Fenilleton.
Wss brr Auguk für btn Gsrtrn bringt.
Von I. T. Schmidt. Kunstgärtner in Erfurt.
(Nachdruck verboten.)
Hitze ist die Signatur de« Äugust. Der Garten, der am Abend reich bewässert wurde, erscheint oft schon um 10 Uhr am Morgen wieder vollständig au-getrocknet. Müde und schlaff hängen dann bald die Blumen ihre Köpfchen hernieder- fie trauern- dicker Staub bedeckt fie und die Blätter, und erst am Abend, wenn nach Untergang der Sonne eine kühlere Temperatur eiutritt, erlangt alle- Pflanzenleben wieder eine dem Auge wohlthätigere Frische. Master heißt jetzt die Loosung. Je heißer die Temperatur, um so reichlichere Wastermeugen verdunsten die Blätter und umso gründlicher müffen wir bewäffern. Reicht die Bewässerung am Abend nicht au-, so ist sie am Morgen zu wiederholen. Wo da- Wasser mangelt, steht es im Garten bald traurig au-. Die Rasenflächen brennen au- und werden dürr- die Blüthen werden kleiner und unscheinbarer und die Früchte beginnen immer reichlicher unreif von den Bäumen abzufalleu. ES ist jetzt überhaupt bald mit der Herrschaft der Sommerblumen vorüber- nur wo noch im Mat neue Saaten au-gesührt wurden, staden wir noch Sommerblumen, die in jungfräulicher Schönheit prangen, sonst haben sich zu den Blumen bereit- die reifenden Samen gesellt, die zu lhrer Entwickelung viel Kraft und Saft fortnehmen, sodaß für die neu erscheinenden Blüthen nicht viel übrig bleibt und fie deshalb kleiner und ärmer werden. Aber der Garten hat immer seine Reize.
Wenn die Sommerblumen unansehnlicher werden, beginnen fich die Blüthen de- Herbste- in kraftvoller Schönheit zu entfalten. Astern, japanische Anemonen, Tritoma- u. A. erfreuen dann das Auge und bleiben unS bis zum Eintritt de- Winter- treu. Der aufmerksame Gartenfreund sorgt jetzt bereit- für da- kommende Jahr und zieht Winterlevkojen und Goldlack, die im Frühling blühen, macht Aussaaten von Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht rc. und von zweijährigen Gewächsen und Stauden.
Viel Arbeit gibt e- im Gemüsegarten. Hier ist zu be« hacken und Unkraut zu vertilgen, dort zu behäufeln, Raupen deS Kohlweißlings find abzusammeln, zu dicht aufgehende
Sämlinge zu verziehe», reife Samen bereit- einzuernten. Manche Herbst« und Wirtergemüse werden jetzt geiäet, so Herbst« und Teltower Rüben, Spinat, Kopfsalat u. A. Im Obstgarten wird das Anbtnden hauptsächlich bet Pfirfichen und Apricoseu fortgesetzt, auch werden noch die Reben gekappt, Veredelungen auf da- schlafende Auge au-geführt. Den jetzt abgeernteteu, ziemlich erschöpften Beerensträuchern müffen wir eine aufmerksame Cultur angedethen lassen, fie namentlich reichlich bewässern und bet magerem Boden auch mit flüssigem Dünger versorgen, damit fie fich bald wieder kräftigen und auch im kommenden Jahre reichen Ertrag liefern.
Durch Stecklinge vermehrt man jetzt namentlich Pelargonien, Ehrhsanthemum und P nstemon, auch verschiedenartige Stauden. Man nimmt Töpfe von 10 Centimeter oberer Weite, gibt ihnen eine gute Scherbenunterlage, füllt dann lockere, mit Sand vermochte Erde ein und steckt die mit scharfem Messer abgeschnittenen Stecklinge vorzugsweise dicht um den Rand dieser Gefäße. E- genügt schon, die Töpfe im Freien halbschattig aufzustellen, doch erfolgt die Bewur« zelung besser auf der Fensterbank eines Zimmers oder in einem kalten Mistbeete. Äuch immergrüne Decoration-pflanzen, z. B. Myrten, Goldorangen, Eoonymus, Kirschlorbeer und ähnliche, lassen fich jetzt leicht durch Stecklinge, aus jungen Triebspitzen geschnitten, vermehren. Stecklinge dieser immergrünen Pflanzen werden am besten in flache Holzkistchen gesteckt- fie brauchen längere Zeit zur Bewurzelung als die Stecklinge der obengenannten krautartigen BlÜthenpflaozen.
Eine wichtige Arbeit für Feinschmecker bildet jetzt im Gemüsegarten daS Bleichen der Gemüse. DaS vornehmste Bleichgemüse ist der Bleichsellerie, welcher sich in England sehr großer Beliebtheit erfreut, bei uns aber wenig angebaut wird und deshalb nur zu hohem Preise in den Delicateß- Handlungen erhältlich ist. Die beste Eulturmethode des Bleichselleries bildet daS Auspflanzen in Gräben von etwa 40 Ecnti« m:ter Tiefe, die mindesten- 30 Centimeter breit find. Die Sohle dieser Gräben wirb vor der Pflanzung umgegraben und die Selleriepflänzlinge werden danach gepflanzt um zwar in Abständen von 45 bis 50 Centimeter. Der Bleichsellerte bildet keine Knollen, er wächst vielmehr nur stark ins Kraut. Durch reichliche Bewässerung und Düngung muß der Züchter möglichst lange und kräftige Blattstiele zu erhalten suchen.
Jetzt beginnt man, die Blätter jeder einzelnen Pflanze a» den Stielen fest, oben locker, anzubinden und die Pflanzgruben dann allmählich mit der bei ihrer Herstellung an den Seiten aufgeschichteten Erde zu füllen. 14 Tage später zieht man dann von recht- und link- noch so viel Erde an die Pflanze heran, daß fich die Blattstiele ganz in der Erde befinden. Im Erdreich beginnen die Stiele nun zu bleichen- fie werden zart und ihre grüne Farbe verwandelt fich in ein Helle- Gelb. Diese gelben Blattstiele schmecken ähnlich wie Nußkern- sie werden roh oder auch al- Salat und dann auch gekocht genoffen.
Zu allen diesen Arbeiten soll der August gute- Wetter bringen. Wenigsten- sagt der 100jährige Kalender Folgendes vorauS: Vom 1. bis 6. schön warm, 8. starker Regen- 9. bis 11. schön und etwas Regen- 13. schön - 15. bis 17. Regen- 18. bis 25. schön und warm - 26. bis 28. täglich Donner mit starkem Regen - 30., 31. anhaltender Regen.
Der hundertjährige Kalender?! Ich glaube kaum, daß nur 10 von 100 wissen, was er eigentlich bedeutet. Die Idee ist folgende: Die Anficht der Alten ging dahin, daß sich die Witterung von 7 zu 7 Jahren immer wiederhole, und zwar schrieb man je einem der 7 Planeten (mehr kannte man damals n cht) die Herrschaft über das Jahr. WaS nun in diesen, unter den betr. Planeten stehenden Jahren beobachtet war, wurde zusammengestellt und galt al- Richtschnur, well man berauSgefunden haben wollte, daß die Erscheinungen fich wohl etwa- abweichend, im Großen und Ganzen aber immer wiederholten — Das Jahr 1897 fällt nun unter die Herrschaft de- MarS, da- Jahr 1904 würde also wieder dieselbe Witterung bringen. — Man wolle fich aber nach den Voraussagungen nicht richten, mich wenigsten« nicht dafür verbindlich machen, eS möge obenstehende Notiz aber al- Ver» gleichSmoment mit der wirklich herrschenden Witterung dienen. Man wird finden daß die Angaben mindesten- so gut stimmen, wie die neueren Prophezeiungen auf längere Zeit. Ich habe wenigsten« nur au« den Vergleichen feststellen können, daß die Voraussetzungen für die Witterung, soweit sie zutreffend waren, auf alten und bekannten Vorgängen beruhten, daß aber daS Neuhinzugekommene selten richtig war. Daß unter der Herrschaft deS Mars der Sommer trocken, heiß und schwül verlaufen soll, ist im Ganzen eingetroffeu.
Niddaer Herbst-Markt.
Gelegentlich de- Niddaer Herbst-Marktes — 6. September 1897 — soll eine Berloosuug von Vieh, landwirthschastlichen Gerätheu uud Gebrauchsgegeuftändeu, verbunden mit einer Prämiirung von Kalbiuueu und Bullen, letztere im Alter bis zu zwei Jahren, wovon jedoch Gemeindebullen, sowie bereits im laufenden Jahre prämiirtes Vieh ausgeschlossen sind, stattfinden. Bet Ausgabe von 8000 Stück Loosen bestehen die Hauptgewinne in 158 Stück auf dem Markte angekauftem Vieh. 6868
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Nidda. Das Markt-Comitö.
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GeschäsiSpläne und nähere Auskunft bei Herrn Heinrich Hochre«t-er in »ieFe«. Sudaulaae 8. 631
Aufgebot.
Der Jfaak König von Cafsel hat durch den Rechtsanwalt Holzapfel in Gießen als letzter Inhaber der Theilobligation Lit. B Nr. 300 der hypothekarischen Anleihe der Eisenwerke Hirzenhain und Lollar zu Hirzenhain über 500 Mark deutscher Reichs- Währung vom 1. August 1895, ausge- > stellt auf den Namen des Bankhauses Salomon Oppenheim jr. & Comp. in Cöln, übertragen durch Blankoindossament mit Couponbogen enthaltend Coupons ab 1.October 1896, unter der Angabe, daß er dieses Werthpap er in der Zeit zwischen October 1896 und April 1897, wahrscheinlich im No vember oder Dezember 1896 verloren habe, das Aufgebotsverfahren beantragt.
Der Inhaber dieses Werthpapiers wird demzufolge aufgefordert,spätestens im Aufgebotstermin:
Samstag den 11. October 1001 Vormittags O Uhr
seine Rechte bei Gericht anzumelden und die Urkunde vorzulegeu, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Gießen, den 29. Juni 1897.
Grobherzogliches Amtsgericht, gez. S ch u d t.
Bekannt gemacht: 7042 Orth, Gerichtsschreiber.
Bekanntmachung
Die BahnhofSwirthschaft in Hungen soll vom 1. October 1897 ab verpachtet werden. Die Bedingungen können in unserem DienstgebSude — Gießen, Liebig, straße 23 — eingesehen, auch gegen portofreie Einsendung von 50 Pfg in baar bezogen werden.
Bewerber wollen ihre Angebote unter Angabe deS Pachtpreise?, Beifügung ihrer Befähigungsnachweise und einer kurzen Lebensbeschreibung mit der Aufschrift: „Angebot auf Pachtung der Bahnhofs- wirthschaft zu Hungen" versiegelt und portofrei bi- zum 18. August, 10 Uhr Bormittags an unS etnsenden.
Die Oeffnung der Angebote erfolgt zur angegebenen Zett in Gegenwart der erschienenen Bewerber.
Zuschlagsfrist 14 Tage 7036
Gießen, den 23. Juli 1897.
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Zur Herstellung der evangel. Kirche zu Hausen sollen die Spengler- arbeiteu, Tüncher- und Malerarbeiten im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden und ist Termin hierzu auf Donnerstag, den 5. August, Mittags l’A Uhr, im Pfarrhause zu Hausen anberaumt, woselbst auch die Zeichnungen, Bedingungen und Voranschläge aufliegen und können letztere gegen Einsendung von 30 Pfg. von Herrn Dekan Wahl biogen werden.
Frankfurt a. M., den 27. Juli 1897. K. Schwache, Kirchenbaumeister.
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