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Bekanntmachung,
betreffend: die Maul« und Klauenseuche zu Hungen.
Nachdem in mehreren Gehöften zu Hungen die Maul« und Klauenseuche amtlich festgestellt worden, wird die- mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnih gebracht, daß Gemarkungssperre angeordnet worden ist.
Gießen, am 28. December 1896.
Großherzogltches KreiSamt Gießen.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in Altenstadt, Kreis Büdingen, eine größere ^Verbreitung erfahren hat, ist über Ort und Gemarkung Altenstadt Orts- und Ge- markangssperre verhängt worden.
Gleichzeitig ist in Altenstadt bei einem Schweine die Rothlaufseuche festgestellt worden.
Gießen, den 24. December 1896.
Großherzogliches KreiSamt Gießen.
v. Gagern.
Deutscher Reich.
Darmstadt, 24. December. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben gestern dem Herrn Wirkl. Geheimrath Hallwachs Exc. zu deffen 70. Geburtstag Aller« Höchtsein Bild (Photographie) mit eigenhändiger Unterschrift und in Goldrahmen durch Herrn CabtnetSrath Römheld überreichen lassen.
Berlin, 24. December. Die Angelegenheit der Kopen« Hagener Sparmarken-Fälschuug nimmt immer größere Dimensionen an. Neuerdings sind verhaftet worden: der Schriftsteller Gustav Landauer, die Redactrice des „Soctalist", Rosa Bareiß, der Vergolder Hermann Leimert und mehrere Steindruckereibefitzer. Die Anklage lautet auf schwere Urkundenfälschung. Mehrere Haussuchungen haben bei Anarchisten stattgefunden.
Berlin, 24. December. Die Geretteten der Iltis- Mannschaft werden am 8. Februar vom Kaiser empfangen.
Berlin, 24. December. In der Familie des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe steht zu Anfang des kommenden Jahres eine seltene Feier bevor, nämlich daö goldene Ehejubiläum des Reichskanzlers und seiner Gemahlin. Das Paar wurde am 16. Februar 1847 zu Frankfurt a. M. getraut.
Berlin, 24. December. Im Interesse der Garantie- fondSzeichner soll die Genehmigung zur Veranstaltung einer Geldlotterie zur Deckung des DeficttS der Berliner Gewerbeausftelluug durch Immediateingabe beim Kaiser nachgesucht werden.
Berlin, 24. December. Während das „Berl. Tagebl." berichtet, daß die Untersuchung gegen den früheren Polizei- Commissar v. Tausch auch auf Majestätsbeleidigung ausgedehnt werde, welche v. Tausch durch seine falschen Berichte über den Gesundheitszustand des Kaisers verübt habe und sich die Anklage wegen Meineid auf vier Fälle erstrecken werde, wird dem „Localanzeiger" von angeblich zuverlässiger Sette mitgetheilt, daß obige Angaben nicht zutreffend seien. DaS Verhör gegen Tausch bewege sich bisher lediglich in der bekannten Richtung: Widerspruch mit der Aussage deS Dr. Levysohn und Verleitung zur Urkundenfälschung. ES bleibe abzuwarten, ob die Voruntersuchung, welche über diese beiden Punkte als nahezu abgeschlossen gelten kann, weiter ausgedehnt werde.
Frankfurt a. M.,» 23. December. Die „Frkfr. Ztg." meldet aus Rom: Heute nach 12 Uhr empfing der Japst das Cardiualcollegium, das demselben seine Weihnachtswünsche darbrachte. Der Papst hielt eine längere Ansprache, in der er der Armenier gedachte und ferner sich bitterlich beklagte, daß seine gute Absicht, als geistlicher Baler Italiens tausenden tapferen Gefangenen in der Ferne Hilfe zu bringen, falsch verstanden, ja dem Hohne preisgegeben sei.
Hamburg, 24. December. In der gestrigen Versamm- lung der Getreidearbeiter bot der Getreidehändler Philipp Winter seine Vermittelung zwischen den beiden Parteien bk. Seitens der Versammlung wurde eine Commission er- nennt, welche die Verhandlungen führen soll. In der Ver- [cnmmlung der Ewerführer wurde mitgetheilt, daß viele Er- satzarbeiter, vom Petersen-Quai allein 400, abgereist seien,- nur ein Ewerführer sei strikebrüchig.
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Ausland.
Budapest, 23. December. Auch „Peftt naplo" meldet, daß Kaiser Wilhelm im Frühjahr 1897 nach Ungarn kommen und den Mavövern in Kaschau beiwohnen werde. Nach Abschluß der Manöver werde der Kaiser sodann den Erzherzog Friedrich besuchen und auf dessen Gütern jagen.
St. Gallen, 24. December. Der Reichsbankagent Hegele ist von seinem Vergiftungsversuch wiederhergestellt und in das hiesige Gefängniß gebracht worden. Seine Auslieferung erfolgt wahrscheinlich Anfang nächster Woche.
Bern, 23. December. In den Schweizer (Santonen find bisher zu Gunsten der Armenier über 400 000 Protest- Unterschriften und fast eine Millionen Francs Unter- stützungSgelder gesammelt worden.
Turin, 24. December. Auf die Aufforderung der hiesigen Univerfitätshörer an sämmtliche Studenten Italiens wurde eine Adresse an den Zaren gerichtet mit der Bitte, die neuerlich verhafteten russischen Studenten zu begnadigen.
Amsterdam, 24. December. Die Polizei nahm jenes Individuum, welches nach Art des englischen BauchaufschlitzerS drei Flauen ermordet hat, fest.
Brüssel, 24. December. Die erste Kammersection lehnte den Gesetzentwurf betreffend die Reorganisation der Bürgergarde mit 5 gegen 4 Stimmen und 2 Enthaltungen ab.
Pari», 24. December. Bet Besprechung der vierten Bataillone behauptet daS „Echo de Paris", daß die Creditsorderungen für 1897 die Formirung von 30 Bataillonen in Aussicht nimmt.
Loudon, 26. December. Oberst Grey und Oberst H. White, welche gemeinsam mit Dr. Jameson verurtheilt word-n waren, sind heute nach Verbüßung ihrer Strafe auS dem Gefängniß entlassen worden.
Sofia, 24. December. Proceß Stambulow. Das Zeugenverhör wird fortgesetzt. Dr. Hakanow, der Arzt Stambulows, sagte aus, daß er im Verein mit einem Collegen Stambulow die erste Hilfe leistete, welchem sie die Hände amputirten. In den Zwischenräumen stieß Stambulow verschiedene Worte auS, so: „Man hat mich getödtet. Halju, Tüfeklschtew, Beltschew, Fürst", letzteres Wort in französischer Sprache. Der Präsident stellte an den Zeugen die Frage, ob Stambulow bei Bewußtsein gewesen sei, als die Operation unternommen wurde. Der Zeuge erklärte, die Frage sei schwer zu beantworten. Zeuge habe Stambulow gefragt, ob er wahr spreche, was dieser mit „Nein" beantwortet habe. Stambulow, sagte der Zeuge, hatte das Augenlicht verloren. Einige Zeugen sahen Halju fliehen und sich seines AataganS entledigen. Nach den Aussagen des Zeugen habe die Frau des Halju diesen, als er Abends nach dem Attentat nach Hause gekommen war, gefragt, ob er erfahren habe, daß Stambulow ermordet worden sei. Halju hätte geantwortet, dies sei keine Angelegenheit für arme Leute. Halju sei erst zwei Tage nach dem Attentat verschwunden. Zwei Gendarmen sagten aus, daß sie zwei Individuen versolgten, von denen sie eins verhafteten, ohne zu wissen, daß eS der Diener Stambulows war. Der frühere Gendarm Dimitrow gibt an, daß der Kutscher Agow im Gefängniß ausgesagt habe, Halju und Bone Georgiew hatten Stambulow beim Magazin Preslaw überfallen. Die beiden Untersuchungsrichter Georgiew und Petrow, welche als Zeugen vernommen wurden, sagten aus, daß Tüfektschiew in zwei Angelegenheiten sie in unverschämter Weise in ihrem Bureau belästigt habe.
Sofia, 26. December. Im Proceß Stambulow wurde heute daS Zeugenverhör fortgesetzt. Sabina Emanuelo- witsch, bei welcher Bone Georgiew wohnte, sagte aus, daß derselbe einen Zimmercollegen unter dem Namen Mielkistew ausgenommen habe, welcher aber Haliu war. Der Lütticher Waffenhändler Simont bestätigte, daß der auf dem Thatorte gefundene Revolver von Tüfektschiew bestellt worden ist. Hierauf wurden die drei Aerzte Dr. Serafimow, Dr. Stirlin und Dr. Mihmihalow vernommen. Serafimow sagte au-, daß Stambulow am ersten Tage bet vollem Bewußtsein gewesen sei und als Frau Stambulow ihren Gatten fragte, ob er der Amputation der Hände zustimme, bejahend geantwortet habe. Dr. Stirlin bekundete, Stambulow habe ihn Dienstag Nacht an der Stimme erkannt. Nach der Aussage Dr. Serafimows war der Tod unvermeidlich, weil durch die Schläge der Schädelknochen gespalten wurde- am folgenden Tage sei durch Blutaustritt ins Gehirn eine akute Gehirnentzündung herbeigeführt worden, welche den Tod zur Folge hatte. Nachdem der Gerichtshof noch den Augenschein auf dem Thatorte eingenommen hatte, wurde das Zeugenverhör beendet. Am Montag werden die PlaidoyerS beginnen.
Athen, 24. December. AuS verschiedenen Landestheileu werden Ueberschwemmungen gemeldet, die ungeheure« Schaden anrichteten. Auch find Menschenleben zu beklagen.
Newyork, 24. December. Ein großer Postdampfer, den man für „Le mobile" hält, ist gegenüber Fire Island gestrandet. jBei dem furchtbaren Sturm ist es unmöglich, dem Schiffe Hilfe zu bringen.
Pratoria, 24. December. Die Regierung der Südafrikanischen Republik sendet große Mengen Lebensmittel nach den von den Eingeborenen bewohnten Gebieten, in welchen HungerSnoth herrscht. Der inzwischen eingetretene Regen läßt auf eine günstige Ernte hoffen.
KslffS telegraphische« Lorrespondem-Bnrca».
Potsdam, 27. December. Auf dem alten Kirchhofe hat heute Mittag eine Gedenkfeier anläßlich der hundertsten Wiederkehr des Geburtstages der General-FeldmarschallS v. Steinmetz stattgefunden, an welcher u. A. der Stadt- Commandant und der Bürgermeister von Potsdam, militärische Abordnungen und Vereine, zahlreiche Offiziere und mehrere Verwandte des Verstorbenen theilnahmen.
Paris, 27. December. General Menedith Read, der frühere Generalconsul der Bereinigten Staaten in Paris, ist heute früh hier gestorben.
Konstantinopel, 27. December. Meldung des „Wiener K. K. Telegraphen-Correspondenz-BureauS". Die Freilassung der amnestirteu Armenier hat begonnen - heute finden auS diesem Anlaß auf Anordnung deS armenischen Patriarchats im ganzen Reiche Dankmessen statt.
Depeschen deS Bureau „Herold".
Berlin, 27. December. DaS Kaiserpaar wohnte am ersten WeihuachtSfeiertage dem Gottesdienste bei und verlebte die Festtage im engeren Kreise der Familie mit seinen Gästen, dem Prinzen und der Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe.
Berlin, 27. December. Wie in BundeSrathSkretsen verlautet, wird der Commandeur der 3. bayerischen Division, Generallieutenant Ritter von Haag, welcher bis zum vorigen Jahre bayerischer Bundesbevollmächtigter war, demnächst zum GeneralftabSchef der bayerischen Armee ernannt werden.
Berlin, 27. December. Der berühmte Physiologe Professor Emil du BoiS-Reymond ist gestern früh 71/2 Uhr im Alter von 78 Jahren gestorben.
Berlin, 27. December. Wie ein Telegramm auö Lorenzo Marquez meldet, hat der Zwischenfall daselbst seine Erledigung in der vereinbarten Form gefunden: Der General-Gouverneur und DistrictS-Gonverneur der Delagoa- Bay statteten mit zwei Adjutanten dem dortigen deutschen Consul einen Besuch ab. Am ersten Feiertage, Mittags 12 Uhr, wuröe die deutsche Flagge vom portugiesischen Com« mandoschiff salutirt, welchen Salut der „Condor" erwiderte. Hierauf stattete der deutsche Consul den Gouverneuren Gegenbesuche ab.
Berlin, 27. December. Wie der „Localanzeiger" au8 Glatz meldet, erlitt der dort internirte Herr v. Kotze am ersten Feiertage durch einen Fall eineIerstauchung deS einen Beines. Er wurde nach dem dortigen Hotel de Rom gebracht, wo er, ohne daß er nach der Citadelle überführt werden könnte, darniederliegt.
Frankfurt a. M., 27. December. Vom 1. Januar 1897 ab wird im Telephonverkehr mit Biebrich, Eltville, Hanau, Höchst, Homburg, Castel, Königstein, Langenschwal- bach, Mainz, Offenbach, Wiesbaden, Bad Nauheim, Darmstadt und Friedberg ein 3-Minuten-Gespräch mit 25 Pfg. berechnet, im Verkehr mit Bingen und RüdeSheim beträgt die Gebühr 50 Pfg., nach allen übrigen Orten 1 Mk. für je 3 Minuten.
Stettin, 27. December. Die Eisverhältnisse auf der Oder haben sich sehr ungünstig gestaltet. ES ist auS dem oberen Revier eine solche Eismasse eingetroffen, daß der Fluß einem EiSfelde gleicht. Einzelne Eisschollen haben einen Durchmesser von 20 Fuß. Die Schifffahrt im oberen Revier mußte gänzlich eingestellt werden, ebenso ruht die Kahnschifffahrt vollständig.
Stargard, 27. December. Am ersten Weihnachtsfeiertage, Vormittags halb 9 Uhr, find bei Glietzig zwei Personen- züge zusammengefahren. Die Maschinen und mehrere Wagea wurden zertrümmert. Mehrere Personen erlitte« Verletzungen. Der Materialschaden ist noch nicht zu Übersehen.
Wien, 27. December. In dem Befinden des Herzogs von Cumberland ist in den letzten Tagen eine bedeutende


