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Samstag den ih December
Nr. 291 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger
Keneral-Mnzeiger.
Amts- und Anzergeblatt für den Ureis Gietzem
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Vorm. 10 Uhr.
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Die Gießener
Aka«tktenvtätter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt.
Der
Siegener Anzeiger erscheint täglich, mit Au-nahme des MontagS.
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macht, daß die Benutzbarkeit auch diese» Gebäude» für die Zwecke der Ausstellung gesichert erscheint.
F. Friedberg,8. December. Da» Sitzenbleiben auf unserer neuen Bahn ist nun auch bet un» vorgekommeu, der Schaden konnte jedoch glücklicherweise repartrt werden. In unserem Bahnhofe wird nämlich noch rastlo» gearbeitet, damit die Wartesäle fertig werden. Durch diese Arbeiten und das Durcheinander kann da» Abrufen leicht überhört werden. Das Abrufen wurde denn auch überhört, sanft glitt der Zug über den B aduct hinweg, Schreien, Rufen, Winken halsen nichts. Da stürzte man schleunigst an den Telegraph und dieser eilte dem Zuge Vorau» bi» Beienheim. Hier wurde der Durchgänger arretirt und nach Friedberg zurückoerwiesen, um die fitzengrloffenen Reisenden auszunehmev.
Behr billig, wie man sieht. 'Trotzdem aber wagten e» selbst die allerärgsten Rtclameblätter Amerika» bisher nicht zu behaupten, daß die Duellkarten reißenden Absatz gefunden haben und der Zweikampf Smith Hill wirklich nachgeahmt worden sei.
Da» Duell der beiden englischen Tanzmetster aber, welche den Sieg in einem Ehrenhandel von der Gelenkigkeit und Ausdauer ihrer Beine abhängig zu machen beschlossen und e» richtig auf 57»/., rrsp 60 tanzend zurückgelegte eng. lische Meilen brachten, ist bereit» wiederholt auSgetragr« worden. Zuletzt geschah die» in Boston mit dem bemerken», wertheu Resultate, daß ein Mensch volle 18 Stunden ohne Unterbrechungen tanzen könne, ohne wehr al» halb tobt zu sein.
Da» Tavzduell ist also auch nicht absolut lebensgefährlich und kann daher Jedermann, besonder» aber Damen, besten» empfohlen werden, weil e» Gelegenheit gibt, nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern auch Aumuth zu beweisen. DaS in Nubien übliche Duell hingegen, wobeis zuerst der Geforderte vom HerauSsorderer uud daun dieser von jenem mit etoer Peitsche au» Nilpferdhaut durchgebläut wird, ohne Widerstand zu leisten, ist höchst ordinär, trotzdem e» daraus ankommt, deu Schmerz zu verbeißen und Derjenige Sieger ist, der die» zu Wege bringt.
Wir können daher nicht einmal Hau-knechten dazu rathen. Sobald aber irgend wo, irgend wer, irgend eine Ehrensache in unblutiger Weise auSzutrageo gedenkt, stehr ihm nicht nur die voraogeführte Serie von Beispielen grati» zu Dteustev, sondern wir find auch gerne bereit, ihm noch einige andere höchst ungefährliche Ehreureparaturmittel bekannt zu gebe« und so zur Beseitigung de» mittelalterlichrn Duell» mit Schwert und Spieß uud Schteßetseu nach Kräften bet- zutrageu.
von 1839) gesonderten Anlagen bet der Großh. Prüiung». I Commtsfion unter Beobachtung der gesetzlichen Stempelvor- rtchtungeu binnen vier Wochen etozureichen. Den Meld- | uugen zu deu allgemetneu Prüfungen find die Zengnisie über bestandenen Acceß und Vollendung des proctischen Curse» beizufügeu, dagegen ist die Vorlage eine» Sittenzeugnisies nicht erforderlich. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß zu der specielleu Prüfung nach der Verordnung vom 27. August 1881 (Reg.°Bl. Nr. 19) nur solche Aspiranten zugelafien werden können, welche am Tage des Beginnes daS 20. Lebensjahr zurückgelegt haben.
•• Die Looeurrrnrelaufel. Vom 1. Januar 1898 ab werden die Verträge mit Augestellteu, welche die Concurrevzclausel, d. h. die Bedingung, in kein Concurreuz. geschäft zu treten, enthalten, bereit» noch den au diesem Tage tu Kraft tretenden Abschnitten de« Handelsgesetzbuches beurtheilt werden müffeu. Wenn auch da- Bürgerliche Gesetzbuch erst am 1. Januar 1900 in Krast tritt, so ist doch nach Anficht von Juristen die Loucurreuzelausel auch schon für früher ab- geschlosiene Verträge nach dem neuen Gesetz zu beurtheilen. Danach ist eine Vereinbarung zwischen dem Principal und dem Handlungsgehilfen, durch welche dieser für die Zeit nach der Beendigung de» Dienstverhältnisies in seiner gewerblichen Thätigkeit beschränkt wird, für den Handlungsgehilfen nur insoweit verbindlich, als die Beschränkung nach Zett, Ort und Gegenstand nicht die Grenzen überschreitet, durch die eine unbillige Erschwerung deS Fortkommen» des Handlungsgehilfen auSgeschloffen wird- die Beschränkung kann überhaupt nicht auf einen Zeitraum von mehr al» drei Jahren von der Beendigung deS Dienstverhältniffe» an erstreckt werden. Die Vereinbarung ist nichtig, wenn der Handlungsgehilfe zur Zeit des AbschluffeS minderjährig ist. Man wird nicht fehlgeheu mit der Annahme, daß die Gerichte im Falle des Procesies die Vorschriften deS neuen Handelsgesetzbuches vom 1. Januar ab auf alle bestehenden Anstellung-Verträge von HandluugS« gehilfen anweuden._
Butzbach, 9. December. Die Sammlungen für deu Gar an tief ond» der im nächsten Jahre hier stattfindenden Oberhessischen Gewerbe-Ausftellung sind nun abgeschloflen und haben ein sehr zufriedenstellendes Resultat ergeben. Nachdem die Stadtverwaltung mit 1000 Mk. und das Faselmarktcomitö mit 500 Mk. den Anfang gemacht hatten, sind von 102 hiesigen Einwohnern noch weitere 6725 Mk. gezeichnet worden, sodaß der gesammte Garantie- fondS 8225 Mk. beträgt. Sin gleichfalls für daS Unter- nehmen sehr günstiger Umstand ist der, daß bet dem guten Wetter der Bau der neuen Turnhalle so rasche Fortschritte
• Berlin, 8. December. Die Eröffnung der Wärmehallen !am Alexanderplatz hatte gestern eine große Zahl der Obdachlosen in aller Frühe in der Nähe de» Polizeipräsidiums versammelt. Ihre durchnäßten Kleider zeigten, daß sie wohl meist die Nackt im Freien zugebracht hatten. Kaum waren die Thore geöffnet, so drängten dir Armen sich nach den Plätzen in der Nähe der rtestgen Oefen, um die Kleidung zu trocknen. Wie tm vorigen Jahre soll auch diesmal eine Werkstatt für Schneider und Schuhmacher eingerichtet werden, dort werden die zer- riffeneu Sachen wieder nothdürftig hergestellt. Die zu». Verkauf kommenden Suppen und Getränke sind verhältuttz- mäßig sehr billig. Falls Geschenke und Spenden in ge- vügender Zahl eiogehen, wird beabsichtigt, Kaffee unentgeltlich zu verabreichen. ,
* Berlin, 8. December. Gestern früh wurde der 51 Jahre alte Tischlermeister Ehrtstian Aehle au» Dietersdorf, Kreis Sangerhausen, der am Tage vorher mit WethnachtSbäumen hierher gekommen war uud mit seinem Begleiter, einem etwa 25 Jahre alten Manne, drffen Persönlichkeit noch nicht fest- gestellt werden konnte, bei dem Schankwirth Wendeler, Teltower Straße 53, Wohnung genommen hatte, in dem mit Leuchtgas angesüllten Schlafraum schwer betäubt vorgefunden. Der junge Mann war bereit» erstickt. Dieser war später als Aehle zu Bett gegangen und hat vermuthlich aus Un* kenntuiß die Flamme auSgeblaseu, ohne die Leitung zu ver- schließen. Aehle wurde nach dem Krankenhäusern« Urbau gebracht und die Leiche in daS SchauhauS geschafft.
• Reustadt a. H., 6. December. Eine heute von etwa 150 Gastwtrtheu au» der ganzen Pfalz besuchte Der- sammluug faßte einstimmig den Beschluß, fich von dem in
2lmtlid?cr Theil.
Bekanntmachung.
An die Abhaltung de» auf den 15. December l. I». in Wetzlar anstehenden BiehmarkteS werden zur Verhütung der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche folgende Bedingungen geknüpft:
1. Für deu Auf- und Abtrieb der Thtere ist je eine bestimmte Stelle zu schaffen. Die Benutzung anderer Stellen für deu Auf- uud Abtrieb, ebenso daS Handeln mit Vieh außerhalb de» Marktplatzes ist verboten.
Der Auftrieb beginnt um 8V3 Uhr Vormittag».
2. Auf den Markt dürfen nur Thiere aus feuchefreieu Orten, deren Führer mit gültigen behördlichen UrfpruugSzeugniffen versehen sind, aufgetrieben werden, Thtere von Händlern aber nur dann, wenn in jenen UrsprungSzeugvtffen weiter bescheinigt ist, daß die Thtere sich die letzten sieben Tage iu un- verseuchtem Zustand tu sruchefreten Orten befunden haben.
Im Uebrigen gilt für die Einführung von Häudlervieh tu deu Kret» Wetzlar die iu Nr. 109 deS Wetzlarer Anzeiger» vom 11. Mat 1897 veröffentlichte polizeiliche Anordnung des Herrn Regierungs- Präsidenten zu Coblenz vom 13. April 1897.
3. Au» dem Großherzogthum Heffen dürfen R ndvieb, Schweine und Schafe nicht aufgetrieben werden.
4. Bet dem Auftrieb der Thtere hat der Etgeuthümer oder Führer dem anwesenden Polizeibeamten daS unter Nr. 2 erwähnte UrspruugSzeuguiß vorzuzrtgen.
Außer von der Coutrole der UrsprungSzeugniffe ist der Auftrieb von der vorherigen Besichtigung uud Ntchtbeaustandung der Thtere durch den KretS- thierarzt abhängig.
Wetzlar, den 4. December 1897.
Der Königliche Landrath.
stet» bet fich, um fich ihrer augenblicklich bedienen zu können, fall» fie iu Gesellschaft oder soustwo ein Rencontre haben. Der Vorgang dabei ist folgender: Mister Smith hat deu Eolouell Hill beleidigt und wird von diesem bei Seite ge- uommeu. Da die Abfichl klar zu Tage liegt, fliegen die Portefeuilles, iu denen fick die Duellkarten befinden, sofort tu» den Taschen und H'll überreicht Smith Karte Nr. 1. Dieselbe besagt: Mein Herr, Sie haben mich beleidigt! — Gut, denkt Smith, denn zu sprechen hat er bet diesem Duell nicht nölhig, uud überreicht dem Gegner Karte Nr. 2 mit dem Inhalte: Sie find ein Lügner. Nun kommt wieder Hill an die Reihe und übergibt Karte Nr. 3, welche ver- kündet: Sie find sogar ein verdammter Lügner. — Smith wacht eine grimmige Miene, denn dieselbe entspricht den Worten, welche Karte Nr. 4 enthält, nämlich: Nur aus Rückficht (für die anwesenden Damen, oder meine Ehre) unterlaffe ich e», meine Faust iu Ihr Geficht zu pflanzen. Darauf Hill» Karte Nr. 5: Mein Herr, ich wache Sie darauf aufmerksam, daß ich 250 Pfund wiege! Karte 6: Gut, aber wa» mich betrifft, so bin ich der beste Boxer auf zehn Meilen in der Runde. Karte 7: Trotzdem schlage ich (Hill) Ihnen hiermit drei Zähne an» Ihrem prahlerischen Munde. Smith mit Karte 8: Auch ich laffe nun alle Rücksicht bei Seite. Diese Karte bedeutet, daß ich Ihnen ein Loch in den Kopf geschlagen (oder alle Rippen gebrochen) habe. Da die Geschichte bereit» so bedenklich steht, überreicht Hill nach einigem Besinnen die Karte Nr. 9: 3^ denke, wir stehen jetzt ziemlich gleich. Nehmen Sie den Lügner zurück. Smith» Karte Nr. 10: Und Sie den verdammten. Karte 11: Gut, Sie find ein Gentleman. Karte 12: Sie auch, wir haben übrigen» beide Recht! . . . Damit ist da» Duell zu Ende. Die Herren schütteln fich die Hände und sehen bi» zum nächsten Streite friedlich uud mit dem erhabenen Bewußtsein nebeneinander her, für die Ehreureparatur jährlich höchstens 6—12 Dollar» zu benöthigen.
*** $70 77 169C0 4.17
Locales trab provinzielles
Gießen, den 10. December 1897.
•• Prüfungen im Finanzsach. Gesuche um Zulaffung zu deu am 13. April 1898 beginnenden allgemeinen Prüfungen i« Finanzfach und in den technischen Fächern, sowie zu der specielleu Prüfung der ersten Kategorie de» Fiuanzfache» find mit d-n oorgt^rub.tun B-ich-migun«.. und d-n i° der Bekanntmachung vom 28. November 1839 (Reg. Bl. Nr. 36
«nd cor»*
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Seltsame Ehrenreparaturen.
Von Richard March.
(Schluß.)
Diel-m nach wird die Abneignn« mancher Stute auch -ea-n da. °'°°M°diIch- Duell b-gre.flich. @« ««»»«"»■• 11* iedr viel Witz da»u, u>°!>inge,'u da» ueuistr »Ränig« b-^ge? Duell« bla- eiue gthiirige Partiau dtsieu er^rdert, m.mNtblickkeit aenannt wird. Denn nach dieser Manier ?Q* . aß QUt Pistolen mit dreimaligem Kugelwechsel, Em m"“««“.IS »«»MW -i dem ».* ein und stellt sodann den Antrag, sich vor^Beginn der Schießerei im einem Gasthause zu stärken. Dieser HrttiroB mit kalter Höflichkeit acceptirt werden- bemr Becher "at dieselbe jedoch allgemein zu weichen und einer cordialen fKHmmuna Platz zu wachen. Ist man so weit, dann ist e» die verfluchte Pflicht und Schuldigkeit de» Beleidigten, eine mitgebrachte Schetbenfigur zum Vorschein zu bringen, dieselbe irgendwo zu befestigen und den Vorschlag zu wachen, nach dieser zu schießen, den schlechteren Schützen für besiegt zu erklären und zu einer Geldstrafe zu verdammen. Der Gegen' theil muß diese Propofiliou natürlich annehweu. die Geld- büße aber kann, je nach Belieben, entweder einem wohlthätigen Zwecke zugeführt oder vertrunken werden.
Bei so bewandten Umständen wäre e» natürlich eine Schande für den nimmer rastenden Menscheugeist, wenn e» nicht auch schon billigere Duelle gäbe. Eia Buchdruckerei- Lefitzer hat dieselben erfunden. Und wie einfach und sinn- reich ist feine Erfindung. All< Gentlemen, die auf ihre Ehre etwa» halten, kaufen die sogenannten Duellkarten, welche in einfachster, sowie luxuriösester Ausstattung und verschiedenartig textirt zu haben find, und führen dieselben
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