Ausgabe 
22.7.1897 Zweites Blatt
 
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Donnerstag den 22 Juli

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>«nahmr Dow Anzeigen zu der Nachmittag« für btw felflcnbftt Tag erscheinenben Nummer bi« Börm. 10 Uhr.

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In Bezug auf künstliche Dungmittel verdient hervorgehoben zu werden, dah das Thomasmevl noch viel zu wenig Beachtung bet den kleinen Bauern findet, während es eineS der besten und billigsten Dungmittel ist, dte wir haben. Die Leute find nämlich mit dem Vorurthetle geplagt, das Thomasmehl müsse im Herbste vorher aufgebraucht werden, sonst wirke es nicht. Einsender hat im April Thomasmehl in seinem Garten angewandt, um genaue Ver­suche zu machen. Verschiedene Beete erhielten nichts und diese zeichnen sich durch Unschetnbarkeit und Magerkeit aus, die übrigm gedüngten Beete stehen sehr üppig, folglich wirkt das Thomasmehl schon nach wenigen Wochen oder doch Monaten. Sicher ist, daß es sich schwerer auflost, alS Ehiltsalpeter, aber es kommt den Pflanzen schon im erftcn Jahre zu gut und verdient wegen seiner Billigkeit und seiner guten Eigenschaften mehr Beachtung, als seither.

Schließlich soll noch auf eine Plage htngewiesen werden, die sich in den beiden letzten Mona'en besonders bemerklich macht, näm­lich auf die Rattenplage- Dieses abscheuliche, blutdürstige Unge­ziefer tritt so massenhaft an manchen Orten auf, daß junge Enten Hühner und Gänse nicht geschützt werden konnten. Die Schlauheit und feine Witterung dieser wirklich ekelhaften Nager ist so groß, daß sie weder mit Fallen, noch mit Lockspeisen zu erlegen find; sie fressen schaarenwetse mit den jungen Ferkeln auS den Krippen, spazieren am Hellen Tage in den Ställen, auf den Dächern und in den Scheunen umher und fürchten sich weder vor Menschen, noch vor Katzen. Nur vor Rattenpintschern haben dte Beester Respect. Einem Nachbar haben die Räuber in einer Nacht fünfzehn junge Gänse gemordet. Der Teufel mag ihnen die Mahlzeit gesegnen!

Ausfall zu decken. Im Regierungsbezirk Posen wurden im Jahre 1895 von solchen fremdländischen Arbeitern 1150 mann. Uche und 700 weibliche, saft ausschließlich in der Landwirth- fchaft beschäftigt. Noch viel größere Bedeutung hat die An­gabe, daß nach einer zuverlässigen Schatzung nicht wenig« als 10,00012,000 russisch-polnische Arbeiter an dem einen Eisen­bahn-Endpunkte Strzalkowo die Landesgrenze jährlich über»

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Alle Annoncen.Bureaux be« In- unb «u«lanbe« nehm« Anzeigen für benGießener Anzeiger" entgegen. --

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meiner persönliche;

Leitung. 4231 irten Damen wird au: von einer Dame Unter­richt ertheilt.

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Sitten und Anschauungen verpflanzen, die wir lieber fern- ;v;_ Daß dabei auch sanitäre Berhältniffe

besondere Berücksichtigung verlangen, hat erst kürzlich ein m der MoSler'schen medizinischen Klinik zu Greifswald beobachteter Krankheitsfall in eclatanter Weise bewiesen: Am 3. Jun dS. IS. wurde der Arbeiter Stanislaus RoSmanowSkt aus Popielina, Kreis Wielun, Gouvernement Kalisch, der als landwirthschaftlicher Arbeiter auf daS benachbarte Gut Schmatzin zugewandert war, wegen eines fieberhaften Aus­schlages in die medicinische Klinik des Geheimrath Mo Sier ausgenommen. Wiewohl seit vielen Jahren in Greifswald und Umgegend Menschenpocken (Variola vera) nicht vor- gekommen find, konnte doch alsbald die wahre Natur des Leidens festgestellt werden und find schleunigst die erforder­lichen Maßnahmen gegen Weiterverbreitung der ansteckenden Krankheit veranlaßt worden. Bei Aerzten, Studirenden, Wartepersonal, bei den anderen Kranken der königlich medi- cintschen Klinik wurde die erforderliche Revaccination vor­genommen, die strengste Jsolirung des Kranken selbst ver- anlaßt, wobei die neuerbauten JfolterpavtllonS sich aufs Beste bewährt haben. In Folge dieses energischen ver- | fahrens ist eS gelungen, wettere Verbreitung der Pocken innerhalb der Stadt und des Kreises Greifswald zu ver­hüten. In diesen Tagen ist der Kranke mit deutlichen Pocken- narben nach nahezu fünfwöchentlicher Behandlung entlasten worden. Nicht genug kann davor gewarnt werden, derartige vereinzelt vorkommende Fälle von Variola und Vanolois mit Windpocken zu verwechseln. Ist eS doch kürzlich noch in einem anderen Krankenhause durch Verkennung der wahren Natur eines solchen ansteckenden HautauSschlagS vorgekommen, daß Aerzte, Wartepersonal und andere Kranke der Anstalt in gröberer Zahl an Pocken angesteckt, zwei Wärterinnen von der schlimmsten der septischen Form deS Leidens hin- gerafft wurden. Durch rechtzeitige, allseitige Impfung und strenge Jsolirung kann solchem Unheil vorgebeugt werden. Gerade das erste Auftreten ansteckender Krankheiten, wie Pocken, Cholera, Typhus rc. verlangt überall ganz besondere Maßregeln, um das Auftreten einer Epidemie zu verhüten.. Nicht oft genug kann das Publikum nach dieser Richtung hin aufgeklärt und vor der großen Gefahr und schweren Verantwortung einer finnlosen Jmpfgegnerschaft gewarnt werden. ES muß dieser neuerdings hier vorgekommene Fall

I von Varioloia eine abermalige Mahnung sein, daß zugewan­derten, fremden Arbeitern eine ärztliche Untersuchung vor- geschrieben, ihre Annahme, wie bet anderen Genoffevschaften, I von einem ärztlichen Atteste abhängig gemacht, insbesondere I Baccination und Revaccination, wenn fie noch gar nicht oder lange nicht vorgekommrn, gesetzlich vorgeschrieben werde.

» Sarah Bernhardts Buhnenhonorar beträgt nach einem I Pariser Blatt nach unserem Gelde 4,100,000 Mk., zu dieser Summe kommt noch ein verhältnißmäßig kurzes Gastspiel, für welches fie die Kleinigkeit von IV2 Million Mk. bekmo. Die Künstlerin hat also nicht weniger als 5,600.000 Mk. erworben. Während der letzten 10 Jahre erhielt Sarah durchschnittlich pro Jahr 250,000 Mk., während der l^ten 5 Jahre 400,000 Mk. Im Jahre 1872 betrug ihre Gage im Odeon Theater in Paris nur 160 Mk. pro Monat.

-p- Greifswald. 19. Juli. Zu wiederholten Malen ist die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Binnenwande­rungen der Arbeiter gelenkt worden. Neuerdings wird auf den bedrohlichen Umstand htngewiesen, daß die Abwande­rung der landwirthschaftlichen Arbeiter aus dem Osten des Reiches die Einbürgerung slavischer Elemente in unser deut­sches WirthschaftSleben zur Folge hat. Um den Zuzug aus­ländischer Arbeiter einzuschränken, ihr dauerndes Verbleiben im deutschen Reiche zu verhindern, sind verschiedene Vor- schlüge gemacht worden. Dte Nothwendigkeit ihrer Aus­führung scheint begründet. AuS den Jahresberichten der Königl. preußischen Gewerbeinsprction für 1896 ergiebt sich, daß in zwei Jahren, 1895 und 1896, insgesammt 24,324 Per- sonen (13,423 männliche, und 10,901 weibliche) aus Posen gen Westen alSSachsengänger" gezogen find. Namentlich In der Landwirthschaft hat sich dieser bedeutende Abgang von Arbeitskräften dort fühlbar gemacht. Man sah sich darum genöthigt, durch russische und galizische Wanderarbeiter den

randwirthschastUchr Minke uni) KathsihlSge.

An» Obeehesfe« in der zweiten Julidecade.

Landwtrthschaflliche Rück-, Um- «Nd Borschau

Seit einer Reihe von Jahren pflegen wir in der Regel alle Quartale eine Rück-, Um- und Vorschau auf landwirthschaftlichem Gebiete vorzunehmen. Das erste halbe Jahr 1897 ist bereits ver­strichen, ohne daß wir zu einer Quartals-Umschau kamen, weil die Reit fehlte. Dte Ernte steht vor der Thüre, und wenn sie beginnt, bleibt erst recht keine Zeit; darum wollen wir die kleine Paule be­nutzen, dte vor der Ernte noch vorhanden ist, und einige Wmke und Beobachungen mittheilen, die wohl Manchem von Vortheil sein w^rden.^ wahrhaft gottgesegnete Ernte in unseren Fluren. Selbst auf ganz mageren, wenig sorgfältig gebauten Feldern wächst und gedeiht es nach Herzenslust Halm- und Hackttuchte stehen eins so schön wie das andere, roomit die frühere Ansicht widerlegt wird: nur wenn es im vorher gegangenen Winter grünte lieb gefroren habe, würde der Boden im Sommer vollständig ertrags­fähig werden. Wir wissen heute: Der Boden muß gründlich ge­lockert, gepflügt, geeggt, gehackt, gewalzt, gegrubbert, mit einem Worte zertrümmert, sodann gedüngt und von Untraut gereinigt werden, dann ist er auch ertragfähig, einerlei, ob es im vorhergegangenen Winter gefroren hat oder nicht.

Merke Dir das, Bauer! Dem Schreiber dieser Zellen hat sein Großvater schon vor fünfzig Jahren gesagt: Man darf dem Ackerboden niemals Ruhe lassen, sonst wird er träge. Immer und immer wieder muß man zackern und eggen, das erhält thätig und leistungsfähig.

Kehren wir zu der in Aussicht stehenden prächtigen Ernte zurück. Gutes Wetter ist in erster Linie von Nöthen, damit der Segen gut unter Dach komme. Das erste halbe Jahr 1897 brachte uns vielen Regen, meistens war es warm dabei, daher da« aus- aexeidmete Wichswetter. Wir lernen daraus, daß unS unbeständiges W-tter auch für das zweite Halbjahr in Aussicht steht, denn wenn Gewitter auftraten, schloß sich Kuhle daran und fünf bis sechs Tage lang ^^^blch,ung, Bauer, und nicht blos das Wetter gut be­obachtet, sondern vor allen Dingen diejenigen Maßregeln gc- tmffen die das gute Ernten der Halmfrüchte auch bet ungünstiger Witterung ermöglichen. Hierher gehört, daß das Getreide nicht in unmäßig dicke, bis zum Zerplatzen rusammen- getnebelte Garben gebunden wird (womit ein B'tzchenam lohn gespart werden soll), sondern man muß bei nasser Witterung das Getreide in mäßig große, nicht fist zmammengeschnu,te Bündel binden. Diese setzt man auch nicht auf Haufen oder Puppen, son- dem stellt sie, die Köpfe nach unten, mit schräg angelegten Aehren in Reihen, wodurch das Regenwasser schnell abziehen muß und die Lust durch die Aehren streichen und rasch trocknen kann Das Aus­wachsen des Getreides wird dadurch unter allen Umständen ver­hütet und einem höheren Drescherlohn beugt man dadurch vor daß man nicht auf die Anzahl der worben, sondern auf die Anzahl der Stunden accorbtrt. Wer wird sich aber von seinem alten Schlendrian ^smachen könnend darf man billig fragen. Sicher nur ganz wenige Kluae Das tbut aber nichts. Wir werden trotzdem von Zeit zu M unsere Stimme erbeben und dadurch einen ober den anderen Klugen zum Besseren bekehren, der dann auf die übrigen wirkt nach dem Sprichwarte: Ein Narr macht zehn, aber ein Kluger macht

«in J-d'-n tat faR noch M-m-nd tn Ob-rhch-n an bie sagen. Harfen ober Kleereiter gedacht, wenigstens hat sie

Seidenstoffe

verlang- Wrst-r d.^wünscht«.^

von Elten & Keussen, Handlung, ureieiu.

Einsender nirgends gesehen. DerGießener Anzeiger" machte un­entwegt darauf aufmerksam. Die nassen Jahre kamen, man probtrte die Sache und fand sie gut. Nun fängt die Methode an, sich ein- zubürgern. Bei der diesjährigen Kleeheuernte hat sie ausgezeichnete Dienste geleistet. Man hat die halbe Arbeit und erntet doppelt so werthoolleS Futter. Kann man mehr verlangen!

Ganz energisch möchten wir auch dieses Jahr davor warnen, die Gerste zu lange auf dem Felde sitzen zu lassen. Was DQDn5^n0DUnuc ÜUÄUuuWu «...0- --

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die Frucht unberegnet auf den Speicher kommt. Wir haben bereits russisch-polnischen Arbeiter finden nicht nur in der Landwirth auf ben veränberlichen Eharakter in der Witterung hingewiesen, den Beschäftigung, fie beginnen auch schon den Industrie, ja Jeder studiren konnte. Darum soll der Bauer nichts risciren. Qtbeftexn Concurrenz zu machen in der Provinz Posen, m »®sutää H Nach diesen Winkm hinsichtlich der Erntearbeiten möchten wir Mangel an einheimischen Arbeitskräften polnische Arbeiter einige Worte über bie Verwendung bes Futters folgen lassen. I fceranxultpken; jn den Sommersaison Betrieben finb dort Einstweilen st h f L, <?n*a 1(nk tunt, ihdi I bereits russische Arbeiter aufgetaucht. Von großer Wichtig- aus^fiel.Auch alle Hackfrüchte: Kartoff-ln^Dickwurzeln, Zuckerrüben feit ist es, auf diese eigenthümlichen Berhältniffe der Arbester- unb alle Gemüse versprechen große Erträge. Das veranlaßt nun iraQe tion Zeit zu Zeit aufmerksam zu machen. Gleichgültig

i manchen Bauer, unüberlegt barauf los zu Hausen. Wir können erst .ft . »-Wesfalls für unser Volksleben, wenn des größeren

im October enbgtltig barüber urtheilen, wie bie Futterernte auS- | gTrbetttr auS dem Osten, auS Pofen,

fällt Wenn ein nasser Nachsommer auftrttt, kann Faulen ber Kar- Erwerbe« wegen dte uroeiter aus J

löffeln unb Dickwurzeln bie Folge sein, baS Grummet kann ver- Ostpreußen, Pommern auSwaodern unb ^re derben, wie wir es zu unserem großen Leidwesen im vorigen Jahre ftemben Elementen einränmen, welche in unser VolkStyum erleben mußten und all die Herrlichkeit löst sich in Mangel auf. ~ *"1 ,I-C e~*-

Darum soll man sein Vieh wohl tüchtig füttern und pflegen, aber v.

man soll vorsichtig unb sparsam mit dem Futter sein. Mit Vielem gehalten ^hen möchten.

I Mt man HauS, mit Wenigem kommt man auS, sagt ein Sprich- > fc-fnnhw sRorfirffiAHan I wort. Bringt ber Herbst zuletzt aber boch reiche Gaben, bann um I so besser für bie Winterstallfütterung.

I Die Seele ber Lanbwirthschaft ist eine durchgreifende, den I Bodenverhältnissen entsprechende Düngung. WaS in dieser I Beziehung gefehlt wird und wo gebessert werben muß, darüber haben I wir vor einigen Monaten uns ausgesprochen. Etliche Bemerkmrgen, I die wir damals unterließen, aber hier sehr wohl einen Platz finden I können, mögen hier folgen. Wenn der Stallmist lange auf bet I Miststätte liegen muß, bis er auf bem Acker untergepflügt werden I kann, geht bie meiste Kraft verloren. Diesem Verluste kann man I theilweise daburch vorbeugen, daß man den Mist durch Hausthiere, I am besten durch Kühe ober Ochsen, zusammentreten läßt. Daburch I kann bas Ammoniak, ein Hauptnahrungsmittel ber Pflanzen, nicht | so leicht in die Lutt entweichen. Weiter fall ber Bauer barauf achten, baß sein Mist im Sommer in der Sonnengluth nicht auS- I dörrt unb schimmelig wirb. Daburch verliert ber Dung fast allen I Werth unb ber Bauer ist im folgenben Jahre höchlichst darüber er. staunt, wenn sein Acker mager ist unb nichts bringt, währenb er | boch so stark gebüngt worben ist. Der Dung muß baher im Sommer von Zeit zu Zeit mit Pfuhl übergossen werben, woburch bas Schim­meln des Mrstes verhinbert wirb. Ist kein Pfuhl vorhanben, so

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Keneral-Mnzerger.

Aints- und Anzeigeblatt für den Avers Gießen.

Arntlüche». Theil.

Gießen, den 20. Juli 1897. Betreffend: Brandschäden durch unvorsichtiges Umgehen I mit Zündhölzern.

Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an Gr. Polizeiamt Gießen und die Gr. Bürger­meistereien der Landgemeinden sowie die Schul­vorstände des Kreises.

AuS einer von dem Verband deutscher Privat-Feuer- BerstcherungSgesellschasten aufgestellten Statistik geht hervor, daß die Zahl der durch unvorsichtiges Umgehen mit Zünd- I hölzern entstandenen Brände tn den letzten Jahren sehr beträchtlich zugevommen hat und im Jahre 1895 (dem letzten Jahre der vorliegenden Statistik) auf nahezu lOpCt. der sämmtlichen Brandfälle (gegen durchschnittlich 1,9pCt. in den Jahren 1873/80) gestiegen war. Insbesondere find im Großherzogthum Hessen allein in den Jahren 1893 bis 1895 20 schwere Fälle von Brandstiftung durch Spielen der Kinder mit Zündhölzern vorgekommen, wobei für Gebäudeschäden 402 417 Mk. zu zahlen waren.

Mit Rücksicht hierauf beauftragen wir Sie, Ihren Ge- meiudeangehörigen durch ortsübliche Bekanntmachung von der Sachlage Kenvtniß zu geben und ihnen die größte Vorsicht beim Gebrauch von Zündhölzern in und außer dem Hause anzuempfehlen, ^namentlich den Eltern zur Pflicht zu machen, baß fie Kindern keine Zündhölzer tn die Hand geben und Zündhölzer nur an Orten aufbewahren, dte für Kinder nicht zugänglich find.

Dte Schulvorstände wollen durch die Lehrer öfters den Schulkindern die Gefahren des Spielens mit Zündhölzern zu Gemüth führen laffen.

v. Gag ern.