Donnerstag den 8 Juli
18»7
Rr. 157 Zweites Blatt
Meßener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger
Amts- «nd Anzeigeblatt für den Kreis Giefzen.
Hratisöeitage: Hießener Kamikienölätter
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Hiernach wäre
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Feuilleton
Stoffwechsel und
zu ersehen, das neben«
auf den mensch- in einer gelinden der Haut, welche
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de, fügenden log erscheinenden Nummer bi- Vorm. 10 Uhr.
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♦ Nordseebad Znsel Schiermouuikoog (Niederlande). Nach Beendigung von Vergrößerung-« und DerschönerungSarbeiten ist am 1. Juli die diesjährige Badezeit auf der Nordseetnfel Schtermonnikoog eröffnet. Das vergrößerte Kurhotel (Badhuis) hat einen neuen Pächter aus Hamburg erhalten. Zugleich haben die regelmäßigen Dampferfahrten von Groningen nach Schtermonnikoog im Anschlüsse an die Ttsenbahnzüge au« Deutschland wieder ihren Anfang genommen.
Die Gießener
»erden dem Anzeiger »«chmtlich dreimal beigrlegt.
aller LebenSthätigkeit, Vermehrung von Eruäherung.
Die Wirkung der Seeluftbeweguvg licheu Körper macht fich zunächst geltend Erregung der gesammten GefühlSnerven
Jahren die Sterblichkeit der Frauen eine geringere alber Männer.
Nach einer englischen Statistik sind in England von Personen, die ein Alter von 100 Jahren und darüber
Nach- aters,
Der
Kießeser Anzeiger erscheint täglich, 9ül Ausnahme deS Montag».
Die größere Sterblichkeit der Männer bringt auch die Lebensgefährlichkeit vieler Berufsarten mit fich. Von den gefährlichsten Betrieben, z. B. als da sind die Hütten- und Eisenwerke, die Bergbaubetriebe, die Brauerei- und Mälzerei- betriebe, die SpeditionS- und Keltereigewerbe und der Schtff- fahrtSbetrieb, die nach der Unfallstatistik des Deutschen Reiches im Jahre 1893 auf 1000 Versicherte 50 Verletzte hatten, find Frauen ziemlich ganz ausgeschlossen. Dagegen führen sie als Bäuerinnen. In der Landwirthschaft u. s. w. ein höchst gesunde- Leben, und sogar die Fabrtkbetriebe, in denen fie zu finden find, wie z. B. Tabak-, Seiden-, Textil-, Bekleidungsindustrie, Buchdruckgewerbe, weisen nach der Unfallstatistik des Deutschen Reiches nur zehn pro Mille Verletzte im Jahre 1893 auf.
Im Allgemeinen leben die Wohlhabenden länger als die Armen, trotzdem die französischen und englischen Special- stattftikeu der Hundertjährigen behaupten, daß dieselben den niedrigsten Klaffen angehören. Aber die Hundertjährigen find an und für sich solche Ausnahmefälle, daß fie der Richtigkeit der oben ausgesprochenen Anschauung nicht widersprechen.
Jedenfalls leben die Verheiratheten länger als die Un- verheiratheten.
Welche Lehre ist aber aus der größeren Lebensdauer der Frau zu ziehen? Daß dieselbe im Erwerbsleben noch viel festeren Fuß als bisher fassen muß, und zwar hauptsächlich, weil eS durch die Constatirnug der längeren Lebensdauer deutlich zu Tage tritt, daß die Frau niemals darauf rechnen kann, ihr ganzes Leben lang vom Manne ernährt zu werden. Denn nicht allein heirathen 29 pEt. der Frauen überhaupt nicht, sovden auch die 71 pCt. der Heirathendcu müssen durch die Wahrscheinlichkeit ihrer größeren Lebensdauer gewappnet sein, eines Tage- fich und ihre Kinder selbst ernähren zu müssen.
(Aus dem „Berliner Local-Anzeiger".)
erreicht haben, 43 Frauen und 23 Männer. In London zeigt ein JahreS-CeusuS 21 Hundertjährige, 5 Männer und 16 Frauen.
Eine in Frankreich aufgestellte Statistik von Hundertjährigen ergiebt 213 hundertjährige Personen, wovon 147 Frauen und 66 Männer. Der EensuS der Bereinigten Staaten von 1890 führt 3981 Personen an, die ein Alter von hundert Jahren und darüber erreicht haben, zwei Drittel oavon, nämlich 2583, waren Frauen, während nur 1398 fich aus Männern zusammensetzten. Ueberall überwiegt die Lebensdauer der Frau. Wo die Gründe dafür zu finden find? Bor Allem wohl in der gesünderen, gemäßigten Lebensweise. Die Frau trinkt nicht, fie raucht nicht — Ausnahmen bestätigen nur die Regel —, sie ißt nur mäßig, sie führt kein unregelmäßiges Leben, wie die Mehrzahl der Männer eS in oer Jugend thm, all dies zusammen giebt ihr eine viel größere Lebenskraft.
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ioetben. Ein Stadtbewohner, welcher elf Monate des Jahres hindurch ununterbrochen die staub- und ketmreiche, ivevig bewegte Luft seines ArbeirS« und Geschäftszimmers, «einer Werkstatt, feiner Häuslichkeit, der Schulstuben und Versammlungsräume, der Wirtschaft-- oder Bergnügungö- liiaser, oder der städtischen Straßen eingeathmet hat unter gleichzeitiger ermüdender Anspannung seiner geistigen und 'öcperltcheu Kräfte oder unter Erregung deS GemütheS, and welcher nun den zwölften Monat des Jahres in Listiger und körperlicher Ruhe auf einer jener Nordsee- mleln zubriugt und tagaus, tageiu nur die chemisch reine, völlig keimfreie Seeluft einathmet, der gleicht dem Fisch, welcher aus einem trüben, engen Aquarium in das crystall- klar fließende Wasser eines Gebirgsbaches gelangt, oder «leicht bam Stier, welcher den winterlichen dumpfen Stall in Sommer mit der hohen freien Alm vertauscht. Hier tote dort schnelle Hebung d-s Wohlbefindens, Steigerung
Sterbetafel für die Jahre 1870 bis 1881 ist daß von je 100,000 Lebendgeborenen erlebten bezeichnete Alter:
Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" rntgtgm.
etwas Belebendes und Anregendes für Geist und Körper, insbesondere auch für die Muskulatur und die Herzbewegung hat und das Gefühl der Erfrischung mit fich bringt,- ferner durch eine Gewöhnung der EmpfindungSnerven an Kälte- reize (Abhärtung). Auch die Schleimhaut der AthmungS- wege wird durch Einathmung der lebhaft bewegten Luft abgehärtet. Daher werden durch eine Luftbadekur aus den Nordseeinseln nicht nur hartnäckige, eingewurzelte Katarrhe in wenigen Wochen beseitigt, sondern gleichzeitig die Schleimhäute für Herbst und Wtnrer abgehärtet.
Freilich sind alle diese werthvollen Wirkungen nur zu erzielen, wenn der Kurgast sich nicht ängstlich vor dem anfänglich unangenehmen scharfen Winde verkriecht, sondern sich rückhaltlos oder planmäßig, d. h. kurgemäß, der Einwirkung der reinen, ozonreichen, feuchten, gänzlich staub- und keimfreien und lebhaft bewegten Seeluft preisgtbt. Im Allgemeinen sollte jeder Kurgast die Regel festhalten, nur die Nacht im Zimmer zuzubringen, den ganzen Tag über aber, einschließlich der Mahlzeiten, im Freien sich aufzuhalten, in Hallen, Zelten, Lauben. Leider wird hiergegen noch viel gesündigt, namentlich von den Damen, welche nicht selten im Seebade ihre häuslichen Gewohnheiten fortsetzen und den größten Thetl des Tages, anstatt am Strande, mit Toilette, Brtefschreiben, Romaulesen und dergleichen im Z'mmer verbringen. Selbst Regenwetter sollte den Kurgast
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). MuWrector.
Um 2 Uhr setzte sich ein imposanter Zug durch den geschmückten Ort nach dem Festplatz in Bewegung- auf dem letzteren angekommeu erfolgte die Weihe und Uebergabe deS schönen VeretnSbaunerS, der fich ein Fahuenlted und sonstige Vorträge anschloffen. Auch für Volksbelustigungen rc. war bestens gesorgt. Gestern fand eine kleine Nachfeier auf dem Festplatze statt.
A Mainz, 6. Juli. Unter der Aufschrift: „Sine grauenhafte Fahrt"! bringt der „Mainzer Anzeiger" in seiner neuesten Nummer eine Schilderung einer Rheio- fahrt, welche der Mombacher Männergesangveretn am verflossenen Sonntag unter großen Gefahren nach St. Goarshausen unternommen hat. Auf der Rückfahrt brach bei Caub zwischen dem Capitän und dem Heizer des Schifferin blutiger Streit au-, bei welchem die Streitenden mit Messern aufeinander losgiugen. Während dieses, eine ziemliche Weile dauernden Kampfe- war in dem Maschinenraum des Schiffes Niemand, so daß ein Gefahr befürchtender Passagier hinunter stieg und wahrgenommen hat, daß der Kessel Ueberdruck gehabt. Nun kam der Heizer, warf die Feuerung heraus und drohte nicht mehr mitzufahren. Auf viele- Bitten machte derselbe aber wieder Feuer und kam man endlich gegen Vs 11 Uhr am Abend an die Landungsbrücke nach Rüde-heiw, wo der Capitän aber ein Landen nicht zugab und das bereits feftgemachte Tau durchhieb, fa daß das Schiff wieder von der Brücke abtrieb und nur durch das Eingreifen einiger Personen ein großes Unglück verhütet wurde. Als das Schiff wieder an der Brücke aalag, stürmten sämwtliche Passagiere, 350 an der Zahl, hinaus, man hatte genug an der Rheinfahrt und fuhr per Bahn weiter. Wie da- oben genannte Blatt mittheilt, soll der Vorfall, der um so bedenklicher war, al- er bei der Dunkelheit vorgekommeu und während fich da- Schiffspersonal in Rauferei erging, man sich an einer sehr gefährlichen Stelle, dem „Binger Loch" befand, bereit- der Behörde zur Anzeige gebracht feto.
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nicht in der Stube zurückhalten, da gerade an solchen Tagen die Luft am reinsten, ozonhaltigsten und feuchtesten ist,- Hallen und Vorbaue gibt es in allen Seebadeorten hinreichend. Schlafen bet offenen Fenstern ist sehr zu empfehlen, wofern nicht Windrichtung, Heftigkeit des Winde-, niedrige Temperatur, Eigenart des Kranken das Orffnen der Fenster während der Nacht verbieten.
Für all diese Luftkuren find besonders die Nordsee- bäder geeignet. Dagegen baben die Oftseebader bezüglich der Luftverhaltniffe nur die Bedeutung von Sommerfrischen, haben aber vor den sogenannten Sommerfrischen des Binnen« lande« den großen Vorzug einer durchschntitlich niedrigeren Sommerwärme, einer verhältnißmäßig viel reineren, zeit- weise sogar ganz reinen Luft, einer viel freieren Luft- bewegung, namentlich von der Seeseite, und endlich einer aumuthigen, Auge und Gemüth gleich wohlthuend beein- fluffenden Verbindung von Meer und grünem Land zu einer ganz eigenartigen landschaftlichen Schönheit.
Wer also von einem Seebade-Aufenthalte nur Sommerfrische, sowie körperliche und geistige Erholung wünscht, der wird in den freundlichen und anmuthig gelegenen, mit land« schaftltchen Reizen ausgestatteten Bädern der Ostseeküfte stet« fich wohler und befriedigter fühlen,- wer aber von einem Seebade-Aufenthalte außer Sommerfrische und Erholung bestimmte Heilwirkungen der Seeluft auf seinen Körper, insbesondere auf Ernährung, Blutbtldung, Nerven, Haut, Schleimhäute und Lungen erwartet, der findet fie nur auf den Nordseeinseln.
THEE-MESSMER
BERÜHMTE MfSCHONGEN M7 MO 4 0.50 PR. PFUND. PROBEP4CKBTE 60 4.80 PF.
Heilkräfte der deutschen Seebäder als Luftkurorte
Von Dr. Grumbach.
(Schluß.)
Die dauerhafte Frau.
Die Frauen find auf Erden nicht allein in der Mehrzahl, sondern ihre Lebensdauer ist auch eine größere al- diejenige des Mannes.
Gleich im ersten Lebensjahre ist die Sterblichkeit beim männlichen Geschlecht eine viel größere. Die mittlere Lebenserwartung des neugeborenen Mädchens übertrifft die de- Änaben um 4*/, pCt. Die größere Sterblichkeit beim männlichen Geschlecht halt an in allen Lebensaltern mit Ausnahme oes Alters von ca. 30 Jahren, in welchem die Entbindungen zu einer dem weiblichen Geschlecht ungünstigen Verschiebung -führen.
Au- einer auf die deutsche RetchSbevölkerung bezüglichen
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4- Rabertshausen, 6 Juli. Der 52 jährige Landwtrth I. Bast III. dahier stürzte am SamStag bet seiner Hof- raithe von einem Kirschbaume, auf dem er die Früchte pflücken wollte, so unglücklich herunter, daß er schwer verletzt in die Wohnung getragen wurde und gestern seinen Leiden erlag. — Die Eltern des Verunglückten starben erst Anfang- de« verflossenen Frühjahre- kurz nach einander im hohen Lebensalter.
n. Büdingen, 5. Juli. Im benachbarten Mittelgrüudau hielt gestern der dortige Krtegerverein sein Fahnenweih- fest, an dem die gesummte Einwohnerschaft lebhaftesten An- theil nahm. Die geschmackvoll gearbeitete Fahne wurde durch den Geistlichen der Pfarrei etngeweiht. Das Fest war sehr stark besucht und verlief programmmäßig.
+ Langenbergheim, 6. Juli. Vorgestern beging der hiesige Kriegerverein da« Fest seiner Fahnenweihe.
vierteljähriger Aöo»«emeutr»reiA» 2 Mark 20 Pfg. ntt vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg.
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_ Aehnlich verhalten fich Sylt, Borkum, Norderney und
U11S6^ auch Wyk auf Föhr. Ohne Zweifel werden die genannten I Nordseebäder als Luftkurorte in Zukunft eine noch viel größere Bedeutung erlangen, als bisher, sobald nur erst die Eigenthümlichkcit drr Inseln in dieser Beziehung und Me WirkungSart einer solchen Luftbadekar zur Erkenntniß bet wohlhabenderen Kreise der Bevölkerung gelangt sein
Alter nach dem vollendeten Altersjahre
Männliche
Weibliche
1
74,227
78,260
5
64,871
68,126
10
62,098
65,237
20
59,287
62,324
30
_ 54,454
57,566
40
48,755
51,576
50
41,428
45,245
60
31,124
36,293
70
17,750
21,901
80
5,035
6,570
90
330
471
100
2
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