Ausgabe 
15.6.1897 Erstes Blatt
 
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* Provinzial-AnSschußsihung. Am Samstag fand eine öffentliche Sitzung des Provinzial-AusschusseS statt. ES wurde verhandelt 1. über die Klage deS Ort-arme n- verbandeö Salzwedel gegen den OrtSarmenver- band Romrod, spectell wegen den in der Sache erwachsenen Kosten. Der Tischler Max Damke wurde auf Kosten der Stadt Salzwedel in der Klinik zu Marburg verpflegt. Salz­wedel hielt den OrtSarmenverband RSmrod für ersatzpflichtig und da dieser nicht zahlte, klagte erstere den Betrag ein. Später wurde die Klage zurückgezogen, Salzwedel aber weigerte fich, einen Thetl der entstandenen Kosten zu zahlen, da die Reise deS Bürgermeisters von Romrod nach Gießen zur Jnstrutruog eines Anwaltes nicht uöthig gewesen sei. Dies hätte schriftlich geschehen können und die Portokosten habe der Beklagte zu tragen. In der Verhandlung machte der Vertreter des Beklagten, Rechtsanwalt Grünewald, geltend, daß im vorliegenden Falle die hefftschen Gesetze zu gelten hätten, wonach der Kläger alle Kosten zu tragen habe, und daß die Reise deS Bürgermeisters nothweudig gewesen fei. Der Provinzial-AuSschuß verurtheilte hierauf den klagen« den Atmenverband zur Zahlung aller liquidirteu Kosten und in die Kosten der Verhandlung, auch hat derselbe noch 5 Mk. Averfionalvergütung an die Provtnzialkaffe zu bezahlen. 2. Der tu Groß.Eichen bestehende Consum-Berein hatte um die Erlaubntß zum Ausschänken von Bier, Obst« wein und Branntwein uachgesucht, erhielt jedoch vom KreiS- auSschuß zu Schotten nur die Erlaubniß zum Verzapfen von Bier und Obstwein, während für Branntwein die Bedürfniß- frage verneint wurde. Rechtsanwalt Holzapfel legte Namens deS ConsnmvereinS bezw. dessen Lagerhalters Müller Be­rufung hiergegen ein und bemerkte in der öffentlichen Sitzung, daß der Verein schon viele Jahre bestehe und seit langer Zeit Branntwein verkaufe, daß eS sich nicht um ein neues Gewerbe, auch nicht um einen offenen Ausschank handle, da nur die DereinSmitglieder ihren Brauntweinbedarf decken könnten, daß durch die langjährige Verabreichung des Ge­tränkes das Bedürfniß als vorhanden nachgewtesen sei und daß die ConceffiooSoachsuchung nur auf neueren gesetzlichen Bestimmungen beruhe. Der Provinzial-Ausschuß har das Bedürsntß zum Branntweinausschank im vorliegenden Fall als bestehend angenommen und den diesbezüglichen abweisen­den Thetl des KreiSauSschuß-ErkenntniffeS von Schotten auf­gehoben. 3. Die Stadt Frankfurt klagte gegen die Stadt Gießen wegen Ersatz gezahlter Unterstützung für die Ehefrau des in Gießen wohnenden Heinrich Kempf. Die Stadt Gießen ist durch Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch vertreten. Die Ehefrau Kempf wohnt seit 1890 in Frankfurt, sie ist jetzt nur theilweise erwerbsfähig und muß unterstützt werden. Frankfurt hält Gießen für ersatzpflichtig, da der Ehemann in Gießen wohnt, dort seinen UnterstützungSwohufitz hat und das Getrenntleben der Frau von ihrem Manne ein unbe­fugtes sei. Die Ehefrau gibt in der Verhandlung au, sie sei von ihrem Manne, der mit anderen Frauenzimmern Ver­kehr unterhalte, oft arg mißhandelt und unter vier Augen «it Umbringen bedroht worden, hierdurch sei sie zum Abzug nach Frankfurt gezwungen gewesen. Der Ehemann leugnet die arge Mißhandlung, gibt aber zu, die Frau öfter geohr- feigt zu haben. Die Verhandlung wurde vertagt und be- schloffen, zur nächsten Sitzung wettere Zeugen zu laden.

4* Büdingen, 13. Juni. Von angenehmer Witterung begünstigt, waren am 10. und 11. Juni in unserer festlich geschmückten Stadt viele ehemalige Schüler des hiesigen Gymnasiums versammelt, um in gemüthlicher Weise mit alten und jungen Kameraden fröhliche Stunden in dem lieben Büdingen zu verleben, welches längere oder kürzere Zeit ihnen eine Heimstätte gewesen ist. Am Donnerstag Mittag fanden fich die früheren Ghmnafiasteu in dem hübsch deco- rirten RathhauSsaale zu dem Fefteffen ein, woselbst fie von Herrn Dr. Oßwald herzlich begrüßt wurden, worauf Herr Prälat Dr. Habicht den Vorsitz übernahm. Während der Mittagstafel brachte zunächst Se. Durchlaucht Erbprinz Wolfgang zu Ulenburg-Büdingen ein begeistert aufgenom- »enes Hoch aus auf Kaiser und Reich sowie auf unfern Landesherrn. In verschiedenen wetteren Toasten wurden die hiesige Fürstenfamilte, die Büdinger Einwohner, die Damen und der Festausschuß gefeiert. Auch sandte daS Festcomitv Namens der Versammlung eine WtdmungSdepesche an Se. Kgl. Hoheit den Großherzog, worauf die Thetlnehmer einen Spaziergang nach dem Hain unternahmen. Der am Abend 8 Uhr begonnene FestcommerS verlief in der denkbar glänzendsten Weise. Hierbei wurden von dem hiesigen Kirchen- gefangveretn das von Herrn Decan Briegleb verfaßte Festlied, sowie von GesangSchören noch andere hübsche Lieder zum allseitigen Beifall vorgetragen. Unter den etngelaufenen Telegrammen befand sich auch eine huldvolle Antwort-Depesche Sr. Kgl. Hoheit deS Großherzogs. Bei mannigfachen Toasten und Vorträgen nahm der Commers gegen Morgen sein Ende. DeS andern Bor- und Nachmittags wurden hübsche Spaziergänge über den wilden Stein rc., sowie in den Thier- garten unternommen, worauf die Teilnehmer allmählig, be­gleitet von unseren besten Wünschen, die Rückreise antraten io dem Bewußtsein, recht vergnügte Stunden dahier verlebt zu haben.

A Mainz, 13. Juni. In der letzten Sitzung des Kreistages des Kreises Mainz wurde auf Antrag deS Herrn Dr. Mafferell die Errichtung einer Irrenanstalt io Rheinheffrn beschloffen. Der anwesende Regierungsvertreter sprach fich gegen den Antrag aus und zwar mit dem Hin- weis, daß Oberheffeo auch eine solche Anstalt entbehre. Unterstützt von den Abgeordneten Dr. Schmitt und Dr. Reioach wie- dagegen der Antragsteller auf die Noth- weodigkett einer solchen Anstalt in oder in nächster Nähe von Mainz hin, indem daS heutige Erwerbsleben leider eine ständige Vermehrung der Geisteskranken mit fich bringe und eine große Gefahr darin liege, daß die von Jrrfein befallenen Kranken nicht rasch genug in eine geeignete Heilanstalt ver­bracht werden köonten. Seitens der Regierung ist den

Stäudeu eioe Vorlage um Errichtung eines Neubaues für die hiesige Entbindungsanstalt gemacht worden. Der Neubau, der guS sanitären Jmereffeo dringend oothwendig erscheint, ist zu 494,000 Mk. veranschlagt, von welcher Summe 200,000 Mk. durch den Erlös aus dem Verkauf der gegenwärtigen Anstalt gedeckt werden. Die Stadt Mainz ist gewillt, daS Gelände der jetzigen Anstalt zu dem angegebenen Preis zu übernehmen und hat sich ferner bereit erklärt, daS erforderliche Bauterrain in der Neustadt dem Staate unentgeltlich zu beschaffen.

Schwurgericht.

W. Gießen, den 14. Juni 1897.

Der Vorsitzende, Herr LandgerichtSrath Dornseiff, er­öffnete um 9 Uhr Bormutags ote diesmalige Tagung des Schwurgericht« für die Provinz Oberheffen. Es wird in die Verhandlung gegen den ehemaligen StationSasfisteuten Wilhelm Gustav Mende auS Freiburg an der Unstruth, zuletzt in Vilbel wohnhaft, wegen Verbrechens im Amt, etn- getreten. Die Anklage vertritt Herr Staatsanwalt Zimmer­mann, die Bertheidiguog liegt in den Hängen des Herrn Justizrath Bai st. Der Angeklagte, welcher fich nicht in Haft befindet, ist 46 Jahre alt, verheirathet, Vater von 4 Kindern und nicht bestraft. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er vom Januar bis März ds. IS. für 250 Mk. Monatsfahrkarten verausgabt, den Betrag der­selben unterschlagen und unterlaffeu hat, diese Einnahmeposten in die zur Controle dienenden Bücher und Register einzu- tragen. Verbrechen aus § 350, 351 d. R.-Str.-G.-B. Der Angeklagte erklärt, dem Staat mit seiner Mtlitärzeit, er hat auch die Kriege mitgemacht, 30 Jahre gedient zu haben, sei im Besitz des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Milttär- Verdienstaußzrichnung 2. Klaffe. Sein Einkommen habe auS 2116 Mk. bestanden. Krankheit in der Familie habe ihn in eine gewisse Nothlage gebracht und um drängende Gläubiger zu befriedigen, habe er die io der Stationskaffe fehlenden Beträge hinterzogen, er habe aber die Absicht ge­habt, den Betrag der zurückbehaltenen Summe am ersten April, wo er sein Gehalt bekommen hätte, wieder in die Kaffe zu legen, da habe am 15. März eine Revision tu Vilbel stattgefunden. Der Angeklagte hat am Tage der Revision den Fehlbetrag ersetzt, so daß der EtsenbahnfiScuS keinen Nachtheil erlitten hat. Die Aussagen der Zeugen, Stationsvorsteher Mierse und Beigeordneter Kalbhenn (Vilbel) lauten in Bezug auf den Lebenswandel des An­geklagten günstig.

Herr Staatsanwalt Zimmermann plaidirt für Bejahung der Schuldfrage, aber der Angeklagte habe fich in einer Noth. läge befunden und verdiene nicht ins Zuchthaus zu kommen, er bitte, auch die Frage nach mildernden Umständen zu bejahen.

Herr Justizrath Batst wetst darauf hin, daß, wenn die Geschworenen der Ansicht find, der Angeklagte habe den aus der Kaffe entnommenen Betrag bei GehaltSempfang zurück decken wollen, dann mögen fie ihn freisprechen, er schließe fich im andern Fall dem, was der Herr Staatsanwalt gesagt, an, ins Zuchthaus gehöre der Mensch, der bis jetzt ohne Fehl gelebt, nicht. ES fei daS Vorltegen mildernder Umstände zu bejahen.

Der Wahrspruch der Geschworenen lautet schuldig deS Verbrechens im Amte unter Zubilligung mildernder Umstände.

Herr Staatsanwalt Zimmermann beantragt in Rück­ficht aus die Art, wie der Angeklagte gehandelt, auf neun Monate Gefängniß zu erkennen, von der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte wolle er abseheu. Der Vertheidiger bittet um die Erkennung der Mtutmalftrafe (6 Monate Ge­fängniß). Der Gerichtshof erkannte auf fieben Monate Gefängniß.

Dermifd>tcs.

P.A. Weilburg. 12. Juni. Unser, in den Tagen vom 20. bi« 22. Juni stattsindendes Schützenfest (daS achte Heffen-Naffauische Gaufeft) steht vor der Thür und find die einzelnen Festausschüsse eifrig bemübt, ein schönes Fest zu Stande zu bringen. Die Fest-, Concert- und Tanzmufik hat Herr Stabstrompeter Urbach in Hanau mit seinem Trowpeterchor, der Capelle des 6. UlanenregimenrS über­nommen. Der Gabeutempel wird reich und prachtvoll ge­schmückt erscheinen und find bereits viele kostbare Preise, darunter einer von Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog von Luxemburg und ein sehr werthvoller von Frau Baronin von Düngern hier, eingetroffen, andere find von Vereinen, Gönnern rc. angekündigt, die hiesigen Damen stifteten allein 19 Preise. Der Werth der Preise zusammen wird wohl 2000 Mark erreichen. Der Stoff zu einer besonderen Schützenfeftzeitung ist ein gut gewählter und reich ab­wechselnder. Der Festzug wird ein schöner und stattlicher werden und wir hoffen, da die Weilburger ja den Rus haben, schöne Feste zu veranstalten und zu feiern verstehen, daß auch jeden Gast unser Fest befriedigen wird. So gerüstet gehen wir frohgemuth unseren Feftttagen entgegen, hoffend, daß der Besuch des Festes von Alt und Jung, von Nah und Fern ein recht zahlreicher sein wird, da Weilburg an und für sich schon so viele Reize und Anziehungspunkte bietet. Ganz besonders hoffen wir auf den Besuch zahl­reicher Schützen, denen ja auch, der großen Zahl und der herrlichen Auswahl wegen, eine selten günstige Gelegenheit geboten wird, sich schöne Preise und Andenken an unser Weilburg und unser Schützenfest zu erwerben.

Der Norddentsche Lloyd tu Bremen wird neben seiner vorjährigen Verbindung nach Norderney in diese« Jahre auch seine früher unterhaltene Linie zwischen Bremerhaven und Helgoland wieder aufnehmeu. Der Norddeutsche Lloyd hat für seine Helgoländer Fahrt einen neuen Doppel- schraubendampfrrSeeadler" bauen laffen. Die Linie des Norddeutschen Lloyd nach Helgoland gehörte zu einer der be­liebtesten Verbindungen »it unsere« jungen Eilande und

dürfte auch in dieser Saison durch die Einstellung Ul neuen Dampfers sich rasch wieder neue Freunde gewinnen. Der Seeadler", 50 Mtr. lang, 8 Mtr breit und 4,6 Mtr. tief, ist ein, selbst für da« schwerste Wetter gebauter Seedampfer ersten Range«. DaS Schiff ist in gleicher Weise, wie die in der Fahrt nach Norderney beschäftigten DampferNajade" undLachS" mit allen Bequemlichkeiten, großem Promenaden­deck, oberen und unteren Salons u. f. w. auSgestattet und besitzt ungewöhnlich kräftige Maschinen von zusammen etwa 1000 Pferdekräfteu, womit daS Schiff eine Geschwindigkeit von ca. 15 Meilen pro Stunde erreichen soll. Ganz her. vorragend find die SicherheitSeinrichtuogen des Schiffes, außer einem Doppelboden find neun wasserdichte Querschotte vorhanden, sodaß bet diesem Dampfer in jeder Weise die denkbar größte Sicherheit geboten ist. Der DampferSee­adler" wird mit Beginn der Saison nach den Nordseebädern am 1. Juli seine täglichen Fahrten von Bremerhaven nach und von Helgoland aufuehmen.

* lieber die Quälereien der Retten- und Zughunde ver­öffentlicht der Berliner Thierschutzverein (zur Be­kämpfung der Massenthierquäiereien im deutschen Reich) soeben im Circular Nr. 136 eine für alle Huudebefitzer und Thttt- freuude intereffante Abhandlung. DaS Circular, welche« fich zur Bertheilung an BerwaltungSbeamte, Stadträthe, Stadt­verordnete, Geistliche, Ortsvorsteher, Lehrer, Redacteure, Landwirihe, Fuhrwerksbesitzer, Gastwirthe, Vorstände von Schlachthäusern und Schlächterinnungen vorzüglich eignet, ist zum Preise von 1 Pfg. per Stück, 150 Stück 1 Mk., 700 Stück 4 Mk. zu beziehen von der Geschäftsstelle de« Vereins, Berlin SW., Köutggrätzer Straße 108.

* Güstrow, 9. Juni. Der Schuhmachergeselle Albert Wiese aus Braunschweig, der vom Güstrower Schwur­gericht zum Tode verurtheilt wurde, weil er am 12. Novbr. 1895 den Schuhmachermeifter Hildebrandt in Buchholz er­mordet und beraubt hatte, wurde heute durch Scharfrichter Reindel aus Magdeburg hingerichtet.

* 15. Deutscher Malerbundestag, verbunden «it Fach Ausstellung, Nürnberg 22. biß 29. August. Wenn auch der Aumeldetermin für die Ausstellung erst am 1. Juli abläuft, so wäre doch überaus wünschenSwerth, vorher schon weitere Anmeldungen von Seiten der DecorationSmalrr, Fabrikanten und sonstigen Jntereffenren zu erhalten, um eineStheil« eine Ueberficht über den Umfang der Betheiligung zu gewinnen, anderntheilS aber auch den Wünschen hinsichtlich der Platzzutheiluug gerecht werden zu können. ES sei des- halb nochmals durch dieses eine dtrecte Aufforderung an alle betheiligteu Kreise gerichtet, um so mehr alS gerade durch Abhaltung von Fachausstellungen den Jntereffenten am besten Gelegenheit geboten ist, neue Geschäftsverbindungen anzu- knüpfen und daS Absatzgebiet zu erweitern. DaS Local- Comitö Nürnberg wird den weitestgehenden Wünschen Rechnung tragen und ist jeder Zeit gerne bereit, sachdienlichen Aufschluß zu ertheilen. Den Theilnehmern am Malertage werden, nach dem demnächst zu veröffentlichenden Festpro­gramme, schöne Tage in dem altehrwürdigen Nürnberg bevorstehen und wäre auch nach der Richtung hinsichtlich Be­schaffung von entsprechenden Quartieren eS höchst wünschenS­werth, recht bald Anmeldungen über die Thetlnahme am Bundestage zu erhalten. Alle Zuschriften wollen an 15. Deutschen MalerbundeStag Nürnberg" gerichtet werden.

* Pari«, 8. Juni. Was nicht alles im Gefolge dcS Bazarbrandes auftritt! Schon haben wir einen Gala- Trauerdtenst tu Notre-Dame, eine wüste Mönchspredigt, eine Ansprache be« Kammerpräfidenten und eine Interpellation im Uuterhause erlebt- neuerding« kommt dazu eine Heraus forderuug. Der Umweg, den diese Herausforderung macht, ist höchst lehrreich. Ihre Wiege scheint im heurigen Salon deS MarSfeldks zu stehen- dort hängt ein Ponait BoldtniS, das einen Herrn darstellt, der in die Betrachtung des Jaspisknopfs seine« SpazierstockeS vertieft ist. Zweite Stufe: Bet dem Bazarbrande wurden angeblich viele Dam-n von Herren der höheren Gesellschaft mit ihren Spozterstöcl:n bearbeitet. Dritte Stufe: In einer Sammlung, welche bei der Baronin L. ausgestellt war, befand fich ein Spazterstock. Vierte Stufe: Henri de Regnier tauscht mit seiner Fran uod seiner Schwägern Bemerkungen au«, die in dem Satze gipfelten, daß besagter Spazterstock wohl da« Muster für alle Stöcke abgeben könnte, die bei zukünftigen Bazarbränden verwandt würden. Fünfte Stufe: Der anwesende M. de MonteSquiou fühlt fich getroffen, verbeißt aber seinen In- grimm und schickt dafür dem H. de Regnier seine Kartell­träger zu. Natürlich will dieser von der Geschichte nicht« wiffen und die Kartellträger ziehen fich zurück- da aber MonteSquiou darob seinen Gegner der Feigheit zeiht, schickt ihm Regnier seinerseits Kartellträger auf den Hal«, so daß der Zweikamps unvermeidlich erscheint.

Sin eigenartiger musikalischer Wettstreit findet am 27. Juni in der belgischen Stadt Mecheln statt. DaS Glockenläuten ist eine Kunst geworden und jede größere bel­gische Stadt setzt eine Ehre darein, einen tüchtigen Glocken­läuter zu befitzen. Die Stadt Mecheln hat jetzt einen großen Wettbewerb ausgeschrieben. Vierzehn belgische und ein holländischer Glockenläuter nehmen an diesem Wettstreit Theil. Zu Ehren der Thetlnehmer an dem Wettstreite wird der Mechelner Glockenläuter Denhn, ein Meister in seinem Fache, ein Concert mit dem Glockenspiel mit Begleitung thebauischer Trompeten veranstalten.

Die Spielplätze für die Schulkinder mtf bei Dach bet Schulgebäude ja verlegen, hat man in Ne w-Uork und ver­schiedenen anderen amertkauischen Städten begonnen, da Grund und Boden zu werthvoll geworden find. In der Stadt NewUork und in East-Newark find Schulgebäude tu dieser Art eingerichtet worden. Man hat dadurch mehr Raum für den Spielplatz gewonnen, als auf ebener Erde zur Verfügung stand. Hohe eiserne Gitter beschützen die Zinnen de« Dache«. Auf diesen Spielplätzen find Tennis-Spiele, Fußballplatten und andere Ausstattungen für Spiele im Freien angebracht.