zu der Abfahrt de» Geschwaders nach China: Die Besitz» ergreisuug Ktao-TschauS sei der Anfang einer nicht zu übersehende« Entwickelung. DaS Blatt befürchtet, daß wir im Begriff stehen, mehr zu greifen, als wir halte« können. Die Ermordung der Missionare sei nur der äußere Anstoß gewesen, die längst gehegte« Pläne in Bewegung zu setzen. Jedenfalls fahren wir jetzt mit vollen Segel« in die Welt- Politik hinein.
Budapest. 17. December. Ein ComitL hauptstädtischer Bürger veröffentlicht einen geharnischten Aufruf au die Bürger in der Provinz und fordert dieselben auf, zu einer am zweite« Weihnachtsfeiertag festgesetzten Versammlung sich etnzu- staden, in welcher gegen daS neue AuSgleichS-Provtsorium und für die Personalunion Stellung genommen werdru soll.
Neapel, 17. December. In der Fabrik von Feuerwerk»« körpern von Salvatore D'amio explodirte eine Bombe. DaS Han» stürzte et« und begrub die Familie de» Besitzer» Diamto. Dieser und feine Fran wurden lebensgefährlich verletzt unter den Trümmern hervorgeholt. Die beide« Töchter kamen mit leichten Verwundungen davon.
Bremen, 18.December. Zum Bürgermeister wurde Senator Schulz gewählt, vtcebürgermetster für die nächsten zwei Jahre ist Senator Dr. Pauli.
Kiel, 18. December. Die Durchfahrt der,Deutschland^ nahm 29 Stunden io Anspruch. Da» Schiff fuhr nur 5 Knote« die Stunde. Während der Durchfahrt war der Canal für andere Schiffe theilweise gesperrt, um möglichst allen Zwischenfällen, welche zu einer Verzögerung der Ao»retse hätten führen können, vorzubeugen. Die Mittag» nach Wilhelmshaven abgegangeue Panzerdivision wird die „Deutschland" und die „Gefion" vielleicht noch etnholen und dem Prinzen Heinrich den Abschiedssalut geben.
Win». 18. December. Kaiserin Elisabeth geht nach Pari», um sich bei Dr. Metzger dorten einer Massage- kur zu unterziehen. Die Kaiserin leidet seit vielen Jahren au Ischia. Jetzt hat fich au einem Fuße auch eine Venen« eotzündung gebildet.
Localer unb provinzieller.
Gießer», den 18. December 1897.
** Bon der Universität. Der juristischen FakultätS« Prüfung im Wintersemester 1897/98 haben fich 36 Candi- baten unterzogen. 6 Candidaten sind wegen des ungmügen- den Ergebniffes der schriftlichen Prüfung zurückgetreten. Von den übrigen 30 Candidaten haben 26 die Prüfung bestanden, darunter 2 sehr gut, 7 gut.
Kirchliche Dienstnachrichten. Ernannt wurden: Pfarr- Verwalter Dr. Hentzel zu Holzheim zum Pfarrasfistenten in Gietzeu, Decauat Gießen- Pfarrasfiftent Freitag zu Schotten zum Pfarrverwalter in Holzheim, Decanat Hungen- Pfarramtßcandidat Dr. Greiner zu WormS zum Pfarr- asstfteuten in Schotten, Decanat Schotten- Pfarrasfiftent Schäfer zu Schwanheim, Decanat Zwingenberg, zum Pfarrvikar daselbst- Pfarramt-candidat Weber zu Darmstadt zum Pfarrvikar in Bischofsheim, Decanat Groß-Gerau.
• • Diejenigen Mitglieder bei Vereins zur Kördernng des Saalbauei, welche bisher noch keine Mitgliedskarten erhalten haben, werden ersucht, dieselben bei Herrn Lhallier in Empfang zu nehmen.
• * Etadttheater. Sonntag, den 19. dS. Mt». g langt Brandon Thomas' dreiactiger Schwank „CHarleys Tante", der vorauSfichtltch auch bielmol wieder seine Zagkraft bewähren wird, zur Aufführung. — An» dem Theaterbureau meldet man uu», daß der Kgl. Württemberg. Hof- schauspieler, Herr Richard, welcher bekanntlich als „Onkel Brästg" kürzlich hier mit durchschlagendem Erfolg gastirte, für ein nochmalige», im Laufe der kommenden Woch- stattfindendes Gastspiel gewonnen ist.
* * Arbeitsnachweis In der Zeit vom 1. November 1896 bis 31. October 1897 waren beim Arbeitsnachweis der Stadt Gießen an Arbeitsstellen gemeldet: 457 für männliche und 444 für weibliche Arbeiter von hiesigen, 142 für männliche und 80 für weibliche Arbeiter von auswärtigen Arbeitgebern. Diese Aufträge wurden erledigt durch Zuweisung von 67 männlichen und 89 weiblichen hiesigen Arbeitern und 127 männlichen und 25 weiblichen zugereisten Arbeitern. Gelöscht wurden nach Ablauf der Vormerkungöfrist 64 Aufträge auf männliche, 63 auf weibliche Arbeiter, zurückgezogen -2 bezw. 95; noch im Sauf blieben 268 bezw. 183. — Um Arbeit fragten an: 352 männliche und 215 weibliche hiesige, 362 männliche und 66 weibliche zugereiste Arbeiter. Ein- gestellt wurden 67 männliche und 89 weibliche hiesige, 127 männliche und 25 weibliche zugereiste Arbeiter. Gelöscht «ach Ablauf der Vormerkungsfrist wurden 182 Anfragen nach männlichen, 68 weiblichen Arbeitern, zurückgezogen 66 bezw. 49, noch im Sauf befindlich blieben 209 bezw. 113 Nach- fragen nach Arbeitern
•* Einjährig-Freiwillige stellen zum 1. April 1898 folgende Truppentheile ein: Beim Garde-Lorp»: 4. Garde- Regiment z. F. in Berlin (nur Studireude der Berliner Hochschulen), 5. Garde-Regiment z. F. in Spandau. — 1. Armee Lorp»: Grenadier-Regiment Rr. 4 in Allenstein, Infanterie«Regt. Nr. 43 nod 146 in Königsberg i. Pr. — 2. Armee-Corps: Juf.-Regt. Nr. 42 (3. Bat.) in Greif»« wald, Jnf.-Regt. Nr. 129 (1. Bat.) in Bromberg. — 8. Armee-CorpS: Jnf.-Regt. Nr. 20 in Wittenberg, Inf.» Regt. Nr. 52 in Sottbn» und Lroffeo. — 4. Armee Corps: Füfilier-Regt. Nr. 36 (1. und 3. Bat.) in Halle a. S., Jnf.-Regt. Nr. 72 (1. Bat.) in Torgau. — 5. Armee- Sorp»: Jnf.-Regt. Nr. 47 in Posen, Jnf.-Regt. Nr. 154 in Janer, Jnf.-Regt. Nr. 155 in Oftrowo. — 6. Armee« CorpS: Jnf.-Regt Nr. 51 in BreSlau. — 7. Armee-Lorp»: Jnf.-Regt. Nr. 53 in Köln, Jnf.«Regt. Nr. 158 in Paderborn. — 8. Armee-Corp»: Jnf.-Regt. Rr. 29 in Trier, Füfilier-Regt. Nr. 40 in Aachen, Jnfanterie-Regt. Nr. 160 (2. Bat.) in Bonn (nur Studireude an der Universität
Sonn). — V. Armeceorp»: Jnf.-Regt. Rr. 76 in Hamburg, Jnf.-Regt. Rr. 85 (3. Bat.) in Kiel, Füsilier Regiment Nr. 90 in Rostock (die letzter« beiden nur iür Stusirende der Ulliverft Lteu Kiel bezw. Rostock). — 10. ArmeecoipS: Jnf.-Regt. Nr. 74 tn Hannover, Jnf.-Regt. Nr. 72 i« Hi.deS- heim, Inf. R gt. Rr. 82 in Göttingen. — 11. ArmercorpS: Inf. Regt. Nr. 81 in Frankfurt a. M, Jnf.-Regt. Nr. 94 (3. Bat.) in Jena, Jnf.-Regt. Nr. 167 tn Laffel, Inf.- (Letbg.-) Regt. Nr. 115 tn Darmstadt, Jnf.-R e gt. Nr. 116 in Gießen. — 14. ArmercorpS: Grenadier-Regiment Rr. 110 (2. Bat.) in Heidelberg, Jnf.-Regt. Nr. 113 in Freiburg, Inf. Regt. Nr. 142 (1. Bat.) in Mühlhausen i. E. — 15. Armeceorp»: Jnf.-Regt. Nr. 105 und Nr. 172 in Straßburg i. E. — 16. ArmercorpS: Jnf.-Regt. Rr. 174 in Metz. — 17. ArmeecorpS: Grenadier Regiment Nr. 5 (2. Bat.) in Danzig, Inf. Regt. Nr. 141 (1. Bat.) tn Graudenz.
Speisewagen in D-Zugu». Mit Beginn bei kommenben Jahre» werbe« tn den Betrieb ber D Züge auf bcr Linie Berlin-Halle-Franksurt bret Speisewagen eingestellt, bereu Bewirthschasmug dem Bahuhofrestaurateur Gustav Riffelmann Halle übertragen ist unb deren Herstellung gegen« wä'tig auf dessen Kosten durch die Görlitzer Wagenban- Actien-Gesellschast erfolgt. Die Neuerung, die eigentlich eine Rückkehr zu früheren versuchen bedeutet, liegt im Jutereffe de» Publikum». Da» Aufträgen der Speisen tn den einzelnen Wage« Abtheilnngen selber war tn mehreren Beziehungen lästig- t t
** Wetterbericht. Neber Centraleuropa hat da» barometrische Maximum an Intensität noch zugenommen und liegt der Kern deffelben mit über 775 mm im Süden und Osten der Alpen. Die nordwestliche Depression besteht dagegen noch fort, hat aber an Tiefe verloren. Die Witterung ist in Deutschland theil» Heller, theils nebelig und nicht kühler al» gestern. Voraussichtliche Witterung: theils heiteres, theils nebelige» Wetter.
Vermischte».
• Breslau, 17. December. Heute Abend entstand Groß« feuer auf dem Christmarkt am Ring. Die Ursache war die Explosion einer Petroleumlampe. Zerstört wurden drei Budenreihen. Der Schaden ist empfindlich, weil die Buden- inhaber meist unbemittelt und unversichert find. Die Zeitungen eröffneten sofort eine Sammlung. Die Erregung gegen die Marktverwaltung ist groß, da sie Unterlasten hatte, eine ständige Feuerwache auf dem Markte einzurichten.
♦ Der Kaiser schenkte dem Corp» „Borussia" tn Bonn sein in Del gemalte» Bild, auf dem er al» Corp» ftubent mit der weißen Mütze der Bornffeu und dem schwarz- weißen Corp»bande bargestellt ist.
* Welchen Umfang ber Absatz an Karteubriefen an genommen hat, ist daraus zu ersehen, daß von ber Reichß- brutferet tn ber kurzen Zeit seit bem 1. November, also tu anberthalb Monaten, bereit» 13 Millionen Stück ben Post« anstalten auf bereu Bestellung geliefert wurden. Zum Ber gleich fei erwähnt, baß nach ber letzten Statistik ber eng- l'fchen Postverwaltung während de» ganzen Jahre» 1896 nur 11 Vs Millionen Kartenbriefe im vereinigten Königreich abgesetzt worden find.
* Während nach der letzten Volkszählung da» Deutsche Reich eine Million weiblicher Einwohner mehr besitzt, al» männliche, ist doch die Zahl ber männlichen Geburten eine bebeutenb größere al» bie ber weiblichen, denn auf hundert Mädchen entfallen 106 Knaben. Der Ueberschuß an weiblichen Einwohnern entspringt demnach nur ber größeren Sterblichkeit unter ben männlichen Einwohnern, von benen jc 108 sterben, wenn unter ber weiblichen Einwohnerschaft 100 Todesfälle eintreten. Der Umschwung in ber Bevöike- rungSzahl zu Gunsten ber Frauen tritt aber erst im Alter von 85—40 Jahren ein, so baß im eigentlichen heiraths- fähigen Alter (wen« all solche» bie Zeit vom 20. bis 40. Lebensjahre betrachtet wird) burchschnittlich noch 600,000 Männer mehr vorhanben find als Frauen.
* Zur Frage bet SountagSheiligung veröffentlicht bie „Deutsche Jurtstenztg." eine Entschetbun g be» Karn wer« ge richt», in welcher FolgenbeS auSgeführt wirb: Eine Polizeivorschrift, welche ben Schluß ber Tanzlustbarkeiten geschloffener Gesellschaften an ben SarnStagen schlechthin auf 12 Uhr Nacht» festsetzt, entbehrt ber gesetzlichen Gültigkeit. Gesetzlich zulässig find nur solche Polizeivorschrifteu, welche bie äußere Heilighaltung ber Sonn- uab Feiertage betreffen unb gegen die Störung ber Feier ber Sonn« unb Feiertage gerichtet sind. Die Wahl dieser Ausdrücke läßt erkennen, daß nur solche Handlungen getroffen werden sollen, welche nach außen hin wirken oder unmittelbar in die äußere Erscheinung treten unb geeignet finb, da» religiöse Gefühl zu verletzen, bie innere Sammlung und Erhebung nicht etwa bloß de» Einzelnen, sondern allgemein zu stören unb zu beeinträchtigen, da» heißt nämlich mit aabern Worten bie allgemeine Feier ber Sonn- unb Festtage soll eben nicht gestört werben. Die allgemeine Feier beginnt aber nicht mit dem Anfänge des Ralenbertage» beS betreffenden Sonntags, beon bie den Sonntag eivleitevben Nachtstunden unterscheiden fich in Nicht- von denen werktäglicher Nächte. Die allgemeine Feier beginnt vielmehr erst mit den Morgenstunden des Sonntag». Ander» verhält e» fich mit den drei großen Festen (Ostern, Pfingsten und Weihnachten) sowie ben bem Bußtage, bem evangelischen Tobtenfest unb bem katholischen Allerseelentage vorauSgehenben Nächten. Denn diese vor- abenbe bienen nach religiösem Brauch schon ber Vorbereitung der folgenden Feiertage unb werben auch im bürgerliche« Leben als einleitenbe Thcile derselben betrachtet, wie fich au» ihrer Bezeichnung mit dem Namen „Heiligabend" ergiebt.
* Die Geschichte eines Trauringes erzählen Kreuzuacher Blätter wie folgt: Ein arg -erschundener und zerhackter Trauring wurde vor Kurzem von einem Soldarbeiter, Anheißer in Kreuznach auSgebeffert unb wieder eit einem
manierlichen Aeußeren versehen. Dabei erf»hr er, daß biefit Ring vor sieben Jahren von einem inzwischen nach Ämertfa verzogenen La«bw»rthe au» He desheim verloren worben unb banal» trotz be» angtftnngttn Suchen», an bem fich namentlich auch bie durch den Verlust sehr schmerzlich berührte junge Frau beteiligte, nicht mehr gefunden werde« toi eie. vor Kurzem nun bei taufte der Vater be» RiagverliererS eine Kuh nach Wallhausen, bie dort geschlachtet wurde. Ja ihrem Magen fand fich, im Gewebe verkapselt, der Lauring in ber Verfassung, in ber er za bem ©oltQibeher gelangte, doch war die in bie innere Fläche etngrabhrte Schrift noch zu leien nod fühlte zur Entdeckung bei Eigenthümerl. Der Ring wird nun in erneuertem (5ctoar.be dem Verlierer nach Amerika geschickt und jedenfalls von ihm und feiner Gatt,« freudig willkommen geheißen werde«.
• Eine Wette «e 9000 Mark gewann dieser Tage ei« Offizier au» Potsdam, der in ber Recht zam Montag mit verbundenen luge» von der Mlaetu • Refemc nach dem „Deutschen Hau»" daselbst lief. Der glückliche Gewinner ist der Graf v. Pückler vom ersten Garba-Ulanc«- Regiment.
* «altfißeig der Besatz««» von Kiao-Tscho«. Unter bem von Spanbau nach Wilhelmshaven tn mehreren Zügen abge- aangenen Kriegsmaterial für den nach ber Bucht von Kiao-T'cha« bestimmten TranSportdampser? „Krefeld" vom Norbdeutlchen Lloyd befinden fich auch neun Militärbaracken, bie zur Unterbringung ber BesatzungSmatmschaften und für ärztliche sowie wirthschasiliche Zwecke biene« sollen. ES sind die» tragbare Militärbaracken, bie nach einer M'ttheiluvg ber „Korb Ostsee-Zeilung" Typen bei v. Döcker'schen Mobell»' find, baS 1885 auf ber Antwerpener Ausstellung ben Preis bavontrug bei einem von ber Kaiser n Augusta veranstaltete« Wettbewerb für möglichst leichte, dauerhafte unb praktische Militärbarackm. Fünf btefer tragbaren Häuser sollen all Lazarethe, vier al» Oeconomteräume eingerichtet werden. Ihre Dächer und Seitenwände besteh« au» festen, aber leichten Holzrahmen, die mit ein« ober boppelftiiigtr Filzpappe betleibet unb mit Oelfarbe gestrichen fi«i». Die einzelnen Tafeln zur Ausfüllung ber Rahmen werde« mit bicht schließenden Nuten unb Falze« zu beliebiger Länge bereinigt unb durch eiserne Riegel zusammengehalten. DaS Dach ruht auf einem leichten, sehr tragfähigen Balken gerflft, da» Ganze auf gehobeltem, gefalztem Fußboden, verglaste Fensterrahmen, Firstklappen für die Lüftung im Dach, Kippenluftklappen für die Wände, Thüren an den Stirn- und Längsseiten, Abort und Ausseberranm vervollständigen bie praktische Einrichtung ber leichten Bauten, bereu jebe sür zwölf Mann zu 14 Cubikmeter Luft reichlich Raum bietet. Da» Gewicht einer solchen Baracke mit ihren Zudehörtheile« beträgt 3500 Kgr., der ganze Transport hat also ein Ge« sammtgewicht von 630 Centner. Bei der Besetzung der Bucht von Kiautschau sollen diese eigentlich al» Lazarethräume gedachten Baracken zunächst natürlich auch zur Unterkunft ber bauernb auSgeschifften unb an Land commanbirten Mannschaften bienen, so lange kein Bedürfaiß vorliegt, fie ihrer ursprünglichen ärztlichen Bestimmung nach zu verwenden. Bei der gesunden Lage Schantung» wirb e» hoffentlich noch lange Wege haben, bi» ber erste Kranke fich zur Ausnahme im tragbaren Lazareth meldet.
* Sein KunstnrlheU. Jeekel, ein völlig unmusikalischer' alter Herr, bat fich von einem künstlerisch veranlagte« Freuobe überreden lasten, ein Sywphoaie-Corcert zu besuchen. Bei einem ihm völlig unverständlichen Stücke von ungeheurer Ausdehnung fragt er den Freund: „Du, i» e» nicht bald alle? Da« halt ich nicht aus." — „Aber da» ist ja e himmlische Compofition, die kann gar nicht sein lang genug." — „WaS iS denn daS vor e Stück?" — „DaS iS e Fug'." — „E Fug'? E Unfug iS es!"
Citaratar unb Aunft.
— Prinzeß Ilse. Erzählung für erwachsene Mädchen vo« Bertha CIS ment. 279 Setten mit £4 Vollbildern von A. Wald. Verlag von Gustav Weise in Stuttgart. Lieg. geb. 4 50 Mark. „Prinzeß Ilse" ist ein liebenSwertheS Geschöpf, daS allerdings gleich ihrer tobenden und tosenden Schwester im schönen H«z leicht über« schäumt, aber Dank ihrem guten Herzen auch sehr bald mietet zur Vernunft kommt und so die Freude und das Glück ihrer Umgebung bildet. Reizend ist die Gemeinschaft, in der die beiden Familien o. Roden und Wendorf in nachbarlicher Treue miteinander verkehren. Der glückliche, nie aufdringliche Humor, der bie hübsche Erzählung von Anfang bis Ende durchweht, die bi» zum jSchluß anhaltende Spannung, die liebenswürdige Lösung aller SchickialSoerknotung«, lasten uns daS Buch am Ende hochbefriedigt au» der Hand legen.
— 3<m ««d J«p. Der bekannte Kunstkritiker Fra«, Wolter in München schreibt über „Jan und Jup": .Selten, daß auf dem Büchertische ein so passendes Geschenk für Große und Kleine erscheint, wie die überaus lustige Ktrmeßgeschichte „Jan unb Jup" von Karl Prümer und Gustav Köhler (Verlag von Gustav Weise in Stuttgart). Richt nur Kinder, auch Erwachsene werde» fich an dem urwüchsigen Humor, ber an Wilhelm Busch erinnert, wahrhaft erfreuen unb mit großem Vergnüg« dabei die vortreffliche», künstlerisch werthvollen Illustrationen betracht«. Preis 3 Mark.
Uniocrfität» -
— In Graz starb ber Professor deS Strafrechts Theodor Reinhold Schütze, ein geborener Norddeutscher.
Verkehr, €aub« unb
•tetm, 18. December. Marktbericht. Auf bem heutig« Wochcnmarkt kostete. Butter pr. Pfd. X 0 90—1,05. Hühnereier pr. SL 7-9 4,2 St. 00-004, Enteneier 1 St. C-004, Gänse- eiet pr. 6L 00—00 4, Käse pr. 6L4 —9 X Ääfematle pr. St. 3 4. Erbsen pr. Liter 18 X Lins« pr. Liter 32 X taub« pr. Baa X 0,60 biS 0,00, Hühner pr. Stück 0,90 bi« 1,10, Hahn« pr. 6tfld X 0,60—1,00, Ent« pr. Stück X 1,60—2,00, Gänse pr. Pfuni X 0,48—0,68, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 X Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfd. 60—66 X Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bis 72 4, Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 67 X Kalbfleisch pr. Psd. 60-64 4 Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50 Ml 5,00 X, Weißkraut vr. Stück Ü—00 4. Zwiebeln pr. 6ent»er 6,00—0,00 X, Milch pr. Liter 16 *


