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Ni-. 163 Zweites Blatt. Donnerstag den 15 Juli
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Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
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Feuilleton.
Herr Rentier Mmmelmsnn.
Humoreske von Fr. Thieme.
(Fortsetzung.)
Trotzdem zeitigte drr Vorfall eia wenig augenehme» Nachsptel. Ich wurde die geschwätzige Frau nun nicht wieder tos. Sie gab mir unaufgesordert ihre ausführliche Biographie und die LebenSbeschretbuugen ihrer sämmtlicheu ASceudeuten und DeSceudenten noch obendrein. So erfuhr ich unter Anderm, daß der dicke alte Herr der Rentier Murmelmann aus Erfurt fei, daß ihm der Arzt anbefohlen habe, viel zu gehen, um sich einige fünfzig Pfund leichter zu machen, und daß sie ihn heute zum ersten Male soweit ge« bracht hätte, fich an einer Spazierfahrt nach Jena zu beteiligen. „Sie können fich nicht denken, was es für Mühe gekostet, ihn so früh den Federn zu entreißen, und," fügte fie leiser hinzu, als fie fich überzeugt, daß Murmel» manu den Schlaf der Gerechten schlief, „ich will» Ihnen nur gestehen: ich habe einen schlauen Plan entworfen. Mein Mann kennt die Gegend nicht, ich aber desto besser. Nun will ich ihn so führen, daß er laufen muß wie ein Schoten« dieb, immer unter dem Vorgeben, daß wir uns verirrt hätten unb kein Restaurant in der Nähe fei. Der soll mir schon rtamal gehörig schwitzen," meinte fie pfiffig lächelnd.
Im selben Augenblick verwandelte fich jedoch ihre heitere Miene in einen Ausdruck des Entsetzens.
„Ach HerrjeseS, der neue Anzug brennt," rief fie jammernd.
Rasch griff ich zu und entfernte den verhängnißvollen Glimmstengel, welcher ein wenig angenehmes Andenken in Gestalt einer beinahe haselnußgroßen, kreisrunden Oeffnung tu den Beinkleidern des Schläfers zurückgelaffen hatte, von seinem ungehörigen Ruheplätzchen. Die Dame, das Deficit pewahrend, erhob ein lautes Lamento, der Rentier aber, von ihr mühsam ermuntert, betrachtete fich die Brandstätte durch seine Brille hindurch mit erstaunlicher Gleichgiltigkeit, als
ginge ihn die Sache nicht das Geringste an, und fragte dann gutmüthig, weßhalb fie ihn eigentlich geweckt habe.
„Du sollst die schöne Gegend ein wenig genießen," antwortete schmollend Frau Murmelmann.
„Ach was, Gegend. Mir find alle Gegenden egal. Wenn man um halb vier aufstehen maß und noch nüchtern ist — puh! Ich friere wie ein Mops! Wenn ich nur wenigsten- eine Taffe Kaffee hätte."
„Na, gedulde Dich bis Weimar, da frühstücken wir," tröstete die im Grunde äußerst gutmüthige Gattin ihren Mann. „Und was ich Dir noch sagen will, Gottsried. Wenn wir, waS sehr leicht möglich ist, mit vornehmer Gesellschaft zusammeogerathen, so mußt Du Dich um Deiner Tochter willen anftellen, al- wenn Du recht gebildet wärst. DaS Mädchen ist sehr gebildet und darf nicht blamirt werden. Vor Allem mußt Du Dich für die schöne Gegend interesfiren, mußt bei besonders geeigneten Stellen einige bewundernde Worte hören lassen — hörst Du?"
„Hm, ja," ächzte Murmelmann, der schon wieder den Kopf auf die Brust finken ließ.
„Ich werde Dich allemal am Rock zupfen, wenn eine Veranlassung ist, verstanden?•
„Gewiß, liebe Lina!"
„Weimar," rief ich, auf einen Häuserhaufen deutend, der eben vor unseren Blicken auftauchte.
Frau Murmelmann hatte noch nicht den rechten Fuß auS dem Coups ihrem linken nachgezogen, al- fie bereitwieder ihre schrille Stimme zum Zwecke der Citation ihrer verlorenen Tochter erhob. Murmelmann dagegen folgte mir, ohne rechts und links zu schauen, in den Wartesaal, wo er sofort laut und eifrig nach dem Kellner zu rufen begann.
Minute auf Minute verstrich, Niemand erschien. Immer ungeduldiger rückte der Dicke auf seinem Stuhle hin und her.
„Sie beunruhigen fich gewiß über daS Ausbleiben Ihrer Frau Gemahlin und Fräulein Tochter?"
„Gott bewahre. Aber wo der Kellner so lange bleibt, möchte ich wissen."
„Nun, wir haben ja Zeit bi- sechs Uhr —"
„Ach was, bi- dahin sterbe ich vor Hunger und Durst. Bon allen Zuständen in der Welt ist mir derjenige deS
Nüchternseins am unerträglichsten. So lange ich nichts im Magen habe, friere ich."
Der Kellner kam endlich herbei und nahm die Bestellung entgegen. Doch diesen feierlichen Act und den Augenblick der Befriedigung unserer Wünsche trennte ein weiter, schier endloser Zwischenraum. Der frühen Stunde wegen war nur ein einziger Kellner „vorräthig", der nicht nur die Wünsche der zahlreichen Fahrgäste anzuhören und auSzusühren, sondern auch den Kaffee höchsteigenhändig zu bereiten hatte. Eine harte Geduldsprobe für den starken Herrn!
Ich hätte nie geglaubt, daß er überhaupt Galle besäße, aber e- bekundete fich innerhalb der nächsten halben Stunde eine reichliche Dosis dieses edlen Stoffes. Allerdings be durfte es bedeutsamer Einflüsse, ihn zu mobilifiren. Ein neue- Bereiusgesetz oder ein lumpiger Krieg hätten Herrn Murmelmann vollständig kalt gelassen. Aber daß sein Früh« stück eine halbe Stunde länger auSblieb — man denke — daS ist ein Ereigniß, welches einen ehrbaren Spießbürger zur Verzweiflung bringen kann.
Ich muß indessen zu seinem Ruhme gestehen, sein seelische- Gleichgewicht war unverzüglich wieder hergestellt, al- das Frühstück erschien- seinetwegen mochten sich nun die Völker und Monarchen die Köpfe über die sociale und die orientalische Frage zerbrechen, er war mit allem zufrieden, sofern nur das Scatspiel nicht polizeilich verboten wurde. Und wie er essen und trinken konnte. Eine Semmel nach der andern verschwand in der weiten Oeffnung seines feisten Gesichts, nichts störte ihn in seiner edlen Beschäftigung, auch nicht der Eintritt von Frau und Tochter, die fich beide draußen gefunden hatten und fich endlich — nach einem Intermezzo von der üblichen Länge — veranlaßt durch die Begegnung mit einer Nachbar- familie — im Bannkreis der väterlichen Fürsorge wieder einstellten.
„Hier ist ja Papa —"
Ich hörte sofort am Klange der Silberstimme, daß fie es war, obgleich ich noch niemals ihrer Lippen Laut vernommen hatte. Gertrud, das ängstlich gesuchte Kind Murmrl- manns, war mein Engel vom Perron.
(Schluß folgt.)
sehen werden.
Spar- u. Leihkaffe zu Lang-Göns,
eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht.
1887
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Montag den 19. d. M, Nachm 2 Uhr, werben Westanlage Nr. 4 (eine Treppe hoch) folgende Mobilar« gegenstände gegen baar versteigert:
1 feines Kaffeeservice mit 12 Tassen, Weingläser, Küchengeschirr und dergl., 1 Standuhr, 1 gold. Damenuhr, Sopha u. Stühle (braun Damast), 1 Secretair, 1 zweithür., desgl. 1 einthüriger Kleiderschrank, Bilder, Nähtisch, Singernähmaschine. 2 Betten, Wasch und Nachttisch mit Marmorplatte, mehrere Tische, 1 Corn- mode, Spiegel, ein großer Teppich u. dgl. m.
Porzellan und Uhren werden zuerst vorgenommen.
Die Gegenstände können täglich Nachmittags von 5—7 Uhr einge.
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zur
35. ordentlichen Generalversammlung
welche
Sonntag den 25. Juli d. I, Nachmittags 3 Uhr, Dem Saale des Wirths Konrad Brückel IX. hier abgehalten wer«
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6668 Im Auftrag: Schneider, Taxator.
Pffichtseucrwehr.
Hebung sämmtlicher Botten
Montag den 19. Juli, Abends 8*/r Uhr,' auf Oswaldsgarten
Gießen, den 14. Juli 1897. 6719
Der Branddirektor: Traber.
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•in soll. Die Genossenschafter werden hierzu eingeladen und um recht zahlreiches Erscheinen ersucht.
Tagesordnung: 1) Mittheilung der Jahresrechnung für 1896 und Geschäftsbilanz. 2) Beschlußfassung über Bertheilung deS Geschäfts- gklvinns und dem Vorstand zu ertheilende Decharge. 3) ErgänzungSwahl des AufsichtsratheS.
Lang-Göns, am 12. Juli 1897. 6716
Der Vorstand der Spar- und Leihkasse zu Laug-Göus, e. G. m. u. H.
A. Henrich, Director.
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