gelegenen nur von Muhamedauern besucht werden, während die auf der andern Seite, in der Nähe der Titadelle befind« licheu, ausschließlich christliche Kundschaft haben. Die alten christlichen Kirchen, welche zahlreich vorhanden waren, ehe die Türken die Insel in Besitz nahmen, find gegenwärtig in Moscheen verwandelt, auf deren Zinnen statt des Kreuzes der Halbmond blinkt. Ueberhaupt ist Kanea eine eigen- thümliche Stadt. Außer wenigen Häusern mit europäischer Bauart geben die übrigen, niedrig und in arabischem Stil gebauten, der Stadt einen originellen, charaeteristischen An« strick. Und das Gepräge einer türkischen Stadt wird ihr ganz gegeben, durch den großen Minarett, welcher sich zwischen den niedrigen Gebäuden und Terrasien erhebt und ziemlich bedeutend die Fürtificationen überragt. Dieser Minarett, der schon von weitem durch seine weiße Farbe in die Augen fällt, beherrscht ganz Kanea, und scheint das Sinnbild zu sein der türkischen Oberhoheit über die christliche Bevölke- rung der Stadt. Kanea mit seinen Minaretten, seinen weißen Häusern, seinem weithin sichtbaren Leuchtthurm und der schwarzen Citadelle, vor welcher gegenwärtig die Flaggen der Schiffe der europäischen Großmächte flattern, gewährt einen malerischen Anblick, seine Umgebung ist reizend.
Die dritte Stadt Kretas ist Retimo, das Rhh'hmna des AlterthumS, ebenfalls an der Nordküste, etwa achtzig Kilo
meter südwestlich von Sandia, gelegen. Sie hat ungefähr 9000 Einwohner und macht vollkommen den Emdiuck einer türkischen Stadt- ihre Straßen find charakteristisch, oft mit Thoren versehen und haben keine Sehnlichkeit mit denjenigen riner europäischen Sladt. Ihre zahlreichen Bazare, offene oder gedeckte Markthallen, in denen alle mögliche Handelsartikel zum Berkaus auSgeboten werden, machen Retimo zu einem malerischen und originellen Orte. In der Umgebung der Stadt dehnt fich die fruchtbare Ebene von MhlopotawoS aus, mit zahlreichen Dörfern und Olivenpflanzungen, in deren Hintergründe fich der Bergkegel des Meltdoni erhebt. In der Nähe des gleichnamigen Dorfes befindet fich eine prächtige Tropfsteinhöhle, welche mit der von Ant paroS an Eigenartigkeit und Schönheit wetteifern kann. Dreitausend Christen, welche während eines früheren Aufstandes in jener Höhle Zuflucht gesucht hatten, wurden in derselben von den Türken bnchstäblich geräuchert.
Schließlich sei noch der etwa 1500 Einwohner zählende Ort Sphakia an der Sübküste der Insel erwähnt, dessen Einwohner, wie erwähnt, die griechische Nationalität am reinsten bewahrt haben und stets die Seele aller Ausstände gegen das türkische Joch gewesen find. Hier wird auch der in der ganzen Levante so beliebte Sphakiakäse sabricirt.
Kreta könnte unter einer nationalen und einsichtsvollen
Regierung ein wahres Paradies werden, und es ist dahe zu wünschen, daß seine traurigen Tage bald zu Ende sein und für die herrliche Insel daS alle Glück und der frühere Wohlstand wirderkedren mögen.
Citerotur tmO Kauft
— Händel Aufführungen Der durchschlagende Erfolg, den die Aufführungen von Handels „Debora“ und „HeracleS“ ti der Bearbeitung vr. CdiyfandrrS zu Mainz 1895 erzielten, veranlaßt den Verein ,Mainzer Ltederlaiel und Damengesangoerein“, im Laufe dieses Sommers abermals Händel'sche Oratorien in gleicher Bearbeitung zur Aufführung zu bringen, und sind hierzu die Werke „Esther“, „ActS und Galatea“ und die „Cäcilten-Ode“ bestimmt worden. Zu den Concerteo, die wiederum unter dem Prctrctorate Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich stat'finden, sollen Solisten allerersten Ranges zugezogen werden. Die Leitung derselben ist de» Herren Professor H. Kretzschmar^ aus Leipzig und F. Volbach aus Mainz anoerlraut worden, sobald die Lage der Aufführungen bestimmt sind und die Auswahl der Solisten getroffen ist, werde» wir auf diese für die musikalischen Kreise hochinteressanten Der- anstaftungen zurückkommen.
KnnQt-AnClCtpllnnn im Thurmhaus am Brand, IklUlSl liuobieuuny, geöffnet täglich, mit Ausnahme des SamstagS, von 11 v«s 1 Uhr, am Mittwoch auch noch von 3 bis 5 Uhr. Sonntags ununterbrochen von 11 vis 8 Uhr. — Etntrittsvreis für Ntchlmilglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonntagen 20 Pfg.
Gebote auf die diesjährige Loh« Ernte der Gemeinde Dornholzhausen 60|, Ebersgöns 81, Groß- Rechtenbach 150, Hörnsheim 39, Klein-Rechtenbach 110, Lützellinden 30, Münchholzhausen 60, Niederkleen 48, Oberkleen 240, Reiskirchen 210, Vollnkirchen 75, Volpertshausen 75 Ctr. sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen hierhin bis einschließlich den 12. ds. Mts einzureichen. Verkaufsbedingungen, Karte über Lage rc. der Schläge können hier eingesehen werden.
Groß-Rechtenbach, 2. März 1897. 2132 Das Bürgermeister-Amt.
KaugeilOllsW des evangelischen Arbeitervereins
zu Giessen.
Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.
Einladung
zu der Montag den 8. März I. I, Abends 81/* Uhr, in der Ketöerge zur Keimath dahier siattfindenden
ordentlichen Generalversammlung.
Tagesordnung.
1. Mittheilungen.
2. Vorlage der Jahresrechnung und Bilanz pro 1896.
3. Erstattung des Rechenschaftsberichts durch den Director.
4. Erwerb von Gelände am Seltersberg.
5. Festsetzung der Bautätigkeit pro 1897.
6. Abänderung des § 34 des Statuts.
7. Ergänzungswahl des Vorstandes und Aufsichtsrathes.
Die Rechnung liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Genossen, Garten« ftraße 11, offen.
Gießen, am ‘27. Februar 1897.
Der Vorsitzende des Aufsichtsraths:
2027 L. Heyligenstaedt.
Mivat-Lehranstalt von vr. Müchner
Darmstadt, Soderstraste 85.
Vorbereitung zum Einjährigen - und Abiturienten - Examen. — Internat. — Tüchtige Lehrkräfte. — Günstige Erfolge. — Beginn des Sommer-Semesters 15. März. Näheres durch Profpect.
1548 Achtungsvoll
Dr. A. Büchner.
BehördlicheAnzeigen
Aufgebot.
Von Christian Schopbach in Gießen, dem Curator über das Vermögen des nach den Acten am 9. Februar 1807 zu Darmstadt außerehelich geborenen, feit den 20 er Jahren unbekannt wo abwesenden Karl Bernhard Christian Pimper, ist der Antrag gestellt worden, seinen Curanden für tobt zu erklären.
Es ergeht daher an den Karl Bernhard Christian Pimper, sowie an alle, die von dessen Leben oder Tod Kunde haben, hiermit die öffentliche Aufforderung, dem unterzeichneten Gericht spätestens bis zum 25. Mai l. Js., Vormittags 9 Uhr, Nachricht hiervon zu geben, widrigenfalls in jenem Termin der genannte Karl Bernhard Christian Pimper für todt erklärt werden wird.
Gießen, den 25.Februar 1897. Großherzogliches Amtsgericht.
________Neuen Hagen.___ 2125
TroU HkMchk Atiatskiskubahnen
Verdtugung der Liefern«« der 44 Stück Kilometer und 171 Stück Heetometerfteinen für die Neubau» Unten Friedberg — Hungen und Beienheim-Nidda im Ganzen oder nad) den beiden Linien getrennt.
Die Verdingungsunterlagen sind im Bureauzimmer Nr. 3 der unterzeichneten Behörde in Gießen (Frankfurterstraße 64) einzusehen oder können von da bezogen werden gegen postfrete Einsendung von 1 v* 30
Angebote ft d postsret und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bte zum EröffnungS- Termm Montag den Iß. Mürz 1897, Vormittags 11 Uhr, einzureichen.
ZuschlogSfrift zwei Wochen.
Großh- Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen. 1961
Großh. Hessische Staatseiseubaynen.
Verdingung der Lieferung der 70 Stück hölzernen RetgnngSweifer und der 127 Stück hölzernen Krüm« mnngSzeichen für die NeubauUnieu Friedberg — Hungen nud Bete« heim—Nidda im Ganzen oder nad) den beiden Linien getrennt.
Die Verdingungsunterlagen find im Bureauztmmer Nr- 3 der unterzeichneten Behörde in Gießen (Frankfurterstraße 64) einzusehen oder können von da bezogen werden gegen postfreie Einsendung von 1 JL 80
Angebote sind postfrei und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde biS zum EröffnungS-Termin Samstag den 18. Mürz 1897, Vormittags 11 Uhr, einzureichen-
Äagsfrist zwei Wochen.
. Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen. 1960
Srotzh. Hessische Staatskilkkbahukll
Verdingung der Bauausführung der Rampenmanern auf den Sta« ttoneu Beienheim, Wölfersheim- Södel, Berstadt — Wohnba», Obbornhofen—Bellersheim, Reichelsheim, Echzell, Hüuferhof und Seitz, Rtdda (Salzhaufen) der Neubau- ltnien Ariedberg - Hungen und Beienheim—Nidda im Ganzen oder nach Stationen getrennt.
Die Verdingungsunterlagen sind im Bureauzimmer Nr. 3 der unterzeichneten Behörde in Gießen (Franksurterstraße 64) einzusehen oder können von da bezogen werden gegen postfreie Einsendung von 5 JL 60 ; auch werden einzelne Stücke abgegeben gegen Entrichtung von 10 H für jeden Actenbogen, bezw jedes Acten- blatt und 50 H für jedes Blatt Zeichnung.
Angebote sind postfrei und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bis zum Eröffnungs-Termin Montag deu 15. Mürz d. I., Nachmittags 3 Uhr, einzureichen
Zuschlagsfrist vier Wochen.
Großh. Baubehörde für Nebenbahnen in Oberhessen. 1969
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