ruhig einem Kusse vorziehen, der weit schlimmer ist. Ihr habt bis jetzt geglaubt, daß man einem Kinde nicht rathen soll, aus einem 20 Meter vom Boden entfernten schmale» StmS spazieren zu gehen. Weir gefehlt! Wenn Ihr Eure Kinder lieb habt, laßt sie lieber auf dem SimS spazieren gehen als küffen und sich küffeu lassen. Wollt Ihr, mit einem Worte, Selbstmord begehen, so laßt Euch von einer schönen Frau küssen und erwartet den Tod, der ftcher kommen wird in der Form von Krebs, DiphtherittS, Lungenschwindsucht. Rückenmarksschwindsucht, kurz einer ganzen Klinik. Wahrhaft furchtbar und trostlos sind die Schlüffe, zu welchen Dr. Balvaffort gelangt: vollständige Abschaffung deS Kaffe« für Große, Kinder, kurz für Alle. Der Gipfel der Hygiene wäre, wenn man der Welle verbieten könnte, den Strand zu küffen.
Verar-schtes.
* Wiesbaden. 29. Juni. Gelegentlich des gestrigen 60jährigen Jubiläum- der ActiewGefellfchaft vorm. Bucgeff u. Co. ließ, dem „WieSb. Tagebl." zufolge, Frau Burgeff, die Wittwe des Begründers des weltbekannten Hauses, dem langjährigen verdienstvollen Director, Herrn Jos. Hummel, eine persönliche Dotation von 100,000 Mk. | überreichen.
• Berlin, 29. Juni. Am Sonntag fiel ein etwa 11 Jahre alter Knabe in den Spandauer SchifffahrtS-Canal I und gerieth in Lebensgefahr. Da keine der am Ufer stehenden erwachsenen Personen eS wagten, dem Knaben Hilfe zu bringen, sprang ein Schüler der 186. Gemeinde- schule, der Sohn der in dürftigen Verhältnissen lebenden Wittwe Rögtie in der Neuen Hochstraße Nr. 3, dem Er- trinkenden nach und rettete ihn mit eigener Lebensgefahr.
* Neubauten auf Abbruch find das Neueste in der Berliner Bauspeculatton. Auf dem Grundstück König- grätzerstraße 123 A und L, das bisher als Lagerplatz diente, neben der GeneralftaatSkaffe, erhebt sich ein weißgetünchter Neubau. Mitten unter den stattlichen und vielstöckigen Gebäuden jener Straße zeigt er merkwürdiger Weise nur zwei Geschofle. Nicht etwa Staat oder Stadt leisten sich diesen Luxus, sondern ein Privatmann hat das Grundstück von dem Eigenthümer, dem Fiscus, auf zehn Jahre gepachtet, um | auf ihm für so lange Zett ein Gebäude für ein Hotel mit 30 Zimmern und für zehn Kaufläden zu errichten. Mehr i als zwei Geschosse erlaubt die Bauart des Hauses nicht, aber der Pächter hofft, auch so auf seine Kosten zu kommen. Der i Bau ist verhältnißmäßig solide aus Backsteinen hergestellt j und hat sogar Parkettböden. Sein Garten stößt unmittelbar an den des Ministeriums für Landwirthschaft. Wohlbekannt erscheinen Galerie und Basen, welche das Dach und die Umwährung des Gartens zieren — schmückten sie doch einst da- Gebäude der „Welt-Mufik" in der Gewerbe-Ausstellung, deffen Unternehmer auch der Schöpfer dieser neuen Speculation ist, die gleichzeitig für das Finanzgenie des Herrn v. Miquel spricht. In einem ähnlichen Berhältniß zu dem FtScuS steht der Eigenthümer des Circus Busch beim Bahnhof Börse, cv * 6ht Gesellen beabsichtigt der „Central-
Innungs-Verband der Schorn st einfegerwetfrer des ! Deutschen Reiches" einzurichteu. Es ist jedoch nach Darlegung der sich hierfür ergebenden Schwierigkeiten beschloffen worden, die Verbands-Jnnungen zu einer Erklärung darüber zu veranlassen, wie sich dieselben zu diesem Antrag stellen I unb ob bezw. welche Mittel sie hierzu zur Verfügung stellen könnten. I
klassischen Kunstgenuß gerechnet hat, wird allerdings ent- täuscht gewesen sein, denn das Programm enthielt fast aus- nahmSloß volkSthümliche Gesänge thetls sentimentalen, theilS humoristischen Inhalt-, und wer auf diesem Gebiete etwas Gutes zu hören hoffte, ist gestern sicher befriedigt heimgekehrt. Sowohl die ernsten wie die heiteren Chöre erfreuten sich durchweg einer vorzüglichen Wiedergabe. Die Stimmen, namentlich der Bariton des Herrn Wankmiller, klangen voll und frisch, die Einsätze waren präciS und sicher und die Textaussprache sehr deutlich. Das Publikum gerieth bald in animirte Stimmung und spendete den Sängern lebhaften Beifall, und diese waren ihrerseits liebenswürdig genug, mit Einlagen nicht zu kargen. Von letzteren nennen wir „Bineta" von Abt und ein Apothekerlied, deffen originelle Textbehandlung im Vortrag besonderen Effect machte und einen wahren Beifallssturm entfeffelte. Bon den Solisten erweckte besonders Herr Wankmiller lebhaftes Interesse. Von seinen Borträgen gefiel uns am besten die Zugabe, „DaS Rattenfängerlied" von Engelhardt, während er mit „Der Uhr" von Löwe, bet deren Vortrag wir namentlich die Erinnerung an Bulß und Hildach nicht los werden konnten, weniger Glück hatte. Im Großen und Ganzen hat dieses gestrige Concert einen recht guten Eindruck gemacht, und die Künstler dürfen versichert sein, daß die Gießener ihnen ein gutes Andenken bewahren.
** 2. Sportplatz au der Hardt. In der gestrigen außerordentlichen Generalversammlung de- „CuratoriumS der : Rennbahn Gießen 1897" wurde u. A. beschlossen, der vor- i Drückten Saison wegen die seitherigen Preise für das Lawn- TenntS'Sptel um je ein Drittel zu ermäßigen. Die Anmeldungen zur Benutzung der Plätze find bereits recht zahlreich eingelaufen, und steht zu erwarten, daß die schönen Anlagen zur Hebung auch dieses Sports in unserer Stadt beitragen «erden.
Findigkeit der Post. In Essen wurde eine Postkarte aufgegeben, welche außer dem richtigen Namen deS I Empfängers als Wohnort den Vermerk Philosoph en- Wald, Hessen-Darmstadt, trug. Prompt traf die Karte beim Adressaten in Gießen ein, ohne daß die Jünger Stephans anscheinend lange in Verlegenheit waren, wo der Wald zu suchen sei. Die Karte wie« nur die beiden Stempel Essen und Gießen auf.
I * Der Toiletteuzanber bei deu ZubUäumsfesteu in Loudo» soll großartig sein. Wie der „Conf." mittheilt, Überboten
I sich Pariser „Toiletten dicht er" an genialen Ideen- I Einer der ersten Pariser Confectionäre fuhr nach Nizza, als I Königin Bictoria dort weilte, um die Bestellungen entgegen- I zunehmen. Die SensattonS Neuheit find Kurschleppen au« I gesticktem Tüll. Die Modelle erinnern an jene, welche die Rttterfräulein deS Mittelalters trugen. Die junge Herzogin von Marlborough, geb. Banderbilt, ließ die erste Verkäuferin
I eines bekannten Pariser Hauses nach London kommen, um mit ihrem Gatten und der sachkundigen Dame einige „sensationelle Roben" auSzuklügeln. Ein Trauerfall in der Herzog- lichen Familie hat aber das Erscheinen der Herzogin bei den Hoffesten in Frage gestellt, und so wird man die letzten GeschmackSäußerungen des Herzogs, der, wie behauptet wird, alle Toiletten seiner jungen Frau selbst wählt, vielleicht gar nicht bewundern können. Einige sparsame Damen der englischen KöutgSfamilie, sowie verschiedene fremde Prinzessinnen ! haben in Paris inkognito Toiletten bestellt, von der traurigen Gewißheit durchdrungen, daß Prinzessinnen nie wohlfeil ein- kaufen. Erst nachdem alle Preise festgesetzt worden, lüfteten sie ihr Jncognito. Eine spanische Prinzessin, die Erfinderin dieser List, bezifferte ihre auf diese Weise gemachten Ersparnisse auf etliche Tausende Franken und zeigte fich so stolz darob, daß sie überall davon erzählte, worauf viele hohe Damen ihr Beispiel befolgten und gleichfalls unter fremden Namen ihre Aufträge gaben.
* Weltpost-Eougreß in Washington. Der Congreß, der bekanntlich im vergangenen Monat unter dem Vorsitz de« Amerikaner« Shermann Botscheller in Washington tagte, hat die Plenarberathuugen am 3. Juni beendet und als Sitz des nächsten CongresseS (1903) Rom gewählt- Zuvo7 waren am 19. Mai die Delegirten vom Präsidenten der US’ oNA im „Weißen Hause" begrüßt worden. Ueber daS Ergebntß der im Plenum stattgehabten Berathungen ist bis jetzt noch wenig bekannt geworden. Die Anträge auf: „Ausdehnung des BrtefgewichrS von 15 auf 20 Gr." und „Einführung einer Weltpostmarke" wurden, wie zu erwarten war, abgelehnt. Der Meiftbetrag der Postanweisungen ist von 500 aus 1000 Francs erhöht und das Meistgewicht der Waarenproben auf 350 Gramm festgesetzt worden. Die PoftanweisungSgebühr wurde ermäßigt bezüglich der An- Weisungen mit Beträgen über 100 Francs. Das Mei^- gewicht der Postpackete (oolis postaux) soll zukünftig allgen. « 5 Kgr. betragen. Als Ersatz für ein in Verlust gerathene«
I Postpacket werden 25 Francs gezahlt. Auch eine Frage I die so Manchem unnöthige Kopfschmerzen verursachte, hat ihre Erledigung gefunden. Nämlich die Frage, wie die Poft die Jahreszahl 1900 in den Briefstempeln darstellen werde. ES wurde beschloffen, die Jahreszahl 1900 durch 00/ 1901 durch 01 usw. zu bezeichnen.
Papierne Fahrräder, d. h. solche mit Rahmengeftellen aus Popierrohren sind dar Neueste der amerikanischen Fahrrad.Jnduftrie, und muß der Gedanke, daS Papier an Stelle des Stahles treten zu lassen, entschieden als ein recht guter bezeichnet werden, da solche Rohre viel leichter, billiger und ebenso widerstandsfähig wie die metallenen flnb. Die- fdben werden aus Papierbogen auf hölzernen Dornen unter Zugabe von Chromleim gewickelt, alsdann in Former, eingeschlossen und von innen einem sehr hohen hydraulischen Druck ausgesetzt, wodurch die Wicklungen verdichtet und die Rohre genau cylindrisch gestaltet werden. Sodann werden die Rohre äußßerlich geglättet, gehärtet und auf einer Drehbank glatt polirt, worauf nach der Zusammenfügung de» Rahmens die einzelnen Rohrtheile meist holzartig, als Ma- hagoni, Rohr, Rosenholz, Eiche z. B. gebeizt und lackirt werden. Die Neuerung dürfte wohl als eine sehr wichtige und ausfichtSvolle erachtet werden, da die Vortheile derselben entschieden ganz augenscheinliche find. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau Carl Fr. Reichett, Berlin
Citeratar und Kauft
besprochen wird in den Kreisen der Mütter und Kinder- der illustrtrten Monat- schrift w-i®?la0 John Henry Schwerin, Berlin
»»^Ä^^de Nutzen und Segen für die Familie. Der 0n e doppelseitige Schnittbogen unterrichtet in Selbstanfertigune aller dargestelllen Bekleidungsstücke, und noch viel mehr erleichtert
** Sttafkammerverhandlnng. Ein Schrei der Entrüstung ging Ende November v. I. durch den ganzen Vogelsberg. Ruchlose Hände hatten auf dem Ramsberge bei Laubach die dortige Schutzhütte des Vogelsberger Höhen«Clubs demolirt und vandalisch unter den darin befindlichen Bänken und Tischen gehaust, selbst eine eiserne Ruhebank, die, fest verankert, allen Bemühungen, fie zu entfernen, zu trotzen schien, fiel der ZerstörungSwuth zum Opfer und wurde in einen in der Nähe liegenden Steinbruch gestürzt. Es hat der Staatsbehörde viel Mühe gekostet, die rohen Patrone, I“ m l“ MHVVW-is- on hom b/rn Sckutze d'.s Publikums überlassenen Gegenständen vergriffen, zu er- mltteln und zur Verantwortung zu ziehen. Angeklagt der gemeinsamen Sachbeschädigung saßen gestern vier ehemalige Laubacher Gymnasiasten auf der Anklagebank unserer Straf- kammer, geständig, die fragliche That begangen zu haben/ fie entschuldigten fich mit Trunkenheit, fie hätten einen Geburtstag gefeiert und seien in der Nachi auf den RamSberg gegangen, mit fich führend eine Flasche Rum, die fie noch geleert hätten. Gerichtsassessor Dr. Friedrich, der die Staatsbehörde vertrat, erklärte, es sei fast unbegreiflich, wie 19—21jährige gebildete junge Leute eine solche That begehen konnten. Es gebe für dieselbe keine Milderungsgründe, er sei der Ansicht, daß für den Vandalismus nur auf Ge- I j fängnißftrafe erkannt werden müsse und stellte den Antrag i dahin, zu erkennen, daß der Rädelsführer zu 3 Monaten, zwei der Angeklagten zu V/s Monat und der vierte Angeklagte zu I einer Geldstrafe von 500 Mk. zu verurtheilen seien. Die Vertheidtger, Rechtsanwalt Katz und Justizrath Dr. Rosenberg, plaidirten mit Wärme für die Angeklagten. ES sei die That gemein, aber man möge bedenken, dieselbe sei der Ausfluß des jugendlichen UebermutheS- dazu komme mildernd die Angetrunkenheit der Angeklagten hinzu, dieselben seien auch bisher unbestraft, der Schaden fei ersetzt, man würde i mit einer Freiheitsstrafe die Zukunft der jungen Leute ver- I u^ten. Nach langer Berathung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende, LandgertchtS-Director Jöckel das Ur- »^wonach die Angeklagten je zu 400, 300, 250 und 200JUlf. Geldstrafe verunheilt find. ES fei, so führte der Vorfitzende aus, die Strafe sehr milde bemessen und zwar aus der Erwägung heraus, um den noch jungen Angeklagten die Zukunft nicht zu verderben und weiter in Rückficht auf bie von der Berlhetdigung angeführten sonstigen Milde- rungSgründe.
Bad Nauheim, 26. Juni. Die Fremdenfrequenz ist bereits auf 7800 Personen gestiegen. Wenn eS in diesem Tempo forrgeht, so werden wir bis zum Schlüsse der Saison sicher gegen das Vorjahr einen Vorsprung von etwa 2000 Per- fonen gewinnen. Es find zwar alle Culturstaaten vertreten, am stärksten jedoch Rußland. Einen stärkeren Zugang von Engländern erwartet man jetzt nach Abschluß der Jubiläums- seierlichkelten. — Bäder sind bis jetzt nahezu 75 000 bereitet worden, gegen 9300 mehr als bis zur entsprechenden Zeit de- Vorjahres. (H-ff. PolkSbl.)
Bad«Nauheim, 29. Juni. Eine hiefige junge Dame hat einen vor fünf Jahren zu 500 Mark käuflich erworbenen Acker zu 13897 Mk. 50 Pfg. wieder verkauft, ein Beweis, in welchem Grade der Werth des GrundeigenthumS in hiesiger Gemarkung gestiegen ist.
Schlitz. 29. Juni. Graf Görtz wird im Gefolge des Kaisers an der diesjährigen Nordlandreise Theil nehmen.
A Mainz, 28. Juni. Seitens der Militärbehörde ist bezüglich dcs vor einigen Tagen erfolgten Unterganges der hiesigen Militär-Schwimmanstalt eine eingehende Unter-
Plon, 26. Juni. Wie im vorigen, so ist auch in diesem Sommer Professor Dr. Ducken aus Gießen hier- herberufen worden, um den kaiserlichen Prinzen GeschichtS- vortrage zu halten. Zweien Vorträgen, die am 23. und 24. im Rittersaale des CadettenhauseS über Friedrich Wilhelm IDE. | im Jahre 1813 gehalten wurden und denen die Officiere und Cadettrn der Anstalt mit beiwohnten, folgte gestern im PalaiS der Prinzen vor engerem Kreise ein Schlußvortrag W*“ bi!®r0ebnfff8 der neuesten Forschungen zur Geschichte Kaiser Wilhelms I. (Hess. VolkSbl.)
* Stuttgart. (Deutsche Fach-AuSstellung für das Hotel- und Wirthschaftswesen, Kochkunst und verwandte Gewerbe, vom 15. bis 31. August 1897.) Nach dem Bericht über den jetzigen Stand des Unternehmen» ist die Zahl der AuS- i sieller bis jetzt ca. 300 und der verfügbare Raum in der Halle annähernd besetzt. Da jedoch der ganze freie Raum außerhalb der Gewerbehalle ebenfalls zur Verfügung steht und viele angemeldete Gegenstände sich mehr fürs Freie als den bedsckten Raum eignen, so kann in der Halle noch Platz geschaffen werden. ES wäre aber angezeigt, daß diejenigen ; ginnen, welche die so äußerst günstige Gelegenheit, ihre | Fabrikate einem Interessentenkreis von solch' hervorragender Bedeutung vor Augen zu führen, benützen wollen, umgehend ihre Anmeldung bewerkstelligen würden. Die Eröffnung der 4 bis 6 Tage währenden Kochkunstausstellung soll nicht wie ursprünglich geplant, am Dienstag den 17., sondern gleich mit Eröffnung der Hauptausftellung am SamStag den 14. August erfolgen. Dem guten Gelingen der Vorarbeiten nach zu schließen, wird auf dem Gebiete wirthschaftlichen Fortschrittes Hervorragendes geboten werden und wird diesem zeitgemäßen Unternehmen sicherlich auch die Gunst deS großen Publikums nickt versagt bleiben.
r, * Ein Kreuzzug gegen den Kuß. Die römische „Tribuna" schreibt: Die Hygiene ist eine schöne und auch nützliche «ache, aber nur unter der Bedingung, daß man damit nicht Mißbrauch treibt. Dr. V a l v a s s o r i - P e r o n i in Mailand, onst ein geschätzter Arzt und tüchtiger Redner, ist ein solcher Uedertreiber. Jüngst hielt er in Mailand einen Vortrag über das Küssen vom hygienischen Gesichtspunkte aus und zahlte die furchtbaren Leiden auf, die du ch das Küssen ver- ur.acht und gefördert werden. Durch h.s Küffen werden die Krankheiten der Lippe, die Lungenschwindsucht, DiphtherittS, hundert ansteckende Krankheiten der Nase, deS Kehlkopf-, der Lungen rc. übertragen. „Küffen möcht' ich Deine schwarzen Haare , wie eS tm Liede heißt, bedeutet nach Dr. Valvassori- “*e ■ »3* ®*a ">r durchaus (inen anständigen KÄ1 -"i«-h-n." Ihr glaube, daß ein Pistolenschuß ln ben Sill‘f6n ®enl8 hygienisch ist- und doch dürst ihr ihn
suchung veranlaßt worden. Wie verlautet, erstreckt fich dieselbe auf die ganze Beschaffenheit der Anstalt, die nach der Ansicht verschiedener Sachverständiger eine sehr mangelhafte ! gewesen sein soll. — Die hiesige evangelische Kirchengemeinde beschloß gestern Abend die Erbauung einer zweiten! evangelischen Kirche hier und zwar nach den Plänen I deS jüngst verstorbenen Oberbauraths Kreßig. Als anS- führender Architrct wurde Herr Geyricksohn bestimmt und demselben ein Bankcredit von einer Million bewilligt. Ge- mäß einem früheren Beschluß wird die neue Kirche, die schon I nahezu 20 Jahre projectirt ist, den Namen „ChristuS-Kirche" erhalten.
• Verdienstkreuz. In einem Orte des Großherzogthum« Baden erhielt ein Herr, der mit dem Verdienstkreuz aus- gezeichnet wurde, folgende jedenfalls von Neid dicttrte anonyme Zuschrift:
„Wie Christus trug das große Kreuz, So trag auch Du das kleine - Gr trug es ja ganz unverdient, So wie auch Du das Deine."
Schiff-nachrichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten 6eiP LooS und I. M. Schulhof.
™ Bremen, 29. Juni. [33er transatlantischen Telearavh.l Der Postdampfer H. H. Meier, Capitän C. Steencken, vom Norddeutschen Aoyd in Bremen, ist heute 4 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommm.


