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1896

Freitag den 31. Zuli

M 178

A.nts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren.

Hratisöeikage: Hießener Kamikienökätter.

nach

in

awbeiter auSbrechen.

ftairo, 28. Juli. Gestern kamen in Egypten 130 Er- Uantungen und 96 Tode,solle an Cholera vor.

giert eifriger JW»*«anent5p«U t 2 Mark 20 Pfg. ndt Bringerlohn.

Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg.

Rebaction, ürpebitiwr unb Druckerei:

SLntftratze Mr.H»

Fernsprecher 5L

»«nähme do« Anzeige« zu der Nachmittag» für de« stUgenden Lag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.

Bolffl te!egrepW*ei Sorrespondmz-Bnr»«.

Berlin, 29. Juli. An der heutigen Sitzung deS «ereinS der Eifenbahn-Verw altungeu nahmen Eilenbahnminister Thielen, der bayerisch- Mmst-rp-astd-nt fkxhr. v. Crailsheim und der württembergische Minister Präsident v. Mittnacht Theil. Der Baudirector der Ferdinand-

Berlin. 29. Juli. DaS uotergegangene Kanonenboot Iltis" zählte zur, SchiffSklaffe F 2, hatte 489 Tonnen Deplacement und 340 Pferdekräfte. DieBesatz^gbetrug 85 Mann. Die geretteten Mannschaften heißen. Moslöhner, Wistpunkt, Priebe, Kühl, Habeck, Zimmerling, Kiel, Langen- berg, Vogt, Mayfarth, Ofbruik und Labe, die letzten vier Namen stehen jedoch noch nicht genau fest. Wie ein weiteres Telegramm meldet, wird eine kaiserliche Kundgebung er- wartet. Der Kaiser ist tief bewegt.

Berlin, 29.Juli. Zum Untergang deS Kanonen­bootesIltis" wird weiter gemeldet, daß zur Zeit des ffrrrinnifiea starker Nebel herrschte. Das Schiff wurde vom

Meßmer Anzeiger

Kenerat-Mzeiger.

Feuilleton.

Allerlei über Studentenauszüge.

Von Dr. O. Buchner.

(Nachdruck verboten.)

eben Ul» 5°' n Hani

Ulle Annoncen-Bureaux de» In- und NuSlande» nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Der

-leßener feiger erscheint täglich, Bit Ausnahme de»

Montag».

Die Gießener

H«*tn<*er6tter aerden dem Anzeiger rsdchenttich dreimal bttgeltgL

frl ^77Vftf,rl,n unter W w« «*»«» r«

Angabe auf eine Veranlaffung zum Streit, etwa durch einen Stoß oder durch Wetzen mit den Hlebern, aber vergebens. Zwar wurde behauptet, es seien auch verschtedene Soldaten dorthin bestellt worden, um die Studenten thatlich zu be­handeln, doch konnte dieses nicht nachgewiesen werden. Zu- gegebene Thatsache aber war, daß die Offiziere v^her dem Rektor erklärt hatten, sie würden sich an den Studenten rächen, wenn das Pereat-Anschreiben nicht aushore.

So spazierten die beiden feindlichen Parteien mehrfach an einander vorüber. Die Studenten gingen in verschiedenen Reihen im Schritt hin und her und sangen harmlose Studenten, lieder als aber der Pedell kam und ihnen vom Rektor den Befehl brachte, sie sollten aufhören zu singen und ruhig nach Haus geh«, schwenkten sie nach der Braugasse zu ab, um sich wirklich zu entfernen. Ein Student Schulz rief mit Bursch" oderAllons Bursch" zusammen, die Offiziere aber glaub en, statt dessenPereat Stosch" zu hören und nun war kein Halten mehr. Voran der Bursche des Hauptmanns von Nagel, dann aber auch einige öffatcre ftürmten auf die Studenten und schlugen blind in dieselben hinein. Em Student Grolman, der mit einem Hieber bewaffnet war, zog beim Beginn der Rauferei, bekam die Waffe aber aus d°? Hand g-wimd-v und wurde von °--schi°d°n-» Offziere» mit den Säbeln geschlagen. Ganz ähnliches Schicksal hatten noch verschiedene andere Studenten.

Der Tumult hatte viele Neugierige auf den Brand und die anstoßenden Gassen geleit, und diese wurden ^ °-t> mehrt als nun gar Alarm getrommelt wurde. D e Solvaten Nesen aus ihren Privatquartieren, viele Bürger, die glaubte», es sei Feuer ausgebrochen, liefen auch hinzu oder nach den Spritzen In dieses Durcheinander stürmten nun die Patrouillen ® w Wung ihrer Offiziere und vertrieben Mit Gewalt und oft mit Schlagen die neugierigen Gaffer und Herum-

steher. Auch die dem Brand ferneren Straßen wurden von Patrouillen durchzogen und dabei von den Soldaten noch eine Reihe von Ausschreitungen begangen, die namentlich auch die Bürgerschaft im höchsten Grade aufbrachte.

Diese Scenen wiederholten sich am folgenden Morgen, wobei wieder eine Anzahl von Studenten und Bürgern mit Schlägen und Stößen schwer mißhandelt wurden.

Der Becher war voll und lief über. Noch an dem­selben Tage zogen die Studenten truppweise aus Gießen nach Krofdorf und Gleiberg, zu gleicher Zett erging aber auch 6in unterthänigster Bericht des Rektors an Seremssimum mit kurzer Angabe des Sachverhalts unter Erwähnung der Injurien gegen das Corpus Academicum, der Verfolgung bis in die Häuser, der Beleidigung der Studenten und der Mißhandlung einiger derselben,solchergestalt sich alles zu einer allgemeinen Giihrnng anlaßt und selbst unter ber Bürgerschaft Mißvergnügen genug sich zu äußern scheint . Der Bericht schloß mit der Bitte an Seremssimumum anädiqst und gemessenst sogleich die strengsten Ordres dahm zu ertheilen, daß von Seiten des Militärs gegen die Stu­denten, wenn sie ruhig und ordentlich sich verhalten, nichts vorgenommen und uns die fernere Untersuchung ruhig uber= lassen werde". Am Schluß wird in einer Nachschrift noch mitgetheilt, daß vor einer Stunde die allermeisten Studenten in ihrem Unmuth und aus Furcht vor weiterer harter Be­handlung zu ihrer eigenen Sicherheit die Stadt verlassen hatten.

Aber auch die Bürgerschaft erließ noch an demselben Tage ein Zunftgebot und am Abend ging eine Klageschrift derselben mit protokollarischen Belegen von Seiten der Bürger ans Ministerium in Darmstadt ab. Im vollen Vertrauen auf einen günstigen Erfolg wurde nun die Bürgerschaft ruhiger und der Mißmuth und die Gährung legten sich langsam.

(Fortsetzung folgt.)

(3. Fortsetzung.)

In begreiflich großer Erregung gingen die Studenten der Stadt, um dem Rektor Müller Anzeige von dem Fall zu machen. Unterwegs erzählten sie denselben ver- siebenen Commilitonen, die ihn rasch weiter m der Stadt verbreiteten, sodaß es nicht zu verwundern rst,^daß^noch vor Beginn der Dunkelheit eine größere Anzahl von Studenten sich auf dem Brand versammelte, um von den beiden Ge- chuppten und Bedrohten zu vernehmen, was sie bei dem Rektor ausgerichtet hätten. Viele derselben hatten Stöcke bei sich, einzelne auchder damaligen unsicheren Zetten wegen Lieber, um sich mit denselben gegen befürchtete ungerechte Angriffe der Soldaten sicher zu stellen, Gegensetttge Be­stellungen der Studenten unter einander und Verabredungen, sich dastlbst zu treffen, konnten nicht nachgewiesen werden. Alle Studenten, die deßhalb später vernommen wurden, erklärten, sie seien auf dem Brand nur nach ihrer Gewöhn-

elf Geretteten wurden an dem Südost-Vorgebirge von Schau- tU9 yetito,Ct29. Juli. DemBerl. Tageblatt" wird au6 Loudon telegrafiert, daß vr. Jamefon und Genoffen auf eine Revision deS UrtheilS verzichtet haben, Sk wurden daher noch gestern in später Abendstunde nach dem Gefangniß Übe,«uT88bur0, 29. Juli. Von zuverlässiger Seite erfahre« wir, daß in letzter Zeit zwischen Bayern und China be deutende Abschlüffe über auSraugirte Mau ergew ehre gemacht wurden und zwar in der Gesammtzahl von dreißig­tausend Stück, welche bereite in Hamburg nach Hongkong etngeschifft wurden. Weitere Bestellungen sollen bevorstehen. Auch von Preußen will China größere Maffen Gewehre an- kaufen. Diese Bestellungen werden auf den Besuch Li-Huug I ^^^Wieu^29?^Juli. Die Gewerkschaft der Bierbrauer- gehilfen beschloß gestern, den Boycott über dieWahringeri sche Bierbrauerei zu verhängen, weil deren Direktion die F berungen der Gehilfen auf Abänderung der Arbeitsordnung

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"ei V'«°r 9X98»faa, daß «» bemfelben Abend und jur selben Zeit auch einige Offiziere sich auf deut Brand vor der Hauptwache - das war die jetzige Gendarrnerte- kaserne versammelten, um ebenfalls daselbst spazieren zu aeben. Doch war Hauptmann v. Stosch nicht unter den­selben. Wie sie die große Anzahl von Studenten vorfanden, Dermüdeten sie einen aufrührischen Anschlag gegen das Militär, um so mehr, als sie einige Degen tragende Studenten wahr- u«hmen. Sie warteten nach ihrer eigenen zeugeneidlichen

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Derrtsches Leich.

Berlin, 29. Juli. Bon Seiner Majestät dem Kaiser ist aus Bergen folgendes Telegramm an den comman- -irrenden Admiral gerichtet worden:

Bergen, den 29. Juli 1896.

Admiral Knorr, commandirender Admiral, Berlin.

ES erfüllt Mich mit tiefem Schmerze, Kunde zu erhalten tott dem Verluste Meines KanonenbootsIltis", welches in Au-sÜbung feines Dienstes mit feinen fämmtlichen Offizieren unv dem größten Theil feiner Besatzung an der chinesischen Küste gestrandet ist. Viele brave Männer, an deren Spitze ein so hervorragend tüchtiger Offizier als Commandant stand, habe Ich verloren. DaS Vaterland wird mit Mir trauern unb die Marine in warmer Erinnerung diejenigen halten, welche bis zum letzten Athemzuge in der Erfüllung ihrer Pflicht das höchste Gebot ihres Lebens sahen.

Wilhelm I. K.

abgelehnt bat^. . @t^ern Abend wiederholten sich die Ausschreitungen gegen die 3^"ener, n ver­stärktem Maße. Die Polizei war machtlos, so daß Milttür einschritt, welches durch drei Bataillone aus St. Gallen ver­stärkt worden ist. Viele Personen, darunter sieben Poli­zisten, wurden verwundet und etwa 90 Verhaftungen or- genommen. Die Ausschreitungen haben diplomatische Er- Ä Au« P-t°rsburg wird eemelbtt, baß ber Besuch des ZarenpaareS in Wien eudgiltig auf di- l-tzt-n Tage de« August f°stgef'tzt Ist. D-»° würd- sich daS Zarenpaar in Kopenhagen aufhalten und Anfang September nach Kronstadt zurückkehren. . .

Paris, 20.Juli. Der Herzog von Orleans zeigte bem orleanisttschen Comitö brieflich feine buug mit

! der Erzherzogin Dorothea an und bittet darin die Royalisten, ihre Treue auch auf die demnächsttge Herzogin von Orleans zu übertragen, welche sich für die sranzösifchm Angelegenheiten sehr interesfire und den Anhängern Gegen- .»« «. W an erster Stelle Folgendes: Wir find ermächtigt, zu con- ftaüren, daß die Königin aus persönlichen Gründen das Fernbleiben des Deutschen Kaiser- von CoweS !n diesem Jahre sehr schmerzlich empfindet. Der lährliche

Ereignlffei "starker N-b.l h»-,»te. Das Schiff ^Kaif-r-^werde^ fbeirachttt

Sturme an der Ostspitze der fich durch hohe steile Küst btß Königin keine andere Bedeutung. ES ist

Po»1«Ä «rtD.e s-h- w°dl riM daß der stalfer fpüter in dief.m Jahre

Kaufgesuch^

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Nordbab» Ast In Wim defpmch di- Eaiwtck°lung des G-l°is- baues Im V-r-insg-bi-te. Die Verfammlmig wählte fodann fünf Mitglieder de» PreiSausfchuffe« zur Prüfung van Neu- ericheinnngen und Erfindungen im Eif-nbahnfache. Der Antrag der bayerifchen Staatibahnverwaltung auf einheitliche Vorschriften über die Behandlung von Keffelwagen wurde angenommen. Sodann wurde der Entwurf des neuen Vereins- Wagenübereinkommens berathen. I

«urtch, 29. Juli. Der Regierungsrath beschloß, d e Züricher Infanterie-Bataillone Nr. 70 und 71, sowie Kavallerie sofort etnzuberufen.

Pari», 29. Juli. Li-Hung-Tschang stattete heute ! dem Minister deS Aeußeren, Hanotaux, einen Besuch ab. I Die Unterredung dauerte zwei Stunden. I

Berge«, 29. Juli. Der Kaiser hat heute Vormittag um 10 Uhr die Rückreise an Bord der NachtHohenzollern angetreten. Die Kriegsschiffe und die Festung salutirten. DaS Wetter ist. herrlich. .

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Negern und Weißen zu einem Revolverkämpf, bei dem wird. ----------

U Personen getödtet und 18 verletzt wurden. Depesch« M Bert« «verold^

Lille, 28. Juli. Nachdem der socialistische Bürgermeister 29. Juli. Heber die Vereinbarungen zwischen

D elory infolge ber Preußen und Hessen, betreffend die Verstaatlichung der

worden ist, haben die socialisttschen Gemeinderäthe beschloffen, v» v LudwigSbahu, hat ebenso wie der Groß- etae große Demonstration zu veranstalten, zu welcher 9 n ber Kaiser feine volle Anerkennung

alle Gocialisten NordfrankreichS eingeladen werden sollen. v

6lne Adresse, welche die Unterschrift aller socialisttschen Wähler 9 29. Juli. Der bisherige Director des ver-

trogen soll, wird an die Regierung abgesandt "krden. Außerdem ^taUt6 .AltBerliu", Paul Blumenreich, ist

wird JauröS in der Kammer den Minister über den Zwischen I »^nen Journal" zufolge gestern vom Comite deS fo.a interpellireu. . »... Theaters des Westens von feinem Amte als Director dieser

London, 28. Juli. Die internationale Föd - W worden.

ttttlon der Marine- und Dock-Arbeiter: hat allen \ y 99. A=nH.

Arbeitgebern eine Petition um Lohnerhöhung sammtlicher Hafenarbeiter eingereicht. Wenn die Petition abgelehnt wird, still in 14 Tagen der Generalstrike einer Million Marine-