Dienstag den 10. August
Nr. 185
Erstes Blatt
Anrts- und Anzeigeblatt für beit Ureis Gieren.
chralisöeitage: Hießener Kamilienbkätter
tellen-Angebote.
Feuilleton
n6
Das königliche Hof- und Nationaltheater, daß
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr.
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Au-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" mtgeg«.
Dresden, 7. August. Die in Sachsen durch das Hoch» wasser angerichteten Schäden werden ohne den Eruteverlust auf 70 Millionen Mark geschätzt.
Die Gießener AamitienSkätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Der
Lietzener Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme deS MontagS.
die Petersburger Stadtverwaltung einen großen Posten Cigaretten spendete. Außerdem sollen für die deutschen Matrosen größere Feste veranstaltet werden. Für die am Montag Abend stattfiudende Gala-Vorstellung werden groß- artige Vorbereitungen getroffen. Gestern Abend fand schon eine Probeaufführung statt.
Rnstfchuk, 7. August. Bisher wurden von den bet der gestrigen Explosion verunglückten Personen 46 tobt auf- gefunden. Von den schwer Verwundeten schweben 60 in Lebensgefahr. Fürst Ferdinand besuchte die Unglücksstätte und spendete eine größere Summe für die Hinterbliebenen der Verunglückten.
liche Leben mit all seinen kleinen Zufälligkeiten wiedergebra möchte, große Hebung besitzen.
Wer übrigens in dieser Jahreszeit nach München kommt, wird eia gut Thetl seiner Zeit der reichen und gediegenen internationalen Kunstausstellung im königlichen Glaß- palast widmen, welche in diesem Jahre unter dem Zeichen LenbachS steht, der in Gemeinschaft mit dem Architekten Emanuel Seidl bei dieser Gelegenheit wichtige Schritte zu einer Resorm des gesammten AuSstellungSwesenS gethan hat. Die diesjährige Münchener GlaSpalast-AuSstellung ist das Resultat heißer MeinungSkämpfe, aus welchen verschiedene Gruppen hervorgegangen find: Die „Luitpold-Gruppe", so genannt nach dem bekannten Restaurant gleichen NamenS, die „Gruppe der Collegen", welche Lenbach zu ihrem Banner- Herrn anSrief, und endlich die „Sezessioniften", welche auch diesmal die äußerste Linke in der malerischen Bewegung repräsevttren, wenngleich in einzelnen Fällen die Trennung zwischen ihnen und einigen der Luitpold Gruppe angehörenden Künstlern mehr durch die Würde als durch den Charakter der Bilder selbst erreicht wird.
Die Kunstrichtungen, welche fich hart befehden, kann man nun im „Glaspalaft" friedlich nebeneinander wohnen sehen. Neben den bewährten Alten, einemLenbach, Böckltn, Defregger, Raupp, Zügel u. s. w. erblicken wir die genialen, oft extra- vaguanten Arbeiten eines Stuck, Exter, L. v. Hofmann u. s. w.
Einea aparten Genuß gewährt daS Durchwandern der kunstgewerblichen Abtheilungen, in welchen vornehmlich die Ornamente Obrtft's und seiner Jünger ihre Triumphe feiern. , ...
Den GlaSpalast selbst haben wir noch nie so organisch durchgegltedert und in allen seinen Räumen zweckmäßig aul« genutzt gesehen, wie diesmal, wo der edle Formen- und Farbensinn LenbachS gestaltend über dem Ganzen wachte.
2 500 Personen faßt und sowohl durch seine innere Einrichtung als auch durch die künstlerische Leistungsfähigkeit seuner Kräfte einen ersten Rang unter den deutschen Bühnen brrhauptet, erweist fich vorzugsweise olS eine Hochburg für die Pflege der Wagner Mufik. Die Münchener Muster- avfführungen von „Tristan und Isolde" und deS „Rings dar Nibelungen" find eine ernste Concurrenz für Bayreuth. ’M) dem Rücktritt des genialen Capellmeisters Hermann
Moderne Itsdtrbilder.
München.
III.
Theater und Glaspalast.
Retsebrtef für den „Gießener Anzeiger".
(Nachdruck verboten.)
M. Mit Recht darf man München als einen Brennpunkt dramatischen Lebens in Deutschland auffaffen. ES
JByitlpla ter wrrtidttn jrukfvta «Mtzkteer.
Vpernhnn».
Dienstag den 10. August: Afrikanerin. Mittwoch den 11. August: Meistersinger. Donnerstag den 12. August: Carmen. Freitag den 13. August: Obersteiger. Samstag den 14. August: Die lustigen Weiber. Sonntag den 15. August: Lohengrtn. Montag den 16. August: Bajazzo. Cavalleria rusticafna. Das Wetterhäuschen.
«chauspüNhems.
Dienstag den 10. August: Goldfische. Mittwoch den 11. August: Versunkene Glocke. Donnerstag den 12. August geschlossen. Freitag den 13. August: Der Pfarrer von Kirchfeld. Samstag den 14. August: Faust. Sonntag dm 15. August: Fall Clemenceau.
Biertkl jährig re AVomrement-preisr 2 Mark 20 Pfg. mit Vringerloha.
Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
Webaction, Expedition und Druckerei:
-chutstratzeM.7.
Fernsprecher
Deutsche» Reich.
Berlin, 7. August. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt In fettem Druck: Nachdem der neue amerikanische Zolltarif als „Gesetz zur Beschaffung von Einkünften für die Regierung und zur Ermuthigung der Jndnstrieen in den Vereinigten Staaten" unter dem 24. Juli Gesetzeskraft erlangt tat, ist durch den kaiserlichen Geschäftsträger in Washington gegen die Erhebung eineß Zuschlagzolls auf Zucker in Höhe der im Hrrsttllungslande gezahlten Prämie erneut schriftliche Verwahrung eingelegt worden.
Berlin, 7. August. In der heutigen Nummer deS „Reichs-Anzeiger" wird daß Gesetz betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung vom 26. Juli 1897 (Organisation deS Handwerks) veröffentlicht.
Berlin, 7. August. Die Kaiserin Friedrich hat d m Berliner Central-Comitü für die durch Ueberschwemmung Geschädigten Deutschlands 3000 Mk. zugehen lassem Bet der städtischen Hauptstiftungt kaffe wurden in den anderthalb Lagen feit Veröffentlichung des Aufrufs zu Gunsten der Ueberschwemmten schon 25000 Mk. vereinnahmt.
Berlin, 7. August. Der Oberpräfident von Schleswig- Holstein, Staatsminister v. Köller, ist gestern Abend hier eingetroffen.
Fraukfnrt a. M., 7. August. Der „Franks. Ztg." wird aus Konstantinopel gemeldet: Der Sultan erließ ein Jrade an den ökumenischen Patriarchen, in welchem er mit- theilt, daß alle im Epirus während des Krieges zerstörten christlichen Kirchen sofort auf Rechnung der kaiserlichen Privat- Hchatulle wieder aufgebaut werden.
Frankfurt a. M., 7. August. Wie die „Franks. Ztg." Errichtet, fand gestern Bormittag in Straßburg i. E. die Grundsteinlegung zum Prinz - Friedrich - Karl- Denkmal statt. Die Festrede hielt Oberpostdirector KlauS; der commandtrende General des 16. ArmeecorpS, Graf «. Haeseler, vollzog im Namen deS Kaisers die Denkmals- uirkunde und legte sie in den Grundstein. Die Spitzen der Ltvtl- und Militärbehörden wohnten der Feier bei.
Wilhelmshaven, 7. August. Im nächsten Monat werden bdc Panzerschiffe Baden, Bayern und Württemberg i« Dienst gestellt werden.
Danzig, 7. August. Infolge wiederholten Schießens o uf Posten wurden gestern auf Eommandanturbefehl fämmtliche isolirt stehende Poften mit scharfen Patronen -versehen.
Hamburg, 7. August. Das englische Schiff „Martha L. Craig" ist auf der Reise von Cardiff nach Rio Grande bet MostardaS gestrandet. Schiff und Ladung find total verloren. Von der Besatzung find nur die beiden Steuerleute und zwei Matrosen gerettet, die übrigen ertranken.
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Meßener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
Münchener Hofoper das seltene Glück gehabt, tu Richard Strauß, dem Zarathustra-Compontsten, einen Dirigenten zu finden, der, wenigstens wak künstlerisches Temperament und redliches Wollen anlangt, hinter feinem Vorgänger nicht zurückbleibt.
Das in reichem Rokokostil erbaute, links neben dem Hoftheater gelegene Residenztheater dient für Lustspiele und kleine Schauspiele, während baß Gärtnerplatz- Theater hauptsächlich der Pflege deß bayerischen Dialect- stückeß reservtrt ist. Hier kann man die volkßthümlichen Dichtungen eineß Ganghofer, Neuert, Rauchenegger, Hermann v. Schmid, überhaupt alle die Stücke, in welchen Jodler, Zitherspiel und „Schuhplattler" daß stimmungßvolle Beiwerk schaffen, gleichsam an der Quelle genießen.
Daß moderne Sitten- und SensationsstÜck ist die Specialität deß deutschen Theaterß. Dieses Schauspielhaus an der Schwanthaler Passage ist schon seinen inneren Einrichtungen nach eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Man glaubt In einem großen Festsaale zu sitzen- die breiten Gänge, die weiten Zwischenräume zwischen den Sitzreihen, vor allem aber die reiche Verwendung von GlaS und Vergoldung laffen diesen Eindruck auskommen. Draußen herrschte eine wahrhaft tropische Junihitze, — drinnen im Theater war eß wohlthuend kühl, und überdies boten auch die herrlich luftigen RestaurationSräume, in welchen köstliches Leiftenbräu gefchänkt wird, die erwünschte Erholung und Erfrischung, die unS um so nöthiger war, alß droben auf der Scene schreckliche Ereigniffe auf unsere Nerven einstürmten. Man gab gerade die Dramatifirung von Zola'S „Therese Ra quin", halb Crtmtvalroman, halb psychologische Studie, vortrefflich in Scene gesetzt von Emil Drach und ebenso vorzüglich dargeftellt von den Damen und Herren des „deutschen Theaterß", die offenbar in jener Sp!elweise, die das wirk
Unterhaltungen in Bad-Nauheim.
Dienstag den 10. August, Nachmittags von 5 biß 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Concert des Hospianisten Raoul v. Koc,als» aus Warschau. Mittwoch ben 11. August, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapeüe auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung. Der Pfarrer von Ktrchseld. Donnerstag den 12. August, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8i/i bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Von 8i/8 biß 10 Uhr spielt die Capelle Tänze und kann aus dem nordwestlichen Thetle der Terrasse getanzt werden. Abend« 8 Uhr im Saale: Concert der Russischen Vocal-Nattonal-Capelle Nadina Slaviansky, 7 Frauen, 14 Manner, 16 Kinder, in der Landestracht des 16. Jahrhunderts. Freitag ben 13. August, Nachmittag« von 4Vi bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 'Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurcapelle. Die schöne Galathß. Hieraus: Flotte Bursche. Samßtag den 14. August, Nachmittags von 4 bis 7 und von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse: Concert der Capelle des König!. Sichs. Infanterie- Regiments König Wilhelm II. von Württemberg Nr. 105 au« Straßburg. Abends 8 Uhr im Saale: Tanz. Vorläufige Anzeige: Sonntag den 15. August, Nachmittag« von 4 bis 7 und von 8 bi« 10 Uhr auf der Terrasse: Doppel-Concert de« Gesangvereins Schubert- Bund aus Wiesbaden, unter Leitung deS ConcertsängerS Herrn W. Geiß und der Kurcapelle.
AnsUrud.
Wien, 7. August. Bei Besprechung des Besuche« deß deutschen Kaisers in Petersburg schreibt die „Neue Freie Preffe": Wenn auch in Rußland wie in Deutschland gute Gründe vorhanden find, den Besuch nicht an die große Glocke zu schlagen, so ist derselbe trotzdem ein großes Er- eigniß. Nicht ohne Grund hat fich der greise Reichskanzler Fürst Hohenlohe zugleich mit seinem kaiserlichen Herrn nach Petersburg begeben. Würde es fich hier bloß um Feste und um Erwiderung einer Höflichkeit handeln, so hätte fich der Reichskanzler den Beschwerden der langen Reise kaum unterzogen.
No», 7. August. Die Meldungen, der franzöfische Minister deß Aeußern, Hanotaux, habe den italienischen Botschafter vertraulich auf den schlechten Eindruck, welchen die Reise deß Königs Humbert zu den deutschen Manövern in Frankreich Hervorrufen werde, aufmerksam gemacht, und Visconti Venofta habe dieserhalb dem Könige von der Reise ab* gerathen, werden osficiöß alß erfunden bezeichnet.
Paris, 7. August. Den Morgenblättern zufolge soll Neguß Menelik und Gemahlin zur Ausstellung im Jahre 1900 nach Paris kommen und dort von März bis Juli Aufenthalt nehmen.
Paris, 7. August. „Petit Parifien" meldet aus To ul, die Untersuchung gegen den wegen Spionage verhafteten Ronan habe ergeben, daß derselbe für die deutschen Militärbehörden correspondirte und diesen Pläne auslieferte. ES wurden eine große Menge Beweisstücke in der Wohnung deß Verhatteten aufgefunden.
London, 7. August. „Daily Chronicle" meldet auß Peterßburg, die ruffische Regierung beabfichtige wegen deS ungünstigen Standeß der Ernte die Getreideausfuhr zu verbieten.
Petersburg, 7. August. Eß herrscht hier überauß warmes, schönes Wetter. Die Blätter drücken anläßlich der Ankunft deS deutschen Kaiserpaares übereinstimmend auS, daß die Begegnung der Herrscher ein neues werthvolles Unterpfand für den Frieden Europas fei. Allseitig wird den aufrichtigen Friedensbestrebungen des deutschen Kaisers volle Anerkennung gezollt und hervorgehoben, daß Kaiser Wilhelm immer bereit gewesen sei, die russische auswärtige Politik, wo eß sich alß nothwendig heraußgestellt habe, zu unterstützen. Mehrere Blätter bringen daß Bildniß deß deutschen Kaiserpaareß. Besondereß Jntereffe bringt man hier der deutschen Marine entgegen, für deren Mannschaften
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ersten Stock
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erf.L - v i, welcher daß geistige Erbe Wagnerß im Sinne des 0) SEtelle beiI Meisters, groß und doch frei, zu verwalten wußte, hat die
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int in vieler Hinsicht sogar tonangebender alß Berlin, wo die 'Tliquenw rthfchast in den letzten Jahren gar zu oft über den ] Erfolg oder Mißerfolg etneß Werkes entschieden hat. Am
" mtlitS Jsarstrande bewegt man fich im Allgemeinen in solideren
n'ndntnBahnen- daß Schicksal der Novitäten hängt weniger von ,e9tn Zufälligkeiten ab, und die künstlerischen Experimente, die von
hier ihren Außgang genommen haben, wie z. B. die Er- ] atfuW- , Cnfitr. Achtung einer Shakespearebühne, fußten nicht nur auf 8Ultn«ta abfiratten Theorien, sondern erwiesen fich stetß alß praktisch
1 nÄÄ »probt und durchführbar.
i] Daß Eänialtdbe .fSnf» und Nati onaltheater, daß
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Em jUDerläffiger MdtWN oben Lohn für ein hiesige S ofort gesucht Nur solche - Zeugniffen -vollen sich
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