Ausgabe 
6.7.1897 Zweites Blatt
 
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Dienstag den 6 Juli

1897

Zweites Blatt

Mr. 155

und Druckerei:

Kenerat-Wnzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren.

Hralisöeitage: Hießener Aamitienötatter

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Paris. 3. Juli. DerGauloiS" meldet: In dem Ein-

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zkkommen. Au allen gefährdeten Punkten sind starke Ab- «Heilungen Militär und Gendarmerie vorhanden. An manchen Orten verlangen und erhalten die Arbeiter doppelte Löhne,

Annahme voa Anzeige« zu der Nachmittag- für de« folgenden log erscheinenden Nummer dir Bonn. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslände- nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgeg«.

anderen Sette.

Eine Fassung, die einen Mißbrauch so unmöglich als

Kch.tstr.tzeNr.Se

Fernsprecher 5L

Die Gießener K«»itie«0lätter Verben dem Anzeiger »ßchmtlich dreimal beigelegt.

Erfurt.

».{rat 8. franco.

Um bei der Veröffentlichung jede Uafreundltchkeit zu meiden, sind die Namen der Redner weggelaffeu.

Diese Sache Hot doch ein zwetschneldigeS Gesicht.

Diese Vorlage ist ein Kind meines Herzblutes.

Ich spreche hier nicht als Abgeordneter, sondern Vertreter meiner Wähler.

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Anzeiger krfchrint täglich, «tt Ausnahme de- MonlagS.

Im vorigen Sommer hatte unser Herrgott ein Einsehen für unsere gerechte Sache und ließ in Steiubruch eine groß­artige Schweineseuche auSbrechen.

Der kleine Metzger, welcher daS kleine Schwein vielleicht nur einmal im Jabre schlachtet.

Daun ist die Geuoffeuschaft ein todtgeboreueS Kind, ehe es geboren ist.

Ich habe mich tu meinem logischen Gewtffeu verpflichtet gesühlt.

Daun haben Tie in den letzten Jahren der Bewegung mit geschloffenen Augen zugeseheu.

Bei unS in Westfalen, wo die Leute weit auseinander wohvea, muß die Frau, wenn sie Nachmittags aus der Kirche kommt, ihre Bedürfnisse befriedigea können.

Wir lassen uns in Dekaden von drei Jahreu Sanitärs- berichte erstatten.

Der Gesetzentwurf ist von allen Seiten des HauseS mit schweren Bedenken begrüßt worden.

Man kann einem gescheidten Menschen eine Dummheit

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77» sich/ wenn tu Berlin nicht eine gänzliche Umkehr erfolgt, zu -- einem vulkanischen AuSbruch des Volkszornes und zu einem 156) sllrchtbaren Volk-gertcht über daS Junkerthum gestalten." 141) !

ladungSschr eiben des Zaren au den Präsidenten Faure erinnert der Zar an den unvergeßlichen Empfang, den die französische Nation und der Präsident ihm im vergangenen Jahre bereitet haben. Der interessanteste Theil de« Briefes lautet:Meine Gefühle für daS befreundete Frankreich und für Sie, mein lieber Präsident, find Ihnen so bekannt, daß Sie keiueu Augenblick an der Begeisterung zweifeln können, mit welcher Rußland Ihren Besuch aufnehmen wird." Der Brief wird heute bei der Credit-Forderuug in der Kammer zur Verlesung kommen.

PattS, 3. Juli. Aus Petersburg wird gemeldet, die russischen Blätter begrüßen mit Genugthuung die Nachricht von der Reise deS Präsidenten Faure nach Rußland. Ein- stimmig erklären dieselben, diese Reise würde zugleich eine imposante friedliche Kundgebung werden, welche dazu Qugethan sei, deu Einfluß Frankreichs und Rußlands zu stärken und die franco-russische Allianz zu cousolidiren. Der Besuch geschehe im Jutereffe beider Länder und diene der Stärkung de» europäischen Friedens.

London, 3. Juli. DerStandard" meldet aus Kon­stantinopel: Die Botschafter haben als Kriegsentschä­digung vier Millionen türkische Pfund angenommen. Die Pforte behauptet, die KrtegSauSgabeu seien bedeutend größer gewesen. Die Pforte schlägt jede Greuzregulirung ab, welche ihr nicht Larissa und Trtkala zuerkennt.

London, 3. Juli.Daily Chronicle" meldet, die Frie- denSverhandluugen seien abgeschlossen, nachdem die Türkei den Wünschen der Großmächte in der Frage der Kriegs-Entschädigung nachgegeben habe.

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Viele- auf dem Lande ist Zwang,- nur die Production von Kindern ist nicht Zwang, die steigt stetig.

Da war eine Mauer da und mit ter Mauer war schließlich nicht mehr zu rechnen.

Wir thun, waS wir thun, und werden es auch in Zu« kunft thun.

Wir müssen auf die Vereinfachung dieser Mißgeburt hinwirken.

Wir machen ja alle in den großen StaatStopf.

Bedenken Sie, daß sich die alten Werder'schen Obst­frauen mit der Zeit in elegante Dampfschiffe verwandelt haben.

Nach sieben Jahren glauben wir endlich der guten Hoff­nung entgegensehen zu können.

Ich will noch zwei Gesichtspunkte anführev, welche ge» eignet find, die Sache von einem weiteren Gesichtspunkte an- zusehen.

ES stehen dem Cölibat gewisse andere schwerwiegende Verpflichtungen gegenüber.

Unterhaltungen in Bad-Nauheim.

Dienstag den 6. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8*/a bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Von 8V» bis 10 Uhr spielt die Capelle Tänze und kann auf dem nordwest­lichen Theile der Terraffe getanzt werden. Mittwoch den 7. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theatervorstellung unter Mit­wirkung der Kurcapelle. Der Bettelstudent. Donnerstag den 8. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kur- cepelle aus der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Concett deS Hospiantsten Raoul von KoczalSkt aus Warschau. Freitag den 9. Juli, Nachmittags von 5 bis 7 und von 8 bis 10 Uhr: Concert der Kurcapelle auf der Terrasse. Abends 8 Uhr im Saale: Theater­vorstellung. Der Bureaukrat. Samstag den 10. Juli, Nachmittags von 4 bis 6i/a unb von 7«/i bis 8»/« Ubr auf der Terrasse: Concert der Capelle des Thüringischen Uianen-RegtmmtS Nr. 6 auS Hanau. Nachmittags 4 Uhr im Saale: Theatervorstellung für Kinder uno Erwachsene. Rotbkäppchen. Bet gutem Wetter spielt die Kurcapelle von 81/i bis 10 Uhr am Teichhause. Die Kähne werden beleuchtet. Vorläufige Anzeige: Dienstag den 14. Juli, Gastspiel des Herrn Carl Pander vom Thalia-Theater in Hamburg: Heinrich Heine.

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Komisches aus dem preußischen Abgeordnetenhanfe. Eine Zusammenstellung von Beispielen unfreiwilliger Komik aus den Jahren 1896 und 1897, gesammelt im preußischen Abgeorduetenhause, wird in derKreuzzeitung" veröffentlicht.

Coc*u# unO

1 Billingen, 1. Juli. Bei dem heute gegen Abend durch unsere Gegend ziehenden schweren Gewitter schlug der Blitz in die Stallung des Schmied Eller ein. Währenddem eine Kuh vom Blitze erschlagen wurde, blieb die andere dabei stehende Kuh, an welcher die Frau derselben mit Melken be­schäftigt war, unversehrt. Stallung und Scheuer brannten ab. Durch thatkräftigeS Eingreifen gelang es, wetteren Brandschaden zu verhüten.

Harbach, 30. Juni. Eine recht drollige Geschichte ist am Montag hier pasfirt, welche beweist, daß die guten Schafe auch Freunde der edlen Mufika find. Der hiesige Schafhirte Schäfer, ein Mann von 74 Jahren, hütete nämlich an diesem Tage an der Grenze von Queckborn dem sog. Htnkelberg seine au» ca. 400 Stück Schafen bestehende Heerde und legte sich bei der großen Hitze in den kühlen Schatten des Wäldchens zum süßen Schlummer. Als nun gegen 4 Uhr Nachmittags vom Queckborner Festplatz die Musik luftige Weisen spielte, liefen etwa 1OO Schafe von der Heerde weg und spornstreichs nach diesem Festplatze. Dort wurden sie eingefangen und bei Wirth SameS ein- quartirt. Am Dienstag wurden die Ausreißer wieder zu ihren Kameraden zurückgebracht.

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werden, kniefällig vor den verkrachten oftelbischeu Beute- - l26J Politikern um Gnade zu flehen. Die nächsten Wahlen werden

möglich macht.

ES gibt auch eine platonische Liebe, die dem Geliebten wenig einbringt.

DaS sagte der Minister, als er schon die Genehmigung zum Legen deS EieS in der Tasche hatte. ES ist für uns uufchmackhaft. Aber es gibt eine zahlreiche Partei im Reichstage, die durch ihre Schadenfreude beweist, wie schmack­haft ihr daS große Ei des Ministers ist.

Ich werde die erwähnte Königsberger Kaufmannschaft auf den Tisch deS HauseS niederlegen.

Meine Herren, wir halten daran fest, daß die Gemeinde­vertretung ein überflüssiges Bedürfniß ist.

so lange vorreden, bis er sie glaubt.

Ich kündigte in einer Versammlung an, ich würde über die Maigesetze sprechen. Da wurde ich aufgelöst.

Wenn die Lehrer Kinder bekommen in de« sie aufs Gymoafinm gehen.

Wie steht eS nun, wenn Herr X. auftritt Heiligenschein um die Person deS EentrumS versucht?

RegierungSräthe find solche Beamte, welche

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Aron, Geschäft I 25.

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An»lauS.

Innsbruck, 3. Juli. Die Ortschaft Halming an der krlbergbadn ist von einem großen Brande heimgesucht worden. Zahlreiche Häuser find ein Raub der Flammen US,! geworden. ES wurde nur sehr wenig gerettet.

Graz,3. Juli. Die Staatspolizei verbot den Festzug 13°' bläßlich des morgen hier stattfindenden Feste» der deutschen 7j dauern.

Budapest, 3. Juli. Die landwirthschaftliche 128= Arbeiterbewegung im Tieflande zeigt fich an vielen s Orten. Da aber die Regierung umfaffende Vorkehrungen 31 getroffen hat, ist es bisher noch nirgends zu Ausschreitungen

Seiden-Damaste Mk. 1.35 fi)wie^schwarze, weiße unb farbige Henneberg-Seide von 60 Pf. bis Mk. 18.65,P-JMet- glatt, gestreift, carrirt, gemustert, Damaste rc. (ca. .240 oersch. Qual, und 2000 versch. Farben, Dessins k.), porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. Duroheohmttl. Lager. oa. 2 Honen Meter.

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und solche, welche nicht avauciren.

Man zieht die Hosen nicht stramm, um dabei die schönra Formen zu bewundern.

Der starke Tabak, welchen er im Reichstage verzapft har.

Man wirft den Handwerkern vor, daß sie fich auf alte Zöpfe stützen wollen.

Nun ist, «eine Herren, das Schwein gar nicht einmal fs ein Schwttn, als welches es immer geschildert wird.

Die Streitaxt wird nicht begraben, sondern erst recht zum Leben kommen.

Drr Umbau des Bahnhofes Kaffel ist nicht ein Local, sondern ein Weltschmerz.

Er hat geschwiegen und auf meine zweite Aufforderung sein Schweigen verdoppelt.

Das Ei wird noch ganz andere Dinge ausbrüten.'.

Sie haben geschwiegen sowohl nach der einen, wie nach

Deutsches Leich»

Berlin, 3. Juli. DieNordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß fich der Staatsminister Miquel und der Staatsseeretär Posadowsky, einem Wunsche deS Kaisers folgend, gestern Abend nach Travemünde begeben haben, von wo beide Herren im Laufe deS heutigen Tages nach Berlin zurückkehrten. Auch StaatSwinister v. Boetticher hat fich, wie bereits gemeldet, nach Travemünde begeben.

Berlin, 3. Juli. DerNordd. Allgem. Zrg." zufolge ist die aus russischen Blättern in deutsche übergegangene Nachricht, der mit der Stellvertretung deS StaatSsrcretärS b S Auswärtigen Amtes beauftragte Botschafter v. Bülow iverde den Kaiser auf der Reise nach Petersburg begleiten, unzutreffend. Nach den getroffenen Dispositionen wird nur der Reichskanzler den Kaiser auf dieser Reise begleiten.

Berlin, 3. Juli. DerReichsanzeiger" veröffentlicht daS Gesetz betr. die Feststellung eines Nachtrages .zum ReichShauShaltSetat für daS Jahr 1897/98 vom 30. Juni 1897, ferner, das Gesetz betr. die Auf­nahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltung deS ReichS- heereS vom 30. Juni 1897.

Berlin, 3. Juli. In der heutigen Sitzung des hiesigen Börsen-VorstandeS kam die Entscheidung des HandelS- ministers zur Sprache, nach welcher die Vertheilung der Geschäfte unter den Personen-Maklern in allen Fällen nicht dem Börsen-Vorstande, sondern der Makler-Kammer zusteht. Der Börsen-Vorstand erkannte als selbstverständlich au, daß er dieser Anordnung der vorgesetzten Behörde Folge zu leisten fybe, beschloß aber gleichzeitig seine Anschauung über die ganze Frage im Protocoll der heutigen Sitzung niederzulegen.

Berlin, 3. Juli. DenBerl. Reuest. Nachr." zufolge verlautet in Bundeskreisen, daß über die Beschlußfassung deS Schiedsgerichts, das unter Vorsitz des Königs von Sachsen zur Entscheidung der Lippe'schen Thronfolge ein­gesetzt worden ist, nicht das Mindeste bekannt ist. Wenn nun schon behauptet wird, daß die Entscheidung zu Gunsten eiaeS genannten Prätendenten erfolgt sei, so muß diese An­gabe als bloße Vermuthung angesehen werden. DaS ent­scheidende Urtheil wird in etwa 14 Tagen den Betheiligten zugehen.

Köln, 3. Juli. In einem längeren Artikel wendet fich dieK. Z." gegen die oftelbischeu Junker und führt 4i. A. auS:Wir betrachten als die bösartigsten Umstürzler die Leute, die in deu letzten Jahren durch ihre Jntrigueu den nationalen Staat in seinen Grundfesten erschüttert, dos monarchische Bewußtsein verwüstet und Preußen dem Gespötte Deutschlands und der Welt preisgegeben haben. Wir ver­leben gegenwärtig eine Erbitterung in einer Schärfe und einer Allgegenwart, wie sie noch keine Periode der deutschen Geschichte verzeichnet hat. Dieser hochgradige und allgemeine Ingrimm ist begreiflich, denn eine selbstbewußte Nation kann unmöglich gewillt fein, auf die Dauer den vom Junkerthum -ngestrebten Zustand zu ertragen, daß ihre bedeutendsten Maner entweder bei Seite geschoben oder aber genörhtgt

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n an anderen Orten verweigern die Arbeiter rundweg die Arbeit, so daß die Großgrundbesitzer in größter Verlegen- J':' Seit find.

Budapest, 3. Juli. Bon hier ist infolge alarmireuder Nachrichten in das Comitat Jarz-Nagh-Kun-Szolnok Militär Jz in« Schutze der Schnitter gegen soeialistische Agita« Mn kn gesandt worden.

Meßmer Anzeiger W