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1897
DmmerSta« dm 1. April
Nr. 77 Zweites Blatt.
iehener Anzeiger
Kenerat-Anzeiger.
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Der '
Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme dr- MontagS.
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Feuilleton.
Aprilnarre«.
Don F. Kunze.
(Nachdruck verboten.)
„Am ersten April — schickt man die Rairen wohin man will." Diese sprichwörtliche Redensart ist ebenso wie ihre Veranlassung in ganz Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden bekannt. Ist es doch Thatiache, daß am ersten Tage deS April der vielgeübte Brauch herrscht, sich gegenseitig in den April zu schicken, denn „der April rhut, waS er will". Man muß deßhalb an der Pforte deS zweiten Quartals aus der Hut sein, sonst kann man unversehens ein Aprilnarr werden, vorausgesetzt, — daß man nicht schon im März einer war.
Nach süddeutschem Volksglauben ist am 1. April der satanische Verrälher JudaS geboren, weßhalb dieser Tag zu dm unheilvollsten des Jahres gehört. Kein Wunder, wenn sogar Alimeister Goethe meint:
„Den ersten April mußt überstehn
Dann kann Dir manches Guts gescheht,!"
Gelten doch im westlichen Deutschland die im April gtborenen Menschen für „Unglückskmbrr", und in der Ober- psolz prophezeit man ihnen geradezu den baldigen Tod. Nun, so tragisch find die Geburtstage im wetterwendischen April nicht aufzusaffen, ja, der eiserne Kanzler von Fried« richSruh beweist als echtes Glückskind das directe Gegen- theil, trotzdem er bei der Geburt „in den April" geschickt morden ist.
Berüchtigt ist der 1. April nur wegen der an diesem Tage säst überall lebenekkäft'gea Ditte deS buntgestaltigen hünselnS, was besonders gedankenlose Boren und weniger einsichtsvolle Kinder in Grsahrung bringen müssen, sobald fie arSgesandt werden, um irgend etwa» Ungereimtes zu borgen vier zu holen, z. 93. in Schwaben „eiserne Holzschlägel", oid) wohl „gerade Häkhen", in Throl „a N xerl in a Mchserl" u. s. w. In anderen deurschea Gauen werden dir von geheimnißvollrn Maaren reichen Apotheker um rosa- grüne Tinte, KredSblut, Kielelsteinvl, gesponnenen Sand,
gedörrten Schnee und ähnliche Raritäten angegangen, ja, Schreiber dieses erhielt „in der Kindheit Tagen" von einem schalkhaften Onkel am 1. April einstens den zweiselhasten Austrag ertheilt, „für einen Groschen" Knopflöcher, Zwirnsamen oder Stacketensalbe einzumark.en. Wer sich nun bei solch harmlosen Scherzen als überrumpeltes Opfer fangen läßt, wird höhnend „Apriinarr" oder „Aprilbock" genannt, in Schlesien und Tyrol sogar zum „Aprilochsen" gemacht, während anderortS „Märzenschas" und „MaiganS" schmeichelhafte Bezeichnungen ähnlicher Art find, welche gleicher Ursache wegen am Märzbeginn oder am ersten Maientog gang und gäbe find. Für ihren guten Willen werden die gesügigen ahnungslosen Sendlingc noch tüchtig geneckt, z. B. im Württem- bergischen mit dem Spottreim':
..Aprilkalb mit Deinen sieben Stang», AusS Jahr will De wieder sanga!"
Jndeß, wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, — eine sprichwörtliche Wahrheit, die sich auch bei den mancherlei Ergötzlichkeiten deS ersten ApriltageS oftmals bestätigt. Merkt nämlich der auSerfehene „Narr" noch recht« zeitig genug die unredliche Abficht feines schadenfrohen Auf« traggederS, so sucht er fich auf jedmögltche Weise an ihm zu rächen. So herrscht z. B. in Schwaben die originelle Sitte, daß sich der zum Besten gehaltene Bote anstatt rach dem Orte seiner Bestimmung birect ins erste beste Gasthaus begibt und hier nach Belieben und BedÜrsniß auf Kosten seines dafür haftenden Auftraggebers zecht, um das Sprichwort zu bewahrheiten: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten."
Aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in Schweden werd,« „Aprilnarren" gefangen, ebenso wie die Briten ihren „fool’s dayle („Narrentag") scherzend begehen. Sonderbarer Weise unterscheiden fich aber der Süden und Norden England- in der merkwürdigen Sitte. In London ruft daS gaffende Publikum, sobald ihm ein Scherz an einem Vorübergehenden geglückt ist: „Ach, Ihr Aprilnarr!" Die geneckten Bewohner Schottlands wiederum haben am „VersendungS- tage" (1. April) hier und da ein Brieflein abzugeben, deren jedes nur einen kurzen, kernigen Reim birgt, welcher in deutscher Uebersrtzung lauten würde:
„An des Aprll erstem Tage Den Geck eine Meile weiter jage!"
Der auf diese Weise reingefallene Briefträger wird nun mit dem üblichen Spottnamen „Aprilgeck" bedacht und mit höhnischem Lachen verfolgt.
Aerger treiben eS noch die Spaßmacher LiffabonS, welche ahnungslose Spaziergänger am „Narrentage" mit Wasser bespritzen ober ihnen mittels allerhand Röhren auch wohl Pulver ins Gesicht blasen. Mindestens seltsam klingt eS aber, wenn man in Frankreich und Italien ebenso wie in Belgien und Holland nicht nur ben eigentlichen Ulk, sondern auch die gefoppte Persönlichkeit selbst mit „Aprilfisch" bezeichnet. , Donner an poisson d’avril ä quelqu’un® bedeutet in Frankreich so viel, als „Jemand den Aprilfisch geben." Poisson d’avril soll eine sprachliche Verstümmelung auS „la passion d’avril“ sein, worunter die leichtlebigen Franzosen ihre mittelalterlichen Mummenschänze unb Fastnachtsspiele verstanden, deren buntscheckige Stoffe meist biblischer Herkunft waren. DaS schnellsertige Kauderwelsch der Umgangssprache machte hieraus jenen scherzhaften Aprilfisch, wenigstens nach französischen Ueberliefernngen. Außerdem wird gemuthmaßt, daS Sprichwort sei hergekommen von der Fischerei, deren lebhafter Betrieb um diese Zeit wieder beginnt. Täuschte nämlich der geringe Erfolg die hochgespannten Erwartungen beim Fischen, so hatte man Aprilfische, d. h. wenige Fische. Jndeß „die Geschichte liegt tiefer", worüber man in GnbernatiS kreislichem Werke „Die Thiere in der indogermanischen Mythologie" weiter Nachlesen kann.
Soll bet den unteren Voiksklaffen FlamlandS dar neckische Umhersenden der zu Aprilfischen auSer'ehenen Kinder unb Dienstboten einen besonberen Höhepunkt erreichen, so gibt man biesen noch einen Denkzettel mit auf den Weg, indem man ihnen heimlich einen Zopf, einen beschriebene« Zettel ober eine au-geschnittene Papierfigur auf den Rücken klebt, auch wohl unbemerkt ihr Geficht weiß oder schwarz macht. Die sonst fischblütigen Holländer und Friesen scheinen am 1. April auS Rand und Band zu sein, denn alles ist darauf bedacht, fich gegenseitig „eins anhängen" zu können.
(Schluß folgt.)
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§1. III: Hand- und Maschinennähen, Flicken, Stopfen, Weißst., Fachz. Zuschn., wöchentlich 24 Std., 20 Wochen 30 Mk.
II: Hand- und Maschinennäh., Flicken, Stopfen, Weiß- und Buntst., Fachz. Zuschn., Haushaltungsbuchf. Franz., wöchentlich 20 Std., 10 Wochen 20 Mk., 20 Wochen 40 Mk.
I: Enal, oder Franz., Handarbeiten und Bügeln nach Wunsch, 10 Std. wöchentlich, 10 Wochen 30 Mk:, 20 Woche» 40 Mk. Beide Sprachen, Handarbeiten und Bügeln nach Wunsch, 10 Std. wöchentlich, 10 Wochen 50 Mk., 20 Wochen 90 Mk.
Schneidern, 20 Std. wöchentlich, 20 Wochen 30 Mk. Bügeln, 8 Std. vochentlich, 10 Wochen 12 Mk. Curs zur Ausbildung der Lehrerinnen 40 Mk. Einzelfächer nach Belieben.
Aufnahme der Schülerinnen Donnerstag, den 22. 2l£ril, Morgens 10 Uhr. 3183
Nähere Auskunft ertheilt L. Moeaer. Oberlehrerin, Gartenstr. 30.
Bekanntmachung.
Nachdem die Stadtverordneten-Versammlung in ihrer Sitzung vom 25. d. Mts. die Feststellung neuer Fluchtlinien für die Wolkengaffe beschlossen hat, bringen wir dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß der Fluchtlinienplan während 14 Tagen zur Einsicht auf dem Stadt« bouamt offen liegt und daß Einwendungen, bei Vermeidung des Aus- ichluffes, innerhalb dieser Zeit bei uns anzubringen find.
Gießen, den 29. März 1897.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
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