Ausgabe 
19.6.1897 Zweites Blatt
 
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die ersten PhoSphorzüudhSlzer auftauchten, die dann die Gestaltung der Feuergewinnuog, wie sie heute ist, im Gefolge hatten. Ein Rückblick auf diese für unser ganze» soziale» Leben so unendlich wichtig gewordene Entdeckung muß einerseits anziehend und unterhaltend, anderseits aber auch ebenso lehrreich erscheinen. Gewiß ist eS nur Wenigen bekannt, daß das StaatSgefavgniß zu HohenaSperg der Au». gangSpuukt der Erfindung ist, durch weiche die düstere Festung znr Lichtspenderin sür die ganze Menschheit geworden ist. I« Jahre 1832 hatte daS große politische Volksfest zu Hambach in der Pfalz stattgefuuden und einer der Thell- nehmer an dieser Demonstration, Johann Friedrich Kammerer auS Ludwigsburg, wurde, wie viele andere, zu Festungshast verurtheilt und als Gefangener auf den HohenaSperg ge- bracht. Im Gegensatz zu seinem gewaltthätigen, berzlosen Vorgänger hatte der damalige Eommaudaut der Bergfeste sehr menschenfreundliche Gesinnungen und suchte daS Schicksal der Sträflinge zu erleichtern. Nachdem Kammerer ihm mit. getheilt, daß er sich früher mit Chemie beschäftigt, gestattete ihm der Commandant, daß der Gefangene sich in seiner Zelle ein kleines Laboratorium eiurichtete, und dieser ver-

folgte nun seine schon früher gefaßte Idee, die damaligen Feuerzündhölzer zu verbefferv. Er kam im Jahre 1833 auf den Gedanken, den leicht entzündbaren Phosphor al» Grund« material zu verwenden und nach einigen Versuchen gelang ihm die richtige Zusammensetzung; er erzielte eine Maffe, die sich nach dem Trocknen leicht entzündete. Wer begreift wohl jetzt die freudige Erregung, welche da» erste an der Wand seiner Zelle entzündete Holz in dem gefangenen Ent- decker Hervorrufen mußte! Wie sollte alle Welt sich freuen, ein so billiges, sicheres und leicht transportables Feuerzeug zu erhalten. Doch der Undank der Welt und vor allem feiner eigenen BaterlandSgevoffen hat auch diesen Erfinder schwer getrosten. Patentschutz existirte damals in Deutsch­land noch nicht, großes Capital stand Kammerer nicht zur Verfügung- trotzdem arbeitete er, nachdem er in seine Vater« stadt zurückgekehrt war, und obschon bald Concurrenten auf. tauchten, rüstig weiter, btS ein harter Schlag alle seine Hoff­nungen vernichtete. Im Jahre 1835 wurden die Reibzünd- hölzer .ihrer Feuergefährlichkeit wegen" in fast allen deut, schen Staaten verboten. Nun benutzten fremde Speculanteu die Gelegenheit, die deutsche Erfindung auSznbeuten, und erst

nachdem alle übrigen Staaten die Fabrikation fretgabeu, mußte diese auch in Deutschland zugelaffen werden. Kammerer starb gebrochen im Jrrevhause seiner Vaterstadt Im Jahre 1857,

Die Nachkommen der Königin vittrria. Die .Time»" stellen folgende Tabelle über die Nachkommenschaft der Königin von England auf. Königin Victoria hätte darnach inSgesammt 79 Kinder, Enkel und Urenkel und zwar 9 Sinder, 40 Enkel und 30 Urenkel- davon sind noch 7 Kinder, 33 Enkel und sammtliche Urenkel am Leben- unter den letzteren find 19 Knaben und 11 Mädchen- der Abstammung nach sind von den Urenkeln:

5 Enkel de» Prinzen von Wale»,

17 der Kaiserin Friedrich,

8 . der verstorbenen Prinzessin Alice,

3 . deS Herzog» von Sachsen Coburg-Gotha.

Die Summe ergiebt 33 anstatt 30 Urenkel, weil unter ihnen zwei zugleich Enkel der Kaiserin Friedrich und der Prinzessin Alice, einer Enkel der Herzog» von Coburg und der Prinzessin Alice ist.

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