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1897
Mittwoch deu 20 October
Nr. 246 Zweites Blatt
Anrts- und AnzeiAeblntt für den T§veis Gieren.
chratisbeitage: Gießener Aamitienötätter.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag rrfd)cinenben Nummer bis Dorm. 10 Uhr.
Die Vießener Alnmiktenötäiter werden dem Anzngcr wöchentlich dreimal beigclegt.
♦•PA. Bom helfischeu LaudwirthschastSrath. Am 5. Oc- I tober d. IS. hielt der hesfische Landwirth'chastSrath unter dem Vorsitze seines Präsidenteu, Herrn Geh. Reg. Rath Haas« Offenback, im großen Sitzungssaal der Zweiten Kammer drr Landstande zu Darmstadt eine G es amm t-Sttzung ad. Nach der üblichen Begrüßung der erschienenen Vertreter Großh. Regierung und LandwirthschaftSrathSmitglieder wurde zur Verhandlung der Tagesordnung geschritten. Zunächst folgen Mtttheilungen des Präsidenten und des GeneralsecretärS, über den Stand schwebender und das Ergebniß erledigter Angelegenheiten deS LandwirthschaftSrathö. Zu Punkt 10 der Tagesordnung, der auf Wunsch deS betr. RegierungS- Vertreter- zunächst verhandelt wurde, beschloß der Landwirth- schaftSrath die Annahme deS vorliegenden Ausschußantrags auf volle Unterstützung einer vom landw. Provtnzialverein für die Provinz Rheiuheffen gefaßten Resolution, in welcher die Aufhebung des MtntstertalauSschreibevs vom 10. Juli 1895 betr. Maßregel gegen die Maul- und Klauenseuche bedauert und die Wiedereinführung schärferer Maßregeln (insbesondere unbedingte siebentägige Quarantäne und UrsprungSzeugniß- führung) gewünscht wurde. Die neuen Satzungen werden mit einer Aenderung des Sckluhparagraphen endgültig und einstimmig angenommen. Als zweiter Vicepräsident des LandwirthschaftSraths wird Herr Gutsbesitzer Sch lenke- Hardthof bei Gießen gewählt. Auf Vorschlag deS Präsidenten des landw. Vereins für Rheinheffen, Herrn Fr. L. Hirsch - AlSheim, werden, nachdem nunmehr infolge der Neuwahlen gemäß der neuen Satzungen die Mitglteberzahl des Land- wirthschaftSrathS auf 28 gestiegen ist, die neun folgenden AuSschüffe gebildet: 1. für allgemeine Angelegenheiten und Finanzen, 2. für VolkSwirthschaft und LandwirthschaftSrecht, 3. für Handele», Verkehr- und Versicherungswesen, 4. sür UnterrtchtSwesen, 5. für Ausstellungswesen, 6. für Boden, cultut uad Versuchswesen, 7. für Viehzucht, 8. für Wein«, Obst- und Gartenbau, 9. für landw. Nebeugewerbe und Maschinenwesen. Im Weiteren wird der Voranschlag pro 1897/98 genehmigt, desgleichen die Voranschläge der landw. Provtozialvereine bezw. deren Anforderungen an den Staat sür Viehzucht, Obst- und Gemüsebau mit zusammen 34,900 Mk. — Die von einem Präsidium unternommenen Schritte zur Errichtung einer PretSnotirungSstelle am Frankfurter Frucht- markt werden gutgehetßen und als Vertreter bezw. Stellver- treter für die PreiSnotirung die Herren Oberamtmann Westernach er-Lindheim, Wtlh. Simon-Neuhof und Ehr. Schadt. Steinfurt gewählt.
•• Zur Warnung. Der „Reichs-Anzeiger" schreibt: „In Spanien, insbesondere in Madrid, sind in einheimischen Familien deutsche Erzieherinnen sehr gesucht, und die Aussicht auf das von den dortigen Dienstgebern gebotene, für unsere Verhältniffe meist hoch erscheinende Gehalt veranlaßt fortgesetzt deutsche Erzieherinnen, in Spanten Stel- I lungen anzunehmen. Za oft lassen sie jedoch hierbei jede
hießen, der, 19, October
A Hau8haltuug8schuleu. In dic'um Blatte ist früher irfton einmal nachgewieseu worden, welch großen Werth die H a u S h a l tu n g - sch u l en für tu Heranwachsenden Mädchen haben, wie sie durch dieselben für das practtsche Leben, den zukünftigen B:ruf, vorbereitet werden. Sie werden unterrichtet in Handarbeiten, im Maschinennäheu, Bügeln, und ganz besonders im Kochen, lauter Beschäftigungen, t e für den Haushalt sehr wichtig find und die ein Mädcheu lernen muß. Denn es ist keine Frage, daß der Schwerpunkt des Familienlebens im Wesen und Wirken der Frau liegt, und je verständiger dieselbe zu wtrthschasten versteht, desto mehr werden Glück und Zufriedenheit in der Familie eine Stätte finden. Wenn wir aber diesen Gedanken sür richtig halten, so wird die weitere Frage entstehen, wie wir unsere Mädchen, die künftigen Hausfrauen, wirchschaftltch tüchtig machen können. Wir werden vor allen Dingen an die Mutter denken- ihre Aufgabe ist es, die Tochter in richtiger Weise wirthichastlich zu erziehen. Aber, so fragen wir weiter, ist die Mutter auch dazu befähigt? Hat sie die räthige Zett und den Willen dazu? Sie sollte all die Eigen- schäften besitzen, ihre Tochter gut wirthschaftlich unterrichten zu Ünnen, alletu eß fehlt ihr beim besten Willen oft Zeit rind manchmal auch die Befähigung. Deshalb tritt die Schule an die Stelle, in welcher von einer hierzu ausgebildeten Lehrerin die Kenntnisse und Fertigkeiten gelehrt werden, die man zur Führung eines Haushaltes notwendig hat. Unsere HauShaltungSschule faßt einen Haushalt ins Auge, der mit geringen Mitteln geführt werden muß, in welchem aber doch die einzelnen Glieder desselben in ausreichender Weife genährt werden fallen. Beides zu vereinigen ist eine schwierige Aufgabe, aber sie soll gelöst werden, theoretisch und practisch. Es wird deu Mädchen gezeigt, daß billige Nahrungsmittel ost mehr Nährwerth haben, als theuere, sie lernen, wie Ordnungsliebe und Reinlichkeit den Wohl« -stand fördert, aber sie lernen auch, wie man die Speisen gut und schmackhaft zubereitet und welche Zusammenstellungen man bet Bereitung einer Mahlzeit machen kann. Beim Schluß deö diesjährigen ersten CursuS — der zweite fängt am 25. October I. I. an — haben die Schülerinnen gezeigt, daß fie io den angeführten Diogen richtig unterrichtet waren. ES war eine Freude, mit anzusehen, welche Fertigkeit beim Kochen, beim Handhaben der Küchengeräthe dieselben besaßen, uad wir find überzeugt, daß die Mütter der Schülerinnen fich freuen, ihren Kindern die Zett zum Besuche der Haus- haltungSschule eingeräumt zu haben. Die HauöhaltuugSschule ist eine äußerst nothwen'üge Einrichtung, jede Mutter sollte ihre Tochter anhalten, einen achtwöchentltchen CursuS zu besuchen. Mag daö Mädcheu bet der Mutter bleiben, mag es zu fremden Leuten gehen, eS kann das Gelernte überall zum Besten des betreffenden Haushaltes verwertheo.
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Aber das half mir nichts — gerade um so mehr sah er mich an — und weißt Du, wa« er gesagt hat, als wir später miteinander nach meinem LtebliugSplätzcheu gingen? — Er habe wohl bemerkt, daß ich furchtbar verlegen ge- wesen fei, weil er mich so im Hauskleide gesehen habe. Bisher hätte er die braune Farbe immer verabscheut, jetzt wäre er aber eines Besseren belehrt. Er war überhaupt sehr nett — deu ganzen Tag über.
Abends haben wir dann richtig vierhändig gespielt — die 0-moU-Symphonte von Mozart, die er ja auS unglücklicher Liebe geschrieben haben soll- dann schlug ich, unsere« kriegerischen Gaste zu Ehren, die Symphonie militaire von Haydn vor, und nachher verstiegen wir uuS sogar bi- zur C-moll von Beethoven — Du weißt doch, die mit de« rauschenden Finale in C-dur.
Während dessen hatte Papa eine Bowle gebraut, — denke Dir: Pfirfichbowle! — und wahrend Wir fie auS- tranken, lud Papa, der wie immer bet solchen Veranlassungen sehr fidel wurde, deu Assessor zur Jagd auf den October ein. Bevor dieser noch antworten konnte, wurde Papa abgerufen, und daun fragte er mich, ob ich nichts dagegen hätte, wenn er wtederkäme, uud das mit einem solchen Ausdruck, daß ich nur ganz schüchtern sagen konnte: »O, im Gegeutheil!" Es war nur gut, daß Papa gleich wieoer heretnkam." . -
Du brauchst Dir dabet aber gar nicht» ö» de^eu und ich verbitte mir alle Neckereien tu Deine« nächsten Btt f — uud Deinem boshaften Bruder brauchst Du auch nicht ,u lagen. 28a« Du Dir denkst, da«
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Feuilleton.
Die beiden Vice-Feldwebel.
QUs den Briefen von Fräulein Anna Schröder an ihre Freundin Gustel mitgethellt von Fritz Wold eck.
(Schluß.)
Reuenteich, d. 28. August 1894.
Liebe Gustel!
Wenn ich Dir gestern nicht geschrieben hätte, brauchte Ich es auch heute nicht und würde somit nicht die Verwunderung der Deinen, besonders Deines Herrn Bruders, durch diese lebhafte Correspondenz erregen. Der Mensch soll nie voreilig sein.
Heute früh schlief ich natürlich tief in deu Tag hinein. Um so besser, dachte ich beim Erwachen- jetzt find gewiß die Soldaten schon fort. In aller Eile zog ich mich au — den alten braunen Morgeurock, den Du immer so abscheulich fandest- was kam es mir heute darauf au! Ich frifirte mich nut ganz oberflächlich und eilte hinunter, um Papa beim Frühstück nicht allein zu lassen.
Noch bevor ich die Veranda erreichte, kam mir Diana entgegen, die sonst aus naheliegenden Gründen beim Frühstück nicht von PapaS Seite weicht, uad stellte fich mir geradezu in den Weg. Natürlich achtete ich in meinem menschlichen Hochmuth nicht auf das treue Thier, das mich auS seinen klugen Augen so warnend anschaute, ebensowenig auf die Stimmen, die von der Veranda ertönten. Wenn ich überhaupt darauf gemerkt habe, — der nachfolgende Schreck hat mir die Erinnerung vollkommen geraubt — so
Vorsicht außer Acht. Vor allem ist eß, wie eine langjährige Erfahrung lehrt, erforderlich, daß die Stellungsuchenden fich zuerst an zuverlässiger Sülle, etwa bei dem deutschen Eon- sulat, über den Rus und die VermögeuSlage der Dienstherrschaft erkundigen, selbst wenn diese sich ihrem Titel nach anscheinend einer hohen gesellschaftlichen Stellung erfreut. In zweiter Lmte empfiehlt er sich dringend, das Dienst, verhältniß durch einen schriftlichen Vertrag zu regeln. DaS spanische Gesetz behandelt nämlich selbst solche Erzieherinnen, die daö Lehrerinnen-Examen bestanden haben, als Dienstboten- sie können daher, wenn nichts Anderes ausdrücklich vereinbart ist, am letzten Tage der verabredeten Dienstzeit ohne Weiteres entlassen werden. Auch kommt eß häufig vor, daß Erzieherinnen der höheren Bildung als gewöhnliche Kindermädchen behandelt werden und ihnen auch die Arbeit solcher zugemuthet witd. Besonders bemerkenswerth ist, daß die Vereinbarung einer längeren Dienstzeit der Erzieherirr noch keinen Anspruch auf Zahlung des Gehalts für die ganze Zett giebt, wenn etwa die Dienstherrschaft sie vor Ablauf des Vertrages ohne Grund entläßt. Maßgebend ist in die« ser Beziehung vielmehr allein die Verabredung über die Raten, in denen das Gehalt gezahlt wird. M ein Vertrag z. B. auf ein Jahr geschlossen, wahrend daS Gehalt vierteljährlich bezahlt wird, so kann die Dienstherrschaft die Er» zteherin am Ende jedes Vierteljahres entlassen, ohne daß fie verpflichtet wäre, auch noch für die weitere, im Vertrage festgesetzte Zeit daS Gehalt zu entrichten. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß im Falle einer Erkrankung der Erzieherin der Diestgeber nach spanischem Rechte nicht verbau- den ist, für fie zu sorgen. Demnach müßten deutsche Er-
zteherinnen vor Annahme einer Stellung in Spanien darauf bestehen, daß in einem schristlichen Vertrage, neben genauer Festsetzung ihrer Rechte uud Pflichten, der Dauer des Dienstverhältnisses und der Kündigungsfristen, auch über die Kosten für den Fall einer Erkrankung und die Kosten ihrer Heimreise Vereinbarung getroffen wird".
—il— Gettenau, IS. October. Nicht weniger als 1100 lebendige Gänse brachte gestern gegen Abend ein Eisenbahn- wagen von der böhmischen Grenze auS Furth a. W. Keine einzige Retterin des Capitols hatte Schaden genommen. Binnen einer halben Stunde waren trotz des fürchterlichen, ohrenzerreißendeu Geschreis und Geschnatters alle glücklich ausgeladen und vertheilt, und wohlgemuth die Flügel schlagend und ausreckend, zogen die verschiedenen Abtheiluugen nach allen Himmelsrichtungen über die Wiesen, fich daS durch die feuchtwarme Witterung hervorgetriebene saftige GraS wohl- schmecken lassend. Wenige Wochen werden hinreichen, um die Ankömmlinge, mit Hafer und MaiSschrot fett gefüttert, zu wohlacclimatisirten Wetterauern zu machen und fie ihrem ferneren Berufe zuzuführeu.
Siebener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
werde ich wohl geglaubt haben, daß Papa mit dem Ber- | Walter spräche.
Ich trete also hinaus — und wer fitzt mit Papa beim Frühstück? Der Assessor Klenziug l Ich war sprachlos, vollkommen sprachlos, obgleich Dein Bruder behauptet, daS könne mir gar nicht pasfiren. SS war nur gut, daß Papa mit derselben Bonhommte, durch die er den Assessor wegen der Verstoßes gegen die Gastfreundschaft versöhnt hatte, mir aUrtCf Siehst Do, Mädel, jetzt haben wir den Herrn Assessor doch noch hier behalten- 'S ist ein Ruhetag eiugeschoben
Ich stammelte: „DaS ist ja sehr nett von Ihrem Herrn Hauptmann!" worauf sich Papa vor Lachen schüttelte und der Assessor - wieder mit dem bekannten Lächeln - bemerkte, daß eine solche Maßregel nicht von dem Herrn Hauptmann, sondern meist von dem commandirenden General, in dem vorliegenden Falle aber von Seiner Majestast Aller- höchstselbst befohlen würde. , .
Ich glaube, ich war in dem Falle keine sehr loyale Uuterthaniu. Seine Majestät hätte auch etwas Besseres thuu können, als ein armes Mädchen in eine solche Ver- legenheit stützen! DaS müßte doch vorher öffentlich bekannt gewacht werden! Da stand ich in dem braunen Halb- wollenen uud mit der mangelhaften Frisur — und wir gegenüber der Assessor in einer nagelneuen Extra Uniform, wie aus dem Et gepellt! Und das neue Kleid war auch aus- einandergetrenut! .
Ich setzte wich ganz dicht an den und macht- mich | ganz klein, damit un|«r Gast nur rech» wenig »on mir |ahe.
Der
Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit AvSnahme de» Montag».


