Ausgabe 
14.3.1897 Drittes Blatt
 
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Kirschgarten. Mit letzterer Straße zusammen, verläßt noch eine dritte Römerstraße die Stadt, welche sich in der Näse de» neu entdeckten Gräberfeldes von ihr trennte, um sofort westwärts zu ziehen. Diese, sitzt nochHochstraße- genannt, zieht in gerader Linie auf der Höhe hin, an dem hohen Kreuz bet Pfeddersheim vorbei nach Hoheu-Sülzen und an der Stelle vorüber, wo seinerzeit die im Mainzer und Bonner Museum befindlichen, berühmten durchbrochenen und grschlif. fenen Gläser gefunden worden find. Dieser Straße zu Ehren wurde die neu angelegte, die Eisenberger Straße rechtwiukelig schneidende StraßeHochstraße" genannt. DaS jetzt aufgesundene Gräberfeld liegt in seiner ganzen Aus­dehnung ebenfalls auf von Hehl schein Fabrtkgebtete. Frei­herr von Heyl wird eS ebenfalls für das PauluS-Museum untersuchen lasten. ES ist dies bis jetzt die fünfte der in einem großen Halbkreise um die Stadt gelagerten römischen Nekropolen, an welche sich meist noch größere fränktsche Grabfelder anschlteßen. Mit der Exploittrung des neuen Gräberfeldes ist sofort begonnen worden. Es fanden fich bereits Steinsarkophage und Bestattungen in Holzlärgen mit ihren characteristtschen Beigaben. Die Thätigkeit des Pro- vinzial-MuseumS in Trier richtete sich im vergangenen Jahre namentlich auf die weitere Untersuchung der römischen Stadt­befestigung.

Zunächst wurde der Uebergang über daS Thal des Olewtger Baches untersucht. Bisher hatte man angenommen, daß dieses Thal nicht von der Mauer durchzogen sei, sondern daß an deren Stelle die gewaltigen Dämme aufgeschüttet seien, deren Reste jetzt noch daselbst zu sehen find. Die Untersuchung stellte aber fest, daß diese Dämme nicht auS römischer Zeit, sondern auS dem 16. oder 17. Jahrhundert stammen. ES fanden sich nämlich Scherben auS rheinischem Steinzeug dieser Zeit in beträchtlicher Tiefe in den Dämmen vor. Die weitere Untersuchung ergab dann, daß die römische Befestigung als Mauer daS Thal durchquerte- die Mauer ward vor und innerhalb jener Dämme in prächtiger Er­haltung gefunden und zeigte überall auch die sonst übliche Breite und Bauart. Während des letzten Vierteljahres 1896 wurden auf der Ostseite der Stadtmauer, nördlich vom Amphitheater, die Reste eines FestungSthurmeS eusgegraben, der gleich den anderen Stadtthürmen al« hohler Rundthurm gebaut war. Ebenda wurde auch der Eintritt der vom Ruwerthale herkommendeu römischen Wasterleitung in das römische Stadtgebiet untersucht.

Eine wichtige Entdeckung wurde ferner an der Porta Nigra gemacht. Um die Grundmauer der runden Thurm- ausbauten des Thores mit derjenigen der entsprechenden Theile an dem früher auSgegrabenen Südtheile zu vergleichen, wurde ein Theil derselben an dem westlichen Thorthurm freigelegt. Dabei fanden sich unerwartet sieben römische Brandgräber, die theilweise mit großen Dolienscherben über­deckt waren und auS je einer Urne mit Knochen und Krügen, Tellern, Näpfchen und Lämpchen bestanden. Eines der Gräber, die ihrem Inhalte nach alle derselben Zeit angehören, ent­hielt eine Bronce Münze der älteren Faustina (f 141 n. Ehr.). Sechs Gräber waren unversehrt, eines war theilweise zer­stört, und fanden fich von seiner Urne nur noch einige Scherben und geringe Knochenreste vor. Ließ schon dieser Umstand darauf schließen, daß die Zerstörung des Grabes

bei Anlegung der Grundmauer der Porta Nigra erfolgt sei, so wurde diese Vermuthung bei weiterer Bertiefung deS Grabes zur Gewißheit, da fich nämlich senkrecht unter der Stelle, wo daS Grab gestanden, einen halben Meter tiefer, Scherben der zerstörten Urne und Knochen ihres Inhalts in dem Mörtel der Grundmauer des RömerthoreS eingebacken fanden. Damit ist, nach Ansicht der Sachverständigen, der Beweis erbracht, dast die Porta Nigra jünger ist als jene Gräber und demnach nicht vor der zweiten Hälfte des 2. Jahr­hunderts der christlichen Z'itrechnung erbaut fein kann. Dieses Ergebniß ist insofern von Bedeutung, als sich früher gewich­tige Stimmen für eine sehr frühe Erbauung der Porta Nigra ausgesprochen hatten.

Unter den Erwerbungen deS Museums sind namentlich einige römische Steindenkmäler zu nennen : in erster Linie eine Weih-Inschrift an den Gott Mars Intarabua, sowie eine heidnische und mehrere frühchristliche Grab-Jnschriften. Ferner wurden erworben: ein großes, dem Merkur geweihtes Denkmal mit Darstellung deS Merkur, der gallischen Göttin RoSmerta und der gallischen Götter Eaua und Tarvoa trigaranua, sowie ein Block von einem großen Denkmal, der auf drei Seiten mit Reliefs geschmückt ist. Letztere zeigen folgende Darstellung: 1) Apollo verfolgt den Herakles, der den delphischen Dreifuß geraubt hat, 2) Daphne, verfolgt von Apollo, und 3) EroS, Früchte naschmd. Von den kleineren Alterthümern ist zu erwähnen ein römischer Goldring mit N cologemme, deren eingegrabenes Bild Venus mit den Waffen des MarS darstellt. Unter den zahlreichen neu- erworbenen Münzen ist das hervorragendste Stück ein pracht­volles Goldmedaillon des Diocletian und MaximianuS Hercules, welches in Morbach, Kreis Berncastel, gefunden wurde. La.

* Reiche Leute. Ueber den DermögenSstand der reichsten Leute in Preußen finden wir in der kürzlich dem Abgeord­netenhause mitgetheilten Statistik der preußischen Einkommen- und ErgänzungSsteuerveranlagung für 1896/97 folgende An- gaben: Mit dem größten Vermögen ist Baron Rothschild zu Frankfurt a. M. zur Ergänzungssteuer herangezogen, nämlich mit der Kleinigkeit von Über 215 bis 216 Millionen Mark, Krupp schätzt fein Vermögen nur auf 121 Millionen Mark. Seit dem Jahre vorher hat sich Rothschilds Ver­mögen um 12 Millionen, Krupps um drei M llionen ver­mehrt, jener war 1895/96 mit 203, dieser mit 118 Mil­lionen Mark Vermögen zur Ergänzungssteuer veranlagt. Sein Einkommen aber berechnete Krupp, wie fich aus der Ver­anlagung zur Einkommensteuer ergiebt, im Jahre 1896/97 erheblich höher als Rothschild: ausÜber fieben bis acht Millionen", Rothschild nur aufÜber sechs bis sieben Mill." Auf wieviel über oder unter sieben Millionen verräth keiner. Beide waren übrigens im Vorjahre mit demselben Betrage wie im laufenden Jahre zur Einkommensteuer eingeschätzt. Der Kaiser, als König von Preußen bezieht bekanntlich jähr­lich eine Krondotation von 15*/, Millionen Mark. In ge­waltigem Abstande folgt auf die beiden NabobS Krupp- Rothschild ein Breslauer Landbewohner (Herzog v. Rattbor?) mit einem Vermögen von 85 Millionen (im Vorjahre 83 Millionen.) Zur Einkommensteuer ist er, wie im Vorjahre,

mit einem Einkommen vonüber zwei bis drei Millionen* veranlagt, ebenso wie ein Kasseler, der im Vorjahre ein Ein­kommen von über drei Millionen versteuerte und jetzt zur ErgänzungSfteuer mit 26 Millionen Mark Vermögen veran­lagt ist. Immerhin läppert es fich bei ihm, denn im Vor­jahre schätzte er sein Vermögen auf nur 24 Millionen Mark. Als clasfische« Beispiel für die Roth der Landwirths iaft lteße fich vielleicht der erschreckliche vermögensverfall eines Oppelner Landbewohners verwerthen, der im Vorjahre noch mit 70 Millionen Mark, jetzt aber nur noch mit 61 Millionen Mark Vermögen zur Ergänzungssteuer veranlagt ist, aber andererseits hat fich bei einem zweiten Landbewohner des­selben Regierungsbezirks innerhalb Jahresfrist daS Ver­mögen von 44 auf 57 Millionen Mark erhöht. Ihr Ein­kommen aber haben Beide in trauter Harmonie wie im Vor- jahre mitüber zwei biß drei Millionen Mark- zur Ein- kommensteuer veranlagt, rund und nett. Außer dem Raffelet, dem Breslauer Landbewohner und den beiden Oppelner Land­bewohnern versteuert 1896/97 noch ein Landbewohner im Regierungsbezirke Trier (Stumm?) ein Einkommen von über zwei bis drei Millionen Mark. Zur ErgänzungSsteuer ist er mit 25 Millionen Mark Vermögen (im Vorjahre 23 Millionen Mark) veranlagt. Im Regierungsbezirke Danzig stand im Vorjahre der vermögendste Mann mit einem Vermögen von 33 Millionen in den Listen zur ErganzungS- steuer, nach dem Tode Schichau'S berechnet in diesem Jahre der reichste Bewohner deS Regierungsbezirks fein Vermögen auf nur fieben Millionen, zur Einkommensteuer im Vorjahre mit einer Million Einkommen, in diesem mit 600,000 Mk. An Schichau'S Stelle ist in diesem Jahre mit 33 Millionen Mark Vermögen ein Magdeburger Landbewohner getreten, der im Vorjahre nur mit 29 Millionen zur ErgänzungSsteuer veranlagt war. Sein Einkommen beträgt wie im Vorjahre aber nurüber eine bis zwei Millionen". Dieses (Stntommer theilt er in seinem Regierungsbezirke mit zwei Genoffen, die aber zur ErgänzungSsteuer nur mit einem Vermögenvon 12 Millionen veranlagt sind. ZiehenwiralsodieVeraulagungenzur Einkommen- steuer in Betracht, so folgt auf den Kanonenkönig in Essen der noch 1894/95 blo« ein Einkommen von 6l/2 Millionen im Jahre darauf schon 7,135,000 Mk. und jetzt ebensoüber sieben biß acht Millionen Mark" Einkommen versteuert, Rotb schild mit einem Einkommen von über sechs bis sieben Millionen, dann auf fünf Krösusse mitüber zwei bll brei Millionen- Einkommen ein Kasseler und vier Landbewohner in den Regierungsbezirken Trier, BreSlau und zwei in Oppeln. Ein Einkommen von über eine bis zwei Millionen versteuern 20 Personen. Rangiren wir aber diese hoher. Herrschaften nach ihrem Vermögen, wie eS zur Ergänzung« steuer herangezogen ist, so ist Rothschild der reichste (mit 215 Millionen Vermögen), dann folgt Krupp mit 121 Mill., ein Breslauer Landbewohner mit 85 Millionen, zwei Oppelner Landbewohner mit 61 und 57 Millionen, ein Magdeburger Landbewohner mit 33 Millionen, ein Städter im Regierung« bezirke Münster.

Kunst-Ausstellung, "Ä

nähme deS Samstag«, von 11 bt9 1 Uhr, am Mittwoch auch nod von 3 bi« 5 Uhr. ConnUflß unvnterdr-che« vo» 11 Ml 8 Uhr. Eintrittspreis für Nichtmitgtteder an Werktage» 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg.

Dort gab el im Jahre 1881 noch 70,01 NichtSwiffer in ganz Oesterreich im Jahre 1890 noch 34 pCt. I Oesterreich ist eben groß sehr groß! Die industriereiche Gegend NordböhmenS, die Wildniß des CarftlandeS, daSgoldene Prag" und daS croatische Agram welche Gegensätze! Dort eine deutsche Stadt neben der andern, Dorf an Dorf, hier eine sterile Wildniß, welcher die wenigen Bewohner mühselig den Lebensunterhalt abringen müffen, dort daS Dorado der Czechen und Croaten, welch letztere in dem Be­reiche deutscher Zunge in der Mehrzahl allMausfallen- Händler" sich bemerkbar machen.

In Italien siehtS auch schlecht auS: 1881 gab dort 61,60 pCt. Analphabeten, in Portugal 1880 gar 79,07. Heute werden sich die Verhältniffe in beiden Staaten ge- beffert haben, wie sich die Besserung procentualiter auS- drücken würde, darüber liegen sichere statistische Aufzeich­nungen noch nicht vor.

DaS Unterschreiben der HeirathSurkunden erfordert zwei Unterschriften: er muß schreiben, fie auch. Und da stellt sich dann heraus, daß daSschwächere" Geschlecht auch in der Kunst deS Schreibens schwächer beschlagen ist, als die dösen Männer. Eine Aufstellung wird dies veranschaulichen. Ja England konnten im Jahre 1880 durchschnittlich 4 Vs pEt. Bräute über die Procentziffer ihrer AuSerwählten hinaus nicht ihren Namen schreiben, in Schottland 8, Irland 4, Frankreich 10, Italien 21. Baden allerdings nur 0,6 pCt. Die Aufzeichnungen find in den Jahren 1878 bis 1881 erfolgt.

Unter den einzelnen Ländern Deutschlands kommt Preußen am schlimmsten fort mit seinen 0,78 PEt., Bayern steht da­gegen groß da mit 0,05, Baden mit 0,03, Sachsen und Württemberg mit 0,01 pEt. In den Reichslanden fieht wieder schlecht auß, dort erhebt fich die Wagschale biß auf 0,33 pCt. In Preußen sorgen die Ostprovinzen für den hohen Procentfatz, in Elsaß-Lothringen machen fich die Um­wälzungen der fiebziger Jahre heute noch bemerkbar.

Daß aber von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ein ganz erheb­licher Fortschritt zu verzeichnen ist, wird Jeden mit Genug- thuung erfüllen. Ich will die in die Augen springendsten Fälle anführen: die liebliche Provinz Posen verlor in dem Zeitraum von 1870/80 4, 1880/90 7 pCt. von Heeres- pflichtigen, die ihren Namen nicht unter da« Protocoll setzen konnten- in Westpreußen sank die Zahl in denselben Decennien von 14 auf 8 und schließlich 3 pCt., in Ostpreußen von 8 auf 5 und 3'/,. Ich führe jetzt in der Reihenfolge die Provinzen auf, von denen vom Jahre 1890 die AuShebungS- Protocolle vorliegen: Westpreußen, die schlechteste, mit 3,29 pEt., Posen, Ostpreußen, Schlesien, Pommern, Branden­

burg, Hessen-Nassau, Sachsen, Rheinland und Hannover (beide 0,04 pCt.), Schleswig-Holstein und Westfalen mit 0,01 pEt., die letzten beiden schießen also den Vogel ab.

Bisher war immer nur von Analphabeten, also von Leuten, die nicht einmal ihren Namen aufs Papier zu bringen vermögen, die gar keine ober erschreckend wenig Schule ge­noffen haben, die Rede. Aber baß Schreiben ber Bor- unb Zunamen ist boch noch keine Kunst, baß läßt fich anlernen auf fein mechanischem Wege. Habe ich boch fertig ge­bracht, baß mein Junge von fünf Jahren sehr gut feinen Namen auf die Schiefertafel schreiben konnte. Er malte auchHauß",Baum" nsw. nach, aber lesen konnte er baß, maß er ba zusammen gekritzelt hatte, nicht. Er war eben nur nach ber Vorlage mechanisch thätig gewesen.

Zwischen schreiben können, baß Geschriebene auch ver­stehen unb gar erst feine Gebauten in vollendeter Form zu Papier zu bringen zwischen diesen Unternehmungen liegen Stationen, die sehr oft nicht erreicht werden. Ich unter­halte auß geschäftlichen Gründen einen lebhaften Briefwechsel mit unserenbona gena de province. Herrjeh, waß ich da mitunter für Briefe unter die Finger kriege! Zwei derselben laffe tch untenstehend folgen, ich begehe keine Jndißcretlon und außerdem habe ich Alles sortgelaffen, was die Absender bloßstellen könnte. Aber als fin de aidcle- Bild über den Luiturzustand der Bewohner der Provinz Brandenburg werden fie willkommen sein.

Da schreibt also einTuchmacher unb Eigentümer" auf irgend einemKietz" bei irgend einem Städtchen:

Geehrtes Freunde die Karte habe ich erhalten,

Die Rttngung nehme ich nicht an den ich habe es auf 6 Jahre gepachtet und 4 Jahre habe ich eS erst in benutz und 2 Jahre habe ich noch was ich mit Zeugen beweise ich laße auch gericht an kommen deine Pacht hast du ja erhalten .... wehe dem der auf mein Land komm in diese 2 Jahre ich bin nicht dein Dummergunge un nicht dein Affe

Den du bist eine Lügnerinnen den ich weiß den du . . . . verpacht hast mit dieser Schwildlei kommst du auch dies Mahl nicht durch ich Schreibe nach mahl« wehe dem der auf mein Land kommt, in diese 2 Jahre.

Schätzwert solltest du dich daß mich mit solcher schwildelei vorgehen thut da suche Dich einen ander auß.

ich Bleibe dein

Ergebenster Freund

N

Na, diese Sache mit dem", daß auf 6 Jahr ge­pachtet und 4 Jahr benutzt worden ist und daß dann noch zu solchen Auseinandersetzungen Anlaß giebt, die sollen die Leser tnß Loth bringen. Ich ahne so etwa!, aber gan- klug bin ich auß der Geschichte auch nicht geworben.

Natürlich, natürlich, wird- an den verschiedenen Stammtischen ertönen, diese Epistel hat ja auch ein alter Mann abgefaßt, so einer, den wir noch von anno 1830,31 überkommen haben. Heutzutage, unsere Schulen, der Fortschritt in der Allgemeinheit, der beim Einzel-Indivi­duum, --unsere Kinder von 1870/71, baß find ganz

aubere Menschen!

In den Wein dieser Begeisterung muß ich wieder einige Tröpflein Wasier gießen. Bor mir liegt ein Brief eineß jugendlichen Heirathß Eandidaten. Der schreibt auß seine» Dorfe an feine Herzallerliebste:

Hiermit möchte ich mir mahl erlauben an die übe Anna Einige Zeilen zu schreiben wie du weist habe ich die Geschäfte übernommen und so sehe ich mir gt> nöticht mir auch nach eine Frau um zu sehen und i» möchte ich dir den Vorscklach machen ob du vielleicht wewilt bist meine Frau zu werden würde mir leer freuen wen du mit meinem Wunsche Einferstanden wären ich habe mit Vatern schon darüber Gesprochen unb ! möchte ich dein Gawort mir Einholen und ich hoffe auch daß beste von dir zu erwart

So sei nun so gut ich bitte dir darum mir fobalbt wie möglich Deine Abficht mir mit zu theilen unb nut du benftß und wie du meinst die größte Freuden Du mir bereiten möge dir meinen Bris bei gutter gesundheit antreffen und beim Fröligen wohlgemut

Weiter weiß auch nichts zu schreiben König« geburttag und der srölche Zapfenstreich am 26 Aden« auch immer mein Geburtstag so lebe den Wohl

Liebe Anna

grüft Freudlichtß"

Daß landesübliche Postscriptum fehlt auch nicht, e« lautet:

es ist zwar nicht gut

geschride ich hatte keine Zeit mer."*) So sehen die HeirathSanträge im Jahre 1897 au«! Unsere Pädagogen mögens beffern . . . . !

) Die Briefe hoben mir im Original vorgelegen. D. Bert