Ausgabe 
12.6.1897
 
Einzelbild herunterladen

ISO?

Samstag deu 12» Juni

Nr. 135

^uüer,

2lnits- und Slitsetgeblaii für den Ureis 16ie^en

Gratisbeilage: Gießener Aamilienbtätter

1

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr.

erreote iente

Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehme« i Anzeigen für denGießener Anzeiger- entgeh«.

iechen oon 1887 alb. 06l

87 JO 10160 2170 96.06 29.70

10160 102.30

WolffS telegraphisches Correspondenz-Burea«.

Königsberg i. Pr., 10. Juni. Die heutige ReichS- tagS-Ersatzwahl ergab folgendes Resultat: Papendieck (freis. BolkSp.) 5010, Krause (natl.) 4079, Stoermer (Antis.) 2158 uud RcchtSanwalt Dr. Haase (Soc) 11,883 Stimmen. Haase ist somit gewählt.

Leipzig, lO.Junt. Allgemeiner deutscher Jour- nalisten - und Schriftftellertag. An dem heutigen dritten DerhandluugStage wurde über den Antrag des Münchener Journalisten- und Schriftstelleroereins berathen, eine motivirte Eingabe an den Reichstag und Bundesrath «m eine authentische Auslegung des sogenanntengroben Uufugparagrapheu" zu richten. Der Münchener Antrag wurde einstimmig angenommen mit einem von Fräukrl-Berltn beantragten Zusatz:Der Schriftsteller- und Jourualtstentag beschließe, tu eine energische Agitation gegen die Rechts- sprechuog bezüglich de- genannten Paragraphen einzutreten". Darauf dankte der Vorsitzende Dr. BöckerFrankfurt a. M. den Behörden uud dem Leipziger Verein für ihre Gastsreuud- schäft und erklärte deu 5. allgemeinen deutschen Journalisten« und Schriftstellertag für geschloffen. Morgen werden die Theilnehmer nach Dresden abretsen, wo sie vom Verein Dresdener Presse" empfangen werde«.

Bilder, welche in der Kunstgallerie ausgestellt feien. Der Minister des Jauern antwortete, die Verantwortlichkeit falle nicht auf ihn, sondern auf die Kunft-Jury, welche die Gemälde zugelaffen habe.

Seat, 10. Juni. Ein mit 2400 Tonnen Nitrat be­ladenes Schiff ist auf der Nordsee in Braud geratheu.

Calais, 10. Juut. Der DampferLe Joheux" stieß gestern mit einem anderen Dampfer zusammen und ging unter. Sieben Personen kamen um.

Pari», 10. Juni. Wie nunmehr officiöS mitgetheilt wird, erfolgt die Abreise des Präsidenten Faure «ach Petersburg bestimmt Ende August.

Loudon, 10. Juut. Wie verlautet, sendet das russische Katserpaar an die Königin Victoria einen Sma­ragd-Schmuck im Werthe von 1OOOO Pfund als Fest­geschenk.

Petersburg, 10. Juni. Die Kaiserin von Rußland ist heute von einer Tochter glücklich entbunden worden.

Konstantinopel, 10. Juni. Alle im AuSlande verbreitet« Meldungen von einer Uneinigkeit der Mächte in Bezug auf die Friedensverhandlungen werden auf der Pforte als vollständig unbegründet bezeichnet. Dieselben nehmen : ihren befriedigenden Verlauf. Bisher find Differenzen absolut j nicht aufgetaucht.

Zürich, 11. Juni. Der Geologe Heim hatte in einem Gutachten einen ueuenBergsturz am Lammbach bet Brieuz im Berner Oberland prophezeit. Nach Meldungen von dort ist jetzt die ganze Schuttmaffe in Bewegung. Die Katastrophe wird stündlich erwartet.

«rüffel, 11. Juut. Das große GlaShüttenwerk Baudaux in Charleroi, welches 1300 Arbeiter beschäftigt, ist wegen Geldmangel geschlossen worden. Sämmt- liche Arbeiter, denen der Lohn nicht bezahlt worden ist, find brodloS. Ein ähnliches Eretguiß ist in Belgien noch .niemals vorgekommen. Die Regierung verfügte die militärische Oceu- I pation.

«rüffel, 11. Juni. Hier ist ein deutscher Hochstapler, welcher sich bald Graf Kuhnen, bald Graf Bismarck nannte und sich als Vertreter Deutschlands auf der hiesigen Welt- I auSstellung aus gab, verhaftet worden. Der Schwindler hat Betrügereien in Höhe von mehreren 100000 Francs I verübt.

Petersburg, 11. Juni. Die neugeborene Groß- fürstin erhielt den Namen Tatiana. Das Befinden der Zarin und des Kindes läßt nichts zu wünschen übrig.

WB. Wiesbaden, 11. Juni. Der Chemiker Geheimer Hofrath Professor Dr. Fresenius ist heute Nacht an I einem Schlaganfall gestorben.

tosr. !

Sitzung der Stadtverordneten

am 10. Juni 1897.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Bei­geordneter Grüneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Flett, Dr. Gutfleisch, Haubach, Heichelheim, Hehligenstaedt, Homberger, Habenicht, Jughardt, Keller, Kirch, Loos, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Schwall, Dr. Thaer und Wallenfels.

Herr Hauptlehrer Traber hat in einer Zuschrift an die Stadtverordneten-Versammlung seinen Dank für das Vertrauen ausgedrückt, welches ihm die Versammlung durch seine Wahl zum städtischen Branddirector bewiesen.

Der Special-Boranschlag über die Ehausfirung von Thetlstrecken einiger Feldwege im Neustadter Feld im Betrage von 9000 Mk. wurde gutgeheißeu. Dem hierbei von Herrn Löber geäußerten Wunsche gegenüber, es möchte der von der Grünbergerstraße nach dem Philosopheowalde führende Weg (Mittelweg) im Jutereffe der dortigen Grundbefitzer einer durchgreifenden Herstellung unterzogen werden, theilte Herr Oberbürgermeister Gnauth mit, daß eine dauernde Herstellung fragl. WegeS (Ehausfirung) noch nicht vorgenommen werden könne, weil die Gestaltung deS Weges eineStheilS noch abhängig sei von dem künftigen Be­bauungsplan uud eS andererseits fraglich sei, ob im Falle einer Zusammenlegung der Grundstücke der Weg die jetzige Richtung behalte. Doch wolle er Voranschlag einforder« über d:e annähernd entstehenden Kosten der Ehausfirung sowohl wie der Aufbefferung.

Herr CarlSchleeubecker beabsichtigt, an der zwischm der Ludwigstcaße und Bleichftraße entlang der Oberhesfische« Bahn gedachten Ringstraße ein Wohnhaus zu errichten. Das Gesuch wird mit Berufung auf § 7 des OrtSbaustatut . beanstandet, da das fragl. HauS weder au einer bereit«

vierteljähriger Kvounementspreis: 2 Mark 20 Pfg. eit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Expedition und Druckerei:

Schulftraße Ar.7.

Fernsprecher 51.

Deutsches Reich.

«erliu, 10. Juni. Das Reichskanzleramt hat die Eingabe der Vereinigten deutschen Gastwirthe (be8 Deutschen Gastwirthverbandes, des Bundes deutscher Gastwirthe uud des Internationalen GafthofbefitzervereinS), betreffend die Bekämpfung deS unerlaubten gast- und schenk« wirthschaftlichen Gewerbebetriebes in Kur- und Badeorten, abschlägig beschieden.

Bekanntmachung,

betreffend: die Maul- und Klauenseuche.

In Ehringshausen, Kreis Alsfeld, Nieder- Weisel und Wickstadt, Kreis Friedberg, Warzenbach und Caldern, Kreis Marburg, ist die Maul- uud Klauen­seuche ausgebrocheu und deshalb Gemarkungssperre au- geordnet worden.

In Ober-RoSbach, Kreis Friedberg, Braunfels «ad Oberndorf, Kreis Wetzlar, ist die Maul- und Klauen- feuche erloschen und find die verfügten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden.

Gießen, den 9. Juni 1897.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagerv.

rümpfe,

4664

' genstige

w?

Gießen, den 11. Juni 1897.

Bett.: Das Ober-Ersatzgeschäft pro 1897.

Der Civilvorsitzende der Grotzh. Ersatz-Commission Gießen an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche mit der Anzeige, daß die Ladungen den Militärpflichtigen in obigem Betreff richtig zugestellt worben sind, noch im Rückstände sich befinden, wer­den hiermit an sofortige Erledigung erinnert.

Dr. Wallau.

Theil.

Bekanntmachung,

-etteffend: die Beraustaltuug von Berloosungen innerhalb deS GroßherzogthumS.

Der Vorstand des VereinsLehrerheim Vogelsberg" beabfichtigt am 1. October l. I. eine Berloosuug von Haus- geräthen, Möbeln, Kunstgegenständen u. dergl. zu veranstalten, um die Mittel zur Herstellung einer Wafferleitung für das Heim zu gewinnen.

Großh. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Grlaubntß zur Veranstaltung dieser Verloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr als 10000 Loose zu 1 Mark das Stück auSgegebeu werden dürfen und mindestens SO pCt. deS BruttoerlöseS auS dem Verkaufe der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden find und zugleich den Verttieb der Loose im Großherzogthum gestattet.

Gießen, den 10. Junt 1897.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

X

\

* Ferner 8 Stadl.

. Mttfw u. "A vlalerp unb 'aUatarrhr.vlM.

MHNUNgsvlljmiS rvaltuv- in

S i» 6er WhnfrafoafftrM f W blMrn.

»trfer 6alj ist nur werben feint Sal^t mi

Der siebener Anzeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme deS Montags.

Die Gießener Aamiliendtätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegl.

5tlN 29 en muss Ind i°

Jedem

Sttaßburg. 10. Juni. DemTtraßb. Tagebl." wird I aus Thann t. E. gemeldet, daß dort gestern früh ein hef- | tiger Erdstoß verspürt worden ist. |

Rom, 10. Juut.DerOfferv. Rom.- veröffentlicht eine Nore, die die Weisung deS Papste» einschärft, daß in I Frankreich alle Katholiken unabhängig von dem, waS fie theoretisch bevorzugen, die bestehende RegteruugSform I anerkennen und unter Benutzung der gesetzlichen Mittel die I Gesetzgebung allmählich zu verbesiern suchen. Der Papst I richtet in dieser Beziehung seinen Mahnruf an alle un- | parteiischen Männer jeder Schattiruug. I

Rom, 10. Juut. Die Deputation des 1. Hess. I Husareu-RegimentS Nr. 13, welche dem Könige die Glückwünsche zu seinem 25jährigen Jubiläum als Ehef des Regiments überbracht hatte, ist heute von hier abgereist. Dieselbe war hier Gegenstand großer Aufmerksamketteu seitens des HoseS und der parlamentarischen Kreise. Drn Mitgliedern der Deputation wurden vom Könige Ordens- auSzeichnungen verliehen. Gestern fand zu Ehren der Depu« i tatton ein Diner in der deutschen Botschaft statt.

Depeschen deS Bureau .Herolds

Darmstadt, 10. Junt. DerDarmst. Ztg." zufolge richtete der Kaiser anläßlich des heutigen 200jährigeu Jubiläums tag eS des 117. Infanterie-Regiments ein i warmtt Glückwunsch.Telegramm an den Groß- l Herzog nach Matoz. Der Grohherzog dankte sofort tele­graphisch. Sein Telegramm schließt mit den Worten:Ich gelobe, mit meinem Leib-Regimeut allezeit gewärtig zu sein der Befehle deS Allerhöchsten Kriegsherrn uud etuzustehen für Euer Majestät und des deutschen Vaterlandes Wohl."

«erlt», 10. Juni. Zum Besuch deS Fürsten | Bismarck traf gestern Fürst Hohenlohe-Behringen ; in FriedrtchSruh ein uud weilte daselbst mehrere Stuuden. Fürst BtSmarck befindet fich recht wohl. Die Gesichts- I schmerzen haben nachgelaffen.

verliu, 10. Juut. DerLocal-Anzeiger" meldet aus Kiel: Der neuesten Ordre zufolge reift Prinz Heinrich I nun doch mit demKönig Wilhelm" nach England, da die I Ursache der veränderten Disposition, eine an Bord des Schiffes I herrschende Masern-Epidemte, mit dem Erlöschen derselben I weggefallen ist. DerKurfürst Friedrich Wilhelm", der bei dem ersten Eintreffen der Ordre alle Reisevorbereitungen traf und die Pfiugsturlauber telegraphisch zurückbertef, bleibt im I Geschwader-Verband.

«erlin, 10. Juni. Für morgen ist eine Versamm- I lung der Maurer einberusen, um über den geplanten Generalstrike zu berathen zwecks Festlegung eines Stunden- I lohneS von 50 Pfg. bei neunstündiger Arbeitszeit.

Wiesbaden, 10. Juni. DaS Resultat der Reichstags- I Ersatzwahl steht nunmehr fest. Es erhielten: Winter- I weher (frs. Bp.) 6547, Freiherr v. Fugger (Ctr.) 5501, I Dr. Quarck (Soc.) 5174 uud Bartling (natl.) I 3017 Stimmen. ES findet somit Stichwahl zwischen Winter- I weher uud Fugger start.

Wilhelmshaven, 10. Juni. Der Ab lösungStranS- I Port für Ostaften, im Ganzen 850 Mann, wird am I 1. Juli hier eintreffen.

Wien, 10. Juni. DaSFremdenblatt" meldet aus Warschau, daß der Zar in Begleitung der Zarin nach I Warschau kommt uud tm alten polnischen KönigSschloß ab- I steigen wird. Während der Anwesenheit des ZarenpaareS I finden zwei Bälle statt, einer wird vom polnischen Adel im I Rathhause veranstaltet, der andere beim General-Gouverneur.

Wie«, 10. Juni. In der gestrigen GemeinderathS- I sjtzuug kam eS infolge einer incorrect vorgeuommenen Ab- stimmung Seitens des Borfitzeuden, Bürgermeisters Dr. Lueger, | zu großen Scandalfceneu. Schließlich verließen die Liberalen den Saal und richteten sofort einen schriftlichen I Protest an die Statthalterei.

Wie«, 10. Juni. Die oberste Verwaltung hat be- fchloffen, die auf Kreta befindlichen österreichisch-ungarischeu Truppen mit Tropenhelmen zu versehen.

Klagenfurt, 10. Juni. In St. Veit an der Glan brach ein großes Feuer aus, welches viele Häuser ein- 1 äscherte und großen Schaden anrichtete.

Budapest, 10. Juni. In Gyoma tödtete der reiche GutSbefitzer Heinbach seine Frau, drei Kinder und fich I selbst aus Verzweiflung darüber, daß daS Hochwaffer ihm so I kolossalen Schaden zugefügt hat.

LugoS, 10. Juni. In der Gemeinde KiSz-Zorlech zerstörte ein Wolkenbruch viele Häuser, wobei eine aus I acht Personen bestehende Familie ums Lebeu kam.

«rüffel, 10. Juni. Ja der gestrigen Kammersitzung ' protestirte Abgeordneter Woeste energisch gegen die o b scöue.«

id Kirtwert« wwdn

t in der iPiMIWte

1

&

Gießener Anzeiger

Aenerat-Mnzeiger.

311^ die»______rrtT

ÄU* Äi.

i°L' 10L'

>7.