Ausgabe 
31.7.1896
 
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im Staude fein wird, dem Wunsche der Königin zu ent- sprechen, die auf solche periodisch wlederkehreude Besuche ihrer Familienmitglieder großen Werth legt.

Loudon, 29. Juli. Für Freitag Abend hat der com- «uniüische Arbeiter-BildungS-Berein die deutschen ® eie- girren zu einem Commerse eingeladen.

Athen, 29. Juli. Meldungen auS Kreta zufolge steckten die Türken neuerdings fünf Dörfer der Christen in Brand, waS zur Folge hatte, daß die Christen eine türkische Ortschaft einäscherten. DaS seit langer Zeit be­lagerte Fort KonariS wurde von den Christen erstürmt, die Besatzung zumeist niedergemacht und 18 Mann gefangen genommen. Einem noch unbestätigten Gerüchte zufolge sollen gestern in Kanea MassacreS stattgefunden haben.

Konstantinopel, 29. Juli. Laut einer Meldung der Eghptien Gazette" soll der Mahdi einen von der Cougo- Armee desertirten belgischen Offizier zum Chef seiner Artillerie ernannt haben.

Rewyork, 29. Juli. Ueber PtttSburg ging ein schreckliches Unwetter nieder, wobei 70 Personen umS Leben kamen und zahlreiche Menschen verwundet wurden.

Berlin, 30. Juli. DerLocalanz." meldet auS Friedrichs- ruh: ES gilt als sicher, daß diesen Sommer alle beabsichtigten Massen Empfänge unterbleiben, um den Fürsten zu schonen. AuS gleichem Grunde dürfte der Fürst auch keine Badereise unternehmen.

Berlin, 30. Juli. DerLocalanz." meldet auS Ham­burg: Unweit Montevideo strandete ein unbekanntes deutsches Schiff. Dasselbe steht in Flammen. Hilfe ist abgegangen.

Berlin, 30. Juli. Wie daSBerl. Tagebl." hört, wird der Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung der Gewerbe-Ordnung, d. h. über die Zwangsorganisationen deS Handwerks, in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Paris, 30. Juli. Der Pseudo-Attentäter Francois wird nach dem Gutachten von Irrenärzten als an Ver­folgungswahn leidend in der Irrenanstalt Villejuif internirt.

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Gießen, den 30. Juli.

* * Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog haben Allergnädigst geruht, den Hauptsteueramts- assistenten bei dem Hauptfteueramte Mainz Carl Bauer zum Revisionscontrolleur bei dem Hauptsteueramte Darmstadt, den StationSgehilfen bei den Oberhesfischen Eisenbahnen JustusWenderoth aus Gensungen zum StationSasfistenten bei den Hessischen Staatseisenbahnen zu ernennen.

* * Sitzung der Großh. Handelskammer vom 23. Juli 1896. Anwesend die Herren Koch, Gail, Katz, Klingspor, Kraatz, Wortmann. Der Ausschuß des Deutschen Handelstages hat vier Untercommisfionen zur Vorberathung über den Entwurf eines neuen Handel SgesetzbuchS einge­setzt. Die Kammer wird Ende August ein Referat über den Entwurf entgegennehmen, um dann mit ihren Wünschen an zuständiger Stelle vorzutreten. Am 1. Juli ist unter Aufhebung deS Tarifs vom 15. April 1893 ein neuer Tarif für den deutschen Levante-Verkehr über Hamburg seewärts in Kraft getreten, welcher fast durchwegErmäßigungen, darunter ganz erhebliche für Eisen und Eisenwaaren, Cement, Rohblei, Rohzink, Zinkblech, Thon, Thonröhren, Zucker, Spiritus, Bier, Zündholzschachteln enthält. Als Verbands- Hafen ist Malta neu hinzugetreten. Neu ausgenommen find neben einer Reihe von Stationen der dem Verbände bereits angehörenden Eisenbahnen eine größere Anzahl von Stationen der dem Verbände neu beigetretenen Württembergischen Staatsbahnen, sodaß der Tarif nunmehr sämmtliche wichtigeren Eisenbahn-Verwaltungen Deutschlands umfaßt. Hingegen find einzelne für den Verkehr bedeutungslose Stationen ausgeschieden. Die Verkehrsbeschränkungen und die in einzelnen Fällen etutretenben Frachterhöhungen er­langen erst vom 15. Juli d. I. ab Gültigkeit. Der Tarif ist zum aufgedruckten Preise durch die beteiligten Güter- abfertigungSstellen, sowie durch die deutsche Levante-Linie in Hamburg zu beziehen. In Oesterreich-Ungarn ist ein er­mäßigter Gepäcktarif für Musterkoffer eingeführt. Die Be­stimmungen desselben können auf dem Bureau der Kammer eingesehen werden,- desgleichen ein Bericht über den Manu- facturwaarenhandel in Porto Alegre. DaS Verzeichniß zweifelhafter Firmen in den Niederlanden hat einige Ergänzungen erfahren.

* Kirchliche Dienstuachrichteu. Ueber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887 , die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes nothwendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der katholischen Geistlichen: Joseph Bergmann auS Dietesheim, Theodor Friedrich auS Mainz, Michael Laubner auS Biblis und Georg Wolf auS Rockenberg.

* * Kirchliche Dienstuachrichteu. Ernannt wurden: Pfarr- vicar Haustein zu Offenheim zum Pfarrvicar in Horr­weiler, Deeanat Mainz; Pfarrvicar Dr. VaconiuS zu Horrweiler zum Verwalter der Pfarrstelle zu Büttelborn und der Diaconatstelle zu Groß-Gerau,- Pfarrverwalter Stotz zu Groß-Gerau zum Pfarrvicar in Offenheim, Decanat Friedberg - Pfarrasfistent Matthes zu Darmstadt zum Pfarr­verwalter in Nieder Beerbach, Decanat Eberstabt.

* * Evangelisches Schwesternhaus. ES wirb uns geschrieben: Man hört, baß beabsichtigt wird, außerhalb der engsten Stadt- grenzen einen Platz zur Erbauung eines Schwestern­hauses an Stelle bes in ber Lonhstraße belegenen, zu klein geworbenen, zu erwerben. So manche Vortheile bies auch <n unb flr sich haben bürste, so sollte doch ber Allgemeine Verein für Armen- unb Krankenpflege bedenken, baß es sehr im Jutereffe ber Armen unb Kranken gelegen ist, wenn dieses WohlfahrtS.Justitnt möglichst in ber Nähe bes Mittel­

punktes unserer Stabt von allen Seiten schnell erreichbar errichtet wird. Auch die Gunst ber wohlhabenbereu Kreise unserer Stabt würbe in vielen Fällen den Schwestern ab­gehen, wenn bie Erreichung bei plötzlichen Nothfälleu burch ein entfernteres Wohnen berselben auch für biefe Kreise er­schwert würbe. Fraglos würbe sich ja ber Bau eines Heims für bie Schwestern durch den Grunderwerd verbilligen, je weiter man dasselbe von der Stadt entfernt legte, ober die Geldfrage darf doch dabei keine Rolle spielen. Die wohl­habenderen Mitbürger find gewiß bereit, zu helfen, sobald es sich um Wohlthätigkeitß.Einrichtungen handelt. Darum baue man daS HauS möglichst bequem unb schnell erreichbar für Jebermann.

Anläßlich des 50jährigen Stiftungsfestes deS Turn« vereiuS traten eine größere Anzahl Frauen unb Jungfrauen zusammen, um bem Verein an seinem Ehrentage ein Geschenk in Form einer Fahnenschleife zu überreichen. Der für bie Verwirklichung beS ProjeciS zu Grunbe gelegte Ge- banke, bie BereinSmitglieder dafür zu interefsiren, fanb in ber warmen Unterstützung berselben genügenben Ausdruck. Unb so würbe eS benn möglich, bie Fahnenschleife heute fertig zu stellen und zwar in einer solch künstlerischen Aus­führung, wie sie wohl einzig in ihrer Art dastehen wag. Sie wurde in dem Stickereigeschäft des Herrn Louis Walter, Lindenplatz, verfertigt, in dessen Erker dieselbe bereits ausgestellt ist.

*-as- Vorgestern und gestern tagte, wie bereits ge­meldet, wieder nach zweijähriger Unterbrechung in den Mauern unserer Stadt ber 13. Familieutag der FamUie verubeck unter bem schon oft bewährten Vorsitz beS Herrn Oderfchul- raths ber Provinz Schlesien, lic. theol. Dr. K. Leimbach aus Breslau. AuS Nah und Fern waren die Glieder der­selben, fast hundert an der Zahl, zum diesjährigen Familien­tage, einem Jubiläumsfeste für die Familie, erschienen. Sind eS doch bereits 20 Jahre, daß ber Bernbeck'sche Famtlien- bunb gegrünbet wurde, daß daS mit Recht so bekannte Correspondenzblatt ber Familie Bernbeck" existirt. Der heurige Festtag staub unter dem Zeichen beS Stammbaumes- er war baS erste unb letzte Wort aller berer, bie Montag Abenb sich zur Vorversammlung einfanben, um ber Familie Wohl unb Wehe zu berathen, unb berer, die gestern hier in Steins Garten" zusammenkamen, um in frohem Kreise innige Beziehungen aufzufrischen, alte Erinnerungen aus­zutauschen unb neue, schöne in die Heimath mitzunehmen. Der Stammbaum ber Familie Bernbeck", ein Buch von etwa 300 Seiten in geschmackvollem Einbanb, würbe von Herrn Oberamtsrichter Franz Wahl aus Schlitz mit größter Sorgfalt unb in vortrefflicher Weife verfaßt unb herauß- gegeben. Derselbe erhielt als Dank für feine große Mühe­waltung unb für seine Verbienste um bie Familie im Namen berselben von bem Subsenior ber Familie, Herrn Pfarrer Karl Bernbeck auS Queck eine golbene Uhr Überreicht. In seinem ersten allgemeinen Theil bringt ber Stammbaum bie Geschichte ber Familie unb Institute berselben, wie Familienbunb, Familienrath, Stipenbium, Corresponbenzblatt, Familtentag. Der zweite Theil ist mit ben Biographieen ber einzelnen Familienmitglieder, nach Stämmen georbnet, ausgefüllt. Heute Mittag findet noch eine Nachfeier auf bem Schiffenberg für biejenigen Familien statt, welche nicht burch häusliche unb Berufspflichten gezwungen waren, schon gestern ihrer Heimalh zuzueilen. Mögen alle Teilnehmer frohe Erinnerungen an baß heurige Familienfest mitnehmen, möge es baß ihrige bazu beitragen, ben Familiensinn immer mehr unb mehr zu kräftigen und zu stärken.

* * Verein zur Züchtung reiner Hunderassen. Am 15. d. M. hielt ber Verein zur Züchtung reiner Hunberaffen für Gießen unb llmgegenb bei einem Mitgliederbestände von 50 Mitgliedern seine erste constituirenbe General-Versammlung ab, welche recht zahlreich besucht war unb in welcher sich fünf neue Mitglieber anmeldeten. Die Statuten würben einzeln burchberathen unb einstimmig genehmigt- biefelben werben ben Mitgliebern sofort nach Fertigstellung zugesanbt. Der Beitrag wurde auf Mk. 3 pro Jahr festgesetzt unb ber Vor- stanb bis zum 31. Decewber 1897 gewählt, auß folgenben Herren beftehenb: 1. gerb. Winbecker, 2. Hch. MyliuS, 3. I. G. Seiberer, 4. A. Bieler, 5. Gustav Müller, 6. Carl Burk, 7. I. Reif. Die Erledigung ber Schlief­platzfrage nebst Schliefplatzorbnung wurde einer Commission im Verein mit bem Dorstanbe übertragen, welche ber nächsten Versammlung geeignete Vorschläge zu machen hat. Dem Vorstanbe wurden zur bemnächstigen Gratisverloosung unter bie Mitglieber von 2 Gönnern je 1 Dachshunb unb 1 Fox­terrier, beibe von hochprämiirten Eltern, zur Verfügung ge­stellt unb außerbem zwecks Vermittelung beS Ankaufs ein TigerbachShunb, ein deutscher Rattenpinscher und eine junge, kurzhaarige, deutsche Voistehhündin in Auftrag gegeben. Der letztere Auftrag ist bereits realifirt unb gelang, dem Verein bie betr. Hünbin für Mk. 40 statt ber ursprünglich geforberten Mk. 100 zu erwerben - bie Hünbin stammt von Greif-Nibung" (14 erste unb Ehrenpreise auf Abstellungen unb Prüfungssuchen) auS ber ebenfalls hochprämiirtenGraf Hoyer" TochterDido auß ber golbenen Aue" unb reprä- fentirt jagdlich sowohl wie schönheitlich baß beste Blut Deutsch­lands in dieser Raffe. Welchen Anklang ber junge Verein bereits gefunben hat, beweisen bie fortwährend» einlaufenben zahlreichen Anmeldungen (bis jetzt weitere 18) und machen wir die Mitglieder auf die am Freitag den 31. Juli c., Abends 9 Uhr im VereinSlocalHotel Kaiserhof" stattfinbende nächste Versammlung noch ganz besonberS aufmerksam. Gäste finb willkommen. Beitrittserklärungen beliebe man an vorsteheube Abreffe ober ben ersten Schriftführer Herrn I. G. Seiberer, Thierarzt, Kirchenplatz Nr. 11, zu richten.

Feuerwehrseste. Den hiesigen freiwilligen Feuer­wehren gingen Einladungen zu folgenden Festlichkeiten zu: Herborn, 11. Feuerwehnag deß Bezirks Herborn am 2. August - Nieder - Eschbach, Feier des 25jährigen Stiftungsfestes, wobei ber bärtigen Feuerwehr eine Stanbarte überreicht werben wirb, om 15., 16. unb 17. August- an

benfelben Tagen feiert auch bie freiwillige Feuerwehr zu B ockenheim ihr 25jährigeS Stiftungsfest.

* * PreiSfchießeu. DaS große PreiSschießen unseres SchÜtzenvereinS findet am 15., 16. und 17. August statt und find hierzu zahlreiche Einladungen an fremde Schützen ergangen.

* * Nheintonr. Die Mitglieder der Gießener Schlacht­vieh-Versicherungs-Gesellschaft beabsichtigen, de«, nächst eine dreitägige Rheinreise zu unternehmen, zu weicher sie Einladungen zur Theiluahme au befreundete Collegen unb Viehhändler ergehen lassen.

Ortskrankenkasse Gießen. Der Vorstand ber Orts, kranken kasse Gießen hat gestern Abend beschloffeu, den Familienangehörigen der Mitglieder vom 1. October b. I. ab in Erkrankungsfällen toieber freien Arzt zu gewähren. TS stehl auch in Aussicht, baß, wenn nicht befonbere Aus. gaben die Kaffe belaste», in nicht langer Zeit ben Familie» angehörigen im Erkrankungsfall freie Arznei geliefert wirb.

* Obsterute. Nach ben bei ber Centralstelle in Frank­furt a. M. eingezogenen Erkundigungen über bie Obsternte in Hessen-Nassau unb bem Grohherzogthu« Hessen ergibt sich, daß diese LandeStheile eine gute dis mittlere Obsternte hatten ober zu erwarten haben unb daß nur bie Birnen toieber schlecht stehen. Für bie Provinz Heffen-Naffau lauten bie Auskünfte einmal sehr gut biß gut (Himbeeren), sechsmal gut (Stachel-, Johannis-, Erd- und Heidelbeeren, Wallnüffe und Reineclauden), fiebenmal gut bis mittel (Süß- und Sauerkirschen, Pfirsiche, Aprikosen, Bro«, beeren, Haselnüsse unb Mirabellen), brelmal mittel (Aepfel, Zwetschen unb Pflaumen), einmal mittel biß gering (Birnen). Für baß Großherzogthum Hessen sind die Ergebniffe die folgenden: Stachelbeeren sehr gut biß gut, Johanniß-, Hi«-, Erd-, Brom- unb Heidelbeeren, Wall- unb Haselnüsse, sowie Reineclauden gut, Pfirsiche, Aprikosen unb Mirabellen gut biß mittel, Aepfel, Zwetschen, Pflaumen, Süß- unb Sauer­kirschen mittel, Birnen mittel biß gering.

* * Von ber letzten Volkszählung. Als Beweis wie sorg, fällig an ber Centralstelle baß Material ber letzten Volks­zählung geprüft unb gesichtet wirb, mag bie Nachricht bienen, daß jetzt, nachdem bereits beinahe sieben Monate herüber verflossen finb, an bie Zähler unserer Stabt zahlreiche mit An stäub en versehene Zählkarten zurück gekommen sind, zu bem Zwecke, biefelben zu vervollstänbigeu. Ganz besonberS peinlich unb genau scheint man bie Statistik der Arbeitslosen zu behandeln, waS daraus erhellt, daß gerade nach dieser Richtung den Zählern Auftrag erthellt ist, Fragen an die Betreffenden zu stellen, deren Beantwortung aller­dings ben zuverlässigsten Schluß zuläßt.

§ § Ober-MooS, 28. Juli. Bei ber heute hier abge­haltenen Bürgerrnei st erwähl wählten von 55 Stimm­berechtigten 48. 32 Stimmen fielen auf ben seitherigen Bürgermeister AnbreaS Greb ll. unb 16 Stimmen auf ben Gegenkandidaten Beigeordneten Schäg. Der Gewählte hat baß Amt als Bürgermeister bereits 9 Jahre bekleidet

- ö- AuS der Wetterau, 28. Juli. Der Elsenbahnda» ber neuen Strecke FriebbergHungen geht immer mehr seiner Vollenbung entgegen. Die Erdarbeiter, der zwei ersten Loose FriedbergBeienheim unb BeienheimWölfers­heimer Bergwerk, sowie bes vierten LooseS BerstabtHungen ber int Ganzen in vier Loose geteilten Linie finb bereits vollstänbig beendigt, diejenigen des dritten LooseS Wölfers- Helmer BergwerkBerstadt feit einigen Wochen in Angriff genommen. Mit Beginn dieser Woche Ist nun auch schon der Anfang zu den Hochbauten gemacht werden, und an den ver­schiedenen Stationen erheben sich eben die Gerüste zur Er­richtung der Stationsgebäude. Die an mehreren Stellen recht hohen Dämme find mit den zur Befestigung berselben geeigneten Gräsern eingesät worben.

4- Nidda, 29. Juli. Neuerdings hat man in unserer Gemarkung, sowie in derjenigen von Michelnau unb Fauerbach die fernere traurige Beobachtung gemacht, daß auch an ber Gerste unb ben Kartoffeln bie nimmersatten Engerling e einen bebeutenben Schaben angerichtet haben. Diese Thatsache dürfte wieder ben Mahnruf rechtfertigen: Schonet der Vögel, welche durch Vertilgung schädlicher Jnsecten dem Landmanne nützlich find." Dies gilt nament­lich in Ansehung der Staare (Sprehn), welche mit Vorliebe bie Wiesen unb Felber nach derartigem Ungeziefer absuchen.

A An« dem Kreise Alsfeld, 29. Juli. Wie wir der Ueberncht der genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Cornmunalbedürfniffen in den Gemeinden unseres Kreises entnehmen, so haben noch acht Gemeinden ältere Kriegsschulden zu bezahlen, worunter Alsfeld mit einem Betrag von 1820 Mk. unb Nieder-Ohmen mit 805 Mk. Den höchsten Communalsteuerbetrag bringen Alsfeld und Homberg a. b. O. auf mit 68,400 Mk. refp. 1400 Mk., den kleinsten leistet die Gemeinde Fif^dach mit 500 Mark. Die kleineren Gemeinden haben ben höchsten Beitrag auf 1 Mark Communalsteuercapltal aufzubringen- es finb bereu acht, welche auf 1 Mark über 50 Pfg. Beitrag zu leisten haben. Den höchsten Ansatz bezahlt Otterbach mit 71 Pfg. auf 1 Mk. Communalsteuercapltal, ben geringsten bie Oe» melnbe Kirtorf mit 12 Pfg. Parzellenverrneffungskosten auf baS gejammte Grundsteuercapital finb nur für Alsfeld aufgeführt.

§ Ulrichstein, 29. Juli. Der Glaube, baß im oberen Vogelsberg keine Obstbäume gepflanzt werben könnten, weil baß Klima zu rauh unb unwirthlich fei, war früher ein allgemeiner. Die Folge bavov war, daß sich auch fast Niemand um Obstbaumzucht kümmerte. Erst die Belehrungen durch den Oberhesfischen Obstbauverein schufen Wandel und man war überrascht durch den Erfolg, den die jungen An­pflanzungen hatten. Freilich ist eine richtige Sortenwahl für die Gegend Grundbedingung, so auch hier- Sorten, die nur für einen leichten Boden bei warmem Klima gedeihen, eignen sich nicht für rauhere Gegenden im Vogelsberg. Be­kanntlich ist ber Welschnußbaum ein Freund guten BobeuS

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