Ausgabe 
4.4.1897 Zweites Blatt
 
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reiche« und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt fein, werden aber nur im dringendsten Nothsalle genehmigt.

Diejenigen Mannschaften, bei denen Fuhmessungeu noch nicht vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Aussicht ans Befreiung.

Die Leute treten in bürgerlicher Kleidung an. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Cigarren sind vorher wegzulegen.

Die Militärpapiere (Paß und Führungszeugniß) müssen zur Stelle sein.

Sämmtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen Eontroltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz.

Gießen, den 16. März 1897.

Großherzogliches Bezirks-Commando.

Für den dienst!, abw. Bez.-Commandeu» Morneweg

Hauptmann z. D. und Bezirks Offizier.

Zncoguito fürstlicher Persönlichkeiten. Die häufigen Reijen der Souveräne und die damit verbundene Last oifieieller Empfänge hat ein förmliche- System von ganzen und halben Inkognitos ausgebildet, da- nach ganz bestimmten internationalen Regeln gehandhabt wird. In eine» solchen halben Inkognito find kürzlich der Kaiser von Oesterreich und die Königin von England nach dem schönen Littorale gereift, und sie Haden sich dadurch eine übermäßige Last erspart, ohne dsch ganz auf die ihnen zukommende Ehrungen zu verzichten. Bei diese« Anlässe dürfte eS von Interesse sein, wenn wir die Inkognitos, unter denen die europäischen Fürstlichkeiten zu reisen pflegen, ansühren. Die Königin von England heißt auf Reisen Gräfin von Balmoral, während der Prinz von Wales unter dem Namen eines Grafen von Chester reist. Die Kaiserin von Oesterreich ist im AuSlande nur als Gräfin von HohenemS bekannt. Exkaiserin Eugenik nennt sich Gräfin von Pierrefonds, der König von Belgien Graf von Raven­stein, der Fürst von Bulgarien Graf Murany, die Exkönigin

von Neapel Herzogin von Castro, der König von Portugal Graf BarelloS, Königin Amelie von Portugal Marquise de Villacosa, der Kronprinz von Schweden Graf CarlSborg, die Regentin von Spanien Gräfin von Toledo, die Kaiserin Friedrich Gräfin von Lingen.

* Zahnpflege io den Scholen. Auf die Nothwendigkeit, praktische Hygiene in den Schulen auch insofern zu pflegen, daß man die Zähne der Schulkinder unter fach« männische Aufsicht stelle, ist häufig schon hingewiesen worden. Ein neues Beispiel für diese Nothwendigkeit wird auß Wies­baden mitgetheilt. Der dortige Zahnarzt, Herr Stieren, untersuchte in zwei Bürgerschulen die Zähne von 1318 Schul« ktridern im Alter von 6 bis 14 Jahren. 97,3 pCt. derselben hatten kranke Zähne und zwar zusammen 7964, durchschnitt­lich jedes Kind unter 22 Zähnen immer 6 kranke. 17 Zähne waren bereit- entfernt, 2 bis 3000 wüßten noch entfernt werden, aber ungefähr 5000 wären durch geeignete Be­handlung noch zu retten, während bisher nur 17 erhalten worden waren.

Bekanntmachung.

In der Sitzung vom 25. ds. Mts. hat die Stadtoerordneten-Ver fammlung beschlossen, unter Aufhebung der bisheran für die Stephansmark südöstlich der Stephanstraße festgesetzten Straßen- und Baufluchtlinien, einen neuen Stadterweiterungsplan für den Südosten der Stadt aufzu- stellen. Der Entwurf des gedachten Bebauungsplanes, sowie des zuge­hörigen Ortsstatuts liegt während des Monats April auf unserem Stadt­bauamt offen. Während der gleichen Frist sind bei Meidung des Ausschlusses etwaige Einwendungen gegen den Plan oder das Statut bei der unterzeichneten Stelle anzubringen.

Gießen, den 29. März 1897.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 3284

_______________________Gnauth.__________ Grosih. Hessische Staatseisenbahnen. Verdingung der Erdarbeiten, Wegebefestigungs­arbeiten, Kunstbauten und Oberbau-Packlage der Bauloose I u.II der Neubaulinie Salzschlirf-Schlitz.

Die vorbezeichneten Arbeiten der zusammen rund 10.5 Kilometer umfassenden zwei Bauloose sollen öffentlich verdungen werden und können Angebote aus jedes einzelne Bauloos oder auf das Ganze gemacht werden.

Die Pläne und Bedingungen sind im Geschäftszimmer Nr. 2 der unterzeichneten Behörde in Lauterbach (Oberhessen), GasthausZur Traube", einzusehen und die Bedingungen von dort zu beziehen gegen postfreie Einsendung von 1 Mark 80 Pfennig für ein Loos und für beide Loose 2 Mark 30 Pfennig.

Angebote sind postfrei und unter entsprechender Aufschrift an die unterzeichnete Behörde bis zum Eröffnungstermine Samstag de« 17. April 1897, Vormittags 11 Uhr, einzureichen.

Zuschlagsfrist vier Wochen.

Aniban-Abthtilll»g II der Großh. KesMen Staslreistndahlle«.

2884______________________Skiuuer.

Alice-Schule.

Kl. HI: Hand- und Maschinennähen, Flicken, Stopfen, Weißst., Fachz. Zuschn., wöchentlich 24 Std., 20 Wochen 30 Mk.

Kl. II: Hand- und Maschinennäh., Flicken, Stopfen, Weiß- und Buntst., Fachz. Zuschn., Haushaltungsbuchf. Franz., wöchentlich 20 Std., 10 Wochen 20 Mk., 20 Wochen 40 Mk.

Kl. I: Engl. oder Franz., Handarbeiten und Bügeln nach Wunsch, 10 Std. wöchentlich, 10 Wochen 30 Mk:, 20 Wochen 40 Mk. Beide Sprachen, Handarbeiten und Bügeln nach Wunsch, 10 Std. wöchentlich, 10 Wochen 50 Mk., 20 Wochen 90 Mk.

Schneidern, 20 Std. wöchentlich, 20 Wochen 30 Mk. Bügeln, 8 Std. wöchentlich, 10 Wochen 12 Mk. Curs zur Ausbildung der Lehrerinnen 40 Mk. Einzelfächer nach Belieben.

Aufnahme der Schülerinnen Donnerstag, den 22 April, Morgens IO Uhr. 3183

Nähere Auskunft ertheilt L. Moeser. Oberlehrerin, Gartenstr. 30.

Allgemeiner Verein für Armen- und Kraukenpsiege.

Wir theilen unseren Mitgliedern hierdurch mit, daß unsere Dienerin, Frau Bickel, von dieser Woche an die Beiträge einsammeln wird. Wir erinnern dabei an die großen Aufgaben unseres Vereins, wie wir fi< gerade jetzt wieder im Jahresbericht dargestellt haben, und an die großen Ausgaben, die sie erforderten. Wir weifen zugleich darauf hin, daß der bevorstehende Neubau unseres Schwesternhauses auch eine dauernde Erhöhung der laufenden Ausgaben mit sich bringt, zumal wir beabsichtigen, die Zahl nuferer Schwestern zu vermehren. Für das Alles erbitten wir, im Bewußtsein, daß wir ja nur dem allgemeinen Wohle dienen wollen, die alten, und wo es irgend möglich ist, erhöhte Bei­träge. Solchen, die noch nicht Mitglieder sind, wird Gelegenheit gegeben «erden, sich in die Liste einzuzeichnen, und wir bitten, davon recht reichlich Gebrauch zu machen. 2660

Gießen, den 16. März 1897.

Der Borstand:

Iustizrath Baist. Director Baufa. Dr Baur. Pfarrer Dingeldey. Landgerichtsrath Dornfeiff. Pfarrer Dr Grein. E. Kauffmauu. Pfarrer Schloffer. C. Schwan feu. R. Stuhl. Stadt­

verordneter Bogt. Revisor A. Wilker. Beigeordneter Wolff.

Frau Dr. Brüel. Frau Provinzialdirector vou Gageru. Frau L. Homberger. Frau Professor Siebeck. Fräulein P. Stammler. Frau A. Weidig. Fräulein A. Windecker. Fräulein L. Wort- mau». Fräulein I. Zimmermann.

Sachgemässe Untersuchung und Herstellung von Blitzableitern, - Hinrichtung von Telephonen und Telegraphen übernimmt billiget WelSSbÜCkCF, Giessen.

Knabenhandarbeit.

Sonntag, den 4. April d. Js., von Vormittag» 11 Uhr »is Nachmittags 3 Uhr, soll in dem Conferenzzimmer der Stadtknaben- schule eine Ausstellung der von den Schülern im diesjährigen Unterrichts- cursus für erziehliche Knabenhandarbeit gefertigten Gegenstände stattfinden, zu welcher wir hiermit einladen.

Gießen, den 1. April 1897.

Gnauth, Hahn,

Oberbürgermeister.Oberlehrer. 3251

Verdingung.

Die Anlieferung von jährlich rd. 300 cbm Wafferbau- fteiueu zur Unterhaltung der Ufer- und Flutzbauwerke au der Lahn zwischen Gießen und der Landesgrenze bei Heuchelheim soll für die Zeit vom 1. April 1897 bis 31. März 1900 in einem Loose öffenttich vergeben werden.

Die Bedingungen sind bei Großh. Hochbauamt Gießen in den Dienststunden zur Einsicht offen ge­legt und sind Angebote mit ent­sprechender Aufschrift versehen, bis längstens Mittwoch deu 14.April l. Js., Bormittags IO Uhr, au die unterzeichnete Behörde einzusenden.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Mainz, den 26. März 1897. Großherzogl. Wasserbauamt Mainz.

Schmitt. 3044

| Versteigerungen. | Versteigerung

auf de« Abbruch

Das alte Spritzenhaus zwischen de» Stadtkirchthorm nab der (tadt kirche, 7,20 m lang, 5,60 m breit und ca. 6 m hoch, aus Bruch» und Backsteinen gemauert, mit Schiefer gedeckt und innen mit Brettern verschalt, soll

Moutag, deu 5. April d. I, Borm. W/8 Uhr,

auf den Abbruch öffentlich an Ort und Stelle versteigert werden. Die Bedingungen werden beim Termin verlesen.

Gießen, den 31. März 1897. Das Stadtbauamt.

________Schm andt._____3258 Mobiliar-Versteigerung.

Moutag den 5. April d. I., Nachmittags I V-Uhr, werden Neu­stadt 55 (Bieker'scher Saal) im Auftrag Großh. Amtsgerichts Gießen nachfolgende Gegenstände gegen so­fortige baare Zahlung versteigert:

3 Sophas, 3 Kleiderschränke, 3 Eommoden, 3 Nachtschränkchen, 3 Waschtische, 1 ovaler Tisch, 1 Nähtischchen, mehrere Spiegel und Bilder, 2 einschläfrige Betten mit Sprungrahmen, eine Partie Polster» und Rohrstühle, Vor- hänge, Rouleaux, eine vollst. Kücheneinrichtung u. s. w.

3292 Schneider, Ger.-Taxator.

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