Ausgabe 
3.12.1897 Erstes Blatt
 
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17 Personen verwundet. Bon diesen, die sämwtlich sofort nach Berlin übersührt wurden, muhten 9 Personen in da« Krankenhaus Moabit gebracht werden, jedoch find glücklicher« weise alle Verletzungen nicht erheblich. Serztliche Hilse wurde den Berichten durch die Herren SanÜätSrath Brähmer und Dr. Tödecke zu Theil. Bezüglich der Ursache bei Unfalles hat fich noch nicht feststelleu lassen, ob unrichtige Signalgebung »der Nichtbeachtung eine» gegebenen Signals vorliegt. Unter­suchung ist eingeleitet.

Berlin, 1. December. Die Meldung, daß die deutsche Laudunglabtheilung in Kiaotschau überfallen sei, findet an amtlicher Stelle keine Bestätigung. Die letzten von Admiral Diedrichs gestern eingelaufeueu Depeschen find vom 28. November Nachmittag! datirt

Berlin, 1. Decewber. Bestem Vernehmen nach ist die Meldung, da- Obercommando der Marine habe gestern sämmtliche beurlaubten und abcommaudirteu Mannschaften telegraphisch nach Kiel und Wilhelmshaven berufen, un­richtig.

Kaiserslautern, 1. December. Durch Schlagwetter in der GrubeFrankenholz" bei Homburg (Pfalz) wurden derPsäl. Presse" zufolge 30 Personen getödtet und 40 verwundet.

Stuttgart, 1. December. Die Kammer der Abge­ordneten begann heute die Berathuug der verfafiungS« revtfion. Nach dem Referenten Haußmann sprach der Minister- Präsident Freiherr v. Mittnacht. Derselbe ließ in seinen Ausführungen keinen Zweifel darüber bestehen, daß die Ver­werfung der Bestimmung, durch welche der Kammer der Standeiherren ein erhöhter Einfluß bei der Budgetberathung eingeräumt wird, da! gesamwte Revifionlwelk in Frage stellen würde.

Wien, 1. December. Nach der heute Vormittag er- folgtea Vereidigung de! neuen (5ab in et! empfing der Kaiser da! Ministerium in corpore, sodann den Minister­präsidenten Baron v. Gautsch in besonderer Audienz. Vorher hatte der Kaiser den Minister deS Auswärtigen, Grafen Golu- chowSky, empfangen.

Prag, 1. December. Die Wuth des Pöbels wird durch aufreizende Meldungen czechifcher Blätter auf das Aeußerste gesteigert. Es wird da! Märchen verbreitet, deutsche Studenten planten das czechffche Nationaltheater zu überfallen, worin sie von czechffchen Studenten gehindert worden seien. Der Straßenverkehr hat aufgehört. Für die Nacht werden große Exceffe in der Josefstadt befürchtet, wo viele Juden wohnen. Die Redactionen der deutschen Blätter find blokirt und der Gegenstand von Angriffen.

Prag, 1. December. Heute Vormittag kam eS zu neuerlichen Ausschreitungen. Gegen die all E'gcnthum von Deutschen gekennzeichneten Häuser wurden Steine ge­schleudert. Die in da! Local derSchlaraffia" eiugedrungene Menge wurde sofort von der Wache vertrieben. Mittags marschirteu drei Bataillone Infanterie und eine Elcadron Dragoner gegen den Wenzelsplatz und die Vorstadt Wein­berge vor. DaS neue deutsche Theater wurde von Cavallerie besetzt. Die johlende und fingende Menge auf dem Wenzel«- platze wurde von Cavallerie mit gezogenem Säbel aus­einander gesprengt. Die in die Waffergaffe flüchtende Menge wurde von einem Zuge Infanterie mit gefälltem Bajonett zerstreut. Aus der Stadt Weinberge wurden um 21/2 Uhr Nachmittags Exzesse gemeldet. Zum Schutze der bedrohten UniverfitätS-Anstalten find Wachmannschaften aufgeboten; in die Jndenstadt wurde Militär zur Unterstützung abgesandt.

Prag, 1. December. Eine für heute anberaumte Fest- Versammlung der Deutschen Gesellschaft für AlterthumSkunde im Clementinnm zu Ehren Proftffor Mommsens wurde anläßlich der heutigen Straßendemonftrationen auf Ber« anlaffung der Polizeidtrection abgesagt.

Saaz, 1. December. Die Untersuchung der vorgestrigen Ausschreitungen wird streng durchgesührt. Gestern wurden bereits elf Verhaftungen vorgenommen. Alle be­drohten Oertlichkeiten werden von Militär und Gensdarmerie bewacht.

Depeschen bei BureoHerold."

Berlin, 1. December Reichskanzler Fürst Hohenlohe nahm an ber gestrigen kaiserlichen Frühstückstafel Theil und hielt nach betfelben bem Kaiser Vortrag. Heute früh hat fich ber Kaiser nach Barby zur Jagb beim Landrath v. Dietze begeben.

Berlin, 1. December. Der Centrums Abgeordnete Rintelen hat im Reichstage seinen Antrag auf Ein­führung ber Berufung gegen bie Urtheile ber Straftammern wieder eingebracht.

Berlin, 1. December. Der Entsendung eines amerika­nischen Kreuzers nach Haiti ist, wie dieNordd. Allgem. Ztg.", entgegen den Meldungen anderer auswärtiger Blätter vernimmt, keine demonstrative Bedeutung betzulegen.

Berlin, 1. December. Seiten! deS (Seatrum! wird ber Jesuitenantrag sofort im Reichstage wieder eingebracht werden. Auch bie lex Hetntze wirb in Form eine! An­träge! wieder eingebracht.

Berlin, 1. December. Die CentrnmSfraction de! Reichstages wird in den nächsten Tagen zur Vorbe athung be! Etat! und der Marinevorloge FractionSfitzungen abhalten.

Berlin, 1. December. Die Reichspartei wird einen Initiativantrag betreffend die Wiederaufnahme der Novelle zum GerichlSverfaffungSgesetz und die Strafproceßorbnung im Anschluß bei Theile«, ber fich auf Entschädigung unschuldig Berurtbeilter bez'eht, einbringen.

Berlin, 1. December. Laut einer Bekanntmachung be! Reichlkanzler« vom heutigen Tage imRetchlanzeiger" ist mit Ablauf deS gestrigen Tages ber zwischen dem deutschen Reich und bem Freistaat Costarica am 18. Mai 1876 ab geschloffene Freundschaft«, Hanbell, und Schiff­fahrtsvertrag außer Kraft getreten und zwar infolge feiner Kündigung durch die Regierung von Costarica.

Berlin, 1. December. Der IustizanSfchuß de! BundeSrathS ist heute Vormittag zusammengetreten, um die endgültige Redaktion der von ihm beratenen Novelle zur Civilproceß'Ordnung zu beschließen. Dieser Entwurf soll alSdann in ber morgigen Plenarsitzung beratheu bezw. an­genommen werden.

Wie», 1. December. Die amtlicheDiener Zeitung" publicirt bie kaiserlichen Handschreiben, enthaltend bie Ent­lassung deS alten unb bie (Ernennung des neuen Ministeriums. Bon den entlassenen Ministern wurden mehrere mit bem Orden ber Eisernen Krone erster Klaffe anSgez-ichnet.

Wien, 1. December. Heute Vormittag 10 Uhr finbet bie Vereidigung des neuen Ministerium! in der Hofburg statt.

Wien, 1. December. Die parlamentarische Lage ist unverändert. Die Parteien des Abgeordnetenhauses bestehen beharrlich auf ihren Standpunkten. Die Majorität lehnt jedes Entgegenkommen gegen die Linke ab. Hervor- ragende Abgeordnete der Rechten erklärten, fie brauchten kein Parlament. Heute Nachmittag sollten die Verhandlungen zwischen dem Ministerpräfidenten und verschiedenen Partei­führern beginnen. Die Vertreter ber Majorität der Rechten find auf Nachmittag 4 Uhr zu Herrn v. Gautsch geladen.

Wien, 1. December. Der gegenwärtig unter dem Vorfitz be! Fürsten Lobkowitz hier tagende Agrar tag hat heute sofort nach der Eröffnung fich auf unbestimmte Zeit vertagt, «eil die deutschen Delegieren erklärten, mit Abrahamovicz, der ebenfall! Delegirter ist, derzeit nicht gemeinsam arbeiten zu können.

Graz, 1. December. Der Leichenzug deS von Bos­niaken erschaffenen und gestern auf Staatskosten feierlichst beerdigten Rittner gestaltete fich zu einer großartigen und würdigen Demonstration. Gegen 20000 Menschen gaben ihm das Geleit.

Brünn, 1. December. Gestern Abend fand ein Zu­sammenstoß zwischen demonstrireuden Socialdemo­kraten unb der Polizei statt. Letztere mußte von der blanken Waffe Gebrauch machen.

Prag, 1. December. Seit heute früh 9 Uhr finden neue starke Excesfe statt. Biele Geschäftsleute haben ihre Geschäftslocale geschloffen. Um 11 Uhr zertrümmerte ber tschechische Mob bie Fenster ber beutschen Turnhalle, sowie anberer öffentlicher deutscher Gebäude. Alle deutsche Schulen blieben heute geschloffen, weil der Pöbel dieselben belagerte. In den deutschen Kreisen Prags steht man den kommenden Ereignissen mit großen Besorgnissen entgegen. Militär unb Polizei griffen heute spät ein. Dieselben versuchten vergebens, die Ruhe herzustellen. Der Stadtrath versammelte fich heute Mittag zu einer außerordentlichen Sitzung, um einen Aufruf zur Ruhe zu erlassen.

Pari-, 1. December. Der Justizminifter hat infolge feines gestrigen Mißerfolges im Senat heute feine Demission eingereicht. Der heute Morgen stattgefundene Ministerrath dauerte bis Mittags 1 Uhr. Ein endgültiger Beschluß wurde nicht gefaßt. Heute Abend werden bie Minister abermals zusammentreten. E! verlautet, daß Müline bie Demission be! ganzen CabinetS bem Präsidenten Faure unterbreiten werde. Wahrscheinlich werde M6line mit der Neubildung betraut.

Madrid, 1. December. Ein Mitglied de! Ministerium! erklärte, baß die Regierung sehr befriebigt sei über bie Aufnahme des Decret! betreffend bie Autonomie Cuba«.

Madrid, 1. December. Die Agitation ber Car­listen nimmt einen immer größeren Charakter an. In den Zeitungen veröffentlichen fie heftige Artikel gegen bie Re­gierung

Barcelona, 1. December. Anläßlich ber Ankunft beS Generals Weyler versuchten gestern die Studenten De­monstrationen gegen denselben zu veranstalten, wurden aber von ber Polizei baran verhindert.

Berlin, 2. December. Die nationalliberale Fraktion im Reichstage hat erneut daS Nothverein!- gesetz eingebracht.

Berlin, 2. December. Die socialdemokratische ReichltagSfraction hat gestern beschloffen, folgende Initiativ Anträge zu stellen: 1. Antrag betreffend Einführung etneS ReichSvereinSgefetzeS. 2. Einführung obli­gatorischer Gewerbegerichte. 3. Aufhebung de! Paragraphen deS Strafgesetzbuches betreffend bie Majestätsbeleidigungen. 4. Aufhebung der Gefindeordnung. 5. Ausdehnung ber Ge- werbeinfpection auf bie Hausindustrie unb Anstellung weib­licher Fabrikinipectoren. 6. Einführung eines Reich! Berg­gesetzes. 7. Ausdehnung der Immunität der ReichStag«- abgcorbneten auf bie Strafvollstreckung. 8. Einführung einer achtstündigen Arbeitszeit für alle in Industrie, Handel und Gewerbe beschäftigten Personen. 9. Aufhebung des Diktatur- Paragraphen für Elsaß Lothringen. AIS Etatredner ist Bebel bestimmt. In der Flottenfrage werden Schönlank unb Molkenbvhr da« Wort ergreifen.

Hanau, 2 December. Der seit December v. I. währende Strike der Diamantschleifer wurde heute von de« Diamantarbeiter-Fachverein bedingungslos aufgehoben.

Prag, 2. December. Gestern Abend rückten zwölf Bataillone Infanterie au!, da der Aufruhr fort dauerte. Trotzdem dewarf der Pöbel wieder die Wohnungen der Deutschen mit Steinen und plünderte die Läden der jüdischen Geschäftsleute. Auch in den Vororten werden die Ausschreit­ungen fortgesetzt, wohin ebenfalls Militär abging.

London, 2. December. Einer Berliner Drahtung der Daily New!" zufolge ersuchte die chinesische Regierung den Kaiser, eingedenk der großen Freundschaft, die er China stets bewiesen, ihr den Gefallen zu thun, Kiao-Tschau zu räumen. Dann würde China unverzüglich die gewünschte Genugthuung gewähren.

WB Prag, 2. Decbr. Zn der Dorstadt Zizkow wurde ein Haus angezündet, in Smichow die deutsche Volksschule geplündert und auf die Wachmannschaft gefeuert, worauf ei» Wachmann ein Individuum erschoß. Tas deutsche Gymnasium auf dem Altstädter Ring wurde geplündert, die E^cedente» durch Militär und Wachmannschaft oerttieben. Gegen 11 Uhr Nachts war es in der Stadt ruhig, ein großer Theil brr Truppen wurde zurückgezogen, jedoch an bedrohten Punkte» Nachtwachen organifirt. TieWiener Neue Freie Presse" meldet aus Prag: Ter czechische Pöbel plünderte viele deutsche, namentlich jüdische Geschäfte unter den Rufen:Aus gegen bie Teutschen und Juden!" Um 8 Uhr Abends führte das Militär die Schließung der öffentlichen Localitäteo durch. Bei dem Sturm auf die deutsche Volksschule in Zizkow wurde die Sicherheitswachr, welche mit dem Säbel einschritt, mit Revolverfchüssen empfangen. Nun schoß auch die Wache mit den Revolvern in die Menge hinein, ein Mann wurde schwer verwundet. Zn der Zuug- manngaffe zn Prag wurden Nachts 11 Uhr zwei Läden erbrochen und geplündert. Eine Militärpatrouille vertrieb die Plünderer. Zu Wei» berge wurde eine Bude mit. Petroleum bestrichen und angezündet. Zn Lieden bei Prag wurden 21 bewaffnete Excedenten festgenommeo. Andere Excedenten plünderten die Branntweinschänken, über 20 Personen lagen darnach betrnnfen auf der Straße. Das amerikanische Konsulat in Prag hißte die Flagge. Die Erceffe sollen durch geheime Vereine zur Bekämpfung des Teutschthums und Zudenthums organifirt sein.

WB Wien 2. December. Tie Regierung hat die Anwendung des Standrechts angeordnet. Zn den Vororten Prags find die nothwendigen militärischen Maßnahmen ge- troffen worden.____________________________________________________

CoceU* provtwjiHlo»

Gießen, beit 2. December 1897.

* Verkauf an Sonntagen. An den nächsten drei Sonntagen, also am 5., 12. und 19. December, find die Laden­geschäfte bis Abends 7 Uhr geöffnet

* Ordensverleihungen. Seine Majestät ber Kaiser haben Allergnädigst geruht, ben nachbenannteo Offizieren bie Erlaubniß zur Anlegung bet von be« Königs von Italuu Majestät ihnen verliehenen Jafignien zu ertheilen, und zwar, des GroßkreuzeS des Ordens ber Italienischen Krone, bem ©eneralUeuUnant v. Müller, Commanbeur ber Großh. Hessischen (25.) Division; bei Großosfiztsrkreuze! bet St. Mauritius- und LazaruS-O edenS: bem Generalmajor v. Frans ecky, Commanbeur ber 49. Infanterie-Brigade (1. Großh. Hessische); be! Commandeurkreuze« desselben Orden!: dem Obersten v. Madai, Commanbeur des Infanterie Regiments Kaffer Wilhelm (2. Großh. HesfischeS) Nr. 116, dem Obersten v. Hanneken, Commanbeur de! 5. Großh. Hessischen Jnfanterie-Regiment! Nr. 168; bei Commandeurkreuze! be! Orben! der Italienischen Krone: dem Oberstlieutenant v. Wedel, Commanbeur bei 1. Großh. Hessischen Dragoner-Regiment! (Garbe-Dragoner-Regiment!) Nr. 23, bem Oberstlieutenant v. Woytsch, Commanbeur be! 2. Großh. Hessischen Dragoner-Regiment! (Leib-Dragoner- RcgimentS) Nr. 24.

Zum Hoflieferanten würbe vom Großherzog v o» Hessen oer Obermeister ber Mainzer Metzger-Junung, Herr Jean Falk, ernannt.

H. Stadttheater. Einer gegebenen Anregung zufolge kommen klassische Stücke auf unserer Bühne nunmehr öfter zu Worte. Gestern wurde nun Schlller!Don (Sarloß* gegeben, ein Drama, in bem ber berühmte Dichter etne Schilderung ber burch ben DespotlSmu! Philipp! II. ia dessen eigenem Hause ungerichteten Zerrüüungtn gab, und in feinem Marquis Posa baß Ideal der Freundschaft lebendig vor Augen führte, ja dessen Opsertod all einen Opfer,ob für bie Freuvbfchaft betrachten läßt. Einen Hauptmangel weist diese Tragödie darin auf, daß fie, burch oftmalige Unter­brechung während der Bearbeitung, kein abgerundetes Ganze bildet. Der Dichtung wohnt bie mitreißende Kraft etcn genialen Natur inne, bie ben Hörer be! tragischen, echt Mensch­lichen SchtcksalSwechselS Im Innersten erschüttert. Alle Reitze ber pathetisch edlen gebundenen Rede durchleuchten in schöt^r Harmonie diese Schöpfung de! gewaltigen Dichierhero«. Wa! nun bie Aufführung betrifft, so war biese nicht durch- weg befriebigenb; jedoch darf hier nicht der Maßstab bei künstlerisch Vollendeten unbilliger Weife verlangt und an­gelegt werden; denn eS ist unendlich schwer für Darsteller, die meist in leichtem Genre fich bewegen, bem klassischen Stil sich anzupassen. Doch finb auch wirklich gute Leistungen zu melden, so zum Ersten bie be! Herrn Forsch, der uo! mit ber Wiedergabe feine! König Philipp in Erstaunen fetzte. Seine hoheitlvolle Würde, dal ruhige, eindrucklvolle Geberden­spiel, die diesmal fließende Sprache, bie Offenbarung be! Charakters in allen Stadien ber Empfindung, alle diese Vor­züge vereinigten fich zu einem Ganzen, das von sorgfältiger Durcharbeitung Zeugniß gab und redlich den dafür gespendeten reichen Beifall verdiente. Sem Bestreben, immer natürlich zu bleiben, gelang burch den ganzen Gang bet Handlung unb gereicht dem Können bei Künstlet« zu nicht geringer Ehre. ES wäre kleinlich, über einige falsch angebrachte Wort­betonungen unb mißlungene Posen nur mit einem Wort zu rechten. Als »eitere gute Darbietung verbient bie be« Herrn Janson all Marqui« v. Poia erwähnt zu werden, obgleich manche schöne Stelle burch Ueberhaftuug an Wirkung verlor. Nahezu vollenbet in Ausdruck unb Declamatton war ber große einbringliche Dialog mit dem König im brüten Act. Herr Böhm all Don Carlo« ließ zu wünschen Übrig. Leibenschaft und jugendliche« Feuer zeigte sich impulsiv, da« Rhetorische überwog aber zu oft da! Empfindunglvolle. Auch bie Sprache reichte nicht au«, mächtig genug zu sein. SeinArm tn Arm mit Dir u. s. ».* klang recht matt. Am besten gelang ihm bie cc.n* Herzog Alba gegenüber, sowie die Schlußscenen be! letzten Actr«. Irl. Biotit hätte ihre Kövi in hoheiüvoller repräsent'ren dürfen, bie! wurde jedoch durch beionbtrß glücklich verkörperte Momente gut gemacht. Die Innigkeit und Empfindung bei Abschied vom