Ausgabe 
19.12.1897 Drittes Blatt
 
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»ater finnigen Widmungen dem Jubilar im Auftrage bei Feficomil6s und Namen- der KretSangehörigen all Zeichen der Hochschätzung und bei Dankes einen prachtvollen Ehren­pokal, sowie eine Dankadresse, welche der Gefeierte mit tief­empfundenen DankeSworten entgegennahm. Hierauf begann dal F-stmahl, während drffen Bürgermeister Weidner- Hercheuhain einen Toast auf den Jubilar aulbrachte, dem eine bewegte DankeSrede folgte. Unter den S äugen der Mufik weilte dann die Festversammlung noch lange gesellig vereint- während deS fröhlichen Zusammenseins liefen noch über 30 Glückwunsch-Telegramme und -Schreiben ein, von welchen mit großer Freude die Festtheilnehmer Kenntuiß nahmen. Möge der Jubilar noch recht lange seine Wirk­samkeit in unserem Kreise entfalten.

D Darmstadt. 17. December. Die Centralftelle für Gewerbe wird im neuen Jahre in ihrem geräumigen, elektrisch beleuchteten Lesesaale wöchentlich zwei Leseabende ein« richten, um die Schätze der Bibliothek den am Tage Ver­hinderten auch zugänglich zu machen. Die Einrichtung der Auslage kunstgewerblicher Borbilderwerke im Lesesaal, die seit Monaten besteht, wird lebhaft, namentlich auch von Damen, benutzt. Die neue Bezeichnung bei Hilfsvereinl im Gtvßherzoqrhum Heffen für bte Krankenpflege und Unter­stützung der Soldaten im Felde, wie sie bte vorgestrige Haupt­versammlung des Vereins beschloß, lautet: Hessischer Landes« verein (nicht Htlfsverrio) vom Rotheu Kreuz.

Vermischtes.

* Wetzlar, 15. December. In Waldgirmes hat eS tu der vergangenen Nacht wieder gebrannt. Zwei Scheunen sollen abgebrannt und 19 Schafe in den Flammen umge- kommen fein.

* München, 15. December. Hier besteht ein Verein der Künstlerinnen, der das Angenehme mit dem Nütz- lichen tu geschickter Weise zu vereinigen versteht. Er ist ein geistiger Mittelpunkt für die Künstlerinnen und die mit ihnen sympathifirende .Damenwelt. Die intimen Feste, in denen sich die Künstlerinnen ohne die Herren der Schöpfung froh­sinnig zu amüfireu wiffen, gelten all etwal Exquisitei. Der Verein sucht seine Mitglieder aber auch materiell zu fördern und dal Absatzgebiet für sie sowohl, wie für künstlerisch strebende Dilettantinnen zu erweitern. Zu diesem Zwecke ist namentlich eine permanente Ausstellung eingerichtet. Aber auch die besonderen Gelegenheiten werden unsichtig wahrgenommen. So hat der Verein wieder einen Wei h- nacht Smarkt veranstaltet, der von großem Geschmacke zeugt und beim Publikum viel Anklang gefunden hat. Der Ueberschuß ist für UuterstützuugSzwecke bestimmt.

e Bayreuth, 16. December. Der Gütler und Metzger Mathias Hofmann, feine Ehefrau und deren Tochter Margarethe Wagner von Lohndorf bei Bamberg wurden wegen gemeinschaftlich verübten Mordes zum Tode verurtheilt. Der Ehemann der Margarethe Wagner hatte statt 12 000 W. nur 5000 Mk. Mirgift in die Ehe gebracht. AuS diesem Anlaß und nachdem Gütergemeinschast eingetreten, schnitten sie ihm im Schlafe den Hals ab und wollten glauben wachen, der Ermordete habe einen Selbstmord verübt.

Siu fatale! Abenteuer. Aus Wien wird vom 13. dfl. Mts. berichtet: Der eleganten, neben einem Husarenoffizier im Restaurant sitzenden Dame fiel ein Gegenstand klirrend zu Boden. Eiligst lief der Piccolo herbei, bückte fich und präsentirte der Dame unter dem Gekicher der Gäste auf dem Teller ein falsches Gebiß. Gestern wurden dieselben Zähne dem Bagatellrichter vorgezeigt. Ein Zahnarzt hatte die Dame auf Bezahlung des Gebisses verklagt. Diese erklärte nicht« schuldig zu sein, denn fie habe fich verpflichtet, die falschen Zähne erst bei Verwendbarkeit nach 14 Tagen zu bezahlen. Der fie beschämende Vorfall im Restaurant habe jedoch die Untouglichkeit deS GebiffeS bewiesen. Der Sach­verständige gab sein Gutachten dahin ab, daß die Dame im Rechte und der Kläger ein Stümper in der Zahntechnik sei. Für eine solche Arbeit verdiene der Kläger kein Honorar. Der Richter wies die Klage zurück.

nur unbesonnen- aber diese Unbesonnenheit hatte fie gehörig in die Klemme gebracht. Begonnen hatte fie ihr Verhältuiß aus Laune, Uebermuth, fortgesetzt nach der Katastrophe aus Trotz gegen ihren Mann, und jetzt noch war fie ein ehr- ItcheS Weib, aber jetzt keinen Schritt mehr weiter! Sie schauderte, als fie den Abgrund sah, vor dem fie stand. Wie war fie nur so weit gekommen? Hatte die Stimme des GewtffenS sie nicht gewarnt, als fie vom Wege der Pflicht ab- irrte? O ja, fie wußte eS wohl, daß fie auf verbotenem Pfade wandelte, aber eS war ja nur der Schwarze, der Trunkenbold, der Spieler, ihr Quälgeist, gegen den fie sün- digte. Als ein halbes Kind noch in die Ehe gedrängt, hatte fie ihre Hochzeit mit Achmed mehr all einen abenteuerlichen Mummenschanz betrachtet. Daß fie durch ihr Ja am Altäre irgend welche Pflichten eingegangen, hatte fie fich nie klar gemacht, und zu ihrer Entschuldigung sei'l gesagt, war ihr auch nie von Achmed klar gemacht worden. Ihr war Achmed nur der Schwarze, an den ein unbequemes Geschick fie ge­fettet, ein Mensch, der eigentlich in jeder Beziehung so tief unter ihr staud trotz seiner europäischen Bildung, daß er sich gar nicht an sie hätte heranwagen sollen. Und nun war dieser Schwarze gekommen und hatte sie an Ehre und Pflicht erinnert und er hatte Recht gehabt. Jnstinctiv fühlte fie, daß der Schwarze ihr gegenüber ein moralisches Uebergewtcht hatte, daß el ihre Sache war, ihn wieder zu versöhnen, ihm abzubitten. Abbitten! Wie sollte fie das anfangen, wie würde er es aufnehmen? Mußte es fein ? Niedergedrückt, voll zagender Zweifel machte fie fich auf nach der Gaststube, wo fie ihren Mann vermuthete.

Aber gleich beim Eintritt erkannte Clara, daß jetzt augenscheinlich nicht der geeignete Zeitpunkt sei, fich gegen ihren Gemahl auszusprechen. ES war ein Gast im Local, ein behäbiger alter Philister der immer zum Frühschoppen

*Feuer en Berd". Dieser SchreckenSruf ertönte an Bord del RelchSpostdampferSSachsen" auf deffen letzter Reise nach Oftafien. Die Gefahr war um fo größer, al­ber Dampfer, wie alle nach Oftafien im Herbst sagenden Dampfer, stark besetzt war- hatte er doch über 200 Cajütl- passagiere. Auf der Fahrt zwischen Colombo und Singapore brach aus bisher noch nicht festgestellten Gründen Feuer im unteren Schiffsräume aus, daS, um dal Unheil noch größer zu machen, erst Abends entdeckt wurde, und el wäre sicher, all bas Feuerzeichen ertönte, eine große Panik unter den Fahrgästen entstanden, wenn nicht die Besatzung, mit dem Capttän und den Offizieren an der Spitze, ihre Kaltblütig­keit bewahrt hätte. Mit voller Ruhe gingen fie gegen die Flammen vor, die durch die geöffnete Borluke schlugen. Fluthen von Wasser wurden auf daS Feuer gegossen, bis jede Gefahr beteiligt war. Boa 8 Uhr Abends bis 1 Uhr Morgens dauerte der Kampf, bann war der Brand gelöscht.

Die Zahne bet Unteroffiziere. Der Berliner ^vor­wärts" schreibt:Daß unseren Unteroffizieren von StaatSwegen ein ordentliches Mundwerk garautirt werden solle, darüber liefen bereit- vor einigen Wochen allerlei un­bestimmte Nachrichten durch die Blätter. Der ReichSetat gibt darüber näheren Aufschluß. Danach hat fich bei den Unterosfizierschülern eine Schadhaftigkeit der Zähne zum Theil in so erheblichem Umfange bemerkbar gemacht, daß dadurch bereit» die Deutlichkeit der Sprache störend beein­trächtigt wird.Genauere Untersuchungen haben ergeben, daß bei vielen Zöglingen schon erhebliche, nicht verbesserung-fähige Schäden an einzelnen Zähnen Vorlagen, bei der Mehrzahl der Schüler aber fich Mängel vorfanden, welche einer er­haltenden Zahnpflege noch zugängig find. Die Nachtheile einer derartigen, mit den. späteren Dienstjahreu zunehmenden mangelhaften Beschaffenheit der Zähne für den zukünftigen Unteroffizier liegen auf der Hand, vielen derselben wird vorgebeugt werden können, wenn die Zöglinge alljährlich regelmäßig unter Heranziehung von Zahnärzten auf den Zu­stand ihrer Zähne untersucht und einer erhaltenden Zahn­pflege, einschließlich der hierzu nöthigen Füllungen schadhaster Zähne, und wo e- zur Erhaltung der Dienstfähigkeit und Gesundheit geboten erscheint, deS Zahnersatzes bei Verlust von Zähnen theilhaftig werden." Für das preußische Ton« tingent werden 11.500 Mk. im Jahre gefordert, damit die Sprache der Unteroffiziere in Zukunft an Deutlichkeit nicht- zu wünschen übrig lasse. Sachsen und Boyern schließen fich mit entsprechenden Wünschen an. Nur Württemberg scheint da- Mundwerk seiner Unterosfizfere für genügend zu halten- in feinem Etat fehlt der entsprechende Posten.

* Fatales Versehen. Der Inhaber einer Esfigfabrik erbat fich in Crefeld in einem angesehenen Wirth-Hause einen Korn. Au- Versehen schänkte der Wirth statt de- Branntweins Natronlauge ein, die zum Reinigen der Schläuche bestimmt und auf bisher unaufgeklärte Weise in eine Branntweinflasche gerathen war. Nach kurzer Zeit trat Erstickungstod ein. Ein anderer Herr, der sich au# tecfelben Flasche einen Schnaps eioschänken ließ, merkte, als er bas Gläschen an den Mund setzte, die Verwechselung und wurde so vor dem Schicksal seine- Nachbar» bewahrt.

** Siu arges Mißverfiauduih lag einer Anklage wegen wiederholter Beleidigung zu Grunde, wegen welcher der Agent Gustav Tober, seine Ehefrau Bertha, der Agent Gustav Adolf Schulz und die Näherin Helene Dühring vor der 139. Abtheilung Amtsgerichts I in Berlin erscheinen mußten. Der Lieutenant von Schocky beabsichtigte, sich am 1. Juni d. I. zu verheirathen, und da derselbe früher intimere Be Ziehungen zu einem jungen Mädchen unterhalten hatte, von der er befürchtete, sie könnte möglicherweise in der Kirche erscheinen und daselbst eine Scene Hervorrufen, begab sich Lieutenant von Schocky zu dem Criminalcommissar a. D. Weien, der jetzt Inhaber eines Privat Detectiv-Jnstituts ist, um Maßregeln treffen zu lassen, die eine Störung des Trau­actes verhüten sollten. Weien beauftragte daher seinen Agenten Schulz mit der Ausführung, und es wurde letzterem jene junge Dame beschrieben. Schulz ging mit seinem Col-

im

kam, und außerdem empfing fie auch Achmed sehr wenig liebreich.

Wo bleibst Du so lange, Du lüderliches Frauenzimmer?" schnauzte er seine Frau an.

Achmed", sagte da der behäbige Philister,Ihr habt Euch hier recht gut civilifirt, aber manchmal kommt doch noch Eure afrikanische Wildheit zum Durchbruch. WaS habt Ihr immer mit Eurer Frau? Warum laßt Ihr Euch nicht scheiden, wenn Ihr Euch nicht vertragen könnt?"

Eh, scheiden", brummte Achmed mürxisch,daS kostet erst noch Gelb."

Dann fügte er geringschätzig hinzu:

Wenn sie fort will, mag sie gehen, ich halte fie nicht." Frau Clara ober, noch unter der Wirkung bei fie drückenden Schuldbewußiieins stehend, bemerkte schüchtern:

Wir kommen ja auch ganz gut mit einander aul."

Na, Gott sei Dank!" rief der Behäbige verblüfft. Dann brach er in ein schallendes Gelächter auS, und selbst de» Schwarzen grie-grämigeS Gesicht verzog fich zu einem breiten Grinsen.

Clara konnte ihren guten Vorsatz, ihrem Mann? abzu- bitten, nicht ausführen. Wenn der Schwarze nüchtern war, ging er seiner Frau auS dem Wege, und wenn er betrunken war, war mit ihm nichts anzufangen. Clara drückte baS fast dal Herz ab. Wenn ihr Mann ihr jetzt ein gutes Wort gegeben hätte, fie wäre ihm sicher ein dankbares, be- müthigeS Weib geworden. Wie fie ihn früher gehaßt, so sorgte fie fich jetzt um ihn. Sein Schicksal war ja auch ihr Schicksal, fie hatte Niemanden all ihn, an den fie fich an­lehnen konnte, denn die Mutter war tobt. Er war ihre einzige Stütze, eine recht schwankende freilich, denn der gute Achmed krank jetzt mehr denn je, und Abendl hatte er nicht eher Ruh, all bi» er allel Geld, wo» er nur irgendwie zu«

legen Tober, dessen Ehefrau und der Dühring an dem be­sagten Tage in die Matthai-Kirche, woselbst die Trauung ftattfinden sollte. Wahrend der Predigt bemerkten dieselben ein junge- Mädchen, auf welche- die Beschreibung zu paffen schien, und die heftig weinte. Die beiden Frauen setzten sich zu ihr; sie fragten sie, weshalb sie weine, und als das Mädchen keine Antwort gab, suchten sie herau-zubekommen, ob die Dame wisse, wie der Bräutigam heiße. Letztere erklärte, denselben nicht zu kennen, und während de- Segens entfernte sich das Mädchen, um durch den Mittelgaug zum Traualtar zu gelangen, wo die Hochzeitsgäste inzwischen ihre Gratulationen darbrachten. Auf dem Wege dorthin verfolgten sie Tober und Schulz, welche der festen Ueberzeugung waren, daß sie die Gesuchte vor sich hätten. Währenddessen setzte sich der Hochzeitszug in Bewegung und kurz vor dem Brautpaar trat das Mädchen in eine Bank, in welche sich auch Schulz hineinbegab. Tober hatte sich auf eine Bank vorher nächst dem Altar niedergelassen, und als der Bräutigam mit dem Kopfe nickte, flüsterte Tober:setzen". Kaum war da- Braut­paar vorüber, da bat da- Fräulein darum, daß man sie herauslaffe. Schulz wehrte mit den Händen ab, und Tober äußerte:Fräulein, machen Sie keine Dummheiten". Da- Mädchen bekam einen fürchterlichen Schreck und blieb infolge- dessen sitzen, bis sich die gesummte Gesellschaft aus der Kirche entfernt hatte. Darauf lief sie zu einem Herrn, dem sie den ganzen Sachverhalt vorstellte, und veranlaßte dadurch die Festnahme des Tober. Es entstand ein Auflauf vor der Kirche, und als die Frauen sahen, daß die junge Dame ihre Hand dabei im Spiele hatte, wurde sie von der Frau Tober und der Dühring mit den häßlichsten Schimpfnamen bedacht. Wie dann später festgestellt wurde, war jene junge Dame gar nicht die gesuchte Geliebte des Lieutenants, sondern die Tochter eines Geheimen Canzlei-Secretär», die in die Kirche gegangen war, um fich einmal eine Trauung rnitanzusehen, weil ihre Schwester acht Tage später in derselben Kirche getraut werden sollte. Ihre Verwandten und das zukünftige Ehepaar befanden sich ebenfalls in dem Gotteshaufe, und sie war etwas später gekommen, weshalb sie, um unnöthige Störungen zu vermeiden, auf einer Seitenbank Platz nahm. Die Traurede ging ihr fo zu Herzen, daß fie sich der Thränen nicht enthalten konnte, und nach Beendigung derselben beab­sichtigte sie, sich zu ihren Verwandten zu begeben. Durch den entgegenkommenden Brautzug wurde sie daran gehindert, woraus fich dann jener Zwischenfall ereignete. Es wurde ferner festgestellt, daß die ehemalige Geliebte des Bräutigams überhaupt nicht bei der Trauung zugegen war, und die Detectivs da- Nicken des Lieutenants wohl falsch verstanden haben müssen. In der Gerichts-Verhandlung bestritten die Angeklagten, die Absicht einer Beleidigung gehabt zu haben, und die Frauen wollten auch keine Schimpfworte gebraucht haben Durch die Zeugen wurde aber der oben geschilderte Thatbestand erwiesen, und da sich die Angeklagte Tober sehr aufgeregt benahm, indem sie durch ihre Zwifchenrufe wieder­holt die Verhandlung fiörte, so gewann der Staat-anwalt die Ueberzeugung, daß alle vier Angeklagte der Beleidigung schuldig feien. Mit Rücksicht auf den Ort, wo sich der Vor­gang abfplelte, beantragte der Staatsanwalt gegen Tober und Schulz je 50 Mk. Geldstrafe und gegen die beiden Frauen je 30 Mk. Geldstrafe. Der Vertheidiger Rechts­anwalt Dr. Schwindt, plaidirte für Tober auf Freisprechung und bat, den Angeklagten Schulz nicht str-nger zu bestrafen, als dis beiden Frauen. Der Gerichtshof, unter Vorsitz des Amtsrichters Dr. Heitz, zog aber, ganz entgegengesetzt dem Anträge des Vcrtheidigers, in Betracht, daß bas anständige Publikum vor derartigen Mißgriffen in Schutz genommen werden müsse, und erkannte gegen Tober auf eine Woche Gefängniß, Schulz kam mit 50 Mark Geldstrafe davon. Die Angeklagte Ehefrau Tober und die Dühring wurden zu je zwei Wochen Gefängniß verurtheitt.

* Allerdings. Tommy:Glaubst bu daran, baß bas Haar eine» Manne- In einer Nacht weiß werben kann?" Boby:Warum nicht? Meiner Schwester Haar ist in zwei Stunden qolbbloab geworben!"

fammenraffea konnte, verspielt hatte bi- auf ben letzten Heller. Früher hatte feine Frau bazu immer entsetzlich ge zetert, jetzt saß fie nur still in der Ecke unb weinte.

An zwei Wochen ging bte Geschichte noch so, bannbrach ber Krach herein. Der HauSwirth hatte schon lange mit Exmission gedroht, und nun kam noch zu allem Ueverfluß eine- schönen Tages ein Mann des Gesetze-, um eine fällige Polizeiftrafe in Höhe von dreißig Mark etnzukasfiren. Sie konnte nicht bezahlt werben, unb nun sollte Achmeb bte Strafe abfitzen.

Am Abend bevor er sich in Haft begeben sollte, war ber Schwarze noch recht vergnügt. Er harte fich einen nur kleinen Schwips angetrunken, machte Witze, ulkte Alle- an, selbst seine Frau, unb all bann spät noch bte Cumpane er­schienen, an bte er sein Geld zu verlieren pflegte, würbe er erst recht aufgekratzt. Ein Sptetchen würbe auch heute ge­macht, benn Achmeb haue noch vier Mark in ber Tasche, bte er gern los sein wollte. Man war mitten im besten Spiele» und Achmed- Taschen schon gänzlich geleert, ba wurde energisch an bte bereit- verschlossene ThÜre gepocht. Da- war bte Polizei! Im Augenblick war bte Lampe ausgebreht unb baS Gelb vom Tische gestrichen. Einige Geldstücke klirrten zwar am Boden, aber der Tisch war wenigstens reta von Geld unb Karten. Dann würbe bte Thür geöffnet. Es war nicht bte Polizei gewesen, sondern nur ein Betrunkener, aber man hatte boch bte Lust zum Wrtterspielen verloren. Die Herren suchten thr Geld zusammen, baS heruntergefallen war unb gingen nach Hause. Nur Einer drehte fich noch einmal Bin.

Dreißig Mark fehlen wir noch, fie müssen am Bode» liegen. Sehen Sie doch morgen früh nach, ob Sie fie finden," rief er Achmeds Frau zu. Diese nickte mit einem eigen« thümlichev Lächeln.

(Schluß folgt.)