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Nr. 31
Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener AsamikierrSlälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Zweites Blatt. Samstag dm 6. Februar
Gießener Anzeiger
Kmerat-Mnzeiger.
vierteljähriger Abonac mcntspreis r 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerloha. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.
Redaction, Expedition und Druckerei:
Kchutstraße Zlr.7. Fernsprecher 51.
AintS- unb 2ln,)Ct^cblatt für beit ICteh Stefeett.
chratisöeikage: Gießener Aamilienökälter.
(Fortsetzung folgt.)
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
Mitteldeutsche HandsertigkeitS-AuSstelluug will für das arbeit» ferne Aschenbrödel der Jugenderziehung, die Handfertigkeit, mit Recht werben in Schule und HauS, in Hütte und Palast. Sie will Won und Schrift durch die That nachhelfen und aller Welt Gelegenheit geben, sich selbst davon zu überzeugen, daß man der Jugend keine größere Wohlthat erweisen kann, als wenn man den rastlosen Thätigkeitötrieb ihrer Hände in geregelte ersprießliche Bahnen lenkt.
* ColouialeS. Um die Heirath en zwischen den Weißen, namentlich den entlassenen Soldaten, und Bastardfrauen — welche leider allzu sehr zunehmen und fast immer ein Unglück für den betreffenden Weißen sind, denn die ganze Sippe hängt ihm dann an, und er kann auf keinen grünen Zweig kommen — nach Möglichkeit zu verhüten, ist, Wohl auf Beranlaffung der Barmer Mission, ein Circular io Umlauf gesetzt, worin alle früher und jetzt neu zur Disposition entlaßenen Soldaten die Adressen ihrer etwaigen Bräute zu Hause angeben sollen. Die Verhältnisse derselben sollen dann geprüft werden, die Geeigneten gratis herausgesaudt uad der ihrem Zukünftigen zunächst gelegenen Missionsanstalt zugeführt Werden, wo sie dann getraut werden. Daß tüchtige deutsche Frauen in'S Land kommen, ist eine Nothwendigkeit und mit dieser Maßregel kann viel Gutes gestiftet werden.
versuchen."
Technische Fortschritte.
etgtn die künstliche TrsSenlegung von frische» WUmttWttl. Der Direktor der Gewerbeschule tn Aachen, I. Spenn- rath, wendet sich in einer Abhandlung gegen die bei forcittcn Bauten oft zur Anwendung gelangende, künstliche Trockenlegung von frischem Mauerwerk. Er führt aus, daß es nicht nur nutzlos, sondern auch tn jeder Beziehung verkehrt ist, dem frischen Mauerwerk künstlich Wasser entziehen zu wollen. Hält men, worauf es doch allein an- tommen kann, die Solidität deS Mauerwerks im Auge, fo soll man beim Mauern das Master nicht sparen, soll insbesondere auch bei trockenem Wetter die Ziegelsteine reichlich naß machen. Man handelt gegen sein eigenes Jntereste, wenn man die künstliche Austrocknung von frischem Mauerwerk vornimmt oder zuläßt. Die Opfer, welche an Brennstoff und Arbeitslohn gebracht werden, sind für den beabsichtigten Zweck zum größten Theil erfolglos, und wo man etwas erreicht, erkauft man sich mit denselben einen Nachtheil. Dieser Nachthril besteht wesentlich darin, daß dem Mörtel das zum Abbinden unumgänglich nothwendige Wasser entzogen wird und er in Folge dessen weich und mürbe bleibt, ohne zu erhärten. WaS man in der Praxis gewöhnlich gelöschten Kalk nennt, ist der bekannte weiße Brei, welcher in unseren Kalkgruben aufbewahrt wird. That- sächlich ist das ein Gemisch von Kalk und Wasser. Der reine gelöschte Kalk ist ein höchst feines, trockenes Pulver. Dasselbe enthält allerdings etwa 32,3 pCt. Wasser, aber dteseS Wasser ist chemisch gebunden und nicht als Feuchtigkeit, al'o mechanisch beigemengt, vorhanden. Bringt man trockenen gelöschten Kalk mit trockenem Kohlensäuregas zusammen, so wirken die beiden Körper nicht auf einander ein, eS entsteht also auch kein kohlensaurer Kalk. Hierzu ist vielmehr die Mitwirkung des flüssigen WasserS unerläßlich. Gelöschter Kalk ist im Wass-r löslich, ebenso gasförmige Kohlensäure. Kommt nun eine Kalklösung mit einer Kohlensäurelösung zusammen, fo geht die Umfetzung zu kohlenfaurem Kalk vor sich, aber auch nur
• einen tragischen Abschluß hatte eine BerlobuugS« feier, die tn einer angesehenen KausmannSfamllie Im Westen Berlins begangen wurde. Die 18 jährige Klara F., die Tochter eines tn der Königgrätzerstroße wohnenden Kauf« mann«, hatte sich mit dem Rentner I., einem 47 jährigen Wittwer, verlobt. Am Samstag Abend sand zu Ehren deS Brautpaares in der elterlichen Wohnung eine größere Festlichkeit statt. Während des Soupers war die Braut, ein bildschönes Mädchen, sehr verstimmt und brach in wieder- holteS Weinen aus, worauf jedoch bei der fröhlichen Stimmung an der Tafel Niemand achtete. Gegen 10 Uhr erhob sich die junge Dame plötzlich von der Seite ihres Bräutigams, nm, wie sie ihm mirtheilte, in der Küche einmal nach dem Rechten zu sehen. Als Frl. F. nach längerer Zeit nicht zu- lückkehrte, begab sich Herr I. nach der Küche hinaus, um siine Verlobte zu holen. Hier erfuhr er, daß Frl. F. sich auf ihr Zimmer begeben hatte, um starken Kopfschmerzen» halber für einige Minuten zu ruhen. Der besorgte Verlobte machte der Mutter seiner Braut hiervon Mittheilung, und Frau F. ging nach dem Zimmer ihres Kindes. Sie erhielt jedoch auf ihr wiederholtes Rufen und Klopfen an der verriegelten Thür keine Antwort, vernahm aber ein laute», schmerzliches Stöhnen. Angsterfüllt rief sie ihren Gatten und den Bräutigam herbei, und deren Bemühungen gelang eß, die Thür aufzubrechen. In dem Zimmer lag daS junge Mädchen bewußtlos in einer großen Blutlache auf dem Sopha, in der rechten Hand hielt sie ein spitzes Messer. Ein sofort herbeigerufener Arzt conftatirte zwei tiefe Stiche in der rechten Brust, deren einer die Lunge verletzt hatte- die Schwerverletzte würbe in die Klinik geschafft. In einem auf dem Tische liegenden Schreiben giebt die Lebensmüde als Motiv zur That unüberwindliche Abneigung gegen ihren Verlobten an, dem sie nur auf Drängen ihrer Eltern das Ja- kvort gegeben habe.
♦ Die Mitteldeutsche Haodfertigkeits «Umstellung in Lei Pzi g schreitet in ihren Vorbereitungen auf das Erfreulichste fort. Der Hauptausschuß konnte durch die glänzendsten Namen der pädagogischen Welt ergänzt werden- biß in die höchsten Kreise der einzelnen Landesregierungen hinein giebt sich baß Jntereffe an dem Unternehmen kund, und auch die finanz'elle Unter- siützung deS Werkes beginnt Zeugniß davon abzulegen, daß baß Derständniß für die erziehliche Wichtigkeit deS Hand- ssertigkeits-UnterrichteS in immer weiteren Kreisen erwacht. Etwa 100 Behörden, Gemeinden, Körperschaften, Vereine haben sich bereits mit Beiträgen zum AuSftellungSfonds be- khelUgt, von etwa 400 steht die Entscheidung noch auS. Wenn Liese 400, waS wir wohl hoffen dürfen, daS Unternehmen In gleich wohlwollender Weife fördern helfen, so find die finanziellen Sorgen des HauptauSschusieS behoben. Die
treffenden Stadt ist, den Niemand kennt und der keinen Credit genießt.
Meine ehrsame Ehehälfte erscheint bereits zum vierten Male, um sich zu erkundigen, ob das Unglück sich noch nicht erschöpft hat und die Sonne wieder scheint.
Ich kann nur erwidern, daß die Sonnenfinsterniß eben im Begriffe steht, sich aus einer partiellen in eine totale zu verwandeln.
Sie blickte mich bestürzt an.
„Aber was soll ich denn kochen, lieber Mann?"
„Hast Du denn gar nichts mehr im Hause?"
„Gar nichts. Gestern Mittag und Abend wurden die letzten Borräthe erschöpft."
„Und vom Bäcker und Kaufmann — kannst Du da nichts bekommen?"
„Nein, wir find den Leuten ja völlig fremd."
„Dann bleibt nichts übrig, als zu warten. Daß Geld muß ja jeden Augenblick eintreffen."
„Wenn eß aber nicht eintrifft?"
„Dann kann ich eß nicht ändern."
Ich blickte nach der Uhr.
„Halb elf," bemerkte ich zaghaft. „Wenn er nicht inner- halb fünf Minuten hier ist, so —"
„Nun?"
„Kommt er Bormittagß überhaupt nicht «ehr.
„Wann kommt er bann?"
„Frühestens Nachmittags halb fünf —"
Horch 1 Schritte auf der Treppe. Richtig, fie wenden fich unserer Thür zu. Die Klingel erschallt.
„Endlich!"
Ein Seufzer der Erleichterung. Ich eile hinaus, meine grau eilt hinaus, baß Mädchen steht ebenfallß im Torridor,
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um zu öffnen, so daß wir alle drei mit den Köpfen nicht besonders sanft aneinander geraden.
Doch gleichviel, die Erlösung ist ja da! Auf die Thür -
„Eine Empfehlung vom Meister Koppel, und er läßt uw Begleichung beifolgender kleinen Rechnung bitten."
Schreckliche Täuschung!
Dieser impertinente Bote in seiner blauen Blouse und seinem schäbigen Schlapphut besitzt keinerlei Aehnlichkrit mit deiner idealen, freundlich-segensreichen Gestalt, dn edelste Schöpfung der Cultur, du Gesandter des Glückes in Uniform mit der allezeit offenen Retterhand! Und ich muß auch gerade noch selber dem Löwen in den Rachen lausen.
Was bleibt mir übrig, als kleinmüthig meine Insolvenz zu bekennen?-
„Bedauere, laffe gerade tausend Mark wechseln — werde morgen früh sofort hinschicken."
Der Mann entfernt fich. Ich athme auf. Die Gefahr ist glücklich abgewendet.
„Ich bin heute für Niemand «ehr zu sprechen," sagte ich eutschloffen zu meiner grün. „DaS heißt, für Niemand, der nach Mammon bürstet. Den Geldbriefträger weise mir ja nicht ab.“
„Er wird also am Vormittag nicht mehr kommen?
„Nein."
„Aber waß bann beginnen, lieber Mann? Alle Borraihe find auf gezehrt —*
„So müssen wir eß halt einmal mit einer Hungerkur
Feuilleton.
Wenn man ans den Gelddriesiräger wartet.
Humoristssche Skizze von Friedrich Thieme.
(Nachdruck verboten.)
Ich bin weit entfernt, anzunehmen, daß jemalß einer »er geehrten Leser fich in jener fatalen Sage befunden hat, ttK cfje von prosaischen Menschen gemeiniglich „Geldklemme" genannt wirb. Nichtßdestoweniger wird man mir wohl zugeben, daß hin und wieder im Leben dergleichen Situationen vorkommen. .....
Ich will eß nur gestehen, ich habe selbst hinter dem Busch gesteckt. Wie das gekommen war? Auf die gewöhnliche Weise. Das Geld war außgegangen und der lehnlichst erwartete Ersatz bafür nicht eingetroffen. Das heißt, nicht rechtzeitig. Da hätte er schon am Abend vorher sein müssen, und nur weil ich die Ankunft des Geld- briefträgetß so über allen Zweifel bestimmt erwartete, hatte ich eß soweit kommen lassen. Sonst hätte ich natürlich rechtzeitig Sorge getragen, dem Uebel abzuhelfen.
Aber nun war daß Unglück da und wir waren mitten darin.
Die Glocke schlägt bereit« die zehnte Stunde, jeden Moment muß der untformirte Rettungßengel auf dem Schauplätze erscheinen.
Nervöß laufe ich auf und ab, ich habe am Morgen die letzte Mark zwischen dem Dienstmädchen und meiner Krau geteilt. ES ist so unheimlich, gar nichts in der Tasche zu haben, wenn man wohlbestallter Familienvater, Besitzer eines Dienstmädchens und einer unbezahlten Kohlen- »echnung und außerdem auch noch ein Neuling in der be-
dann. Wenn habet der kohlensaure Kalk sich krystallinisch bilden und steinhart werden fall, so muß ihm Zeit gelassen werden, bei Vorhandensein von Wasser Kodlensäure langsam aufzunehmen. Es ist deshalb verkehrt, in einem Neubau offene Feuer zu unterhalten. Die aus ihnen sich entwickelnde reichliche Kohlensäure bringt die Umwandlung deS gelöschten Kalks in kohlensauren Kalk zwar rasch zu Stande, aber wir machen dadurch den Mörtel nicht zu einer steinartigen Masse, sondern zu einem losen Pulver, welches nach der „Wiener Baugewerkszeitung" nur geringen mechanischen Zusammenhang hat. _____________
Unauslöschliche Tinte für «la» und Mttull. Unauslöschlich, Ttnte für Glas und Metall nach dem „Fortschr. d. Med.": Schwarz Natronwafferglatz 1 bis 2 Theile, flüssige chinesische Tusche (von E. Wolff u. Sohn in London) 1 Theil, Weiß: Natronw-ffer- glas 3 bi« 4 Theile. Chinesisch Weiß (Permanent Chinese White von Winsor und Newton in London) 1 Theil. Statt des Chinefisch- Weitz kann auch schwefelsaurer Baryt angewendet werden. Die Flaschen mit diesen Tinten sind luftdicht geschlossen zu halten und vor dem Gebrauche gut umzuschütteln: geschrieben wird mtttelft Stahlfeder; die Federn sind nach dem Gebrauche gut zu reinigen. Die Schrift wird durch kein Reagens angegriffen, kann aber bequem mit dem Messer wegradirt werden. Solche WafferglaSmischungen werden von L. Müller, Fabrik mikroskopischer Farbstoffe in Leipzig, in allen Farben angefertigt.
«la» auf Metall att befestige«. Man nimmt 3 Theile Harz (Kolophonium), 1 Theil Soda, kocht und löst sie in 5 Theile Wasser. Von dieser so entstehenden seifenartigen Masse mengt man 50 Theile mit 100 Theile GypS innig zusammen. Der farbige Kitt ist, wenn er trocken geworden, gegen Oel und Petroleum vollständig undurchdringlich.(Deutsche Schlosser-Ztg.)
Perfekt, Can6. ttnö vottrivlrthschaft.
— Feuerversicherung. Die AerrerverficherimgSbank für Deutschland z« Gotha, welche im Jahre 1821 ou seitigleit errichtet ist, hat mit dem Jahre 1896 Sechs <Md Siebenzig Jahre ihrer gemeinnützigen Thätigkeit vollendet.
Im Jahre 1896 waren für 5041880800 Mk. (gegen 1895 mehr 122519200 Mk.) Versicherungen in Kraft.
Die Prämieneinnahme dieser Anstalt betrug im Jahre 1896: 15700610 Mk. (gegen 1895 mehr 394502,20 Mk.)
Von der Prämieneinnahme wird in jedem Jahre derjenige Betrag, welcher nicht zur Bezahlung der Schäden und Verwaltungskosten, sowie für die Prämienreserve erforderlich ist, den Versichertm zurückgewährt.__1229
— Das Technikum Mittweida, eine unter Staatsaufsicht stehende, höhere technische Fachschule und electrotechnischeS Institut, zählt im gegenwärtigen 30. Schuljahre 1698 Besucher, welche die Abthetlungen für Maschinen-Jngenieure und Electrotechniker bez. die für Werkmeister fnquentlren. Unter den Geburtsländern der Besucher bemerken wir Staaten aller 5 Erdtheile, ebenso gehören die Eltern der Studirenden den verschiedensten Ständen, namentlich aber dem der Fabrikanten, Jngeniere, Baugewerke, Beamten und Kaufleute an. Die Anstalt dient zur Ausbildung in der Electrotechnik und im gelammten Maschinenwesen. Der Unterricht für das nächste Sommerhalbjahr beginnt am 21. April und e8 finden die Aufnahmen für den am 23, März er. beginnenden, unentgeltlichen Vor- unterricht von Mitte Februar bis Mitte März wochenläglich statt. Ausführliches Programm mit Bericht wird kostenlos vom Seeretariat deS Technikum Mittweida (Sachsen) abgegeben.


