million und auch einen Ordea erhalten sollte . . . Alles war in schönster Ordnung und der Gesandte lud dann den Baron Dieppe in sein Palais ein, ihn uns vorzustellen. DaS war der erste amtliche Schritt. Dann geschah das Unglück- wir waren in einer größeren Gesellschaft und tranken viel . .
„Ah," rief der Rittmeister.
„Jawohl, mir stieg der Wein zu Kopfe. Wie es kam, weiß ich nicht. Genug, ich erhob mich und brachte einen Trtnkspruch auf den Baron Dieppe auS ... Ich begrüßte ihn sowohl tu meinem, wie im Namen jener Macht, die wir zu vertreten die Ehre hatten und sprach meine Freude darüber auS, daß unsere Verhandlungen einen solch schönen Abschluß gefunden hätten."
Der Rittmeister bekam einen Lachkrampf- der Graf lächelte, obzwar er nicht wußte, wovon die Rede war, herzhaft und auch der Attache brach in lautes Gelächter auS.
Dann schwieg er still, denn wieder bekam der Beamte in ihm die Oberhand. Er sagte mit düsterem Blick:
„Ich glaube, eS entstand daraus ein Scandal. Der Einzelheiten kann ich mich nicht erinnern, nur so viel weiß ich, daß aus der Hochzeit nichts wurde und ich einen sechS- mönatlichen Urlaub erhalten habe."
„Und hat die schöne Frau keinen Mann bekommen?" fragte der Rittmeister, den die Sache fabelhaft amüfirte.
„Doch, irgend ein alteS Nilpferd, das ich aber nicht kenne . . .*
In diesem Augenblick nahm der Graf wider seine Ge- wohnhett das Wort. Biele au« der Gesellschaft hörten ihn jetzt überhaupt zum ersten Male reden. Er ließ ein äußerst vernehmbares Niesen hören, daun sagte er:
„Jean, bringen Sie Waffer, viel kalte- Waffer!"
Der Attache knüpfte seinen Frack zu und sagte daun mit einem Lächeln:
„Seitdem mir das passirte, trinke ich nicht mehr. Ich trinke nie. Ein Diplomat darf nicht trinken."
„Ein GlaS Cognac ist wohl noch erlaubt," meinte der Rittmeister.
„Meinetwegen, es sei. Aber wo sind die übrigen?
Diese hatten sich inzwischen fast alle aus dem Salon weggeschlichen. Die Gräfin wurde plötzlich unwohl und ihre Freundinnen geleiteten sie nach ihrem Schlafboudotr, wo fie sich io schrecklichen Krämpfen wand. Dem kleinen Grafen war der Wein zu Kopf gestiegen. Er suchte nach einem Revolver, um Jemanden todtzuschießen. Nur mit Gewalt konnten ihn seine Freunde zurückhalteo.
Im Salon saßen nur noch der Attache, der Graf und der Rittmeister.
Der gnädige Herr, der alte Graf, verfolgte lächelnd den Rauch seiner Cigarre und der Rittmeister wollte die Coguacflasche nicht allein laffen. Der Attachs hatte eine Vision, als wenn er im Cafehause fitze. Er klopfte mit feinem Löffel au die Taffe. Ein Diener trat ein mit der Meldung, daß sein Wagen vorgefahren sei.
„Mein Wagen? Ich habe ja noch gar keine Lust, nach Hause zu fahren!" rief erstaunt der Diplomat.
Er erhob sich trotzdem, knüpfte den Frack zu und entfernte sich, indem er die Worte murmelte:
„Sollte ich wieder au- der Schale geplaudert haben?"
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Die Dörnbachswiese wird bei der Versteigerung nicht vorgezeigt und am Anfang der Versteigerung versteigett.
Mendorf a. Lda., 17. Juni 1897.
Gr. Bürgermeisterei Mendorf a. Lda.
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Nachdem in Launsbach die Rothlaufseuche unter den Schweinen in mehr als drei Stallungen ver- brettet ist, wird hiermit Gemarkung«- sperre für diesen Ort angeordnet.
Krofdorf, den 21. Juni 1897.
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