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21.3.1897 Erstes Blatt
 
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Nr. 68 Erstes Blatt. Sonntag 6tn 21. März 1807

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Kaiser Wilhelm 1.

HeöknMatt;um 22. Uär; 189?, Öem 108. Oeburtstsgk.

Siegreicher Held, von Millionen Zungen'

Wird immerdar ein Loblied Dir gesungen.

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die Ohnmacht, von

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Blick' heut' aus Himmelshöhen auf uns nieder, Dein treues, deutsches Volk gedenkt auch Deiner wieder. Reich an Ehren, reich an Demuth und an Macht, So ziertest Du den deutschen Kaiserthron in hehrer Pracht.

das geeinigte Deutsche Reich seine Vormachtstellung gar bald in allen die Weltpolitik betreffenden streitigen Punkten im Interesse der Erhaltung des Friedens und des Fortschreiteus von Kultur nnd Gesittung geltend machte. Der deutsche Raine kam allenthalben wieder zur Geltung, das deutsche Ansehen wuchs und dies haben wir vor allen Dingen der­weisen und gerechten Regierung Kaiser Wilhelms I. zu danken.

Geeinigt zu einem mächtigen Reiche sind die deutschen Bruder­stämme; nichts trennt mehr den Nor­den vom Süden, den Westen vom Osten. Die deutschen Bnndesfürsten hatten es eben ernst und aufrichtig gemeint, als sie König Wilhelm die deutsche Kaiserkrone angetragen, ob­schon sie einige Opfer bringen mußten im Interesse der Allgemeinheit. Fest und tief wurzelt jetzt der deutsche Nationalgedanke, und wenn hier und da in der Asche, welche die früheren Bruderkämpfe hinterlassen haben, zuweilen noch ein Fnnke aufglimmt, einen Brand zu entfachen ist er nicht im Stande, ein Bruderzwist ist ausgeschlosseu das Deutsche Reich trotzt allen Stürmen von innen und außen, und auf solch fester Grundlage war es denn auch Kaiser Wilhelm I. möglich, so segensreich als Herrscher zu wirken.

Von der Vorsehung mit weit­ausschauenden, weisen Rathgebern beglückt, hat des hochseligen ersten Kaisers Regime einen ungeahnten Aufschwung in der Vertheidigung und Sicherung des Reiches, in Kunst und Wissenschaft, Handel und Gewerbe hervorgezaubert. Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Zustände vor dem Neuerstehen des Deutschen Reiches, vergegenwärtigen wir uns

Von jenem Tag, da er auf's Schlachtroß stieg, Als königliches Vorbild des Soldaten, Bis heut', wo er nach all des Ruhmes Saaten Das deutsche Heer geführt von Sieg zu Sieg Was hat er nicht gethan, was er gesollt? Wie sollt' er5 anders thun, als er's gethan?

Wenn von mancher Seite auch heute noch behauptet wird, daß einzelne deutsche Bundesstaaten unter den früheren Verhältnissen sich wohler befunden hätten, so ist diese Be­hauptung völlig hinfällig, aber wo ist jemals ein kräftiger Balken als Stützpunkt gezimmert worden, ohne daß Späne und Splitter nach allen Seiten dabei gefallen sind, und so war es bei der Gründung des Deutschen Reiches auch. Um die Einheit und Machtfülle Deutschlands zu erreichen, dessen es sich heute erfreut, war es unbedingt nothwendig, daß einzelne Bundesstaaten auf ihre Sonderrechte verzichte­ten, unter Wahrung ihrer Selbstständigkeit sich der Reichs­oberhoheit unterstellten.

Die auf reellster Grundlage basirende, weise und fried­liche Regierung Kaiser Wilhelms I. hat es in hervorragen­der Weise verstanden, dieses harmonische Band der deutschen Einheit fester und fester zu knüpfen, wobei natürlich die Vertragstreue und aufrichtige Bundesgenossenschaft der deut­schen Fürsten ihm einen werthvollen Beistand verliehen.

welcher die einzelnen deutschen Stämme befallen waren, dazu verurtheilt, als Spielball für fremde Herrscher zu dienen, müssen wir da nicht dankerfüllten Her­zens Kaiser Wilhelms I. gedenken, der die dem Deutschen Reiche gebührende Stellung ihm wieder verschafft hat.

ch habe kkille Zeit möde " ?u sein!" Diese letzten

Worte .des sterbenden Heldcnkaisers Wilhelms I. documen- tiren das ganze Leben des hohen Verewigten, geben Zeugniß von dem unerschütterlichen Pflichtgefühl, wel­ches ihn beherrscht, selbst in dem Augenblicke noch, als seine unsterb­liche Seele bereits dem Eingang zur ewigen Seligkeit nahe war.

Abgeschlossen liegt das Buch der Geschichte über das Leben, Wir­ken nnd das Vollbrachte des unver­geßlichen ersten Kaisers des durch die blutigen Kämpfe von 1870/71 neugeeinten Deutschlands vor uns, und da lesen wir denn auf jeder Seite, wie er als Mensch, als Heer­führer und als Herrscher der Mit- und Nachwelt als herrliches Vor­bild, als Beispiel voranleuchtet. Als Mensch schlicht und einfach inmitteu von Pracht und Herrlichkeit; gerecht in seinem Denken, Fühlen und Han­deln ; getreu dem Ausspruch seines hohen Vorfahren:Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen"; gläubige Gottesfurcht und frommer Sinn zeichneten sein ganzes Leben bis in sein hohes Alter aus.

Als Feldherr und oberster Kriegs­herr hat Kaiser Wilhelm I. glänzende Proben davon abgelegt, daß in ihm

Die Errungenschaften der blutigen Kriege und besondere des letzten deutsch-französischen bildeten aber nicht allein die gewonnenen Schlachten, deren Namen zwar zu allen Zeiten aus der Geschichte hervorleuchten werden, son­dern sie übertrugen sich auf das ganze Staats- und Wirth- schaftsleben, ja man kann mit vollem Rechte behaupten, sie bewirkten einen Einfluß auf die ganze civilisirte Welt, indem

und doch schrieb der hohe Oberbefehlshaber, bei aller erkeunnng des Geleisteten, die herrlichen Siege der deutschen Waffen vor allem der Gunst der Vorsehung und einem glücklichen Geschicke zu. Aber diese edle Selbstverleugnung des eigenen Jchs schmälerte seinen Ruhm nicht; die schönen Worte in nachstehendem Gedichte, welches ihm bei seiner Rückkehr aus Frankreich gewidmet worden ist und welche wie aus der Seele des Volkes gesprochen, legen beredtes Zeugniß ab von der Verehrung, welche das dankbare Volk für seinen Heldenkaiser hegt; das Gedicht lautete:

alle Tugenden des Soldaten ver­einigt gewesen, welcher schon als blutjunger Offizier in den deutschen Befreiungskriegen gegen den korsi­schen Eroberer sich mit Bravour ausgezeichnet hatte. Er hat nicht in sorgloser Ruhe von dem Ruhme seiner Vor­fahren gezehrt; unausgesetzt bemüht, das Heer in allen seinen Theilen zu vervollkommnen, war es lhm vergönnt, in einer fortlaufenden Kette kriegerischer Ereignisse dieselbe Armee, welche ihm zum Wesentlichen ihre Schöpfung, die Höhe, auf der sie seit fast einem halben Jahrhundert steht, von Sieg zu Sieg schreiten zu sehen und in dem Alter, welches die Bibel als Lebensgrenze hinstellt, noch einmal gezwungen, den Oberbefehl über ein gewaltiges deutsches Kriegsheer zu übernehmen, da sehen wir den greisen Helden­kaiser in der Geschichte fast beispiellose Erfolge erringen. Nicht Eroberungsgelüste hatten ihn verleitet, diese blutigen Kämpfe zu führen, denn nur schwer hatte er sich entschlossen, die ihm schnöder Weise entgegeugeschleuderte Brandfackel des Krieges zu ergreifen und die Furien des Krieges zu ent­fesseln und der beste Beweis dafür ist, daß die deutschen Bundesfürsten in edler Selbstverleugnung sich ihm treu zur Seite gestellt hatten, um den heimischen Heerd zu schützen, die deutsche Einheit mit dem Blute ihrer eigenen Landes­kinder zu besiegeln und dem großen Helden als schönsten Lohn die deutsche Kaiserkrone auf das Haupt zu setzen. Wo finden wir ein gleiches Beispiel in der Geschichte

Kaiser Wilhelm im 90. Lebensjahre.