Ausgabe 
7.7.1897 Zweites Blatt
 
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1807

Mittwoch den 7. Juli

Zweites Blatt.

F*. 156

Amts- und Anzeigeblutt für den Akveis Giefzen.

Hratisöeitage: Hießener Aamikienökätter

I find überwiegend Jnselbäder und zeigen daher die Vorzüge I Millionen kleinster glttzender, lebhaft zitternder Pünktchen, des TeekltmaS um so vollkommener, je kleiner die Insel den sogenanntenSonnenstäubchen" belebt und fast um

omon & Co,

(Schluß folgt.)

Fichr-Accvrd.

, ihre Bestellungen

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Illustrirte Preislisten gratis.

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6471

Alle Annoncen-Bureaux des In« und Ausländer nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

rannt, dass er den iugnisse für Hessen

Die Rothlanffeuche in Lauus« bach ist erloschen. Die Sperr*

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für d« fntgcndrn Lag erscheinenden Nummer bir Sonn. 10 Uhr.

5'/i Uhr:

Louis Lind,

Kirchenplatz 10.

maßregeln sind aufgehoben.

'Krofdorf, 5. Juli 1897. Die Polizei Verwaltung: Der Bürgermeister.

Kleine.

Die Gießener DomttienStätter »erden dem Anzeiger »Schentlich dreimal beigelegt.

Der

Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MontagS.

und je weiter fie von der Küste entfernt ist, wie z. B. Helgoland. Daher ist der Sommer in den Seebädern kühler als auf dem Festlande und die Schwankungen der Luft­wärme find viel geringer, was für den Aufenthalt der Kur­gäste im Freien von großer Bedeutung ist. Die Seebäder eignen fich deßwegen vorzugsweise auch zur Sommerfrische. Die große Gleichmäßigkeit der Temperatur macht dort den Aufenthalt namentlich für solche Personen und Kranke zu« träglich und wohlthuend, welche gegen Luftwechsel empfind- Uch find und zu Erkältungen neigen, also Schwächlinge, Kinder, Genesende, Rheumatiker und Kranke mit Katarrhen der AthmungSorgane.

Bon den gasigen Bestandtheilen der Seelust ist beson­der« von Bedeutung der höhere Gehalt an Ozon und noch mehr an Wassergas, was auf die AthmungSorgane einen sehr günstigen Einfluß ausübt. Die Eigenartigkeit der See- lüft besteht aber hauptsächlich in ihrem Staubgehalt: fie ist nämlich so gut wie frei davon. In den Wohnungen auf den Nordseeinseln wird es jedem auffallen, daß auf den Möbeln fich fast nie Staub ansetzt, auch wenn die Fenster den ganzen Tag über geöffnet find. Kleider- und Hmbürfte braucht mau nur äußerst selten in Thätigkeit zu setzen, denn die Luft stäubt nicht und der Dünensand am Strande ist so rein und so körnig, daß er weder stäubt noch Flecke auf den Kleidern macht. Betrachtet man an der See einen Sonnenstrahl, welcher durch eine schmale Oeffnung in einen dunklen Raum fällt, wozu man in den Badekarren Gelegen- heit hat, so nimmt man nichts als einen gleichmäßigen, bläulichen, durchsichtigen Schein wahr, während der Sonnen­strahl, unter gleichen Bedingungen, in einem Raume des Binnenlandes betrachtet, bekanntlich hell leuchtet, von

Bekanntmachung.

Auslegung der deutschen Patentschriften.

Die von dem Kaiserlichen Patent­amte heraurgegebenen Patentschriften können in unserem Dienstgebäude, Neckarstraße 3, Zimmer 32, an allen Wochentagen, Vormittags von 8 bis 12 Uhr, Nachmittags von 2>/a bis 5Vs Uhr (mit Ausnahme der Feier­tage und der Samstag-Nachmittage), von Jedermann eingesehen, in mäßiger Anzahl auf kurze Zeit an zuverlässige Personen auch leihweise abgegeben werden.

Für die Benutzung gelten im Uebrigen die Bestimmungen unserer Bibliothek-Ordnung. 6493

Darmstadt, im Juli 1897.

Gr. Centralstelle für die Gewerbe.

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gen Versuchsfeldes, und zwar je ein Morgen Weizen, Roggen, Hafer, Erbsen und Wicken, soll an den Meist­bietenden (Erbsen und Wicken auf Wunsch auch grün) vergeben werden.

Das Versuchsfeld muß bis zum 10. September l. I. vollständig ge­räumt sein.

Schriftliche Angebote werden bis zum 10. Juli er., Mittags 12 Uhr, bei dem unterzeichneten Rentamt an­genommen, woselbst auch die näheren Bedingungen eingesehen werden können. 6475

Gießen, den 5. Juli 1897.

Großherzogl. Universitäts-Rentamt.

Weimer.

Vergleich.

In der Privatklagesache des Ban­kiers Jacob Grünewald in Gießen, Privatklägers, vertreten durch Rechts- anwalt Dr. Jung in Gießen, gegen

den Ignatz Wolf in Gießen, An­geklagten, vertreten durch Rechtsan­walt Grünewald in Gießen, wegen Beleidigung,

ist in der Sitzung des Großherzog­lichen Schöffengerichts Gießen vom 25. Juni 1897 folgender Vergleich

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Rabatt verkauft.

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Der Transport von circa 3200 Gentnern Basaltfeinschlag von der Station Grünberg nach der Kreisstrafte HarbachGrüu- berg, sowie von weiteren circa 4000 Centnern von der Station Reiskirchen nach der Kreis­straße ReiskirchenWinnerod soll im Submissionswege vergeben werden und sind pro Waggon lautende Angebote im Amtszimmer des Unter­zeichneten bis Samstag den 10. Juli l. I., Vormittags 9 Uhr, einzureichen.

Gießen, den 3. Juli 1897.

Der Großh. Kreisbauinspector.

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Jaselochsverfleigerung.

Donnerstag den 8. d. Mts., Nachmitt. IVi Uhr, kommt auf hiesiger Bürgermeisterei ein fetter Faselochs zur Versteigerung.

Beuern, am 5. Juli 1897.

Großh. Bürgermeisterei Beuern.

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hindert. Alle diese einem von der Natur orte ersten Ranges.

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Der 8V Eiumachcurfus W beginnt Donnerstag den 8. Juli, Nachmittags Va3 Uhr. Anmeldungen erbeten an Frl. Renner, Kirchstraße 20. 6434

durchsichtig ist. In dem Staube der Luft spielen aber in hygienischer Beziehung eine besonders wichtige Rolle die Keime der Mikroorganismen (Bakterien, Bazillen). ES nimmt nun, wie viele genaue Untersuchungen ergeben haben, der Keimgehalt der^Seeluft mit der Entfernung vom Fest- laude stetig ab und schwindet in weiterer Entfernung gävz. lich. Allerdings kommt dabet auch die Windrichtung in Betracht, indem Landwinde zu den nächsten Inseln Keime hinübertragen und Seewinde den Küstenorten reine Luft bringen können. Berücksichtigt man diese Verhältniffe, so zeigen die Nordseebäder durchweg ein weit günstigeres Ber- hältniß als die Ostseebäder. Bei letzteren halten fich See- und Landwinde ungefähr das Gleichgewicht- nur auf Rügen scheinen die Seewinde vorherrschend zu sein. Bei den Nord- seetuseln hingegen bilden Seewinde während der fünf Sommermonate geradezu die Regel. Obenan steht Helgo­land, welches aus jeder Himmelsrichtung Seewind bekommt, mithin ununterbrochen dem Kurgast reine Seeluft darbtetet, und zwar überwiegend gänzlich staub- und keimfreie Luft. Günstig wirken hierbei noch die Kleinheit der Insel, die verhältnißmäßig geringe Zahl der Bewohner und der keim­liefernden Haushaltungen auf der Insel, die hohe Erhebung über die MeereSfläche und die Kahlheit und Ebene de« Oberlandes", welches durch keinerlei Baumwuchs oder Hügelbildung die Einwirkung des Seewindes auf den Körper Eigenschaften machen Helgoland zu gleichsam hierzu geschaffenen Luftkur-

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Gallseife und alle übrigen Artikel zur Wäsche, zum Bügeln und Scheuern. 6394

Heilkräfte der deutschen Seebäder als Luftkurorte.

Von Dr. Grumbach.

(Nachdruck verboten.)

Der Sommer naht und mit ihm die Zeit, in welcher es Tausenden und Abertausendeu vergönnt ist, für einige Wochen sich der dunstigen, staubigen Luft der Städte zu entziehen, um an der See oder im Gebirge, in Bädern oder Luftkurorten körperliche und geistige Kräftigung und Er­holung zu suchen. Mit Recht sehr beliebt tn dieser Be­ziehung find die deutschen Seebäder, denn künstliche Bäder können nie so stärkend und abhärtend auf Nerven und Haut wirken wie da« wellenbewegte Seewaffer. Auch den be­sonderen Schwärmern von Trinkkuren hat mau jetzt dort mehrfach, z. B. tn Ostende, Rechnung getragen- jedoch ist Seewaffer nicht Jedermanns Geschmack,

Dieweil darin ersäufet find Biel sündhaft Vieh und Menschenkind".

Besonder- möchte ich aber auf die der Seeluft inne­wohnenden Heilkräfte Hinweisen, welche sich auch Solche zu Nutze machen können, die daS Baden tn der See nicht vertragen.

Das Seeluftbad ist ein Heilmittel, welches in seiner Beschaffenheit so eigenthümlich und in seiner Wirkungsweise so eigenartig ist, daß eS in keinem anderen Bade- oder Kurorte des Festlandes angetroffen wird. Zunächst find die Schwankungen der Luftwärme auf dem Meere bet weitem nicht so groß als auf dem Festlande, weßhalb man von Seekltma und Festlandkltma spricht. Allerdings haben besonders die Küstenbäder der Ostsee kein reines Seeklima, sondern ein gemischtes Klima. Die Nordseebäder dagegen

|BehördHdmAnzeigen|

Ladung.

1) Johannes Bruder, Schnei­der, geboren am 4. October 1863 zu Lützellinden, zuletzt in Gießen wohnhaft, verheirathet, evangelisch,

2) Emmerich Scharch, Tag­löhner, geboren am 26. December 1862 M Ermenrod, zuletzt in Nonnen- roth wohnhaft, ledig, evangelisch, werden beschuldigt, als Wehrmänner der Landwehr ohne Erlaubniß der Militärbehörde ausgewandert zu sein.

Uebertretung gegen § 360 Nr. 3 des Strafgesetzbuchs. Dieselben werden zur Hauptverhandlung geladen

Nr. 1) auf

Freitag d. 20. August 1897, Vormittags 9 Uhr, vor das Gr. Schöffengericht Gießen.

Nr. 2) auf

Montag d. O.Septemb.1897, Vormittags 9 Uhr, vor das Gr. Schöffengericht Hungen.

Bei unentschuldigtem Ausbleiben werden dieselben auf Grund der nach S 472 der Strafprvzeßvrdnung von dem Großherzoglichen Bezirks-Com- mando zu Gießen ausgestellten Er­klärung verurtheilt werden.

Gießen, den 1. Juli 1897. Der Großherzogliche Amtsanwalt.

Dr. Bopp. 6473

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Telephon Rr. 27.

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Stande gekommen:

Der Angeklagte Wolf, früher in Gießen, jetzt in Frankfurt a. M., nimmt die Aeußerungen, die er gegen den Privatkläger Grünewald gethan hat, dahingehend, der Privatkläger habe eine Frau betrogen, derselbe sei bankerott, unreell, unter Bedauern zurück und übernimmt särnrntliche Kosten des Verfahrens, ein­schließlich der dem Privatkläger erwachsenen nochwendigen Aus­lagen."

Gießen, 5. Juli 1897.

Namens des Privatklägers: Dr. Jung, Rechtsanwalt. 6492

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