Ausgabe 
7.8.1897 Erstes Blatt
 
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zugelaffen werde». Jedoch darf für die ArbeitSränwe eine geringere als die unter I Ziffer 3 bezeichnete Höhe nur bann zugelaffen werden, wenn jedem Arbeiter ein Luftraum in Gießereien von mindestens fünfzehn Kubikmeter, in Setzereien von mindestens zwölf Kubikmeter gewährt wird. Tin ge- ringerer als der unter I Ziffer 2 bezeichnete Luftraum darf in Gießereien nur bis zur Grenze von je zwölf Kubikmeter, in Setzereien nur bis zur Grenze von je zehn Kubikmeter und nur unter der Bedingung zugelaffen werden, daß durch künstliche Ventilation für regelmäßige Lafterneuerung aus- reichend gesorgt und die künstliche Beleuchtung so eingerichtet ist, daß weder strahlende Wärme noch die Arbeiter belästigende BerbrennungSprodocte tu die ArbetrSräume gelangen.

IV. Die vorstehenden Bestimmungen treten für neu zu errichtende Anlagen sofort in Kraft.

Für Anlagen, die zur Zeit des Erlasses dieser Be- stimmungen bereit- im Betriebe find, treten die Vorschriften unter I Ziffer 5 Satz I, sowie Ziffer 7 bis 9 sofort, die Übrigen Vorschriften mit Ablauf eine- JahreS nach dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft.

Berlin, den 31. Juli 1897.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers:

Graf von PosadowSkh.

Noch einmal der Handelsvertrag mit England.

Die Gemüther haben sich jetzt über die Kündigung deS deutsch-englischen Handelsvertrages bereits beruhigt, und die Besprechungen, welche dem Ereignisse jetzt noch seitens der deutschen Presse gewidmet werden, laufen auf den alten Wahrheitssatz hinaus:Nichts wird so heiß gegessen, wie eS gekocht wird". Mit der Zeit lernt man auch die Beweg­gründe besser beurtheilen, welche die englische Regierung ge­leitet haben, als fie die Kündigung des Vertrages aussprach. In der ersten Erregung hatte man den Schritt vielfach der Ränkesucht deS englischen ColontalminifterS Chamberlain zu­geschrieben, der bekanntlich in der TranSvaal-Affatre keine sehr schöne Rolle gespielt hat und wegen seiner zweideutigen Haltung heftigen Angriffen der deutschen Presse auSgesetzt war. Aber bei näherer Beleuchtung der begleitenden Um­stände stellt sich immer mehr heraus, daß England sich in einer Zwangslage befand. Als seiner Zeit auf Anregung EoldenS die Handelsverträge zu Stande gekommen waren, hatten die englischen Colonien noch nicht die Machtstellung erlangt, welche sie jetzt gegenüber dem Mutterlande inne haben. England konnte daher mit denselben mehr nach eigenem Gutdünken handeln, als »S jetzt der Fall ist- und da eS damals denjenigen Staaten, mit welchen Handelsverträge abgeschlossen werden sollten, etwa» anbieten mußte, aber seine eigenen Schutzzölle nicht weiter ermäßigen konnte, so ver­anlaßte es seine Colonien, den betreffenden Ländern die Meistbegünstigung zu gewähren. DaS geschah denn auch, und mehr als dreißig Jahre hat sich Deutschland dieser Ver­günstigung erfreut, die um so wichtiger war, als die englischen Colonien in dieser Spanne Zeit int Zustande kräftigster Ent­wickelung sich befanden. Jetzt will sich aber Canada die Bevormundung niqt mehr gefallen lassen, und da die englische Regierung befürchten muß, daß noch andere Colonien dem Beispiele Canadas folgen werden, so mußte eS die Handels­verträge kündigen, wenn eS einen schweren Conflict mit seiner nordamerikanischen Besitzung nicht heraufbeschwören wollte.

Inwieweit die Regierung CanadaS durch politische Gründe zu ihrem Vorgehen veranlaßt worden ist, läßt sich nicht ohne Weitere» feststellen. Deutschland scheint sich dort keiner großen Sympathien zu erfreuen, was in den letzten Tagen durch den Toast, welchen der canadtsche Minister­präsident auf einem ihm zu Ehren in Paris gegebenen Bankett gesprochen hat, treffend illustrirt worden ist. Ob der Herr Minister thatsächlich seine HerzenSmetnung zum Besten ge­geben hat, als er außführte, er könne an der Statue der Stadt Straßburg nicht ohne Thränen in den Augen vorüber­gehen, ist natürlich nicht zu controliren. Aber daß er die Franzosen an die Waffenbrüderschaft mit den Engländern vor Sebastopol erinnerte, wird den ersteren nichts weniger als angenehm gewesen sein, da die damalige gemeinsame Action sich bekanntlich gegen die Russen richtete, die jetzigen lieben Freunde der Franzosen. Wenn auch die Colonie Canada nach ihrer Entdeckung fast zwei Jahrhunderte im franzöfischen Besitze war, so ist das schon so lange her, daß die Canadier keine Ursache haben, jetzt noch für Frankreich besondere Gefühlsduselei an den Tag zu legen. Aber wie schon oben gesagt, eS mag immerhin sein, daß die Regierung in Ottawa, als sie beschloß, den englischen Producten bei der Einfuhr in Canada eine außergewöhnliche Vergünstigung zu gewähren, dem deutschen Handel einen Schlag versetzen wollte.

Mit England selbst werden wir jedenfalls leicht zu einer Verständigung kommen können- schwieriger werden die Ver­handlungen mit den Colonien, insbesondere mit Canada, sich gestalten, welch letztere» eine Handelspolitik verfolgt, die auch von den Engländern nicht gebilligt wird, aber nicht ver­hindert werden kann und für welche die deutsche Handels- Politik ein Vorbild gewesen ist. Daß wir schließlich zu einem Einvernehmen kommen werden, stehl außer Frage, da die beiderseitigen Interessen darauf hindrängen. Ein günstiges Zeichen ist eS jedenfalls, daß, wie schon früher auSgeführt worden ist, England selbst die Einleitung neuer Verhand­lungen angeregt und damit das Bedürfniß anerkannt hat, seine Handelsbeziehungen mit uns wieder zu regeln und durch einen vertrag festzulegen. De» künftigen StaaiSfecretär des Aeußern steht damit eine Aufgabe bevor, an deren Lösung er beweisen kann, ob die Hoffnungen, die man in seine diplomatischen Fähigkeiten setzt, berechtigt find, (xx)

Wolff» telegraphisch«» Corrrspondenz-Burearr.

Berlin, 5. August. Der Vorstand des Vereins Ber­liner Getreide- und Producteuhändler wach: die Mitglieder darauf aufmerksam, daß die größten Gefahren für die Fortführung der Geschäfte in der bisherigen Weise bestehen, wenn die Preffe in die Lage kommen sollte, fort­laufend Notirungen zu bringen. Der Vorstand warnt dringend die Mitglieder und ihre Angestellten, irgend welchen Berichterstattern, einschließlich der wohlgesinnten Preffe, nach dieser Richtung hin Auskunft zu ertheilen. Bei Zuwider­handlungen würde der Vorstand den Ausschluß aus dem Verein tu Erwägung ziehen.

Berlin, 5. August. DerNordd. Allgem. Zig." zu­folge find in der Besetzung der kaiserlichen Consulate folgende Veränderungen erfolgt: Der bisherige Vice Consul in New»Aork, Dr. Falke, ist zum Consul deS Reichs in Havana und der bi-herige Consul in Rustschuk, vr. Krüger, zum Consul des Reich» in Manila ernannt worden. Dem bisherigen Consul in Manila, v. Möllendorff, ist das kaiserliche Consulat in Kowno und dem dem kaiserlichen Gene­ralkonsulate in Shanghai zugethrilten Vice-Consul EiS- waldt das von ihm bereits commiffarisch verwaltete Con­sulat in Tientsin übertragen worden. Zum Viceconsul für den Hafen von London ist der bei dem dortigen General- Consulate beschäftigte Vice-Consul Rieloff ernannt worden.

Köln, 5. August. DieKöln. Ztg." meldet auS Con­sta utinopel: Die Botschafter verwarfen daS türkische Verlangen auf Zahlung der ersten Rate der Kriegsentschädi­gung innerhalb zwei Wochen nach Abschluß deS BorfriedenS und Besetzung der Linie Kalabaka-Trikala Karadagh-Volo bi» zu diesem Termin. Dagegen wurde der Türkei der Besitz VoloS bis zur ersten Zahlung zugestanden.

Wiesbaden, 5. August. Ftnanzminister Miquel ist heute Abend 6 Uhr hier eingetroffen.

Wien, 5. August. Nach einer Meldung derPolit. Corresp." auS Konstantinopel haben die einzelnen Artikel des PrältminarvertrageS folgenden Inhalt: Artikel 1 Feststellung der Grenze, Art. 2 Kriegsentschädigung (4 Mill, türkische Pfund und Finanzcontrole der Mächte bezüglich der alten und neuen Schulden Griechenlands), Art. 3 Capitu- lattonen, Art. 4 definitiver FrtedeuSschluß, Art. 5 Anführung dreier Specialconventionen, Art. 6 Modus der Räumung TheffalienS, sowie Aufrechterhaltung der Occupation gewisser Gebietstheile bis zur erfolgten Bezahlung der Krtegsent- fchädtguug (über eine ratenweise Zahlung enthalten weder Art. 2 noch 6 irgend welche Bestimmung), Art. 7 Wieder­aufnahme der diplomatischen Beziehungen, Art. 8 Schutz hellenischer Unterthaneu, Art. 9 Schiedsgericht bei Differenzen während der Specialverhandlungen, Art. 10 Vorbehalt der Pforte in Betreff der Regelung der Convention von 1881. Der Schlußartikel stellt den Termin für die Genehmigung des Vertrages von Setten der Pforte fest.

Bardoe, 5. August. Da die Meeresströmung im Weißen Meere eine östliche Richtung verfolgt, hält man es für unwahrscheinlich, daß der hierher gelangte Walfisch der von dem Kapitän deS holländischen DampfersDordrecht" beobachtete und für den Ballon Andröes gehaltene Gegenstand ist.

Depeschen de» Bureaufccrolb/

Berlin, 5. August. Dem Vernehmen nach find im Schooße der Staatsregieruug bereit- Verhandlungen ein­geleitet, wie angesichts der durch das Hochwasser ent­standenen Noth Hilfe zu schaffen sei.

Berlin, ö. August. In einemMartnegedanken" überschriebenen Leitartikel bedauert dieNordd. Allg. Ztg.", daß die Marine-Forderungen beim Reichstage so wenig Ent­gegenkommen finden. Das officiöse Blatt macht verschiedene Vorschläge, wie eine Besserung in dieser Hinficht erzielt werden könnte. Ein Septeuat, wie er für die Landarmee etngeführt ist, wäre da» auch für die Marine zu erstrebende Ideal. Am Schlüsse seiner Ausführungen sagt das genannte Blatt: Der Streit um die Marinefrage sollte fich also vor Allem der Erörterung darüber htngeben, wie es möglich ist, ohne die parlamentarischen Rechte de» Reichstages zu beschränken, doch der Marine-Verwaltung, der Marine und der deutschen Industrie die Sicherheit einer stets fortschreitenden Entwicke­lung zu verschaffen und die Feststellung der hierfür erforder­lichen Mittel den wechselnden parlamentarischen Constellationen und den alljährlich wiederholten Kämpfen um die einzelnen Positionen zu entziehen.

Berlin, 5. August. Generalmajor MileS, Oberst- Commandeur der Armee der Vereinigten Staaten von Nord­amerika, ist zum vorübergehenden Aufenthalt hier eingetroffen.

Gml, 5. August. Der StaaiSfecretär des Reichs- MarineamtS, Admiral Tirpitz, wird nach Beendigung seine» Kurgebrauches im Laufe dieser Woche nach Berlin zurückkehren und die Geschäfte seine» Ressort» wieder über­nehmen.

Graz,5. August. Im Jnnerkrain sowie in Croatien haben gestern Nachmittag heftige Erdbeben statt­gefunden.

Budapest, 5. August. Die Donau steigt im Weich- btlde der Stadt noch immer. In den Abendstunden mußte der Verkehr auf den unteren QuatS eingestellt werden. Ueber die Ortschaft Alsokubin ging ein furchtbare» Unwetter nieder, welche» alle Brücken zerstörte, die auf den Feldern liegenden Früchte fortschwemmte und viele Häuser beschädigte.

Marseille, 5. August. In der Wohnung eine» Maschinen- Fabrikanten sand die Polizei eine große Menge Explosi'v- stoffe. Mehrere Verhaftungen stehen in der Angelegenheit bevor.

Athen, 5. August. Der Mintsterra th beschloß, da» Anfinnen jeglicher Art von fremder Finanzcontrole energisch abzulehnen. ES herrscht in dieser Beziehung volle» Einver­nehmen zwischen Regierung und Krone. Die Akropolis räth de» Könige, einen Aufruf an daS ganze Hrlleventhnm, die

Aufbringung der Kriegsanleihe betreffend, zu richten und selbst durch daS Opfer mehrerer Millionen ein Beispiel zn geben. Ein solcher positiver Kampf gegen die drohende Controle sei entschieden vorzuziehev.

Konstantinopel, 4. August. Infolge energischen Ein­schreitens mehrerer Botschafter ertheilte die Pforte de« Geschwader-Eomwaudanten den Befehl, bis auf wettere Ordre auf seinem derzeitigen Ankerplatz auf der Insel Mytilene za verbleiben.

Berlin, 6. August. DieDeutsche TageSztg." erfährt noch nachträglich einige Enth ülluugen über den Besuch des Vorstände» des Bundes der Landwirrhe beim Fürsten Bismarck. Beim Frühstück drehte fich daS Gespräch um die wichtigsten politischen TageSfragen und zwischen durch erzählte der Fürst manche interessante Geschichte auS der Zeit seiner Amtsführung. Ganz besonders interessant waren die Aeußerungen des Fürsten über die politischen Par­teien. Der Bund der Landwtrthe habe augenscheinlich in seinem Verhalten zu den Parteien daS Richtige getroffen. Die Parteien müßten nicht dem Bunde Sorge machen, sondern umgekehrt wüßte eS dahin kommen, daß der Bund den Parteien Sorge mache. Der Bund thäte gut, alle Ele­mente, die bereit seien, die deutsche Landwirthschast zu schützen, um fich zu sammeln ohne Rücksicht auf deren Zugehörigkeit zu den politischen Parteien. Auch die ungünstige Lage der Landwirthschast und die Kündigung de» deutsch-englischen Handelsvertrages berührte der Fürst, welcher auch seinem Bedauern Ausdruck gab, daß der PartikulariSmuS sich wieder stärker geltend mache. Recht ungehalten sprach der Fürst darüber, wie fich im Jahre 1889 bei seinem Ausscheiden au» dem Amte die politischen Parteien zu ihm gestellt hätten. So Mancher hätte damals geglaubt, nun sei die Bahn für seine Strebereten frei geworden.

Berlin, 6. August. Der Magistrat von Charlotten- burg hat die Bewilligung von 60 000 Mark für dir U e b er s ch w e m mt en bei der Stadtverordneten-Versammlung beantragt. Ein Comitö, an deffen Spitze der Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein steht, wird im Laufe der nächsten Woche eine WohlthätigkeitSvorstellung für die Ueber- schwemmten arrangiren. Der durch daS Hochwasser ange- richtere Schaden in Schlesien wird auf mindestens zwanzig Millionen Mark geschätzt, im Kreise Htrschberg allein aus 5 Millionen, im Sprottauer Kreise auf V/g Millionen, im Kreise Löwenberg auf 1 Million. Aus Budapest wird gemeldet, daß das Hochwassergebiet der Donau sich rapid auSdehnt. Bei Preßburg ist der Wasserstand so hoch, wie er seit 100 Jahren nicht wahrgenommen wurde.

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Gießen, den 6. August.

Sisenbahndienst. Se. Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 31. Juli folgende Beamte der Hessischen StaatSeisenbahnen: 1) die Stations­vorsteher Becker und Bloch zu Stationsvorstehern 2. Klaffe- 2) die Stationsvorsteher Müller und Rapp zu Station«. Verwaltern mit der Genehmigung zur Fortführung des AmtStitelSStationsvorsteher"- 3) die Stationsassiftenten Landmann, Appel, Haubach und Freymann zu Stationsassiftenten- 4) den Werkmeister Step Hany zum Werkmeister- 5) den Kanzlisten Pfeiffer zum Kanzlisten - 6) die Bahnmeister Wassem und Quirin zu Bahnmeistern in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft zu ernennen. Ernannt wurden am gleichen Tage der Locomoiivführer bei den Hessischen Staatseisenbahnen Heinrich Waag zum Locomotivführer, und die Zugführer bei diesen Bahnen Friedrich Storck und Hermann Winter zu Zugführern in dieser Gemeinschaft.

* Die geistliche Mnfikauffuhrnng, mit welcher der evan­gelische Kirchengesangverein am letzten SamStag die Gemeinde erfreute, bot des Schönen und Erbaulichen wiederum viel. Der gemischte Chor sang einen Satz auS I. S. Bach» WeihnachtscantateIch will den Namen Gottes loben", zwri Lieder, eine» von S. W. Frank (Komm' heiliger Geist, er fülle mich",) und F. Büchler (Wunderschön prächtige"), beide, voll warmer und inniger Empfindung, zwei Motetten von D. H. Engel, von welchen die zweite (Der Herr ist König") besonders frisch anmuthete, einen Satz au» der Liturgie deS ChrysostomuS, der im Tempo etwa» zu rasch war, im Ueb- rigen würdig und rein zum Vortrag kam, endlich HaydnS prächtiger ChorDu btft'S, dem Ruhm und Ehre gebühret." Ein auS den Mitgliedern de» Verein» gebildeter Frauenchor erfreute mit einem fein gearbeitetenBenedictuS" von Fr. Lux und dem MendelSsohn'schenLaudate pueri". Die Chor­schule saug mit gewohnter Präcision im Einsatz und mit gutem Ton den Krüger'schen ChoralZeuch' ein zu deinen Thoren", sowie den 100. Psalm von Stein, eine ansprechende und frische, wenn auch nicht gerade besonder» originale Com- pofition. Mit den Chorvorträgen wechselten Sologesänge und Orgelspiel in anregender Weile ab. Frl. Coquot au» Hanau trug zwei Lieder von I. S. Bach (Warum betrübst Du Dich" undBist Du bei mir") und die ArteIch weiß, daß mein Erlöser lebt" au» dem Mesfia» von Händel vor, Fräulein Krauße von hier da» Raff'sche LiedSei still". ES ist nicht üblich, und bet dem Character, den die Mufik- aufführungen deS Kirchengesang-BeretnS al» Darbietungen an die Gemeinde tragen, auch nicht angemessen, Kritik zu üben. Aber daS dürfen wir doch aussprechen, daß uns die Leistungen der beiden Künstlerinnen wohlthuend berührt und zu lebhaftem Danke verpflichtet haben. Fräulein Coquot verfügt über eine vollklingende, tonreiche Sopranstimme, die warm an­spricht. Am meisten ging uns von ihren Darbietungen die zweite (Bist Du bei mir") zu Herzen. Fräulein Krauße merkt man im Tonansatz gleichfalls schon die tüchtige Schulung an- ihr Vortrag ist in seiner uugesuchten Einfachheit dem Raff'schen Liede besonders zu statten gekommen. Der Orgelpart lag in Herrn TrautmannS bewährten Händen,.

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