Darmstadt feinen Sitz habenden Allgemeinen deutschen Gast- wirrde-Tterbekaffe-Derdand zu trennen und die aus 1708 Mtt- glte ern bestehende pfälzische Unterabteilung in einen vnn Darmstadt unabhängigen Verband zu bringen. Gkvnd dazu bieten nach der allgemeinen Ansicht die Hoden VerwaltungS- kosten, sowie die unlängst in Frankfurt a. M. geiahten Be- schlöffe, wonach die Beiträge für die Sterbekaffe erhöht, dagegen die Auszahlungen an die Hinterbliebenen der Mitglieder verkürzt werden sollen. Es wurde ein provisorischer Ausschuß zur Berathung der Statuten gewählt und der vorläufige Mitgliederbeitrag auf 1 Mk. festgesetzt.
• Sera, 8. December. Der wegen Morde» zum Tode derurtheilte achtzehnjährige Arbeiter Oehlschlägel ist heute früh hingerichtet worden.
• Zurich, 6. December. Am Donnerstag wurde in der hiefigen Thierarzneischule ein eingebrachter wuthkranker Hund im Beisein der Studenten secirt. Beim Spalten de» Kopfes spritzten unglücklicher Weise Tropfen der blutigen Hirnmaffe den beiden Profesioren Zschokke und Erhardt in die Augen. Noch gleichen Tage» verreisten beide Professoren nach Pari» zur Behandlung in» Institut Pasteur.
• Mit Sfelu bespannte Wagen zeigen in jüngerer Zeit die Strahen Berlins. Diese Erscheinung ist aus baß Bestreben de» Thierschutzveretvß, der die Abschaffung der Ziehhunde erstrebt, zurückzuführen.
* Für die Unsitte, schlecht brennendes Feuer durch A u s- giehen von Petroleum anfachen zu wollen, hat die 35 Jahre alte Arbeiterfrau Wilhelmine Winkelwann vom Lrmpelhofer Weg 5 zu Schöneberg schwer bühen müssen. Die Dlechkanne, aus der sie die feuergefährliche Flüssigkeit ansgoh, ezplodirte, und eine Flamme, die biß zur Decke emporschlug, verbrannte die Frau am ganzen Kopf, im Gesicht, am Halse und an den Ohren. Schwer verletzt muhte die Unvorsichtige in ein Krankenhaus gebracht werden.
* Kamms Zerograph. Die englische Presse bespricht in letzter Zeit eifrig die Kamm'sche Erfindung, den Z-rograph. Die technischen Fachblätter find voll deß Lobes Über daß neue Werk deutscher Technik. Dem „Sheffield Daily Telegraph" entnimmt der Londoner Correspondent der „Köln. BolkSztg." aus einem längeren Aufsatze Folgendes: „Wenn der Zerograph thut, was er soll, und was er heute bei der Borführung that, so ist eß keine Uebertretbung, ihn alß das gröhte Wunder im Verkehrswesen durch Electric tät zu bezeichnen. Es ist mit einem Wort gesagt, Typwrtting mittels Telegraph. Eß ist ein verbesserte» Telephon, in welches man nicht spricht, wa» man zu sagen hat, sondern niederschreibt. Der Zerograph versteht keinen Spaß, denn da giebt es keine Außrede, daß der Mann aus dem andern Ende falsch verstanden. Man schreibt an der Abgangsstation die betreffende Mittheilung auf der eigenen Maschine, und die andere Maschine, gleichviel wie weit entfernt, giebt die Mitrhrilung in Druckschrift wieder. Die Depeschen des Zerographen können nicht auf der Leitung abgefangen werden, wie eS beim Morse-Jnstrument möglich ist." Die „Birmingham Gazette" laßt sich auS London schreiben: „Nachdem ich heute den Zero graph gesehen, glaube ich nicht, dah in der Zukunft im Verkehrswesen durch Electricität irgend etwas unmöglich ist. Anstatt am Telephon zu schreien ober zu lispeln, auf die Gefahr hin, bah man in ber Entfernung mißverstanden wird, druckt man in klarer leserlicher Schrift, was man zu sagen hat. Der Zerograph wurde heute Nachmittag in Wigmore- Street gezeigt, und et erfüllt genau, waS von ihm berichtet wird." Daß „Daily Chrouicle" schreibt: „Eine grohe An zahl von Electrikern, Telegraphisten und technischen Journa- listen wohnte gestern einem praktischen Versuche mit dem Zerographen bei. Daß neue Instrument kann so leicht wie eine gewöhnliche Schreibmaschine gehandhabt werden, und eß kann an dem Außschalte-Shstem, wie gegenwärtig daß Telr> Phon, verwendet werden. Daß Wichtige bei solchem AuS- schalte System ist Einfachheit, schneller Druck, automatische Wiedergabe der Schrift und vollkommene Synchronie." Und „The Morning" schreibt: „Die allgemeine Einführung wird in der Telegraphie eine Umwälzung herbeiführen." Die Bedeutung deß Zerographen wird man erst vollständig zu schätzen w ff en, wenn eß bekannt sein wird, daß der Zero- graph auch das einzige Instrument ist, mit welchem die „drahtlose Telegraphie" practische Anwendung finden kann. Denn mit dem Zerozraph kann man wegen seiner genauen Abstimmung und Einstellbarkeit auf kurze Distanzen ohne Draht Depeschen schicken, und zwar an bestimmte Adressen. AuS den Berichten über die Demonstration der drahtlosen Telegraphie des Geh. Raths Prof. Slady vor dem Kaiser in Berlin ersehe ich, daß der Professor die Frage aufgeworfen, ob es je möglich sein werde, Apparate zu construiren, „die so fein abgestimmt sind, baß nur gleichartig abgestimmte die Strahlen anfzunehmen im Stanbe flnb." Ferner, baß gegen bie praktische Anwenbung die Schwierigkeit spreche, daß auch Unberufene die Depeschen erhalten würden. Der Zerograph hat, wie gesagt, die Eigenschaft, daß die Apparate ganz genau mit einander synchronisch arbeiten, und er hat auch die Eigenschaft, daß bei seiner Anwendung Unberufene bie Depeschen nicht erhalten. Mir wird ferner aus zuverlässiger Quelle mitgetheilt, daß schon Herr Dr. Stephan feiner Zeit erwogen, ob die Aufnahme einer telegraphischen Schreibmaschine in der Reichs Telegraphie rathsam, daß sich aber damals kein geeigneter Apparat auftreiben liefe. Man dachte an den Hoffmann'schen Telescripter, der sich jedoch als unbrauchbar erwies. Die EigenthUmer des Telescripter machten nun in jüngster Zeit einen neuen Versuch bei Herrn v. Podbielski, und sie veröffentlichten gleichzeitig durch die Zeitungen Nachrichten, als ob die Annahme des Telescripter gesichert sei. Thatsächlich hat Herr v. Podbielski die Sache auch noch seinerseits erwogen, weil ihm inzwi'chen auch der Zerograph angeboten wurde. Daß Resultat war aber, bafe am vergangenen Donnerstag in Berlin entschieden wurde, bafe ber Telescripter nicht zu gebrauchen fei. Die bereits von Ihnen gebrachte Nachricht, bafe zwei Zerographen in Berlin auf bem Reichß-Telegrapheuamt ausgestellt werden
sollen, ist vollständig richtig. Die Aufstellung erfolgt Ende Dec-mber. Dagegen ist die Nbricht her Berliner Börsen- Zeiiung, bafe sich hier in London eine Beden Gesellschaft bilde, bchuf» Ausnützung der Zrrog aphen Patente, die dem Kamm» Zrrogr^phen Synd'caie ßtb. gehören, verfrüht.
• Die Kronpnozessia Wittwe Stephanie von Oeüerreich nimmt von Januar k. I. an in Grieß, im Hotel U ber- bacher, auf m hrere Monate Aufenthalt. Di Smal wird sie von ihrer Tochter, der Erzherzogin Elisabeth, begleitet sein. Die einzige Tochrer des verstorbenen Kronprinzen Rudolf steht nunmehr im 15. Lebensjahre und entwickelt fich zusehends vom Kinde zur Dame. Längst hat sie übrigens ihren eigenen Hofstaat. Für jeden Erzherzog ober jede Erzherzogin zahlt von der Geburt ab die kaiserliche Livilliste 20 000 Gulden Apanage - ebenso wie für die h'ferlidjtn Töchter G sela (Prmzefe Leopold von Bayern) und Marie Valerie (Erzherzogin Franz) sind jedoch sowohl die Kronprinzessin W tiwe wie deren Töchierchen besonders und weit über die haußgesetz iche Grunddotation hinaus bedacht worden, denn Kaiser Franz Joseph ist keineswegs auf seine Eivill ste von 4,650,000 Guloen auf jeder ReichShälfte angewiesen — von seinem Ohe m und Vorgänger Ferdinand I. erbte er allein 200 Millionen Gulden.
• Zwei Briefmarken für 51,000 Francs. AuS Berlin wird berichtet: Erft kurze Zeit ist es her, bafe bie Meldung über ben Verkauf zweier Postwerthzeichen von Britisch-Guinea zum Preise von 20,000 Mk allgemeines Aufiehen erregte. Aber klein erscheint diese Summe gegenüber derjenigen, welche Herrn Phil'pp Kosack, demselben Händler, 'ber jene beiden kostbar en Marken verkaufte, für zwei andere Stücke jetzt abgefordert worden sind. ES handelt sich um 2 Mauritius, die der Bfitzer, ein Franzose, mit 51,000 Francs dem genannten Berliner Hause zum Kaufe anbietet. Der Postwerth der Stücke ist 1 bezw. 2 Penny. Erstere Marke ist gelbroth, letztere dunkelblau. Bon einem hohen recht- eckigen Rahmen ist die Büste der britischen Königin umgeben. Ein Diadem ziert den nach links gewandten Kopf, dessen voller Haarwuchs zu üppiger Lockenfrisur geordnet ist. Diese SiÜcke find im September 1848 zur Ausgabe gelangt, waren aber nur kurze Zeit im EurS, denn August 1848 erfolgte eine neue Ausgabe. Noch vor wenigen Jahren waren die beiden Postwerthzeichen für 20,000 Francs zu erstehen, jetzt hat sich ihr Werth anderthalbfach gesteigert.
• Die Brant all Stiefmutter. Mit einem einzig in seiner Art dastehenden Rechtsstreit hatte fich das Oberlandes- gericht in Frankfurt a. SW. zu beschäftigen. ES handelte fich nm ein Eheversprecheu oder bei Nichterfüllung desselben um Zahlung einer Entschädigung von 500 Mk. Dem ersten Theil der Klage konnte nicht mehr ftattgegeben werden, da der Beklagte fich inzwischen mit einer Anderen verheirathet hatte, wohl aber dem zweiten, wogegen fich der junge Ehemann, welcher, wie nachgewiesen wurde, noch auS seinem mfltter lichen Erbe 600 Mk. zu erhalten hat, sträubt. Die verschmähte Braut war jedoch nicht gewillt, so leichten Kaufs die Sache fahren zu lassen. Im Termin stellte fich nun heraus, bafe ber Beklagte benfelben Namen wie bie Klägerin trug. Hierüber befragt, erklärte Letztere, bafe sie inzwischen ben Vater ihres ehemaligen Bräutigams geyeirathet habe, wodurch fie dessen Stiefmutter geworden fei; nichtsdestoweniger lasse fie jetzt die 600 Mk. au» dem mütterlichen Vermögen pfändens
• Confilcirte Photographie»». Aus St. Petersburg bericht t man ber „Neuen Freien Presse": In ben Schaufenstern der Papier- und Kunsthandlungen Berlins sieht man feit einigen Wochen eine Photographie, die den deutschen Kaiser darstellt, wie er ben rechten Arm vertraulich um die Schulter bes russischen Kaisers schlingt. Diese Photographie ist ein Ausschnitt aus einem in ber zwang»- losesten Haltung aufgenommenen großen Gruppenbilde, baS ein Amateur Photograph in Coburg bei bem letzten Besuche ber beiden Herrscher daselbst ausgenommen hat. Vorige Woche wurden solche Ausschnitte auch hier in den Handel gebracht. Spät am Abend des ersten Tages, an dem diese Bilder zum ersten Male in den hiesigen Auslagen zu sehen waren, wurde einer hochgestellten Person davon berichtet. Sofort erhielt die Polizei den Auftrag zur ConfiScation dieser Bilder. Am nächsten Morgen in aller Frühe erschienen in allen betreffenden Handlungen gleichzeitig Polizeibeamte, um den Auftrag auSzusühren, wobei conftatirt wurde, bafe im Ganzen 32 Exemplare bereits veikauft waren.
• Wal Ausstellungen koste» und einbtingen, erzählte der Reichscommiffar für die Pariser Weltausstellung 1900, Herr Geh. Regierungsrath Dr. Richter, am ersten Vortragsabend des Vereins Berliner Kaufleute und Jndustrieeller, der vorigen Mittwoch im Kaiserhof stattfand. Die erste Londoner Ausstellung 1851 hatte 14 000 Aussteller und über sechs Millionen Besucher, die Pariser von 1855 zählte 22,000 Aussteller und über fünf Millionen Besucher, Parts 1867: 42 000 Aussteller und fast elf Millionen Besucher, Wien 1873: 39,000 Aussteller und sieben Millionen Besucher, Paris 1878: 52,000 Aussteller und 16 Millionen Besucher, Pari» 1889: 69,000 Aussteller und 32 Millionen Besucher, Chicago 1893: 70,000 Aussteller. London 1851 kostete 7*/, Mill. Frcs. und brachte 12*/, Millionen Einnahme, Paris 1867 kostete 23*/, Mill, und brachte 26, Wien 1873 kostete 58*/, M ll. und brachte 10*/8, welcher gewaltige Fehlbetrag durch die Cholera verschuldet wurde. Pari» 1878 kostete 55*/, und brachte 23*/, Mill., Pari» 1889 kostete 40 Mill. Francs, brachte aber 10 Mill. Mark (!) Uederschufe. In Chicago hielten die Einnahme und Ausgabe mit etwa 100 Mill. FrcS. das Gleichgewicht. Für die Ausstellung 1900 find die Kosten auf 100 Mill. FrcS. veranschlagt. Davon geben Staat und Stabt je 20 Mill., die übrigen 60 Mill, werden durch ein Lotterie-Anlehen aufgebracht, in der Art, bafe bret Millionen Bon» zu je 20 FrcS. auflgegeben werben. Jeder Bon ent- hätt 20 Eintrittskarten und gewährt noch dazu eine ganze Anzahl von Vergünstigungen für Eisenbahnen u. A. m. Angesichts der außerordentlichen Vorzüge, die der Ausstellung».
platz von 1889 barbietet, hat «an diesen Platz wieder gewählt, trotzdem er räumlich ungenügend ist. Er umfaßt 96 Hektare unb man vermochte nur, ihn um ein Geringes zu erweitern, inbem man noch den Quai be la Conference, den Cour be la Reine, bie Esplanade des Invalide» und de« alten Jndustriepalast mit in ben AuSstellung»plotz hineinzog. In das deutsche Sondergebäude dürfen Bureau» nicht hinein/ auch die Franzosen legen ihre Bureaus in außerhalb der Ausstellung gemiethete Räume. Im Uebrigen vertheilen sich die deutschen Ausstellurigsgüter nach dem fesistehenden Plane über die einzelnen Gruppen der Ausstellung. Da Bor- tragender als Erster unter allen fremden Commiffaren auf dem Platze war, fo ist e» ihm gelungen, verhältnißmäßig günstig in der Platzfrage für Deutschland abzuschneiden. Trotzdem ist der gewährte Raum sehr beschränkt, wett beschränkter al» in Chicago, unb deßhalb muß in der Auswahl ber Ausstellungsgegenstände die äußerste Vorsicht walten.
• Aul dem „Simplicisstmnl". Ein biertüchtiger Student hatte einige Semester Philologie ftubht, da entdeckte er in sich da» Talent zum Juristen, er sattelte um und wurde RecbtSbefliffkuer. Kurz vor dem Examen sah er feinen Irr- thum ein, eS wurde ihm klar, baß er zum Mediciner geboren war. Sofort schrieb er se'nen Entschluß nach Hause- ba riß bem biedern Alten bie Geduld und taglbrauf kam er angereift. Dreinndeinhalbe Staube hatte er schon geredet von Energie., Charakter, und anderen Losigkeiten, da sch ägt er mit ber Faust auf ben Tisch und schließt seine Predigt, indem er den zerknirschten Sohu andonnert: „Entweder coiv hquent ober inconfrquent, nur nicht bie« ewige Schwanken!"
♦ Jdeeuverdindung. StubiosuS PumpuS (bei ber Lectüre be« „Faust"):
„Verzeiht, es ist ein groß Ergötzen,
Sich in ben Geist ber Zeiten zu Versetzeu." „Donnerwetter! Da fällt mir ein, ich habe ja noch zwei Jahrgänge „Zeitgeist", bie ich versetzen kann!"
CUetaiu* unb
- Statistik der deutsche« Schul- und »«iversttckt«- schriften 1896/97. Bei der Certralstclle für Disseitalionen und Programme von Gustav Fock in Leimig sind im Wintersemester 1896 97, sowie im Sommresemester 1897 „3974" im gleichen Zeiträume an brutschen Universitäten bezw. höheren Lehranstalten re. neu erschienene Schriften (Jnaugural-Dtfsertationen, HadilttaiionS- schriften, Grlegenhettsschriften, P ogrammabha^dlungen rc.) einge- liefert worden. Die Titel derselben sind im 8. Jahrgange des untre Mitwirkung mehrerer Universitätsbehörden von oben genannter Eentralstelle herausgegebenen Bibliographischen Monatsberichte« über neu erschienene Schul- unb UnwrrsiiLtsschriften verzeichnet. Auf die einzelnen Wisienschaften venheUm sich die 3974 Schritten folgender- maßen: Klassische Philologie und AlterthumSwissenschasten 261 Ab« Handlungen. Neuere Philologie (Moderne Sprachen unb Literaturgeschichte) 221, Orientalin und Allgemeine Sprachwissenschaft 71, Theologie 52, Philosophie 91, Pädagogik 287, Geschichte uab Hilfswissenschaften 162, Geographie 30, Recht«- und Staatswissenschafte« 452, Medicin 1358, Beschreibende Naturwissenschaften (Zoologie, Botanik, Geologie, Mineralogie rc.) 217, Exacte Wissenschaft«« (Mathematik, Physik, Astronomie. Meteorologie rc.) 252, Chemie 400, Bildende Künste 14, Musik 7, Land- unb Forstwirthschaft 25, Verschiedenes (Bibliothekswesen, Reden rc) 74, in?g»sammt 3974 Abhandlungen. In den bisher erschienenen acht Jahrgängen find die Titel von 29364 Abhandlungen verzeichnet.
Universität- - Nachrichten.
— Jena Von dem der Universität Jena im Jahre 1883 zugeiallenen Vermächtniß der Frau Gräfin Bose, geborene Gräfin Reichenbach Lessonitz werden die Erträgnisse, soweit dieselben nicht zur Auszahlung von Renten zu verwenden sind, bestimmungsgemäß zur Förderung medicinischer Studien, sowie zu Reifestipendtkn im In- unb Auslände verwandt. Der für diese Zweck« verfüglich bleibende Zinscnbetrag von jährlich etwa 8000 Mk. g-stattete in be« letzten fünf Jahren wiederum im Jnteresie der Ausbildung junger Mediciner einige Aslistent-nstelten zu botiren, Beiträge lur Ausführung größerer wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiete *re Medlin zu gewähren und die Entwickelung der medicinifchen Jn- stit»te der Univresität Jma zu fördern; außerdem c utben in diesem Zeitraum zwei größere Stipendien für wissenschafUiche Reisen bewilligt.
— Leipzig. Die juristische Facultät der Universität wird am 19. December eine F^er deS 100jährigen Geburtstages dc« berühmten Juristen Prof. v. Waechter veranstalten.
und
— Beim Herannahen be« Weihuachts-Packetverrehr« erscheint eS unS angezeigt, auf verschiedene Punkte htnzuweisen, deren Beachtung für die Absender von Packtten besonders wichtig unb geeignet ist, daS Pablckum vor Nachthetlen und Unannehmlichkeiten zu schützen.
Die Packete sind dauerhaft z« verpacke«. Dünne Pepp- kästen, schwache Schachteln, Eigarrcnkisten rc. find nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packete muß deutlich, vovständig und 6altbar hergestellt sein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf daS Packtt gesetzt werden, fo empfiehlt fich die Verwendung eines Blatte« weiße« Papiers, welch-S der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Bet Fleischfendungen unb solche« Gegenständen in Leinweindverpackung, welche Feuchtigkeit, Aett, Blttt rc., abwerfen, darf die Aufschrift «icht auf die Umhüllung gesiebt werben. Am Zweckmäßigsten find gedruckte Aufschriste« auf weißem Papier. Dagegen dürfen Formulare zu Pon-Packet- adressen für Packetausichrsiten nicht verwendet werden. ES ist rath- fam, bem Inhalte ber Packetsendunge- einen Zettel beizufügen, der die vollständige Adresse enthält. Der Rame M Bestimmungsorte« muß stet« recht groß ««d devttich gedruckt ober gochtteoen sein. Die Packetautschttft muß sämmtliche Angabe« der vegieit- adreste enthalten, zutreffendenfalls allo ben Francooerwe-k, den Nachnadrnebetrag nebst Namen und Wohnung de« Absender«, den Vermerk der Eilbestellung usw., damit im Falle deS Verluste« der Begleitadresse daS Packet auch ohne dieselbe dem Eopiänger au«- gehändigt werden kann. Aus Packct<n «ach grSßere« Orte« ist die Wohnung de« «urpfLvger«, auf Pack.un nach Berlin auch der Buchnabe des Postdettlktz (C., W., 80. ulw.) anzugeben. Zur Beschleunigung beS Betriebe« trägt tß wesentlich bei, wenn die Packete francirt auffleltefret werben; die Bereinigung mehrerer Packete zu einer .valeltabrefle ist thunlichst zu vermeiden.
Nettere Anffchrifte« die sich auf bem Verpackungsstoff etwa noch befinden, muffen vor der Ablieireung vollständig befeitigs oder unkenntlich gemacht sein. Ganz besonder- aber wird ange- rathen, die Packete WSgttchst früdzeitig und «icht etwa i« de« letzte« Tage« vor dem Feste a-zusenden, weil bei ber in diesen Tagen, wie allbekannt, ftaufubenben Massenauflieferung einerseits leicht Verzögerungen eintreten können, andererseits Vockete, die nicht ganz dauerhaft verpackt sind, leicht Beschädigungen durch andere schwere Packete ausgesetzt sind.


