Ausgabe 
29.11.1896 Erstes Blatt
 
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statt findet, gelangen bereits am Montag bet Herrn Challter zur Ausgabe.

WohkthLllgkeitS'Soucert. Auf daS WohlthätigkeitS- Covcert des Bauer'schen Gesangvereins und des MänaergesangveretnS erlauben wir un# heute noch­mals aufmerksam zu wachen. Der gute Zweck, den die Eoueertgeber damit verbinden, verdient zwar fron an und für sich, ihnen eia volles HauS zu verschaff n, doch glauben wir diesen Wunsch auch aus dem Grunde hter nochmals aus- drücken zu dürsen, weil ein guter Besuch deS ConcerteS fich-r der schönste Lohn sowohl für die Sänger, als auch für ihren Dirigenten sein wird.

* Vortrag hoeuSbroech. Wie unS mitgetheilt wird, findet wegen Erkrankung deS Grafen v. HoenSbroech der für Sonntag den 29. ds. angeküadigte Vortrag im MuseumSsaal zu Marburg nicht statt. Wir werden au dieser Stelle rechtzeitig melden, wann derselbe stattstnden wird.

Lreduerfeier. Nr. 280, 1. Blatt, deSGießener Anzeiger" har eine Mirrdcilung über diese Feier gebracht, die eine Reihe von J^tKümern enthält. Richtig war, daß für den 10. Januar 1897 eine solche Frier geplant ist. Nicht die Uaiverfität, sondern die theologische Facultät gedenkt an diesem Tage den hundertjährigen Geburtstag ihres ehemaligen Mitglieds D. Karl August Credner, der zu ihren größten Zierden gehört hat, festlich zu begehen. Der gegenwärtige Inhaber der Credner'schen Professur, Herr D. Bal densperger wird dabei die Gedenkrede halten. Prof. Credner ist nicht, wie cS in jener Mittheilung hieß, am 6. Januar, sondern aber am 10 Januar geboren worden - er selbst hat dieses Datum in seinen Personalacten angegeben. Er ist auch nichtEnde der 40er Jahre" dahier verstorben, sondern am 16. Juli 1857, nachdem er seit 1832 der Landes- Universität als ordentlicher Proseffor angehört hatte. Geboren war er zu Woltershausen in Thüringen und kam nach Gießen aus Jena, wo er Prtvatdoceut und außerordentlicher Proseffor gewesen. Einem Aufrufe von Seiten der theologischen Facultät entsprechend, ist auS dem Kreise der noch lebenden Schüler CrednerS unter den hessischen Theologen eine Summe ausgebracht worden, um an dem Hause, welches Credner ge­hört hat und in dem er gestorben ist, eine Marmortafel anzubringen und dadurch sein Gedächtniß zu ehren und zu erhalten. Diese Tafel wird von Herrn Bildhauer Kalbfleisch dahier angefertigt und verspricht ein hoher Schmuck deS Hauses (Frankfurterstraße 13, jetzt Herrn Wetnhändler Austerlitz gehörig) zu werden. Näheres über die Feier wird seiner Zeit hier noch mitgetheilt werden.

* Chemiker Versammlung. Heute tagte in unserer Stadt eine Wanderversammlung des Vereins deutscher Chemiker (Bezirksverein Frankfurt a. M.). Vorgesehen ist eine Besichtigung deS Fernte'schen Braunstein-Bergwerks, sowie deS ThonweikS und der Dampfziegeleien des Herrn Commerzienrath Wilhelm Gail. Borträge halten die Herren Profefforen der Chemie Dr. ElbS und Dr. Naumann. Abends findet ein Festesten im Hotel Prinz Carl statt. Eine Anzahl hervorragender Chemiker nimmt an der Ver­sammlung Theil.

Haukwasserleitungeu betr. Wir machen auch an dieser Steve die betr. Hausbesitzer oder deren Beauftragte auf die im heutigen Anzeiger von dem städtischen GaS- und Wasserwerk empfohlenenVorkehrungen gegen das Einfrieren der Wasserleitungen" besonders auf­merksam. Durch Beachtung dieser Vorkehrungen werden Beschädigungen deren Herstellung unter Umständen recht kostspielig sein kann sowohl an den Wasserleitungen und den Wassermessern als auch an den Gebäuden selbst fern gehalten und empfiehlt eS sich, den Abdruck dieser Be­kanntmachung aufzubewahren.

Die neue Werkstätte der Oberheffischen Eisenbahnen soll nunmehr nach stattgehabter Beleuchtung-' und Heizprobe in allernächster Zeit dem Betriebe übergeben werden. DaS Bauwerk liegt wie unfern hiesigen Lesern bekannt in dem von den Bahnlinien Gteßeo-Fulda und Gießen-Gelnhausen gebildeten Keil am unteren Riegelpfad und umfaßt ein Areal von rund 21000 Quadratmetern, darunter 5900 Quadratmeter bebaute Fläche. Die einzelnen Bauten bestehen auS dem Hauptwerkstättegebäude, dem MagazinSgebaude, dem Holz- rrockenofen, verschiedenen Lagerhäusern und dem Hause sür die P^örtnerwohnung. In dem Hauptwerkstättegebäude befinden sich die BureauS für die Beamten, die Wasch- und Baderäume, die Kessel nebst Dampfmaschine, der Haupt­reparaturraum mit electrisch betriebener Schiebebühne und Lauskrahnrn, sowie eine GeleiSaniage für ca. 14 Lokomotiven und 30 Wagen, je ein Raum für Dreherei, Schlosseret, Schreinerei, Lackireret und Sattlerei. Die Werkstätte-Anlage wird mittelst Electr cität betrieben, zu welchem Zweck zwei Dampf Dynamomaschinen mit Verbundsystem von je 35 bis 40 Pferdekräften aufgestellt sind- den erforderlichen Dampf liefern zwei Cireulations Waffcrröhrenkefiel, welche mit 10 Atmosphären Arbeitsdruck arbeiten. Der Antrieb der größeren Werkzeugmaschinen geschieht durch directen Electro- motorenbetrieb, während die TranSmi'sionen in der Schreinere und Dreherei durch besonders hierzu aufgestellte Motoren be­wegt werden. Die Beleuchtung der Werkräume geschieht durch 20 Bogenlampen und ca. 100 Glühlichtcr von je 16Kerzen- stä'ke. Außerhalb der Werkstätte sind zur Beleuchtung 4 Bogenlampen vorgesehen. Die Erwarmung der gesammten Werkräume erfolgt durch eine Ntederdruckdampfheizanlage, welche bet etner Außentemperatur von 20* C. 12, bezw. 16* C. Wärme erzeugen und dauernd erhalt:n soll. Zur Speisung der Hetzanloge wird der Abdampf der Dampsmaschluen benutzt, wöbet je nach Bedarf dtrecter Kesseldampf zugeführt wer­den kann. Außerdem ist die Werkslatte noch mit GaS- und Wasserleitung versehen. Die gesammte Anlage, tnöbksondere der maschinelle Theil derselben, wurde unseres Wissens nach den Entwürfen des langjährigen bewährten Leiters der se t- herigen Werkstätle, Herrn Bautnsp cior Querner, auS- geführt. Zum Schluffe wollen wir noch lobend der zahlreichen hiesigen Geschäftsleute gedenken, welche an dem Bau thätig

waren. Mit größeren Lieferungen resp. Arbeiten wurden n. A. betraut: Georg Psaff, Erd- und Maurerarbeiten, die Gatl'sche Dampfziegelei und Thonwaaren- abrik, Klinker und Dachziegel, H. Schaff st ädt, Wasch- und Badeeinrichtung. Mw.

Panorama. Bon heute ab bietet das Panorama wirder ganz neue Ansichten und zwar die Zarentage in Parts, u. A. geschmückte Straßen und Plätze, der Zar im ElysLe, im Louvre die Zarin, die EScorte, die TurkoS, SpahlS, Verkehr am E'sselrhurm, Parade in Versailles u. s. w. u. s. w. Bet dieser Serie wird ein starker Besuch zu er- warten sein.

* LandwirthschaftsanSstevung. Vom Direktorium der Deutschen LuvdwirthschaftSgettllschaft erhalten w'r folgende Mit- theilurg: Die Landwirthichaft deS ganzen NordwestenS von Deutschland fieht mit Spannung auf Hamburg als den Platz der nächstjährigen großen Wander-Ausstellung der D. L. G. und betreibt eifrig und freudig seine Vorbereitungen zur würdi- gen und erfolgreichen Darfttllung der besten Erzeugnisse aus Stall und Feld. Wenn die Anzeichen nicht trügen, waltet ein günstiger Stern über dem nächstjährigen Hamburger Unternehmen. So verspricht auch der Wettbewerb um den vor Kurzem ausgeschriebenen Entwurf zu einem Diemenschuppen Feldscheune) ein sehr lebhafter und hoffentlich recht erfolg­reicher zu werden. Für die beiden verhältnihmäßig besten Entwürfe find auSgeworsen 250 bezw. 150 Mark- außerdem können noch weitere geeignete Entwürfe sür je 75 Mark an­gekauft werden. DaS Preisgericht wird gebildet durcu den Sonderausschuß für Bauwesen der Gesellschaft, dem 5 Tech­niker und 7 Landwirthe angehörev. Dos Bauprogramm kann kostenlos von der Hauptstelle der Gesellschaft, Berlin, Kochstraße 73, bezogen werden. Da die Preisausschreiben >er Gesellkchaft zur Unterstützung gemeinnütziger Bestrebungen dienen, so ist rege Betheiliguug an denselben nur zu wünschen. Mit dem 30. November d. I. schließt die Anmeldefrist ab für Dauerwaaren für Ausfuhr und Schiffsbedarf, eine Gruppe von Erzeugniffen, die einen so klassi chen und wirkungsvollen Ausstellungsort, wie Hamburg, wohl nie wieder bekommt. ES sind bereits Conserven, Weine, Mehl- und Backwaaren, und vor allem Molkerei Erzeugr isse angeweldet.

* Der Mittelrheinifche Fabrikanten-Lerein hält eine VereiuSversammlung ab am Donnerstag, 3. De- cember, Nachm. 3 Uhr, im neuen Casino (Große Bleiche, Eingang vom Nkubrunnenplatz) zu Mainz mit folgender Tagesordnung: 1) Mittheilung der neuen Einläufe. 2) Die Währungsfrage. Referent: Herr Professor Dr. Btermer- Münfter i. W. Correferent: Herr ReichStagsabgeordueter Brömel-Berlin. 3) Sonstige Bereinsangelegenheiten.

n. Stammheim, 25. November. Die von der hiesigen Gemeinde geplante Ablösuu g der Holzb ere chtigun g der OrtSbürger ist jetzt perfect geworden, da während der Publt- cationSfrist Einwendungen gegen den AblösungSmoduS nicht erhoben wurden. Der Holzbezug der Ortsbürger war nämlich nicht gleich und auS der Milte derselben deshalb der Ruf nach Ablösung erhoben worden. Das seither bezogene Holz­quantum richtete sich nämlich nach den von den einzelnen früher zu leistenden Waid-Culturarbeiten, und waren die OrtSbürger nach ihrem Besitz inFahrende" undEinläufige" gethrilt. Erstere bezogen drei Stecken buchen Scheitholz mit dem entsprechenden Oberholz, letztere zwei mit demselben. EinFahrender" erhält nunmehr 840 Mk., einEinläufiger" 560 Mk. Die GesammtauSgaben betragen 95,000 Mk., welche in Zukunft die einzige Belastung des 900 Morgen großen Waldes bilden werden. D'ie Gemeinde erhält das nothwendige Geld von der Alters- und JnvaliditätSverfiche- rung für daS Großherzogthum Hessen zu 5 pCt., wovon 31/, pCt. für Verzinsung und V[2 pCt. sür Amortisation gerechnet werden. Vom zehnten Jahre au ist verstärkte Ab­tragung gestattet. ZinS- und Tilgungsbetrag wird die Ge­meinde von dem seither vertheilten, zukünftig zur Bersteige- ruug kommenden Holz entrichten. Die Auszahlung erfolgt zu Weihnachten dieses Jahres. Die früher auf dem Wald ruhenden Schulden im Betrag von über 50,000 Mk. hat die Gemeinde im Lauf von neun Jahren durch Eichenfällungen gedeckt, und die Holzberechtigung Auswärtiger durch Capital- aufnabme vor einigen Jahren abgelöst.

R. Reichelsheim, 27. November. Die Erd-Arbeiten auf unserer Nebenbahustrecke, welche von der Gemarkungs- grenzc in Gettenau, durch dikjenige von ReichrlSheim und WeckeSheim bis an den Bahnhof von Beienheim ziehen, find gestern fertig geworden, ein Erfolg, der grade noch vor Thorschluß besonders bemerkt zu werden verdient. Ein Theil der Arbeiter wurde ent'asscn und wird in den Braunkohlen­bergwerken der Umgegend wieder Arbeit finden, der andere Theil wird am ersten Loose FriedbergBeienheim beschäftigt werden. Die Hochbauten find noch etwas auf unserem Loose zurück, kommen aber noch unter Dach. Wir find aber mit sämmtlicheu Arbeiten so wett vorgerückt, daß wir mit dem Betriebe am 1. Juli 1897 beginnen können. Auch in Fried­berg, wo die größten Schwierigkeiten liegen, wird mit größtem Nachdrucke geschafft. Bei der Grttenauer Brücke und am dortigen neuen StationShause, wo enorme Ertmossen zur Verfüllung herbeigeschleppt werden müffen, wird Morgens mit Laternen angefangen und Abends bet Laterneoschetn auf- gehört. Da heute früh 5 Grad Kälte herrschten, mußten die Maurerarbeiten eingestellt werden. Der H mmel hat fich jedoch wieder bedeckt und eS ist milder, die Arbeiten gehen wieder voran und dauern ununterbrochen fort, b'S fie vollendet find, wenn nicht starker Frost uud tiefer Schuec einfallen.

-5- AuS dem mittleren Ridderthale. 27. November. Nach dem schon seit einigen Tagen ein etfig kalter Nordosiwtnd unser Thal mit Frösten heimgesucht hat, fallen heute die ersten Schneeflocken zur Erde nieder, die sichere Nähe des Winters verkündigend.

? Stumpertenrod. 27 November. Bei eincr hter ab gehaltenen Treibjagd wurde ein Treiber angeschosfen.

verschiedene Schrotkörner waren ihm in den Kopf gedrungen, ohne glücklicher Weife edle Theile zu verletzen. Die an- zunehmrn ist, waren die Schrotkörner von einem Stein adgeprallt.

Altenschlirf. 26. November. Der kalte Markt, oder Wurstkirmes, welcher am 26. November hier obgehalte» wurde, hatte mancherlei Unglücksfälle im Gefolge. Ein Fuhrmann von Grebenhain gerieth auf der Hinfahrt unter den Wagen und wurde ihm ein Bein überfahren, da« Bei» ist zwar nicht gebrochen, doch erheblich verletzt. Schlimmer erging eS einer Verkäuferin auS Fulda, dteielbe kam auf dem Wege nach der Bürgermeisterei in der Dunkelheit vom Wege ab, fi-l eine Erhöhung hinunter und brach ein Bein.

A Mainz. 27. November. Die Strafkammer des hiesige» LandgertchtS verurrheilte heute, als Berufungsinstanz handelnd, die beiden Inhaber der hiesigen Wetnhandlung Kahn v. Mannheimer wegen Weinfälschung zu je 300 Mk. Geld­strafe eventuell 1 Monat Gefängntß. Weinproben, die bet der verurtheilten Firma erhoben wurden, ergaben, daß die­selben statt 150 Gramm Extractqehalt nur einen solchen von 120 Gramm gehabt, also mehr Wasser wie Wein war. Ferner wurde constatirt, daß die Angeklagten auS 11 Stück Wein und 1 Stück Trieb 30 Stück Wein gewacht haben. Don dem Schöffengericht find die Angeklagten nur zu je 50 Mk. Geldstrafe verurtheilt worden, während die Staats­anwaltschaft bet der Strafkammer eine weit höhere Strafe, nämlich 600 Mk. Geldstrafe eventuell 3 Monat Gefänguiß sür diese frivole Fälschung beantragt hatte. Aehnlich wie in Köln, Kassel, Hamburg und anderen Großstädten wird jetzt hter in Verbindung mit einer Frauenarbettsschule auch eine Kochschule errichtet werden. Gegen mäßiges Schul- grld sollen die Schülerinnen der Kochschule unterrichtet werden, Speisen für einen bürgerlichen T'sch selbstständig zuzubereiten. Man rechnet auf eine Frequenz von 120 bis 150 Schülerinnen.

vermischtes.

Gardelegen, 27. November. In der veraangenen Nacht wurde in Jpse, KrelS Gardelegen, der Altfitzer Schulze uud dessen Frau ermordet. Der Mörder, der da« Hau« h Brand setzte, ist der Schwiegersohn drr Ermordeten, der Kofläth Fritz Ebeling auS Pruestedt (Kreis Gardelegen). Er hatte daS Altentheil zu geben und war deßhalb vorgestern von den Ermordeten gemahnt worden. Der Mörder, der heute früh verhaftet wurde, hat die That eingestanden und ist in das hiesige AmtSger cht eingrliefert worden.

Wilhelmshaven. 26. November. Nach Aussage einet oldenburgischeu Capttän« verwickelte sich im Atlantischen Oceaa ein großer Luftballon im Takelwerk seines Schffe«, so daß Gefahr für dieses entstand. Der Ballon trug, wie derHamb. Corresp." mitihnlt, die InschriftBelgien", enthielt werthvolle Instrumente, konnte aber w gen deS schweren Wetters nicht geborgen werden.

Leipzig, 26. November. Die dauernde Gewerbe- Au Sstellung, deren Reichhaltigkeit und Schönheit immer mehr Aneikennung findet, hat zum W ntrrhaldjahr die zweck­mäßige Einrichtung getroffen, daß die gern besuchten Vor­führungen und Sonderausstrllungen im L hrsaal jeden Mitt­woch uud Sonntag Nachmittag veranstaltet werden. ES tritt ferner noch der günstige Umstand hinzu, daß während der Wintermonate daS Eintrittsgeld ganz erheblich herabgesetzt wurde, so daß der Besuch für Jedermann sehr erleichtert ist.

Moderae Heldin.Ihr Fräulein Tochter, Herr Commerzienrath, ist gegen d e Herrenwelt aber sehr spröde!" Allerdings, Sie weiß meine Millionen tapfer zu bet« theidigen!"

Literatur nnb litinft.

Nansens beldenmüthige That, durch die er der W sse»- schaft mehr gektfid Hai als je vorher für dir Erforschung deS Nord­pols geschehen war, kann man erst würdigen, wenn man sein Weik ,3n Nacht und «t« (Verlag von F. A. BiockhauS, Leipzig) ,m Hand nimmt. In der soeben erschienenen ersten Lieferung enialddl Nansen die vor feiner Reise brstedenden Ansichten über das Grbtei um den Nordpol und über die möglichen Wege zu dessen Erfu l'eßung. Klar legt er seinen Plan bar, Der mit dem hartnäckigsten Wider­stände berühmter Polarforscher zu kämpfen hatte. Nansen« Pla» sei wb<r reine Wahnsinn", wurde unverhohlen erklärt. Aber der junge Forscher ließ sich nicht irre machen; nach leinen Angabe» wurde ein ganz eigenartiges Schiff gebaut. Mochten auch dieAuto­ritäten" noch so sehr die grauen Köpfe schütteln über das curtofe Schiff, Nansens Plan erwies sich später als in allen Theilerr wohl begründet. An Gefahren hat es freilich n'cht gefehlt. Man braucht sich wohl das Umschlagbild der ersten Lieferung anzufehen, das uni Nansen und Johanfen im Kampfe mit einem Eisbären zeigt. Oder man betrachte sich daö BildDee Fram'^ irn Mondschein nach bet groben tli-ispressung Wir sehen das Schaff festgesroren in da) Packeis, das sich rings um dieFram" In oerderbendrohender Weife auftfcü mte. Hätte der geringere Vorsprung deS Fahrzeuges der» Eise Widerstand geleistet, so wäre es ebenso sicher unter dem furcht­baren Druck deS EiieS vernichttt worden, wie die Sch sse hüb<i« Polarexpeditionen in ähnlicher Lage. Statt dessen preßte daS 6» daS Schiff in die Höhe, so daß eS plötzlich oben auf den riesenhafte» Schollen faß und ein ganz pemüthlicher Aufenthaltsort war, w» uns das zweite BildErne Kartenpartie im Sa'on" beweist. Unter den hrd dem Spiele huldigenden Männern fesselt besonders Eapilär Sverdrup, eine echte SeemannSgeftalt, der man onfieht, daß sie kein» Gefahren fcheut. In der That hat Sverdrup das Schiff glücklich durch alle Hindernrsie hindurch in die H imath geführt, nachde« Nansen das Schiff verlassen und mit nur einem »ealdter tbr Gletichertour" zum Nordpol unternommen hatte. Diese endlote EiSwüste und die beiden tapferen Wanderer auf ihren Schneeschuhe» zeigt daS dritte BildNoch Süden! Nan'en und Johanien auf bei Heimwege". Mtt den Kosten und der Ausrüstung befchäfiigt st» die nächste Lieferung, in der auch die Erzählung der Reife selb« beginnen wird.

Ein neuer Roman von G org Ebers, betitelt ,e«rM<« VlMXdarg", wird etwa drei Wochm vor Weihna-rt-n e f<6rtnre (Stuttgart, Deutsche verlagSanstalt). Die Heidin «st eine fld*ia* Hebe Pertönliakttt, nämlich jene« RegenSburger Mädchen, daö |» Kaiser Karl V. in Beziehungen tret und die Mutter Do» jufl» d'Austrias wurde, des Stehers in der Seeschlacht von L vento.

Briefkasten.

Gr., hi-r Das Off nhalten der Ve-kavf«geschäste in Eieß* bis Abknds 7 Ubr ist tifi vom nächsten Sonntag, den 6. b, v'w ab gestaltet.