Ausgabe 
12.9.1897 Drittes Blatt
 
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Ausgabe.

11. Bureaukoften 20.

12. Vergütung für Schretbereteu 36.

13. n ben Diener 24.

14. Für Formularieu und Drucksachen 30.

15. Subvention zum Besuche der Ackerbauschulen 200.

16. , von Obstbaum-

wärtereurse« 500.

17. FürJmpfuugvonGemeindebulleu mttTuberkulin 50.

18. versuche zur Tilgung der Maul- und Klauen« seuche durch Impfung 150.

19. Beitrag au den Obftbauverein Friedberg 100.

20. Für Wandervorträge 200.

21. Zar Hebung der Zucht des Rindviehes 1300.

22. Ziegenzucht 100.

23. Bezug von Saatkartoffeln re. 500.

24. Errichtung von Versuchsstationen zum Anbau von Kartoffeln 100.

25. Gehalt des Rechners 60.

26. Für die Haushaltungsschule io Lindhet« 50.

27. Reservefond 106.05

Summa 3526.05

Cocoles und Krovinzielle».

Klei« Linde«, 10. September. Sedanfete r. (Nachträglich.) Dieser für die Entwicklung unseres deutschen Vaterlandes bedeutungsvolle Tag wurde schon in der Frühe des Tages von Seiten der Volksschule festlich begangen, in« dem auf dem Turnplatz eine gemeinschaftliche Feier sämmt licher Klaffen abgehalten wurde. Am Abend unterließ der hiesige Krtegerveretu nicht, auf dem nahen Schtldberge ein Freudenfeuer abzubreonnn. Nach diesem Festacte begaben sich die Mitglieder des KrtegerveretnS in den Gastsaal zur Deutschen Eiche", woselbst Ansprachen mit Mufikvorträgen abwechselten. In einer der Ansprachen wurde insbesondere der au diesem Gedenktag Gefallenen gedacht, und zugleich auch eines vor wenigen Wochen auf tragische Weise um'S Leben gekommenen eifrigen und treuen Mitgliedes rühmliche Erwähnung gethan.

It. Reichelsheim i. d. W., 10. September. Der letzte Manövertag ist herbeigekommen, endlich leuchtet die Sonne wieder, gegen Westen stehen zwei Luftballons in bedeutender ftöfjc, der Waffenlärm hat sich nach Friedberg und Nieder« Wöllstadt gezogen. Was der gestrige Tag bei uns brachte, möge mit kurzen Worten geschildert werden. ES herrschte schauderhafte-Regenwetter, daS den Einsender an die gleiche Zeit vom 5. bis 14. September 1870 vor Metz erinnerte. Der Boden war ein Morast, selbst die chauffirten Wege waren mit Schlamm bedeckt- um 4 Uhr Nachmittags wälzten I sich die Straße von Affenheim her nach und nach 7000 Mann in unser Städtchen, welches da» Hauptquartier des Grafen Haeleler wurde. Der Erbgroßherzog von Baden hatte sein Hauptquartier nach Bingenheim verlegt, e» wurde aber im letzten Augenblicke wieder abgesagt. Unser Städtchen zählt ca. 900 Einwohner, die für 7000 Mann Quartiere zu schaffen hatten. Wenn ein Offizier eine Strohschütte in einem Zimmer fand, war er schon zufrieden. Obgleich Mann und Roß furchtbar ftrapazirt und die Leute bis an die H'lmspitzen beschmutzt waren, herrschte Munterkeit und guter Muth. So etwas muß man sehen. Unsere Mitbürger benahmen sich vorzüglich, vom Reichsten bis zum Aermsten wetteiferte man in Gastfreundschaft und Gefälligkeit. In den umliegenden Dörfern war es gerade so: Militär und Quartiergeber sind gegenseitig des Lobe- voll. Möchte eS stets so bleiben!

Budinge«, 8. September. Am 7. September 1895 konnte der Hofpredtger Thhlmaun fein 50jährtges Dienst- jubtläum feiern. Am gestrigen Tage, genau 2 Jahre später, war eS ihm und seiner Frau Gemahlin durch Gottes Güte vergönnt, in körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische, um geben von Kindern und Kinders Kindern, das Fest der goldenen Hochzeit zu begehen. Schon am Bordend des Feste« brachte der Ktrchengesangveretn und dann derLiederkranz" dem Jubelpaare ihre Ovationen dar. Am Festtage selbst hielt Herr Prälat D. Habicht eine gottesdienstliche Feier im Familienkreise ab. Gegen 11 Uhr begab sich der Kirchen« Vorstand in daS HauS der Genannten, um seine Glückwünsche darzubringrn und durch sein Erscheinen die Antheilnahme der evangelischen Kirchengemetnde an dem schönen Familienfeste ihres langjährigen treuen Seelsorgers zu bekunden ge« I

mäß 1. Cor. 12,26b. Und daß «an auch wirklich all­gemeinen Antheil an dem Freudenfeste des Hauses Thylmann nah«, bewies die große Zahl der Gratulirenden, die von Nah und Fern, theils persönlich, theilS schriftlich, ihre Wünsche brachten, sowie die große Zahl von duftigen Blumengrüßen und finnigen Festgaben, die dem Jubelpaare beweisen sollten, daß, wer Liebe säet, auch Liebe erntet. (Büd.Allg. Anz.)

§§ 8im BogelSberg, 10. September. Der deutsche Radfahrer-Bund hat seit einiger Zeit auch im Ob erwald an steil abführenden Stellen Tafeln anbrtngen lassen mit der Aufschrift:Für Radfahrer Vorsicht!" ES wird dteS sehr anerkannt nicht nur von Testen der Radfahrer, sondern auch von anderen Passanten und FuhrwerkSsührern. Auch viele Geschäftsleute und Beamte besorgen ihre Geschäfte per Rad.

Worin«, 6. September. Heute Nachmittag gegen 1 Uhr trafen etwa 50 Teilnehmer deS in Dürkheim a. d. H. tagenden Anthropologen, CongresseS auf Einladung des hiesigen AsterthumS-BereinS in unserer Stadt ein, um die Ausgrabungen des römischen Gräberfeldes auf den Frhr. v. Hehl'schen Besitzungen am fogen. Bollwerk zu besichtigen. Eine Anzahl Gräber waren aus diesem Grunde freigelegt worden und sie boten ein Bild von der BestattungSweise aus alter Zeit. Es wurde eine Anzahl Gläser, Urnen rc. beim Oeffuen der Särge gefunden. Nach Beendigung der Ausgrabungen besuchten die Thetlnehmer daß Pauluemuseum.

Die größte« LebeuSverficherungS Gesellschaften in Suropa. AuS Fachkreisen wird derFrkf. Ztg." geschrieben:Der Monat August brachte der deutschen Lebensversicherung ein bedeutsames Ereigniß darin, daß zwei unserer größten Ge­sellschaften, die im Jahr 1830 gegründete Alte Leipziger und die 24 Jahre jüngere LebenSverstcherungS« und Grsparutßbank in Stuttgart, in ihrem Versicherung- bestand die Summe von 500 Millionen Mark überschritten haben. Damit ist die Zahl der deutschen Gesellschaften, bei denen mehr als eine halbe Milliarde Mark an regulären Capitalverficherungeo (d. h. mit Ausschluß der Bolksverfiche- rung) versichert ist, auf vier gestiegen- außer den oben ge­nannten gehören dazu noch die Gothaer und die Germania« Stettin. Von den Gesellschaften de« europäischen Continents haben nur noch zwei französische einen so großen Bestand aufzuweisen, die 1819 gegründete Aasurances generales und die 1830 gegründete La Nationale. Aber auch hier zeigt sich die Ueberlegenheit der deutschen Lebensversicherung über die Aflecuranz der Nachbarstaaten dahin, daß daS Wachs- thum der deutschen Gesellschaften ein viel schnellere- ist als da- der sranzöfifchen. Ordnet man diese sechs größten Ge­sellschaften de- europäischen Festlandes nach der Höhe deS 1896 erzielten Retnzuwachses, jo ergibt sich folgende- Bild:

Zunahme in 1896 Mk. pEt. Stuttgarter...... 33,175,730 7.43

Leipziger (Alte) .... 25,602,200 5.59

GermaniaSteitin .... 22,632,369 4.41

Gothaer....... 18,539,600 2.68

La Nationale-Paris . . . 1,198 601 0.22

Assurances generales-Paris 1,538,010 0.23

Die größere Stetigkeit der deutschen Gesellschaften er­zielte einen Reinzuwach-, der in seinem Maximum von Mk. 33.18 Mill, haft PluS aller Gesellschaften de- euro­päischen Festlandes hinter sich läßt, während der enorme vorzeitige Abgang bei den französtjchen Gesellschaften von dem, mit großen Kosten erworbenen Neugef.väft wenig oder gar nicht- übrig läßt. Don Interesse ist, daß in England, dem Mutterlande der Lebensversicherung, obwohl dort der Gesammtverficheruvgsbeftand vielleicht doppelt so groß ist al- in Dsutschland, doch nur zwei Gesellschaften vorhanden find, bcnn Derficherungsbestand an uojere großen Deutschen etwa heranreicht- dies sind die Prudential in London, die m ihrerordinary brauche, d. b. abgesehen von der Volk-. Versicherung einen Bestand von mehr als einer Milliarde Mark Capital besitzt, und die Scostish Widows Fund in Edinburgh."

Leipzig, 7. September. Die Kasse der Ausstellung erwartet Mitte deS Monatö den Verkauf der 2.000,OOOsten Tageskarte. Am 15. d. M. sind seit der Eröffnung der Ausstellung fünf Monate verflossen, und rechnet man glatt

Feuilleton.

Frankfurter Brief.

(Originalbericht für den .Gießener Anzeiger".)

(Nachdruck verboten.) Galeotto. GoldmarksKönigin von Saba". Gastspiel der Frau Erika Wedekind.

Dr. M ES ist doch wohl nicht lediglich Zufall, daß kein- der späteren Dramen de- Spanier- Echegarah den Er« folg im Auslande errungen hat wie der von Paul Lindau für die deutsche Bühne bearbeitete Galeotto, ein Gesell- schaft-stück düsterster Färbung, in welcher BerleumdungSsucht, hämische Bosheit und gedankenlose Nachrede fast die Rolle des Fatums spielen, welchem der Mensch nicht entgehen mag, mag er auch noch so sehr mit seiner besseren Einsicht gegen das Unvernünftige sträuben. Als eine besondere Feinheit in der technischen Anlage deS Dramas müssen wir immer von Neuem die Thatsache bezeichnen, daß der Feind, der Jntri- guant, der daS LebenSglück harmloser Menschen unterwühlende Schurke, keine Person, kein Individuum, sondern eine Masie. ein Heerdengefühl ist.

Als treue Verbündete deS Dichters zeigten sich bei dieser Stnstudirung Frl. Boch (Julia) und die Herren Bauer (Don Manuel) und Barthel (Ernesto.)

Die Frankfurter Dtrection hat in der Oper auf Gold- markS vieractigeKönigin von Saba" zurückgegriffen,

deren Wiederaufnahme sich doch, vom rein künstlerischen Standpunkt eher zu lohnen scheint, als die Neubelebung der gleichnamigen Gounod'schen, an theatralischen Effecten über- reichen Oper. Goldmark, der 1875 zwar keinen Triumph, aber doch immer einen recht nennenSwerthen Achtungserfolg mit diesem Werk erlebte, bewahrt sich auch schon in dieser Partitur als der feinsinnige Instrumentalist und der geschmack­voll auswählende Musiker, der zu lernen versteht, von den Besten seiner Zeit, ohne doch dabet auf Selbständigkeit zu verzichten. DaS Textbuch zurKönigin von Saba" rührt von Mosenthal her, der solche Aufgaben mit dichterischem Schwünge zu erfassen vermochte. Der biblischen lieber« lieferung gegenüber waltet natürlich die größtmöglichste Frei­heit. Die weise und schöne Königin von Saba erscheint am Hofe Salomo- - Assad, Salomo's Günstling, hat die hohe Frau gesehen, sich in sie verliebt und bei ihr Gehör gefunden, sodaß er seiner Braut Sulamith untreu wird. Die stolze Königin von Saba verleugnet aber öffentlich mehrmals den Geliebten und treibt diesen in Verzweiflung und Wahnsinn, sodaß er im Tempel Gott lästert und zum Tode verurtheilt wird. König Salomo verwandelt diese Strafe in Verbannung und Assad zieht in die Wüste, wo er während eines SamumS umkommt, nachdem vorher jedoch seine Versöhnung mit Sula­mith stattgefunden hat.

Es ist intereffant, diesen Inhalt mit den Vorgängen und Characteren in Paul HkyseS DramaDie Weisheit Salomo«" zu vergleichen. Bet Molenthal ist der König

150 Tage, so kommt eine Durchschnittsziffer von 13,300 zahlen- den Tagesbesuchern heraus. Daneben find noch circa 40,000 Dauerkarten auSgegeben. Dem 2,000,OOOsten Be­sucher ist eine wertbvolle Gabe zugedacht.

Leipzig, 8. September. DieLripz. Zeitung" warot die Studenten vor der Theilnahme an der für nächsten Sonntag beabsichtigten Fahrt nach Eger. Unüberlegte Worte würden sie in den österreichischen Kerker bringen und ihre Zukunft zerstören.

* 3<ia, 6. September. Wie mitgetheilt wird, ist etn Verfahren eingeleitet worden, um diejenigen Personen zu er­mitteln und auf Grund des Paragraphen über dengroben Unfug" zur Bestrafung zu bringen, welche die falschen Gerüchte über die UnglückSfälle des 94. Infanterie-Regi­ments im Manöverfelde auSgestreut haben. ES wäre sehr zu wünschen, daß die Schuldigen entdeckt würden, zumal viele Familien durch die erlogenen Mittheilungen zwei Tage lang in Angst und Sorge gehalten worden find.

Pökelsauce statt Gerstensäfte« füllte in einer Gastwirth- schäft in Gera die Gläser, als der diensteifrige GambrinuS- jünger den Hahn eines au- Coburg bezogenen Fasses öffnete. Darob natürlich grenzenloses Erstaunen. Am anderen Tage klärte sich übrigens das Räthsel auf. Der Wirth hatte mt einem Fleischer gemeinsam einen Keller inne, worin der eine sein Bier, der andere die Erzeuguiffe seiner Metzgerkunst aufbewahtte. Die Fleischergesellen hatten nun die Gelegen­heit benutzt, in aller Seelenruhe daS Fäßchen leer zu trinken. Um dem Wirth einen Possen zu spielen, füllten sie eS hernach sorgfältig mit Pökelbrühe. DeS WirtheL Zorn verrauchte übrigens rasch, al« sich die Miflethäter anstandslos zur Bezahlung verstanden.

* Original Mittheiluuge« über Marinewesen. Der neue große DoppelschraubendampferKaiser Wilhelm der Große", bekanntlich der größte Dampser der Welt, wird Anfang Sep­tember mit seinen Probefah rten beginnen. DaS Schiff ist bi« auf einige innere Ausstattungsarbeiten jetzt in allen Theilen fertiggestellt, sodaß dasselbe am 14. September be­stimmt seine erste Reise über den Ocean antreten wird. Der Bau de- riesigen Dampfers, von 198 Meter Länge und 20,000 Tonnen Wasserverdrängung, hat 22 Monate in An- fpruch genommen. Wie der Schiffskörper find auch die beiden mächtigen Maschinen des Schiffes von zusammen etwa 28,000 Pferdekräften auf der Werft der Actiengesellschaftvulcan" erbaut worden. Der Einbau der Maschinen und die Fertig« stellung de- Schiffes nach dem Stapellauf ist in der außer­ordentlich kurzen Zeit von vier Monaten erfolgt. Der Dampfer ist ganz aus Stahl gebaut und stellt gegenwärtig den vollkommensten Typ eines modernen Oceanschnelldampfers ersten Ranges dar. DaS Schiff ist in der ersten Cajüte für die bevorstehende Reife bereits vollständig aukverkauft, auch für die zweite Klaffe wird die Annahme von Anmeldungen voraussichtlich in ben nächsten Tagen geschlossen werden. Bei voller Besatzung einschlteßlich der 600 Köpfe zählenden Mann­schaft wird der DampferKaiser Wilhelm der Große" nicht weniger als 2000 Personen über den Ocean befördern.

Ei« Wetterpechvogel. Aus Kandersteg im Berner Oberland geht derFranks. Ztg." folgender poetische Schmerzensschrei zu:

WohnungSnoth in der Schweiz: Auf den Bergen wohnt der Regen, Auj den Matten wohnt der Schnee, Tiefer Schmutz wohnt auf den Wegen, Leere wohnt im Portemonnaie.

Waffer wohnt in Hain' und Hagen, Wasser wohnt in meinem Reim - Aber nirgend- wohnt Behagen Kinder kommt wir fahren heim.

* St« gereimter Waafch. Bekanntlich befindet sich der amerikanische Millionär Band erbtlt mit setnen Söhnen gegenwärtig auf Reisen in der Schweiz. Im Fremdenbuch auf dem Brienzer Rothhorn hat ein luftiger Wiener den Unterschied zwischen seiner Kasse und der de- amerikanischen Krösus wie folgt Ausdruck gegeben:

Am gleichen Tage war'n wir da

Die Bänderbtlts und i;

Die gleiche Gegmd hamma g'seh'n I und gewiß aa sie;

Da« gleiche Wetter hamma g'habt Mit Banderbilts zusamm'n;

Jetzt möcht t nur acc'rat zum Schluß Das gleiche Geld aa ham'n.

der weise, milde Schiedsrichter, der die Conflicte zu lösen weiß und Jedem das Seine gibt. In der Heyse'schea Dichtung sehen wir ihn selbst als Spielball der wilden Leidenschaften, von thörichter, unglücklicher Liebe zu dem ein­fachen Hirtenmädchen erfüllt, während sich um ihn wiederum die stolze Königin grämt. Fast allgemach tritt die Be- ruhigung der Aff-cte ein und die beiden Weisen finden ihre Würde und Haltung wieder.

Als Goldmarks Oper zuerst in Frankfurt erschien, lag die Titelparthie in den Händen der trefflichen Wagnersängerin Frau Moran Olden, aber auch diesmal war für die Heldin eine künstlerische Kraft ersten Range- zur Stelle: Frau Ende- Andrießen, welche die Gestalt in berückende Dämonie zu tauchen wußte. Für den Contrast, die zarte, weicheSulamith", war Frau Jäger wie immer am günstigen Platz. Den König Salomo, eine Baritonparthie, hatte Herr Nawia-ky inne.

Ein hochintereffanteS Gastspiel verleiht dieser Theater- woche besonderen Reiz, daS Auftreten der Erika Wedekind aus Dresden alsRosine" imBarbier von Sevilla". Man kann darüber verschiedener Meinung sein, ob die Bühne, ob der Concertsaal die eigentliche Heimath dieser Sängerin sei aber so viel steht fest, daß man eine solche Coloratur in Deutschland seit der Ma cella Sembrich nicht mehr gehört hat und daß RoffiniS lebensprühende Musik, von solchen Kehlen getragen, voraussichtlich noch lange, lange, ihre Jugendfrische bewahren dürfte.