Ausgabe 
15.5.1897 Erstes Blatt
 
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de- Plenums des Bundeßrathß ihr Ende erreicht, läßt sich, wie dieNatioualzeitung" erfährt, noch nicht beurthetlen. Such tst noch ungewiß, ob der Entwurf noch tu dieser Session an den Reichstag gelangt.

Berit», 13. Mai. Der neue Vereinß g e s etz-Eut- Wurf ist heute Mittag dem Abgeordnetenhause zugegangen. Danach unterliegen der ApflSsuvg, bezw. Schließung Vereine und Versammlungen, welche den Strafgesetzen, der öffentlichen Sicherheit und dem öffentlichen Frieden zuwiderlaufeu Ver­boten ist die Theilnahme Minderjähriger an politischen Ver­sammlungen und Vereinen. Das Verbot hat jedoch keine Anwendung auf solche Veranstaltungen dieser Vereine, welche unter Ausschluß politischer Kundgebungen stattfindeu. Au solchen Veranstaltungen dürfen auch weibliche Personen thetl- urhmen. Verbindungen politischer Vereine untereinander find zulässig, jedoch ist die Verbindung mit außerdeutscheu Vereinen von der Erlaubniß des Ministers abhängig.

Berit», 13. Mat. Der Ober-Präsident von Brandenburg hat an den Vorstand de- Vereins ver- Ituer Getreide- und Producteoh ändler folgendes Schreiben gerichtet: Im Auftrage des HandelSmtutsterS thetle ich dem Vorstande mit, daß die im Feenpalast statt- findenden Versammlungen von Interessenten der Berliner Produktenbörse für Börsen im Sinne deS ReichS-BörsengesetzeS zu erachten find. Demnach fordere ich den Vorstand aus, sofern die Versammlungen wie bisher fortgesetzt werden, mir, und zwar binnen drei Wochen, eine der Erforderntß deS Börsengesetzes entsprechende Börsenordnung gemäß § 4 deS Börsengesetzes behufs Einholung der Genehmigung eiuzu- reichen

verlt», 13. Mat. Ein Theil der heutigen Abendblätter beschäftigt sich mit der Novelle zum VeretuSgesetz. DieNationalzeitung" schreibt, sie hätte nicht geglaubt, daß die Regierung eS unternehmen würde, der Volksvertretung nab der öffentlichen Meinung Bestimmungen zuzumuthen, wie fie der Entwurf enthalte. Die Art kel 1 und 3, welche von der Auflösung, bezw. Schließung der Vereine und Versamm­lungen handeln, würden jeden Verein und jede Versammlung der Willkür eines Polizeibeamteu pretSgeben. Der PaffuS von der Theilnahme Minderjähriger könnte zu den mißlichsten Weiterungen führen, denn es müßte festgestellt werden, ob einzelne In einer Versammlung anwesende Personen minder­jährig seien. Auf diesen Entwurf, so schließt daS Blatt, gebe e» nur eine Antwort, nämlich unbedingte Ablehnung, ohne auf irgend welchen Versuch von Abänderungen etnzugehen. Die Ztg." gibt iu ihrer Besprechung eine Aufstellung derjenigen Parteien, die für oder gegen die Novelle stimmen würden. Nach dieser Rechnung würde die Vorlage, wenn die Nationalliberalen gegen den Gesetzentwurf stimmen, bei nor­maler Besetzung zu Fall gebracht werden. ES werde also bi» jetzt alles auf die Haltung der Nationalliberalen an- kommen. DaSBerl. Tagebl." meint: Was lange währt, wird gut. Der Minister deS Innern, Frhr. v. d. Recke, habe die kühnsten Erwartungen übertroffen und durch diesen Gesetzentwurf feinen Namen der Geschichte etnverleibt. Die Recke'sche Novelle sei, und damit werde hoffentlich die ganze Bevölkerung überetnstimmen, nur geeignet, diegesetzliche Freiheit" des Staatsbürgers zu rauben. DaS preußische Abgeordnetenhaus würde den Ast absägen, auf dem eS fitzt, wenn eS diesem Elaborat seine Zustimmung geben wollte. DieVolkszeitung" bezeichnet die Artikel 1 und 3 als über alles htnauSgehend, was man bisher in einem Enlturstaate für möglich gehalten habe. Aussichten auf Annahme habe daS Gesetz nicht. ES sei aber ein unichätzbareS Material für die nächsten Wahlen. Es zeige in Flammenschrift, wohin wir steuern, wenn eS nach dem Willen der Rraction ginge. DieStaatSbürgerzeitung" hält den PaffuS von der Ge­fährdung deS öffentlichen Friedens für höchst bedenklich. Er fei unannehmbar und so dehnbar, daß er sich gegen jede Partei richten könne. Die Regierung hätte nicht die Befugntß beanspruchen sollen, auch die Sicherheit der staat-treuen Par­teien gefährden zu können. DieZeit" bezeichnet die Novelle al- eine Vereinigung von Socialtstengesetz und Umfturzgesltz «ad fordert zu Protest Versammlungen gegen daS Gesetz aus. Selbst der konservativeRetchSbote" ist von dem Entwurf N'cht voll befriedigt, besonders nicht vom Artikel 3.

flil», 13 Mai. Der bisherige Kafirer der Gesellschaft Erholung", der Rentner Schmitz, welcher wegen Unter­schlagung von 47,000 Mk. auf Anordnung der Staatsanwalt­schaft heute Vormittag verhaftet werden sollte, bat den Ectminal-Eommiffar, fich im Nebenzimmer umkleiden zu dürfen. Der Lommiffar gestattete dies, wurde aber durch das lange Ausbleiben de» KasfirerS argwöhnisch und ging in- Nebenzimmer. Hier fand er Schmitz erhängt vor, schnitt ihn sofort ab und veranlaßte die Ueberführuug des Selbstmörders tu daS HoSpttal, wo die Aerzte Wiederbelebungs­versuche vornahmen.

Eharlerot, 13. Mat. Drei anarchistische Falsch­münzer wurden gestern zu 3, 5 und 10 Jahren ZwaogS- o beit verurthetlt.

P«iS, 13. Mai. Bon dem großen Brandunglück find noch drei Leichen zu agnoSciren.

Loudon, 13. Mat. Dte in einer Bletgrube der Insel Man erfolgte Dynamit - Explosion hat tm Ganzen 20 Menschenleben gefordert.

Lo»do«, 13. Mat. AuS Athen wird hiefigen Blättern gemeldet, daß ein Jntendantur-Dienst nur dem Namen nach bestehe. Dte Soldaten seien ohne Gelder für die noch- wendigsten Lebensmittel. Die Krankheitsfälle seien zahlreich unb eS fehle an genügenden Medicameutea.

Athe», 18. Mat. Trotzdem dte Regierung bisher ohne Nachricht ist, ob der von den Mächten vorgeschlageue Waffenstillstand von der Türket angenommen tst, zeigt man fich iu hiesigen offiziellen Kreisen bezüglich der Friedens- bedtugungen sehr optimlstisch.

Ealouichi, 13. Mat. DaS griechische Geschwader b l o k t r t jetzt den Golf von Saloniki und verweigert fremden Schiffen d'.e Einfahrt.

Wie», l4^Mat. AuS Paris meldet dieNeue freie Preffe": In hiefigen politischen Kreisen verlautet zur Friedensfrage: Alle Mächte seien einstimmig der Ansicht, Griechenland könne keine anderen Gebietsverluste erleiden, als die längst wünschenSwerthe Grenzregultrung bet Meluna. Der geforderten Abtretung der griechischen Flotte setze mau iu Part- und Loudon Widerstand entgegen. Die Kriegs­entschädigung dürfte 100 bis 120 Millionen Francs betragen. Eine dazu nöthige griechische Anleihe würden die Mächte garantireu, wenn fich Griechenland der Finanz Eontrole Europas unterwirft. Darüber wird jetzt verhandelt.

Athen, 14. Mai. Der Aufstand in den macedontschen Provinzen nimmt größ-re D'mensionen an.________________

CocaUs unö frwhtjkllci.

Ließe», den 14. Mai.

* Kirchliche Dieustuacheichtru. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, dem Pfarrver­walter Karl Neurath zu BechrolShetm, Decanat Alzey, dte evangelische Pfarrstelle daselbst und dem Pfarrasfiftenten Karl Zaubitz zu Offenbach a. M., Decanat Offenbach, die neu- errichtete vierte evangelische Pfarrstelle daselbst zu übertragen.

Zweite Kammer der Laudstäude. Tagesordnung der 13. Sitzung, DienStag, den 18. Mat 1897, Vormittags 91/* Uhr. Eröffnung der Sitzung, Neue Einläufe, BerichtSanzeigeu, Wahl der bdben Präsidenten tu Gemäßheit des Artikels 9 der Geschäftsordnung, Wahl­prüfungen: 1) der Wahl des Abgeordneten für den 11. Wahl­bezirk der Provinz Oberheffen (LaubachSchotten)- 2) der Wahl des Abgeordneten für den 9. Wahlbezirk der Provinz Oberheffen (HerbsteinUlrichstein)- 3) der Wahl des Ab­geordneten für den 6. Wahlbezirk der Provinz Oberheffen (GrünbergGießen)- 4) der Ersatzwahl des Abgeordneten für den 13. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg (Darm­stadtGroß Gerau) betreffend - 5) a. Berathung über die Frage, ob Artikel 46 der Geschäftsordnung dahin au-zulegen ist, daß eine Feststellung der Beschlußfähigkeit des Hauses auch nach stattgehabter Abstimmung zulässig erscheint, event. b. Abstimmung über die Beilage Nr. 135, die Wahl der Landtagsabgeordneten für Darmstadt betreffend.

* * Kaiser-Manöver. Der mit Besichtigung bei Gebiete- für da- diesjährige Kaiser-Manöver beauftragte Thetl des großen GeueralstabS, bestehend aus einer Anzahl Osfizteren aller Grade und Lavallerte Mannschaften, ist henie Mittag hier eingetroffen und hat Quartier tu verschtedeneu Hotels bezogen.

DaS Preisgericht über Vie für daS Gießener BolkSbad eingelaufenen Entwürfe hat gestern hier getagt. Das nach- folgende Protokoll ist das Ergebntß der Berathuug: Dte Unterzeichneten, von dem Vorstand der Aciieo - Gesellschaft Gießener BolkSbad" dahier zu Sachverständigen bei der Prüfung der für die Errichtung deS BolkSbadeS im Wettbewerb eingelaufenen Pläne erwählt, geben nach reif­licher lleberlegung und gründlicher Prüfung der Einläufe darüber nachstehendes Gutachten ab: Eingelaufrn waren

drei Projecte und zwar Project mit dem nebenstehenden Zeichen in 4 Varianten, ein Projekt mit dem Zeichen Strona" und ein Projekt mit dem ZeichenErweiterungs­

fähig". Jedem Projekt war ein Erläuterungsbericht mit Kosten­berechnung beigelegt. In den Bedingungen, welche für den Wettbewerb zu Grunde gelegt waren, war ausgesprochen, welche Räumlichkeiten und Einrichtungen das Volksbad mindestens enthoben müffe und die Summe angeführt, für welche eS zu erbauen sei, und ausdrücklich ausgesprochen, daß Entwürfe, welche diesen Bedingungen nicht entsprechen sollten, von dem Wettbewerb ouSzuschlteßen seien. In den Bedingungen war ausgenommen, daß ein Preis von 400 Mk. dem von den Preisrichtern für das beste erkannte Projekt gewährt werden sollte. Die Unterzeichneten kamen nach vollständiger Uebereinstimmung zu folgendem Urtheil: 1) Bet der in den Bedingungen zur Verwrndung angenommenen Bausumme von 120,000 Mk. ist keiner der vorliegenden Entwürfe ausführbar und würde auch selbst der einfachste derselben ctnen nicht unbedeutenden Mehrbetrag erfordern. AlS Grund hierfür war der allzu geringe Einheitspreis für den Cubikmeter umbauten Raumes, welcher in den Erläute­rungsberichten von 10 bis 12.30 Mk. angegeben ist, allein schon ausschlaggebend, da für derartige Preiseinheiten nur ganz einfache Bauten herzuftellen find. Das Offenbacher Stadt- bad, welche- in seiner Ausdehnung und Anordnung etwa dem hier verlangten einigermaßen entsprechend ist, kostete bet einfatster Ausstattung einfacher wie in jedem der eingelaufenen Entwürfe angenommen, pro Cubikmeter um­bauten Raumes 14 SWf., sodaß auch dieses wirkliche Beispiel für die ausgesprochene Ansicht spricht, daß die Einheitspreise hier zu gering gegriffen seien. Nach den Bedingungen deS Wettbewerbe- wären daher alle vorliegenden Entwürfe von der Pretsdewerbung ouSzuschlteßen. Von den 3 Entwürfen tst zunächst derjenige mit dem oben angeführten Zeichen auS- zuschetden, weil dte getroffene Grundriß Disposition in särnmt- lichen Varianten als wenig brauchbar für den Betrieb bezeichnet werden muß. Der EntwurfStrona" hat die allgemeine Anlage klar gestaltet- jedoch sind namentlich die ZugangSverhältniffe mit den zugehörigen Treppen und die Anlage deS Kessel- Hauses nicht zu empfehlen. Der Entwurf mit dem Kennwort ErweiterungSsähig" gliedert die einzelnen Räume in überau» klarer und übersichtlicher W:ise aneinander, sodaß die Be­dienung auf die geringste Pcrsoneuzahl beschränkt werden kann und daS Publikum fich leicht iu der Anstalt zurecht- findet. Die Trennung der Geschlechter ist vollauf derückfich- tigt. Die Anordnung deS KeffelhauseS, die Erweiterung der Wannenbäder unb die Hinzufügung deS zweiten Schwimm- basfinS find gut gelöst. Diese- Projekt kann ohne Weiteres al- Grundlage für die weitere Bearbeitung de- Entwurfs dienen in der Voraussetzung, daß die Baukosten einschließlich Möbel und Wäsche auf 150160,000 Mk. erhöht werden. Eine Ermäßigung der Kostensumme läßt fich indeffen ohne Nachtheil für die Güte der Anstalt dadurch ermSglichen, daß

daS Schwimmbasfio verkleinert wird, die Tiefe deS Vorder­hauses um ca. P/i Meter verringert wird und die Anlage der römisch-irtschev Bäder wegfällt. Es würde dann die Wohnung deS Verwalters in den hoch geführten Mitteltheil des Vorderhauses angeordnet werden und die beiden Flügel niedrig liegen bleiben. Ein einfache- Dampfbad mit Rübe- raum, kleinem Braukeraum und Maffageraum kann im Unter­geschoß noch Platz finden unb wird für dte hiesigen Ber- hältniffe vollständig genügend. Da da- ProjektErweire- rung-fähig" in jeder Beziehung al- der geeignetfte Entwurf anzusehen ist, so schlagen wir obgleich die Bedingungen des Programms nicht voll erfülle find mit Rücksicht auf die sonst gute Lösung vor, dem Versaffer die zur Verfügung stehende Summe von 400 Mk. zu überweisen. Bet der weiteren Bearbeitung deS Entwurfs müßte bezüglich der architektonischen Gestaltung darauf Rücksicht genommen werden, daß der Charakter des Badehauses auch äußerlich in die Er scheinung tritt, wa» in dem vorliegenden Projekt nicht der Fall ist.

Gießen, den 13. Mai 1897.

(gez.) Raupp, Dr. Wolff, Kühnel, Gna nth, L. Heyligenstaedt.

Als Berfaffer des EntwurfsErweiterungsfähig" wurden die Herren Stein & Meyer und H. Schaffstaedr dahier festgestellt, die beiden anderen Entwürfe stammen von den Archttectenfirmen Winmann & Stahl in Stuttgart unb Lehmann & Wolff in Halle. Es ist freudig zu begrüß'», baß es einheimischen Architekten unb Installateuren gelungen ist, den Sieg zu erringen. Möge e- auch nun gelingen, das Werk zum guten Ende zu führen.

Fußball Sport. ES wird unS aus Marburg mit« getheilt: Am Samstag Nachmittag 3 Uhr findet auf d m Trieb zwischen dem akademischen Fußballklub Marburg und der Gießener Fußball Mannschast deS Gymnasiums ein Match statt, der auch, bet minder gutem Wetter vor sich gehen soll.

e* Die Srkraukaug eine» Mitgliedes btt deutsche» Pest- Commission, zu welcher bekanntlich die Herren Geh. Rath Prof. Dr. Gaffky und Prof. Dr. Sticker von hier ge hören, wird inweiteren Mtttheilungen" der Commission ge­meldet. Glücklicherweise ist diese Erkrankung bereits gehoben. Sie betraf Herrn Dr. Sticker und schien anfängltch recht besorgnißerregend zu sein. Der Patient hatte sich offenbar am 27. März gelegentlich der Obduktion einer Pestleiche eine Insertion zugezogen. Am 29. März Abend- hatte fich an der rechten Hand eine kleine Pustel gebildet, von welcher au» am 30. März Morgen- ein rother Strang (entzündetes Lymphgefäß) den Vorderarm fich entlang zog. Eine Drüse in der rechten Achselhöhle war empfindlich und bereit- leicht geschwollen. Die alsbald vorgenommene mikroskopische Unter­suchung eine- au- der Pustel entnommenen Tröpfchen Ge­webssaftes ergab daS Vorhandensein von Pestbazillen. So­fort wurde die Pustel, nachdem schon vorher der Arm m t Unguentum cinereum eingerieben war, kräftig mit Sublimat behandelt unb ber Kranke in» europäische Hospital üdersühtt. So beunruhigenb an biefem ersten Krankhett-tage die Er­scheinungen auch waren, so günstig War bet weitere Verlauf. Schon am folgenben Tage bilbeten sich die localen Erschein­ungen zurück, unb nur bie etwa eine Woche anhaltende körp r- liche Schwäche unb geistige Abspannung erinnerten noch an die bestandene Gefahr. Am 8. April hat Dr. St'cker seine Arbeiten wieder in vollem Umfang übernommen.

* * Deutscher AuwaltLtag Eine vorgestern stattgehabte Versammlung der Mainzer Rechtsanwälte beschloß einsttwmig, den nächstjährigen deutschen AnwaltStag für Mainz zu übernehmen. Der Anwaltetag findet im Septemoer 1898 statt und find zwei Tage dafür in Aussicht genommen.

Darmstadter Pferbemarkt. Bei ber gestern Nach« mittag stattgehabten Berloof ung fielen die ersten (lebenden) Gewinne der Reibe nach auf folgende Loo-uummern: 12619, 13227, 15776, 33188, 4710, 1765, 5251, 30628, 31004, 21589, 22124, 9479, 23217, 21782, 13042, 24537, 15573, 39692, 7902.

Ach, was war da» für ei» Lenze, achtzehuhuudert sechzig neu»? Eisbrzapste Blüther.kränze, Regen, nur kein Sonnenschein." So stoßseufzerte der bekannteLahrerHinkende" tm Jahre 1869 in einem launigen Gedicht auf den Damaligen erfrorenen, verregneten Lenz. Und diese Worte paffen auch auf den heurigen Lenz. Mitte Mai und noch Sckneesällk, dazu täglich kalte Regenschauer unb eine Temperatur, die daS Feuer nicht aus dem Ofen kommen läßt, da erstarrt wirklich jeder Lenzgedanke. Ein solcher Mai, wie der jetzige, gehört glücklicher Weise zu den Ausnahmen. Wie hätte man sonst de» LebenS schönste ZeitLebensmai" nennen können? Bei normalen WitterungSoerhältniffen ist der Mai weitaus die schönste Zeit des Jahre-. Dieser Blütheuschmuck dir Obstbäume, der buntgeftttfte dunkelgrüne Wiesenteppich un vor allem baß zarteMaigrün" de» Waldes, überhaupt der Aufenthalt um diese Zeit im WaldeSdome mit seinem viel stimmigen Concert kehrt im Jahr nicht wieder. Unb darauf müssen wir jetzt Berz'cht leisten, rnüffen daS Alles vorüber­gehen laffen, ohne un» daran zu laben und zu erquicken, für­wahr mehr wie ärgerlich kann auch der Geduldigste über solch' erbärmliche- Matwetter werden. DaS Auffallende bti biefem schlechten Frühjahr ist, baß anhaltend schon seit Februar so reich an schlechtem Wetter ist- die schönen Tage darin, sie bilden etne verschwindend kleine Außnohme. Ge­hören auch die ooraußgegongenen Frühjahre keineswegs -u den schönsten unb besten, so waren boch habet einzelne Monate, wie tm'vorjährigen ber März, annehmbar. Im diesjährigen aber übertrumpft ein Monat b<n anderen an schlechtem Wetter und den höchsten Trumpf hat bisher ber Mai, berWonne­monat", auSgespielt.

Wetterbericht. Die Depiesfion Im Süden hat P* etwa» auSgesüllt, während gleichzeitig baß Barometer von Westen her gestiegen ist. Die Wetterlage ist aber babur* für unser Gebiet noch wenig veränbert, indem bie Druck unterschiede gegen Osten und Süden ziemlich die gleich«