wurde« wegen roher Sachbeschädigung jeder zu eine« Jahr vefLngniß verurthetlt.
• Berlin, 16. Mat. Eine für kaufmännische Kreise in- tereffante Klage wegen unlauteren Wettbewerbs Hst kürzlich das hiesige Schöffengericht beschäftigt. Der Fabri- kant künstlicher Blumen, Blairon, hatte gegen den Kaufmann Jausou in Firma Hamburger Engro-Lager A. Jandorf u. Lo. Klage angestrengt wegen folgenden ThatbestandS: Der Angeklagte hatte in den Schaufenstern feines Geschäfts fast einen Monat hindurch Placate angebracht, auf welchen mit großen Buchstaben augezeigt war, daß ein Dutzend Veilchen 1 Pfennig koste. Nun kostet die Herstellung künstlicher Veilchen schon 2 Pfg. pro Dutzend, Jandorf selbst hat für die Veilchen seinen Lieferanten auch diesen Preis bezahlen müssen. Der Angeklagte behauptete nun zwar mit Recht, daß ihm Niemand verwehren könne, seine Waare zur Hälfte des Einkaufspreises zu verkaufen- der Prtvatkläger behauptete aber, daß der Angeklagte in diesem Falle gar nicht die Absicht hatte, wirklich zu diesem Preise zu verkaufen, sondern die billige PretSavkündigung nur als Mittel benutzen wollte, um Säufer für andere Sachen anzulocken. Der billige Preis der Veilchen zog denn auch viele Kauflustige heran. Der Angeklagte soll nun aber höchstens 12 Dutzend, d. h. ein Gros zu dem angezeigten Preise von 12 Psg. verkauft haben- verlangte dagegen Jemand 15 Dtzd., so wurde die Waare nicht zu dem angezeigten Preise, sondern zu dem Preise von 25 Pfg. abgelassen. Ebenso sollen Leute, die Vormittags 1 Gros für 12 Pfg. gekauft hatten, zurückgewiesen worden sein, wenn sie am Nachmittage wieder ein GroS für denselben Preis verlangten. In diesem Verfahren liege ein Verstoß gegen § 4 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes. Der Angeklagte habe in der Absicht, den Anschein eines besonder- günstigen Angebot- Hervorzurusen, in Mittheilungen, welche für einen größeren Kreis von Personen bestimmt find, bezw. fn einer öffentlichen Bekanntmachung über die Preis- bemeffuug von Maaren wissentlich unwahre und zur Irreführung geeignete Angaben thatsächlicher Art gemacht. Wenn ein Kaufmann im Schaufenster Preise für Maaren ankündige, so gelte eS als selbstverständlich, daß er jede- verlangte Quantum zu diesem Preise verkaufe. In der Verhandlung wurde au-geführt, daß durch da- Verfahren des Beschuldigten der ganze Zweig der Fabrikation künstlicher Blumen schwer geschädigt worden sei. Sowohl die EngroS-, wie die Detail- Kunden wollten die üblichen Preise nicht mehr bewilligen, und infolge der Preisankündigung des Angeklagten hätten auch andere große Waarenhäuser den Preis für künstliche Veilchen auf 12 Pfg. pro GroS ermäßigen müssen. Diese
hätten aber im Gegensatz zu dem Beschuldigten wirklich jedes gewünschte Quantum zu diesem Preise verkauft. Auf Grund der Beweisaufnahme und deS Gutachtens des gerichtlichen Sachverständigen, Blumenfabrikaut F. LouiS, welcher bekundete, daß der dem reellen Blumenverkäufer zugefügte Schaden ein sehr bedeutender ist, und der Prtvatkläger zu den am meisten Geschädigten gehört, erachtete der Gerichtshof den Beschuldigten des Vergehens gegen § 4 des Gesetzes zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs schuldig und der- urtheilte ihn zu einer Geldstrafe von 100 Mk.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Corl LooS und I. M. Schulhof.
Bremen,', 15 Mai. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Prinz-Regent Luitpold, Capitän H. Walter, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyor- angekommen.
Bremen, 15. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Aachen, Capitän H. HaShagen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 5 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Baltimore »«gekommen.
Unterhaltungen in Bad-Nauheim.
Die Kurcapelle spielt täglich Morgens von 7 7, bis 8 Vs Uhr an dem Kurbrunnen, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr auf der Terrasse, bei weniger als 10° R. Wärme im großen Spetsesaale des Kurhauses.
DienStag den 18. Mat, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Mittwoch den 19. Mat, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Ein Rabenvater. Donnerstag den 20. Mat: Wie Dienstag. (Solistenconcert.) Freitag den 21. Mai, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kuicapelle. Der Stabstrompeter. Samstag den 22. Mat, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Die Anna-Liese. Vorläufige Anzeige: Sonntag den 22. Mat, Nachmittags von 47, bis 7 und von 8 bis 87, Uhr: Doppelconcert des 60 Mann starken Männergesangvereins Germania aus Griesheim a. M und der Kurcapelle.
-pichln Str «nüchta Fratftrter LtNtttzrrtn.
Opernhaus.
Dienstag den 18. Mat: Der Ring des Nibelungen. Zweiter Tag: Siegfried. Mittwoch den 19. Mai geschlossen. Donnerstag den 20. Mai: Der Ring deS Nibelungen. Dritter Tag: Götterdämmerung. Freitag den 21. Mai: Die Königskinder. Samstag den 22. Mat: Tristan und Isolde. Sonntag den 23. Mai: Nachtlager. Bajazzo. Montaa den 24. Mat geschlossen. Dienstag den 25. Mai. Die lustigen Weiber. Mittwoch den 26. Mai: Die Meistersinger.
Schauspiel-«»-.
DienStag den 18. Mai: Madame Mongodin. Mittwoch den 19. Mai: Bocksprünge. Donnerstag den 20. Mai: Di« ver- ssunkene Glocke. Frettag den 21. Mai: Die offtctelle Frau. SamStag den 22. Mai: Der Raub der Sabinertnnen. Sonntag dm 23.Mai: Der Raub der Sabinertnnen. Montag dm 24. Mai: Madame Mongodtn.
Brodpreise
vom 16. Mai bis 30. Mai 1897.
Der hiesige« Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod......27 Pfg.
2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod......54 ,
1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrot»......25 ,
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot»......50 ,
1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot»......23 „
2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod.....46 „
3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod......69 ,
Der auswärtigen Bäcker.
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrot» bet L. Schmidt, Gr. Linden 42 „
L. Steinmauer, Gr.-Lindm 42 „ W. Stetnmüller v. L.-GönS, 42 „ G. Jacoby v. Altm-Buseck 44 Ps W. Weitzel von Lang-GönS 46 „ Aug. Deibel von Wieseck 50 „ Wtlh. Fabel von Wieseck 50 „
2 Kg. f4 Psd.) Schwarzbrod bet L. Schmidt, Gr.-Lindm 40 „ L. Steinmaller, Gr.-Lindm 40 „ Joh. Kd. Belte o. Kirch-GönS 40 „ W. Weitzel von Lang-Göns 42 „
3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei Ernst Christ von Wieseck 66 „ W. Fabel von Wieseck 66 , Der Brodverkänfer.
Dieselben Preise wie bei dm hiesigen Bäckern. Gießen, den 15. Mai 1897.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.
Verkehr, fxmfc* tmfc Vokk»wi^thschaft
Gründers, 15. Mai. Fruchtpretfe. Weizen X\ 16.00, Korn X 13,76, Gerste X 14,00, Hafer X 13,52, Erbsm X 19,00, Linsen X 66,00, Wicken X 00,00, Lein X 00.00, Kartoffeln X 5,72, Samen X 00,00,
Fonlard-Seide 95 Pf- chinesische rc. in den neuestm DesstnS u.Farbm, sowie schwarze, weiße imb farbige Henneberg Seid« von 60 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. - glatt, gestreift, karrtrt, gee mustert, Damaste rc. (ca. 240 verfch. Qual, und 2000 versch. Farbm, Dessins rc.). Porto- und steuerfrei Ins Haus. Muster umgehend. Durchschnitt!. Lager: ca. 2 MIL Meter. 16
Seiden-Fabriken G. Henneberg (k. k. Ho«.), Zürich.
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Grundkapital (Voll begeben) 9,000,000 Mark
Baar-Einzahlung..... 1,800,000 Mark
Augefammelte Reserven . . 1,922,892 Mark
Einnahme an Prämien, Kosten
n. Zinsen im Jahre 1896 1,884,557 Mark
Wirksamkeit der Gesellschaft seit 1854:
Gesammt Versicherungs-Summe 5,821,806,861 Mark Gesammt-Entschädiguugs Summe 41,077,119 Mark Oesammtzahl der abgeschl. Policen 786,742 Stück Gesammtzahl der vergüteten Schäden 88,078 Stück
Die Gesellschaft versichert Boden-Erzeugnisse aller Art, sowie Glasscheiben gegen Hagelschaden zu billigen, fesie« Prämien, wobei Nachschußzahlungen ««bedingt ausOeschwsie« sind.
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Für die Ehefrau des Johannes Schneider, Anna Katharina geborene Peter von Mainzlar, geboren am 28. März 1807, als Tochter der Johannes Peter und der Katharina geborene Strack, lange Jahre unbekannt wo, abwesend, wird bei dem unterzeichneten Amtsgericht eine jetzt 147,77 Mk. betragende Sparkasseneinlage curatorisch verwaltet.
Auf Antrag des Wilhelm Damm I. von Reiskirchen werden diese oder etwaige Leibeserben derselben, sowie alle sonstigen Personen, die Ansprüche an das fragliche Vermögen bllden zu können glauben, aufgefordert, sich bezw. ihre Ansprüche und Rechte spätestens im Aufgebotstermin,
Montag, den 20. September 1897, Borm. 9 Uhr, bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden, widrigenfalls die Ehefrau des Johannes Schneider für todt erklärt und das fragliche Vermögen den gemeldeten und dem Gericht bekannten nächsten Erbberechtigten überwiesen werden wird.
Gießen, den 12. Mai 1897.
Großherzogliches Amtsgericht.
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Xj 9 Uhr pünkUich.
Monatsversammlung.
Tagesordnung: Vortrag deS Herrn Prof. Dr. Hansen über: Die Flora der Alpen.
1. Moseltour r Sonntag, den 23. und Montag, den 24. Mai. Abfahrt Samstag, den 22. Mai, Abends S68 Uhr. Alles Nähere beim Kassier Fr. Kühn, Seltersweg 36, zu erfahren.4897
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4821] ein Schreinergeselle und ein Lehrling sofort gesucht von
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