geblieben find. Zudem besteht auch das Minimum über der Ostsee fort und scheint noch weiter ostwärts vorzudringen. Voraussichtliche Witterung: Kühl und unbeständig mit zeitweisen Niederschlagen.
D. Oppenheim a. Rh., 12. Mai. Am 22. und 23. d. M. -findet dahier der Delegirtentag der Kriegerkame- radschäft „Hassia" statt. Nach dem Programm wird am Samstag den 22., Nachmittags, im Hotel „Zum Ritter" eine Präsidialfitzung abgehalteu, der am Abend ein Bier- vommerS mit Loncert in der Gartenreftauration zum „Felsenberg" folgt. — Sonntag den 23., Vormittags von 8 Uhr an, findet im Hotel „Zum Ritter" Prüfung der Legitimationen und Auszahlung der Bonificationen statt. Im gleichen Locale beginnt um 10 Uhr die Sitzung der Deleglrten. Nach Schluß der Verhandlungen findet das gemeiuschaftliche Bankett in SchwibingerS Weinrestaurant statt. Preis des Couverts Mk. 2.50 ohne Wein. Von Nachmittags 4 Uhr an wird die bei der Festlichkeit mitwirkende 118er Capelle in der WirthschaftShalle bei den Anlagen der „Laudskrone" concer- tlren. Zu den sämmtltchen Veranstaltungen, mit Ausnahme der Präfidialsitzuog, ist allen Hasstamttgliedern und Freunden deS Verbands der Zutritt gerne gestattet. Für gute Unterkunft der Herren Delegirten wird ein WohnungSauSschuß in bester Weise Sorge tragen, wie überhaupt die Stadt Oppen- beim, welche berettS am 18. December 1878 die Ehre hatte, fate Hasfiadelegirten in ihren Mauern zu begrüßen, und deren Gastfreundschaft ja genügend bekaunt ist, eine Ehre darein setzen wird, die Festtheilnehmer in jeder Werfe zu befriedigen.
* Die weiblichen Verlraueulperfoueu der BreSlauer social- demokratischen, Partei Alice Geiser, geb. Liebknecht und Ida Kaiser, angeklagt der Fortsetzung eines 1892 gerichtlich geschlossenen Vereins, der Aufnahme von Frauen in diesen und der Verbindung mit dem Männerverein, wurden zu je 100 Mk. Geldstrafe verurtheilt; der Verein wurde Aufgelöst.
• Görlitz, 10. Mai. ES besteht die Absicht, auf dem Schlachtfrlde von Weißenburg an der Stelle, wo das erste französische Geschütz, das durch Bestimmung Kaiser Wilhelms I. in daS Sigenthum der Stadt Görlitz übergegangen ist, durch die erste Compagnie des 6. Jäger-Bataillons erobert wurde, einen Denkstein zu errichten. Das erforderliche Terrain ist bereit- Seitens de- Bataillon- erworben und das Denkmal von einem ehemaligen Angehörigen deS Bataillons gestiftet worden. Die feierliche Enthüllung des Denkmals soll im Lause des Monats Juni d. I. in Weißenburg stattfinden.
• Mit der Herstellung der Erinnerungsmedaillen au Kaiser Wilhelm I. aus Bronce eroberter Geschütze und Lieferung deS zugehörigen Bandes ist Seitens des preußischen Kriegs- Ministeriums nur die Berliner Medaillenmünze Otto O e r t e l beauftragt worden. Die Firma darf bis zum Abschluß der ihr übertragenen Lieferungen vertragsmäßig keine Exemplare verkaufen bezw. ohne Anweisung deS Kriegsministeriums abgeden. Alle io den Handel gebrachten derartigen Medaillen sind daher Nachbildungen, welche auf die genannte Firma nicht zurückzuführen find.
* Eine „Eolouial-tzoch-eit" wurde dieser Tage in der Berliner Garnisonkirche begangen. Der StationSchef der Johann Albrechtshöhe in Kamerun, Konradt, schloß mit Frl. Breithaupt, der Tochter eines verstorbenen MajorS, den Bund sürS Leben. Die Schleppe der Braut trug ein Neger. Nach der Feier reifte das Paar nach Afrika.
* Ein aufregendes Schauspiel. Ein Verbrecher war in Kreuznach am 3. ds. Mts. aus dem ArresthauS aus- gebrochen und halte fich auf das Dach der VolkSbavk ge- ftüchtet. Von der Polizei verfolgt, kroch er in schwindelnder Höhe auf der Dachfirste entlang nach der vordersten und höchsten Frontspitze des Hauses. Eine inzwischen rrquirirte Abtheiluug der Freiwilligen Feuerwehr richtete nun den mächtigen Strahl der Wasserleitung auf den Flüchtling und wurde dafür von dem bald bis auf die Haut Durchnäßten mit Dachschiefern bombardirt, welche derselbe von dem Dach loSlöste. Sodann rückte die 17 Mtr. hohe mechanische Feuerleiter an, um dem Verbrecher, welcher mit dem Mefier jeden
Gchö«schteib-C«tsuS. Wie aus dem Inseratenteil unserer heutig n Nummer ersichtlich, beabsichtigt der hier schon seit 1880 bekannte Kalligraph O. Gottlieb ou6 Leipzig, dessen Methode sich vorzüglich bewährt hat, einen Cursutz im Schönschreiben zu eröffnen. Wir können denselben allen jungen Leuten, die nicht mit einer guten Handschrist begabt sind, sich aber eine solche aneignen wollen, empfehlen. 583
gleiche mit ihrem eignen Product angestellt und ist nun zur Zahlung von 10,000 FrcS. Schadenersatz, zur sofortigen Zurückziehung aller Annoncen, Prospecte, Etiketten u. s. w.. in denen die herabsetzenden Aeußerungen über die Liebig'sche Waare enthalten find, sowie zur Unterlassung derartiger Aeußerungen für die Zukunft kostenpflichtig verurtheilt worden. Dieses Urtheil darf die Compagnie Liebig in 10 belgischen Blättern auf Kosten der Bovril-Gesellschaft veröffentlichen, unter Festsetzung eines Moximalbetrages für diese Beröffent- lichung von 5000 FrcS.
• Pari», 11. Mai. Die Leiche der Gräfin de Luppe konnte gestern endlich durch den Dr. Berger, der die in dem Brande verunglückte Dame opertrt hatte, des Bestimmtesten agnoScirt werden. Die Versicherung deS Arztes wurde in unwiderleglicher Weise dadurch bestätigt, daß der Ehering der Unglücklichen in der Leber der Leiche gesunden wurde. Heute hofft man mit Hilfe eines Zahnarztes die Leiche der Gestllschafterin der Herzogin von AltU<?on, Frau Jouffred, agnoSciren zu können, so daß nur drei unerkannte Leichen in der Morgue zurückbleiben, die wahr schetnltch die der vermißten Frauen Filon und Bonvhyer und deS Fräulein Chabot find.
• Ein Conrierzng ohne Paffagiere. Donnerstag Abend ereignete fich in der französischen Hauptstadt ein in den Annalen der Eisenbahnen wohl einzig dastehender Fall. Der Courierzug nach Lyon fuhr ohne einen einzigen Passagier ab.
fich Nähernden bedrohte, gegenüber freistehend ausgestellt zu werden. Da der Mann tndeß Miene machte, in seine Be- drängniß auS der Höhe herabzuspringen, wurde davon Abstand genommen, den Strahl auS dieser geringeren Entfernung nochmals und wirksamer auf ihn zu richten, und man suchte ihm vom Dach auS gütlich zuzureden. Da der Mensch indessen die schwere sandfteinerne BekrönungSspitze herabzuwerfen drohte und alles Parlamentiren nichts nützte, rückte ein Maurer Namens B. Dachfel dem Verbrecher, nunmehr auf dem Dachfirst reitend, ernstlich zu Leibe und fesselte den sich an der halblockeren Sandsteinfpitze krampfhaft Festhaltenden an den Füßen mit einer Feuerwehrleine. Sodann wurde der Mann aufs Dach gezogen und nach aufregendem Kampfe mit zerrissenen Kleidern halbnackt die inzwischen angelegte Feuerleiter heruntergeschleift. Auf dem Dache äußerte der Verbrecher in gemüthlichem schwäbischen Dialect, er fei Raubmörder, habe 20 Jahre Zuchthaus vor fich, und sein Leben sei ihm nichts mehr werth. Für alle Fälle war auf der Straße das Sprungtuch auSgefpannt worden, doch wurde eS glücklicherweise, wie oben geschildert, nicht gebraucht.
* Bremen, 13. Mai. Soeben gab in der Sitzung der Civilkamwer des Amtsgerichts nach Verkündigung eines für ihn ungünstigen Uriheils der Malermeister Blaß zwei Schüsse aus einem Revolver auf den amtirenden Richter Dr. Arnold ab, die aber fehl gingen. Blaß wurde sofort in Haft genommen.
* lieber den kaiserlichen Besitz in Lothringen theilt die „Straßb. Poft" mit: Die Besitzungen bestehen auS dem Schlosse Ur Ville nebst Pavillon, einem Treibhaus, einer Orangerie und ferner aus einer Gärtner- und .Pförtner- wohnung, mit Einschluß deS Gartens, deS Parkes und eines Waldcomplrxes ein Areal von 55,9259 Hector umfassend. Gleichzeitig mit diesem Schlosse usw. wurden zwei Pachthöse in der Nähe aagekauft, die Pachtgüter LeS Msnils und Pont L-Chaussy, ersteres 105,7051 Hectar und letzteres 75,8494 Hectar groß. Ferner wurden zur Abrundung des ganzen Besitzes ein kleines Landhaus (Chület) mit Umgebung, 1,0596 Hectar und mehrere Acker- und Wiesengrundstücke im Gesammtumfang von 0,8587 Hectar erworben; dazu kommt noch eine zwischen zwei Armen der Nied gelegene Insel und einige Aecker und Wiesen nebst einem kleinen Gärtchen, im Gesammtumfange von 2,9407 Hectar, die kürzlich zur Arron- dirung deS Pachthofes LeS MenilS angekauft wurden, sodaß der Flächeninhalt aller kaiserlichen Besitzungen, die nun wiederum, wie auch im Mittelalter, ein Ganzes bilden, 242,3393 Hectar umfaßt. Davon kommen auf den Wald, der auf der alten Bannkarte von Kürzel als „forßt seigneuriale d’Urville“ bezeichnet, 36,4614 und auf den Park 17,8107 Hectar, während der Rest von 188,0672 Hectar Aecker und Wiesen find, oder auf die verschiedenen Gebäulichkeiten entfallen.
• Falscher Geldbrief. Im December v. I. wurde in Erfurt ein an eine Bank in Prag gerichteter Geld - brtef über 25,000 Mark aufgeltefert, dessen Inhalt indeß, wie fich bei Eröffnung am Bestimmungsorte herauS- stellte, nicht aus Werthpapieren, sondern werthlosen ZeitungS- AuSschnitten bestand. An der Längsseite war der Bries ausgeschnitten und sehr sorgsältig wieder zugeklebt worden. Die inzwischen geführte Untersuchung hat ergeben, daß ein Kaufmann auS Böhmen, der den Bries s. Z. in Erfurt zur Post gegeben, den Brief in betrügerischer Weise mit ZeitungS- Papier gefüllt, und um den Verdacht der Thäterschaft von sich abzulenken, den Brief vorfichtig ausgeschnitten und wieder zugeklebt hatte, so daß eS den Anschein hatte, als ob der Brief während der Beförderung geöffnet worden sei. Als Belohnung für diese Rasfinirtheit erhielt der Kaufmann zu Anfang dieses Monats von dem Schwurgericht zu Prag 4 Jahre schweren KerkerS (verschärft durch Fasten.)
* Eine Berurtheilung wegen unlauteren Wettbewerbs, die in wetteren Shelfen Aufsehen erregen dürfte, ist in Antwerpen erfolgt, wie belgische Blätter melden. Es handelt sich um einen vor dem Handelsgericht zu Aut- werpen auSgetragenen Rechtsstreit. Klägerin war die Liebigs Fleisch-Extract-Compagnie, Beklagte die Bovril-Compagny; beide Gesellschaften bringen bekanntlich Fleischproducte in den Handel. Die Compagnie Bovril hatte in ihren Reclamen und dergleichen für LiebigS Fleisckexkract nachteilige Der-
Schiff-nachrichten* *
— Der Postdampfer „FrieSland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 11. Mat wohlbehalten in Newyoik angekommen.
Airchttche Anzeige« de* Stadt Gieren.
Evangelische Semeinbe.
Sonntag den 16. Mai. Cantate.
Gottesdienst
I« bet ryriedhof-tapelle.
Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer Dingeldey.
3m Sonfitmaubensaal, Reustabt 61.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. @retn.
PrebigtgotteSbienst «edst Christenlehre für bieiTlatttt»« genttinbt.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche der Matthäusgemeinde- Pfarrer Schlosser. t _
Die Christenlehre für die Matthäusgemeinde beginnt Sonntag, den 28. Mai. und wird ebenfalls in Verbindung mit dem Früh- gotteSdienst Vormittags 8 Uhr in dem Confirmandensaal, Neustadt61, gehalten werden-
3« bet Aoha«veskitcha.
Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: MtltlLrgottesdienst. Beichte und hell. Abendmahl- Pfarrer Dingeldey.
Nachmtttags 2 Uhr: Kinderkirche für die Lucasgemeinde. Pfarrer Dingeldey.
Katholische «ewelube.
Samstag den 15. Mai.
Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl Beichte;
Sonntag den 16. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6Vs Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;
„ um 6'/r Uhr erste hl- Messe;
„ um 7Vs Ufcr Austhetlung der hl. Communion;
„ um 8 Uhr zweit: hl- Messe; MitttärgotteSdienst mit Predigt-
„ um 9V2 Uhr Hochamt mit Predigt
Nachmittags um 2 Uhr Christenlehre; darauf sacramentalische Brudeschastsandacht-
Dienstag und Freitag Abend um 6V3 Uhr ist Maiandacht.
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.
Freitag Abend 7»J Uhr, SamStag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Ubr, SabbathauSgang 865 Uhr-
Nachmittag 3" Uhr LchtikietklLtung Bahnhosstr. 50.
Wochengottesdienst Morgens 680 Uhr, Abends 865 Uhr.
Bekanntmachung,
Bett.: Verwerthung der Grasnutzung von den ftädt. Feldwegen rc. in der Gemarkung Gießen.
Die rubricirten Grasnutzungen sollen Donnerstag den 20. Mai d. I. versteigert werden, und zwar:
Nachmittags 2 Uhr, im Saale des alten Rathhauses, die Grasnutzung von sämmtlichen städtischen Wegen, und
Nachmittags 5 Uhr die Grasnutzung von dem Niederdruck- behälter am Lutherberg und von dem oberen Theile des Friedhofes, mit Zusammenkunft daselbst.
Gießen, den 13. Mai 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
____________ Gnauth._____________________4804
Bekanntmachung,
betreffend: Absperrung der Wasserleitung.
Wegen Ausführung von Wasserleitungsarbeiten in der Frankfurter Straße sind wir genöthigt, nächsten Montag den 17. Mai, von Nachmittags 1 Uhr bis gegen Abend 5 Uhr, die Wasserleitung in der oberen Fraukfurterstrahe (jenseits der Wilhelmstraße) bis zur Jrren- «inik, in der Hofmannstraße, der Klinikstraße, der Zufuhrstraße nach der Bahn, sowie in der Zufuhrstraße nach der Jrrenkllnik, abzusperren, war wir hiermit zur gefl. Kenntnißnahme der betreffenden Anwohner bringen.
Gießen, den 14. Mal 1897.
Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen.
Ott 0 Bergen. 4810
Bekanntmachung.
Alle Steigerer, welche bei den bis einschließlich 26. April d. Js. abgehaltenen Versteigerungen Holz ersteigert und dasselbe noch nicht aus dem Wald abgefahren haben, werden aufgefordert, dies um so gewisser bis zum 1. Juni l. Js. zu thun, als sonst Anzeige gegen sie erhoben werden wird.
Gießen, den 13. Mai 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 4805
tädtReal- und Handelsschule
(Pensionat) in Marktbreit am Main.
Die Reifezeugnisse berechtigen zum einjährig - freiwillige»
Dienste (seit 1879). Gute Verpflegung und strenge Aufsicht ö
in meinem mit der Schule verbundenen Pensionate. Mässiges «
Honorar. Aufnahmeelter 10—16 Jahre. Näheres durch den Prospekt.
J. D a m m , Rektor.
Bad ErncUt^' in?'” ^Umn^tutte
99 find fett lange bekannt durch un»
übertroffene Wirkung bei Niete«', Blake«- und Siei«leibe«, Mage«- und Datmeatatthen, sowie Storungen der Blutmischung, ols »Itttarwutb, Bleich- sacht «. s. w. Versandt lö96 883,000 Flaschen- Aus keiner der Quellen werden Salze gewonnen; das im Handel vorkommende angebliche Wilb««get Salz ist ein künstliches, zum Theil «nlSSliches Fabrikat. Schriften gratis- Anfragen über das Bad und Wohnungen im vabelogithau» und S«topLische«lchof erledigt: Die 3nspectio« bet WUb««get Minetalquelle« Sletien-Gesellschast. 3960
Dillenbutg. 1
Donnerstag de« 20. Mai:
Vieh- und Krammarkt.
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Prima neue Malta-Kartoffeln Matjes-Häringe frisch eingetroffen bei [3383 A. & G. Wallenfels.
M. Obgmarmelade und Preiselbeeren empfiehlt 4806
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Kümmelkäse, unübertroffen an Haudkäsegeschmack, find wieder in frischer, reifer Waare eingetroffen, zu 12 und 6 Pfg. per Stück.
L Adolf Geisse.


