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Montags.
Die Gießener
Mamirleuvkätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelcgt.
Zweites Blatt. Domerstag den 11. März
Gießener Anzeiger
Kmerat-Anzeiger.
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Alle Annoncen-Bureaux des In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" mtgegen.
Amtlicher Theil.
Bekanntmachung,
Betreffend: Maul- und Klauenseuche.
In Heuchelheim (Kreis Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche ansgebrocheu und Gemarkungssperre ange- ordnet worden.
In Hopfgarten (Kreis Alsfeld), Oberau, Häuser- 1) of, Hof Schwalheim, Berstadt, Echzell, Ober- WtdderSheim, Nieder-Mockstadt, Unter-WidderS- Leim, Glauberg, Heegheim und Gettenau (Kreis Büdingen), Beienheim, Burg-Gräfenrode, Mel- ach, Reichelsheim, Staden, Stawmheim, Wisselsheim und Wölf er sh ei m (Kreis Friedberg), und Nieder- »vetz (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche er- Roschen und find die verfügten Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden.
Gießen, den 9. März 1897.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Locales rrnd provinzielles.
Gießen, den 10. März.
** „verkauf zu Fabrikpreisen". In einem Rechtsstreit auf Grund des neuen Gesetze» über den unlauteren Wettbewerb ist der Begriff „Verkauf zu Fabrikpreisen" von fach- c erständiger Seite folgendermaßen festgestellt worden: Wenn Kaufleute von der Branche des Beklagten (LoofectiooS- und Textilbranche) anzetgrn, daß fie zu Fabrikpreisen verkaufen, so dürfen fie nur zu den Preisen die Maaren verkaufen, die fie laut Factura selbst bezahlen. Sie dürfen für sich daun nur diejenige Provision in Anspruch nehmen, die h!)nen die Fabrik, sei e» durch Baarzahlung oder wegen kurzen iZahluogSzteleS bei der Bezahlung procentual vom Fabrik- i'LngroSprei» abläßt. Keineswegs aber find in solchem Falle
unter „Fabrikpreisen" diejenigen Preise zu verstehen, zu denen die Fabrik an Private zu verkaufen pflegt.
•• Zur Fruge der küufUicheu Färbung der Wurst schreibt man der „Magd. Ztg.": Zu dieser Frage hat man nun auch an einem der Hauptplätze der Fleischwaarenindustrie, nämlich in Braunschweig, Stellung genommen, vorerst allerdings nur in den Kreisen der nächstinteresfirteo Fleischer. Auf Beranlaffung der Handelskammer für das Herzogthu« Braunschweig berteth die Fleischerinnung eingehend die Frage nnd kam dabet mit Einstimmigkeit zu dem Ergebniß: „Im Princip sei die Innung gegen da- Färben der Wurst, jedoch zwänge die große Toncurrenz und die heutige Geschäftslage, die Färbung so lange beizubehalten, bis ein allgemeine» Verbot sür da» Deutsche Reich erlassen werde." Ein solche» Verbot scheint auch beabsichtigt zu sein, denn, wie verlautet, ist von Berlin aus beim Herzoglichen Staatsministerium die Frage angeregt worden, ob nicht dem in neuerer Zeit immer mehr in Gebrauch kommenden künstlichen Färben der Wurst- waareu auf gesetzlichem Wege entgegenzutreten und entweder ein unbedingtes Verbot der Wurstfärbung zu erlaffen oder ein DeelarationSzwaug für gefärbte Wurstwaaren einzuführen sei. _____________
? Ehringshausen, 8. März. Ein schrecklicher Unglück Sf all hat sich vorgestern hier zugetragen. Ein hiesiger Einwohner war in den Wald gefahren, um Holz zu holen und hatte sich zur Hilfeleistung den Schäfer des Ortes mitgenommen. Als Beide sich auf dem Heimwege befanden, drohte unterwegs die auf dem Wagen befindliche Hebelade herabzufallen. Der Schäfer versuchte während der Fahrt die Hebelade wieder auf den Wagen zu bringen, kam hierbei zu Falle und das Rad deS schwer beladenen Wagens ging ihm über den Kopf, diesen zermalmend. Als Leiche hob «au den Unglücklichen vom Wege auf.
-h- Altenstadt, 9. März. In der Nacht vom letzten Sonntag auf den Montag wurde die htefige Einwohnerschaft durch Feuerrufe aus dem Schlafe geschreckt. ES brannte in der Hofraithe des Handelsmannes Löb Liudheimrr. Obgleich bis zur Ankunft der Feuerwehr schon sämmtliche Neben
gebäude einem Flammenmeere glichen, welches bereits eine Nachbarscheuer in schärfster Weise bedrohte, so gelang eS doch — dank der ruhigen Witterung — dem sofortigen energischen Eingreifen der Mannschaft, die gefährdeten Nachbargebäude, sowie daS Lindheimer'sche Wohnhaus zu retten.
Oppenheim, 8. März. Unter dem Borfitz des Herrn Kreis,ath» Btchmann hat fich hier der erste Weinbau- verein in der Provinz gebildet. Dem Vrretu gehören bi» heute 50 WeingutSbefitzer an.
A Mainz, 9. März. DaS nach mancherlei Kämpfen und wiederholtem Meinungsaustausch mit der Regierung von der htefigen städtischen Verwaltung für die Stadt Mainz in da» Leben gerufene städtische Arbeitsamt wird mit dem 1. April seine Thätigkeit beginnen. DaS Arbeitsamt wird durch städtische Beamte geleitet werden. Die dasür auS- ersehenen Beamten find gegenwärtig damit beschäftigt, in verschiedenen Nachbarftädten die dorten functioutrenden Sin- richtungen der ArbettSnachweisstellen zu studiren. — In der Lohnbewegung der hiefigen Maler, Lackirer und Tüncher haben die Verhandlungen mit den Meistern bi» jetzt nur ein negatives Resultat gehabt, so daß ein AuSstand sehr wahrscheinlich eintreten wird. Die Meister wollen nur 3 Pfennig pro Stunde mehr bezahlen, fich aber auf sonst keine weiteren Eoneesfionen einlaffen. Infolge der Haltung der Meister hat die Lohncommisfion der Arbeiter die Unterhandlungen abgebrochen und will man jetzt noch den Versuch machen, durch daS Gewerbegericht eine Einigung herbei- zusühren. — Seit dem Uebergavg der Hessischen Lud- wigSbahn in Staatsverwaltung hat die letztere ihren Bedarf an Material für da» BetriebSjahr 1897/98 jetzt zum ersten Male in Submission ausgeschrieben. Für die Lieferanten find die Bedingungen insofern günstiger, weil bei den Lieferungen nur eine Caution von 5 pEt. de» Liefernng»betrageS verlangt wird, während bisher eine solche von 10 pEt. zu leisten war. Ferner ist die Bestimmung neu, nach welcher die Bahnverwaltung den einheimischen Er- zeugoiffen bei gleichen Preisen und derselben Qualität den Vorzug gibt.
Murlleton.
Unter Dsuernssngern.
Ein Wiener Erlebniß von E. Robert.
t Nachdruck verboten.)
Bor einigen Jahren benutzte ich einen Sonderzug nach der Kaiserstadt an der Donau, um nach längerer Abwesenheit wieder einmal einige fröhliche Tage daselbst zu verbringen. Ich trug eine nicht zu gering bemeffene Summe Geldes bei mir, war außerdem noch mit einer guten Parthie jugendlichen Uebermuthes bewaffnet, der nahe an Leichtsinn grenzte.
Auf dem Nordwestbahnhofe angekommen, blieb ich zunächst überlegend stehen, da mir der kürzeste Weg nach dem gewählten Hotel nicht mehr recht erinnerlich war. Dieser Umstand mochte in einem elegant gekleideten Herrn, der an- scheinend Jemand abholen wollte, ihn aber nicht getroffen hatte, die Meinung erwecken, daß er einen Fremden vor fich sehe. Mit freundlichem Lächeln nahte er fich mir, grüßte höflich und fragte:
„Sie sind wohl fremd hier, mein Herr?"
Ich merkte sofort, wo er hinaus wollte nnd bejahte, da c6 mir Vergnügen machte, ihn ein wenig zu foppen.
„Falls Sie irgend eine Auskunft wünschen, bin ich gern bereit, Ihnen zu dienen," fuhr er zuvorkommend fort. „Ich kenne Wien wie meine Tasche."
„Vielleicht find Sie so gefällig, mir ein gutes Frühstückslocal in der Nähe nachzuwrisen? Ich verspüre einen wahren Wolfshunger." Und das war in der That der Fall.
Meine Aufforderung schien Waffer auf die Mühle des eleganten Herrn.
„Mit Vergnügen," entgegnete er liebenswürdig, „ich kenne ein vorzügliches und nicht zu theureS Local in der R.-Straße und nicht allzu wett von hier."
„Wo ist die R.-Straße?"
Der Herr sah nach seiner Uhr, schien nachzufinnen und erklärte dann höflich:
i„Sie wiffeu gar nicht Bescheid? So will ich Sie begleiten, ich habe auch Appetit und leiste Ihnen, wenn e» J-hnen recht ist, Gesellschaft. Mein Name ist Kollmann."
Ich stellte mich ebenfalls vor und wir machten uns auf ben Weg. Gemeinschaftlich pasfirten wir die Straßen der L ropoldstadt, gingen über die FerdinandSbrücke und bogen noch
kurzer Frist in die betreffende Straße ein. Da» Restaurant sah ziemlich anständig aus, auf den Scheiben prangten in goldener Schrift die üblichen Reklamen.
Einen Augenblick zögerte ich in der Thür — ich ver- «nthete nicht ohne Grund, einem Spieler von Profession in die Hände gefallen zu sein. Jndeffen, ich hatte längst gewünscht, einmal ein derartiges Abenteuer zu erleben, mein Geld wollte ich schon festhalten,- ich war Überdies ein kräftiger, starker Mann und traute mir Energie genug zu, so- wohl bedenklichen Versuchungen zu widerstehen, als einer mir gestellten Fall- zu entrinnen.
Also, kurz entschloffen, ich trat ein. Ein Schriststeller muß auch einmal etwa» wagen. Das Local bestand auS einem geräumigen, länglich viereckigen Gastzimmer mit dem Buffet linker Hand von der Eingangsthür und zwar dicht neben derselben. Eine zweite gegenüberliegende Thür führte in ein kleines Hinterzimmer ohne einen zweiten AuSgang. Mein Führer ging mir voran in daS bester auSgrstattete Hinterzimmer und nahm an einem Tische Platz, der fich in der dem Fenster sowohl al» der Thür gegenüberliegenden Ecke befand. Ich setzte mich, alle diese Umstünde sorgfältig und argwöhnisch bemerkend, neben ihn.
Ec hatte fich so plactrt, daß er mit dem Geficht nach der Thür saß. ES blieben somit noch drei Plätze an dem ein regelmäßiges Quadrat bildenden Tische übrig, einer auf dem Sopha, wo man den Rücken der Wand, und zwei auf Stühlen, wo man ihn den Fenstern und der Thür zukehrte.
Der Wirth bediente selbst, ein schmächtiger, kleiner, pfiffig aussehender Mann mit stubenfiechem Gesicht und gewöhnlichen Zügen.
Doch der Wahrheit die Ehre, da» Frühstück verdiente daS Prädtcat „Vorzüglich".
Während wir aßen, traten zwei weitere Gäste in der Kleidung von Herren aus den befferrn Ständen in das Hinterzimmer und zeigten fich sehr freudig überrascht, meinen Gefährten zu sehen.
„Sie hier, Kollmann? Gin seltener Besuch, wahrlich. Wir müssen uns doch monatelang nicht gesehen haben."
Kollmann schien gleichfalls erfreut, lud fie ein, am Tische mit Platz zu nehmen — wenn ich erlaube, was ich natürlich that — und berichtete, es sei ein reiner Zufall, daß er einmal wieder hier sei, veranlaßt durch mich, der fich seiner Führung anvertraut habe.
Wa» ich zu hören erwartete, trat ein. Wir hatten kaum
daS Frühstück beendet, als einer der Herren ein Spielchen vorschlug. Kollmann erklärte, keine Luft zu haben, und so spielten die beiden Freunde allein- wa», weiß ich nicht, e» mochte wohl Sechsundsechzig sein.
Nach einer Weile bemerkte einer der Herren:
„Hören wir auf, — das ist ja ein albernes Spiel." „Was wollen Sie, — wir schlagen die Zeit tobt." „Ach was, wenn wir einen ordentlichen Schasskopf zu Stande brächten —"
„Nicht übel — oder vielleicht einen Scat."
Verlangend blickten die Herren zu uns herüber.
Kollmann erklärte nach kurzem Bedenken, einen Schafs- köpf wolle er schon riskiren, obwohl er nicht viel davon verstehe, aber er verfüge nur über eine Stunde Zeit. Man redete wir zu, was blieb mir schließlich Übrig? Ich bewaffnete mich mit Vorsicht und Muth nnd gab der Einladung Folge, wenn ich auch ein gewisse» unbehagliches Gefühl nicht zu unterdrücken vermochte.
„Da Sie beide nicht recht spielkundig sind," sagte einer der Herren, nachdem eine gegenseitige Vorstellung voran- gegangen war, „so wird es gut sein, wenn jeder von Ihnen mit einem von unS zusämmenspielt. Nehmen wir daher einander gegenüber Platz. Wollen Sie" — wandte er fich zu mir — „vielleicht so gut sein, meinen Platz — eS »ar der auf dem Sopha — zu belegen?"
Wenn ich keinen Argwohn verrathen wollte, mußte ich seiner Aufforderung Folge leisten. Der Leser wird fich aus meiner oben gegebenen Beschreibung erinnern, daß der Sopha- platz der ungünstigste am ganzen Tische war. Der Tisch stand in der Ecke, meine drei Mitspielenden saßen, natürlich in guter Abficht — an den drei Seiten, welche den Sitz auf dcm Sopha einschloffen. Ich hatte hinter wir die Wand, gegenüber, links und rechts von mir die drei Spieler, dazu noch auf dec linken Seite die andere Wand. Eine nette Situation! Ich war eingekeilt wie das Wild bei einer Treibjagd.
So begann das Spiel.
Wir spielten anfangs einige Partbien Schafskopf, aber mein Begleiter stellte fich derart ungeschickt an, daß wir ab- brechen mußten. Ich hatte das erwartet, ebenfalls den in der That rasch genug auftauchenden Vorschlag, statt dessen ein einfacheres Spiel zu entrieren.
(Schluß folgt.)


