Ausgabe 
29.4.1896 Erstes Blatt
 
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ergeben, wurde durch zwei von Kameraden abgegebene Schüße töbtlid) verwendet.

Schiff-ncrchvichten.

Norddeutscher Lloyd, to Gießen vertreten durch bii Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 26. Syrtl. (Per tranSallanttfchen Telegraph.] Der Postdampfer Aachen, Eapt. H. HaShagen, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, tfl gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten tn Newvork anaekommm.

Witteenugsbericht vom 27« April.

Da- Minimum im Norden hat sich etwas vertieft und zugleich feinen Einfluß in östlicher und südlicher Richtung erweitert. Sentral- und Süd-Europa dagegen stehen unter der Herrschaft hoben Baro­meterstandes, dessen Kern im äußersten Westen lagert. Jndeß zeigt die Druckoerthetlung in Eentraleuropa bei geringen Unterschieden kleine Unregelmäßigkeiten, unter deren Einfluß vtelsach wolk'ges, im allgemeinen jedoch trockneS Wetter herrscht. Die Temperaturen sind allenthalben gestiegen.

Sittmmii

Wolkiges, ziemlich warmes Wetter mit stellenweise« Nteder- schlägen, einzelne leichte Gewitter nicht ausgeschlossen.

Destetye, Land- «nd Vottsrnivthsrhaft»

Gieße«, 28. April. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. JL 0,800,90, Hühnereier pr. 6t. 5 4, 2 St. 0 X Enteneier 6 H, 2 St. 0-0 X Gänse, eier pr. St. 14-00 X Käse pr. St. 6-11 X Käsematte pr. St. 3 X Erbsen pr. Liter 17 X Linsen pr. Liter 80 X Tauben pr. Paar JL 0,70 bis 1,10, Hühner pr. Stück 1,30 bis 1,50, Hahnen pr. Stück JL 1,40-1,80, Enten pr. Stück X 1,80-2,00, Gänse pr. Pfund JL 0,000,00, Ochsenfletsch pr. Psd. 70-74 X Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 66-68 X Schweinefleisch pr. Pfd. 50 bis 66 X Schweine- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 X Kalbfleisch pr. Pfd. 64-56 X Hammelfleisch pr. Pfd. 60-70 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,00 bi« 5,00 JL, Weißkraut pr. Stück 0-00 4, Zwiebeln pr. Zentner X 5,000,00, Milch pr. Liter 16 X

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Darmstadt, 27. April. Eine heute tu der

hier stattgehabte, sehr zahlreich, insbesondere

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zusagen. Er meinte dabei, daß man von Erbauung einer solchen Anstalt Seiten- der Stadt mit Rücksicht auf im Laufe befindliche andere Unternehmungen z. Z. absehen «üffe. Die Kosten für einen 1500 bis 2000 Quadratmeter großen Bauplatz find zu über 100,000 Mk., diejenigen für den Bau, einschließlich Einrichtung nach von anderen Städten vor« liegenden statistischen Angaben zu 260,000280,000 Mk. ver­anschlagt. Em Schwimmbad wurde von fast allen Badenden für nothwendig erachtet und auch die Wichtigkeit einer möglichst centralen Anlage des neuen BolksbadeS betont. Die Versammlung betraute einstimmig den Referenten mit den vorbereitenden Schritten der Bildung eine- Ausschusses für den weiteren Verfolg der Sache, dem Techniker, Aerzte, Gewerbtretbevde u. f. w. angehören, und in dem auch die städtische Verwaltung, sowie die Schule vertreten sein soll. Die erforderlichen Mittel gedenkt man durch Ausgabe von Antheilscheinen (wie die- u. a. auch jetzt der VereinDaheim" hier zwecks Baues von Arbeiterwohnungen that) aufzubringen.

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ach won Aerzteu und Stadtverordneten besuchte Bersamm- lliog sprab fich nach einem Referat des Herrn Stadtoer- »-neuen Bergsträßer Im Princip für die baldige Er- achtiung einer großen B olkSbad - Anlage mit S-vbHNnbad, überhaupt aller Arten von Bädern, auch Mioinalbädern, aus. Der Herr Oberbürgermeister konnte s ki wnhlthätige Unterstützung und Förderung des ProjectS, NM! dies soweit verwirklicht, durch die Stadtverwaltung

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Schutz gegen «otterr. Viel Opfer an Zeit und Geld kostet jährlich der erbitterte, oft nutzlose Kampf unserer Hausfrauen mit den anscheinend harmlos in unseren Wohnungen umherfliegenden Thierchen, den so gesäbrlichm und schadenbringendm Feinden unseres Eigenthums, den Motte«. Eamphor, Naphthalin, Jnsectenpulver, Pfeffer, Moschus und Patschouly, kurz, wie alle sog. Schutzmittel gegen Motten heißen mögen, sie gewähren nur problematischen Nutzen und täuschen nur zu oft das Vertrauen der Hausfrauen auf ihre Unfehlbarkeit. Ein Mittel gibt es jedoch, welches sich als absolut sicher wirkend erwiesen hat und Allen erweisen wird, die sich desselben bedienen, dieMotten-Vertilgungs-Essenz von J. Wickershebner, dem Präparator der König!. Universität in Berlin. Sie greift selbst die empfindlichsten Gewebe und Farben nicht an und ist für alle Arten von Stoffen anwendbar. Zu haben bei J. F. Schwarz- lose Söhne, Königl. Host , BetlinSW., Markgrafenstr 29, in Fl. ä 50 Psg. und 1 Mk., '/- Liter 2.75 Mk., 7i Liter ä 5 Mk.

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IG i eßen, den 28. April 1896.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. J^V.: Wolff.

eich zu erblicken find. Gerade in diesem Frühjahr ver« l'iiidb der Wintersamen, der bei dem gelinden Winter fich !:ilrtfflid) erhalten hatte, das beste Ergebniß. Nun wird h;< Hoffnung des Landwindes wieder größtentheils zu r»tc gemacht. Wer zu schätzen weiß, welche Rolle daS :ffloel in einer landwirthschaftlichen Familie jahraus jahr- a spielt, der kann auch den Schaden ermeffev, der durch h Vernichtung der RapSernte durch genannte Käfer dem üotwtrth zugefügt wird. Neben ihm wird auch der Imker ' Mitleidenschaft gezogen, da in hiesiger Gegend die RapS« Wtfre für Jbie Bienen die Haupttracht deß Frühlings bildet.

+ Büdingen, 26 April. Vorgestern war ein auS drei M »Offizieren bestehenderEhrenrath" hier anwesend, n dezüglich eines Vorfalls Erhebungen anzuftrllen, bei dem h angeblich ein Landwehroffizier in ehrenrühriger St'fi benommen haben soll. ES wurde eine größere Anzahl 'MO er Einwohner vernommen. Dem Vernehmen nach sollen hk Ermittelungen ergeben haben, daß eS fich nur um Harm« -lit Scherze gehandelt habe und das Borkommniß in sehr Vertriebener Wesie der Militärbehörde berichtet worden sei. - Ä" nächster Zeit werden hier weitere drei Mitglieder p» 'Gemeinderath gewählt, wodurch fich die Zahl derselben jwols erhöht. Die Verstärkung dieser Körperschaft tst lachen durch die Zunahme der Einwohnerzahl unserer Stadt, »elchr nach der letzten Volkszählung über 3000 beträgt. Tivwächst muß auch zur Neuwahl eines Bürgermeisters pe» -Wrltren werden, deffen Dienstzeit in diesem Sommer ablauft, ta euch, wie man hört, der Beigeordnete sein Amt nieder- plegsn gedenkt, so sehen wir hier einer recht aufregenden z-d «ntfltgen. _ «S2WWMWW»

-?§ Vom höheren BogelSberg, 27. April. Unsere vor» glichen Vogelsberger Hölzer finden immer mehr ßdlafi, was früher nicht erkannt wurde. Nachdem seit einigen :JLhri n viele Tausende von Festmetern an Fichtenholz nach 'ürsltiiedenen Zellstofffabriken versandt wurden, wurde in der li^cr Zeit auch vieles Buchenholz auf dem Submissionsweg m 5 auern-Vereine u. f. w. abgegeben, besonders in der .Mrörfterei Grebenhain. In diesem Jahre hat eine Esfig- 'srbri! bei Laubach auf 10 Jahre einen Vertrag mit genannter Lirri'örfterei abgeschlossen behufs Lieferung von jährlich .M'Meter Buchenholz. Dieses Holz soll zur Essigfabrikation :ttrtnnnbet werden. In Folge der Vergebung deS Holzes »jf SudmisfionSweg kommt immer weniger Holz zur kk^ift! igerung, so daß unsere Landwirthe stetig steigende Preise Biiotyen müffen. Bei den Anfangs dieser Woche hier ab- Meinen en Holzversteigerungen waren die Preise indeß um «l e Kleinigkeit niedriger als bet den ersten Versteigerungen.

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Ms. Bon der Diemel, 27. April. Erstickung durch KohlenoxydgaS. Auf dem herrschaftlichen Gutshofe zu Welda trug fich ein schwerer Unfall zu. 28 Arbeiterinnen, fog. Zuckerrüben. Mädchen, die auS Polen herkamen und ermüdet und durchfroren von der langen Fahrt waren, wurden nach dem Abendeffen in einem stark geheizten Raume unter­gebracht und zwar auf einem Strohlager auf dem Fußboden gebettet. Als man am anderen Morgen 4 Uhr zur Arbeit weckte, fiel eS auf, daß Alles still darinnen war. Der GurSpächrer eilte in das Schlaflocal- als er die Thür öffnete, kam ihm ein dicker Qualm entgegen und fammtliche Mädchen lagen regungslos, völlig erstarrt da. Durch schleunige Luft- znführung rc. gelang eS, einige Mädchen wieder zum Be­wußtsein zu bringen, auch traf bald der Arzt ein und machte die nöthigen Anordnungen, sodaß eS schließlich gelang, 25 Mädchen wieder herzuftellen. Dieselben waren durch KohlenoxydgaS, welches dem Ofen entströmt war, vergiftet worden. Die drei anderen Mädchen waren stärker vergiftet worden und liegen noch schwer krank darnieder, doch hofft der Arzt, auch sie wieder völlig gesund zu machen.

* Frankfurt a. M., 27. April. Heute Morgen 9 Uhr 25 Mln. wurde der Maschinenführer Joses Renk er deS Zuges Nr. 36 von seiner eigenen Maschine todtgesahren. Er hinterläßt Frau und Kinder. Renker war auf dem hie­sigen Osibahnhofe stationirt.

* Würzburg, 24. April. Das Militärgericht verurtheilte die Soldaten des 11. Infanterie - Regiments Straller, Kurz, Knorr und Nußstein zu 5 Jahren Zuchthaus bezw. 9 Monaten, 2 Jahren, 7 Monaten Gefängniß. Sie hatten den ihnen verhaßten Soldaten Hiltl Nachts in der Kaserne in Regensburg im Bett überfallen, in Bettdecken eingewickelt und mit einer Klopfpeitsche und dem Fuße einer Gewehrbank derart zugerichtet, daß er nach acht Tagen starb.

* Palermo, 25. April. In einer Kaserne schoß ein Soldat auf einen Corpora! und gab 20 Schüsse gegen herbei­geeilte Offiziere ab, worunter der Oberstlieutenant- Niemand wurde beschädigt. Der Soldat, der fich weigerte, fich zu

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Bekanntmachung.

Die Erhebung der Steuern, sowie Abgabe der Gewerbs-Patente twhtt im Monat Mai an den bekannten Zahltagen statt.

»Gießen, am 28. April 1896.

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