Ausgabe 
29.3.1896 Erstes Blatt
 
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und sich ebenbürtig ihren Schwestern des Grohherzogthum» au die Seite stellen kann. Anwesend waren Vertreter des Stadt- und Schulvorstandes, der Großherzoglichen Handels- lammet, des Vorstandes und der Schulcounnisfiou sowie des HandelSstaudeS.

** Matthau,pasfiou. Der evangelische Sircheogesang- verein beabsichtigt, die MatthäuSpassiou von Heinrich Schütz nochmals am Charfreirag aufzusühreu. Leider ist sein verdienter Dirigent, Herr Lehrer Görlach, au» Ge­sundheitsrücksichten verhindert, diese Aufführung zu letten. Doch hat sich Herr Geh. Kirchenrath Profeffor Dr. Köstlin freundlich bereit gefunden, ihn zu vertreten. Der verein ist Herrn Köstlin, der ja durch seine vortreffliche Musikgeschichte, sowie als BiceprSfident de» deutschen KirchengesangveretnS für diese Aufgabe besonders legitimirt ist, dafür zu großem Danke verpflichtet.

Kriegerkameradschafl Hasfia. Nach der letzten Sitzung de» Gesammt Präsidium» soll der diesjährige Delegirteu- tag für den 19. Juli nach Lauterbach berufen werden. Die Tagesordnung wird außer den zehn satzungsgemäßen Gegen- ständen der seitherigen Delegirtentage noch folgende Anträge vorerst umfaffen: a) Anträge des Präsidiums: 1) Nur die Hälfte des der Ernst Ludwig- und Dictoria-Melitastiftung zufallenden Reingewinns aus dem Jahrbuchvertrieb jeweils zu capitalisiren, die andere Hälfte, soweit nöthig, gleich den Zinsen der Stiftung zu vertheilen. 2) Im Herbst dS. I». eine letzte allgemeine Sammlung für baß Kyffhäuser-Denkmal in der Haffia zu veranstalten, um die au» der Verbandskasse vorlagSweise entnommenen 4000 Mk. wieder zu ersetzen. Vereine, die sich bet der Sammlung seither gänzlich ablehnend verhielten, sofern sie bei dieser Verweigerung auch jetzt ver­harren, mit einem Jahresbeitrag, d. h. 10 Pfg. pro Kopf, zu Gunsten dieser Sammlung zu belegen, b) Antrag de» Kameraden Major Beck bezw. des Bezirks Schotten: Den au» dem Deteranenfeste vom 18. August 1895 sich ergeben­den Ueberichuß im Betrag von rund 6000 Mk. zu Gunsten der Unterstützung der Veteranen ausschließlich zu verwenden, o) Antrag des Kameraden Or. Vogt: Seitens des Verbandes eine große Beteranen-Geldlotterie zu veranstalten, um einen Fonds zu gewinnen, welcher eine ausreichendere Unterstützung bedürftiger Veteranen ermöglicht. Au der Kyffhäuferfeier wird da» Gesammt-Prüsidium theilnehmen.

** Seinen 70. Geburtstag begeht morgen (Sonntag) in Berlin der ReichStagSabgeordnete Liebknecht. Derselbe ist bekanntlich ein geborener Gießener und entstammt einer hier altetngeseffenen Familie. Einer seiner Vorfahren war bereit» im vorigen Jahrhundert Professor und zeitweilig Rector an der hiesigen Universität. Herr Liebknecht studirte in Gießen, in Berlin und Marburg Theologie und Philologie, später Philosophie. Als Parlamentarier ist Liebknecht seit nahezu 30 Jahren thütig, denn er wurde 1867 in den Norddeutschen Reichstag gewählt und gehörte mit kurzen Unterbrechnungen dem deutschen Reichstag bis auf den heutigen Tag an. Der deutsche Reichstag zählt übrigen» zu seinen Mitgliedern noch ein zweites Gießener Kind, nämlich den um drei Jahre jüngeren Abgeordneten Osann- beide Ab­geordnete stehen sich allerdings in ihren politischen Glaubens- bekenntniffen scharf gegenüber- beiden Söhnen unserer Vater­stadt aber kann man die Anerkennung nicht versagen, daß sie jederzeit mannhaft für das von ihnen als recht Erkannte eingetreten sind.

* * Vogelsberger Höhenclub. Die Wirthschaft im Club- hauS de» Vogelsberger HöhenclubS auf dem HoherodSkopf ist feit dem 24. d. Mts. wieder eröffnet.

** Bermiethuug von Sitzplätzen in den Kirchen. Gegen die aus der Vcrrniethung von Sitzplätzen in den Kirchen ent­standenen Mißbräuche richtet sich nach einer der$Boff. Ztg." zugehenden Mittheilung ein Erlaß des Großh. hessischen Ober-ConfistoriurnS. Hiernach ist bestimmt: 1) Ver- miethung von Kirchensitzplätzen an Einzelne durch die Kirche wird untersagt. Bestehende Miethen sind, sofern nicht auf bestimmte Zeit abgeschlossen, zu kündigen. 2) Fortan dürfen Sitzplätze von der Kirche nicht verkauft, versteigert oder sonst gegen Entgelt an Einzelne überlasten werden. E» gilt dies auch für die Plätze, an denen seither Jemand Stuhlrecht hatte, die aber gemäß der Stuhlordnung zurückgefallen sind. 3) Niemand darf, soweit nicht etwa die Stuhlordnung die» ausdrücklich gestattet, seinen Ktrchenplatz verkaufen, verschenken, vertauschen, vermtethen ober über sein Stuhlrecht selbst ver­fügen. Dagegen barf er bte Ausübung seines Recht», so lange er bie» hat, unentgeltlich Anderen überlasten. 4) Den Kirchenvorständen wird empfohlen, aus Abschaffung der be­stehenden Stuhlrechte hinzuarbeiten. 5) Durch Neubau oder wesentlichen Umbau einer Kirche erlöschen die bestehenden Stuhlrechte. 6) Unberührt bleiben die auf den prtvatrecht« lichen Titeln ruhenden derartigen Rechte (Herrschasts-, Patro­nats- 2C. Stuhlrechte), die für standes- und großherrliche, Stadt-, Gemcindr- und dergleichen Beamte herkömmlich be­stimmten Stühle, sowie die Stühle für Geistliche, Lehrer und Kirchenvorfteher.

* Alters und ZavaliditatZverfichernng. Einen wichtigen Bescheid Über baß Recht ber Arbeiterinnen, nach ber Ehe­schließung die gezahlten Beiträge zur JnvalibitätS- unb Alterßverficherung zurückzuerlangen, hat jetzt eine Arbeiterin erhalten. Diese hat biß zu ihrer Eheschließung 175 Wochen gearbeitet und für jede Woche geklebt. Da sie wußte, daß die gezahlten Beiträge einer Ehefrau nur dann zurückgeleistet werden, wenn die QuittungSkarten 235 Arbeitswochen auß» rossten, arbeitete sie nach der Eheschließung so lange weiter, bis sie bie erforderliche Anzahl von QuittungSmarken in ehren Karten hatte, bann stellte sie den Antrag auf Er­stattung ihrer Beiträge. Dieses Gesuch ist von ber Ver­sicherungsanstalt abschlägig beschieden worden unb zwar unter Hinweis auf § 30 de» Alter»- und Jnvalidität»-Ver- ficherungSgesetze». E» könne nur dann bie Beitrag-erstattung erfolgen, wenn vor der Eheschließung die erforderliche An­zahl von Arbeitswochen geleistet und durch die Quittungs­karte nachgewiesen sei.

* Die «nßellnng Von bchnlarzte« ist in Wiesbaden I und Offenbach beschlossen worden. ES wird damit in diesen Städten eine Forderung erfüllt, die vom Standpunkt der Gesundheitspflege nicht dringlich genug betont werden kann und nicht eher ad acta gelegt werden darf, al» bi» sie aller­orts zur Durchführung gelangt ist. Die jetzige Zeit, so schreibt zu dieser Frage da»Rothe Kreuz-, führt die Noth- wendigkeit ernster Fürsorge für die Schuljugend nach einer bestimmten Richtung besonder» vor Augen, d. h. betreff» der Berufswahl. Die vor der Entlastung Stehenden lassen bei derselben oft die einfachsten Rücksichten auf die körperlichen Leistungsfähigkeiten außer Acht, weil ihnen fein Berather zur Seite steht, der sie über die Anforderungen der einzelnen Berufe aufklären könnte. Und doch liegt hier ein Haupt- moment für baß in manchen Gewerben zu findende Siech- thum unter den jugendlichen Arbeitern.

Der Getreidemarkt. (Berichtßwoche vom 20. bi» 27. März.) Der weichenden Tendenz auf dem Getreide- markte ist in letzter Woche dadurch wiederholt Einhalt ge­boten worden, daß da» Angebot an Weizen und Roggen zu den niedrigen Preisen gering war, und infolge dessen sich die Preise wieder etwas erholten. Das ungewöhnlich trockene und warme Weiter hat nämlich auch schon die Befürchtung wachgerufen, daß ein starker Rückschlag kommen unb Nach- froste bie entwickelten Saaten sehr schädigen könnten. Auch kann daß Frühjahr sehr trocken bleiben und daß WachSthum hemmen. In Berlin unb Leipzig wurde gekauft: Weizen (je nach Qualität und per 20 Gentner) 148 biß 162 Mk., Roggen für 118 biß 123 Mk., Gerste für 113 biß 170 Mk., Hafer für 115 biß 145 Mk., Mais für 88 biß 94 Mk. Bemerkens- werth ist, daß Hafer reichlich angeboten war, und infolge dessen etwas im Preise sank. müssen also viele alte Vorräthe an Hafer vorhanden sein.

§ Don der Ohm, 26. März. Daß fiberauß warme, sonnige Frühlingßwetter hat auch die Hecken außgetrocknet, eine willkommene Gelegenheit zu dem um diese Zeit so be­liebten Heckenanzünden. Häufig sieht man denn auch Rauch- und Feuersäulen von brennenden Hecken im Felde empor« steigen. Namentlich ist daß Sonntags der Fall, weil eben die Buben sich oft ein Vergnügen daraus machen, eine Hecke in Feuer und Rauch aufgehen zu lassen. Gegen das Ver­tilgen von Hecken, auSgesührt von Erwachsenen, an Stellen, wo sie ber Cultur beS Bodenß Hemmnisse bereiten, ist gewiß nichts einzuwenden, wohl aber gegen eine planlose Vernichtung der Hecken durch bie Hand von Buben lediglich eines Der- gnügenS wegen. Der Nutzen der Hecken als Brut« und Aufenthaltsort unserer nützlichsten Vögel, sowie ihre Be­deutung alS Hemmung gegen die überaus schädlichen Ab­rutschungen und Fortfliistungen beS Bodens bei starken Regengüssen, ist genugsam bekannt, so daß eS nur des Hin­weises hierauf bedarf, um einer Heckenvernichtung in ge­nannter Art entschieden entgegenzutreten. Von bester Wirk- samkeit dürfte sich hierzu baß Verbot beß Heckenbrennenß, gegeben burch die Lehrer ihren Schülern, erweisen.

Mainz, 23. März. Sin Dermächtniß des Geheimen Commerzienraths C- F. Deninger im Betrage von 100,000 Mk. setzt den hiesigen Verein für Ferien - Colonien in die Lage, künftig alljährlich 350 Kindern bte Wohlthat eineß Ferienaufenthalte in gesunber Berg« unb Waldgegend zu­kommen zu lassen. In ganz Deutschland waren im vor- letzten Sommer 23,524 Kinder in Sommerpflege geschickt worden, wofür die betreffenden Vereine 604,339 Mark verausgabten.

* Zum Humor in der Schule gibt eine Berliner Lehrerin folgende Proben auß ber Praxiß: Eine Frau F. fanbte einen Entschulbigungßzettel, welcher lautete:Geehrte» Fräulein! Sie werben et^schuldigen, baß meine Tochter Charlotte die Schule nicht besuchen konnte, da bie letztere wegen Magenleidens daß Bett hüten mußte." Eine etwaß gelblich außsehende Dame will ihren Schülern den Begriff verdrießlich" klarmachen, sie nimmt eine recht verdrießliche Miene an unb fragt:Wie sehe ich jetzt auß?" Langes Schweigen. Enblich meldet sich ein Schüler unb ruft:Noch jclbcr!" Ein Lehrer erhielt neulich folgendes originelle Schreiben:Liber her lerer! Als Unser Sofü heute Midag so späht auß die schuhle komt, da frache Ich Sie, wo baß komt, baß Sie so späht komt. Sie sacht, Sie hatte Nachsiezen mußt, weil Sie köhnich von Papilon nich gewust hatte. Hatten Sie mir gesracht, Ich hatte e» auch nich her- fachen getont, baß Sie darum eine Halbstuo hat Nachsiezen gemuft, daß wahr nicht Recht. Wen meine Kinder bum sink, ba kennen sie nich vor. Wenn Sie aber noch Mal vor solchen Unfihn Nachsiezen lassen, so würbe Ich gleich zum Herrn Pastur gehn, un Mal frachen, ob Sie darum um Jone Kleinigkeit Nachfiezcn lassen dürfen. Liber her lerer, Härzliche Grüse von Ihren ..." Zum Schluß uocd ein drastischer Entschuldigungszettel:GeerteS Freulein ich muß die Agne» ba mit entschuldigen ba sie die ganze Nacht mußte auf den Eimer weil sie denn Durchfall so sehr hat unb jetzt immer noch so über den Leib klagt, da ich ihr schwitzen lasse. Frau D . . .*

Kurze Ehe. Einen tragischen Abschluß fand eine aus dem Standeßamt zu Heiligenbeil (Ostpreußen)vollzogene Trauung. Der Schmied F. und daß Dienstmädchen Lina Lange waren eine Ehe eingegangen. Sofort nach der Trauung entfernte sich die junge Frau von ihrem Manne unter dem Borgeben, noch etwa» in der Stadt besorgen zu wollen. Sie begab sich aber birect nach der großen Schleuse und sprang in daß Wasser. Hinzueilende Personen konnten die Bedauernßwerthe nur noch alß Leiche länben.Daß Motiv zur That konnte bisher nicht festgestellt werben."

* Leipzig, 26. März. In einer Bude bc» Dresdener Bahnhöfe» hatte eine Falschmünzerbande, bestehend au» einem Posamentier, einem Goldarbeiter und zwei Bahn­

arbeitern, eine Werkstatt aufgeschlagen, um Zweimarkstücke anzufertigen. Diese waren aber so schlecht gelungen, daß der erste Versuch der Ausgabe zur Verhaftung de» C»a- sortium» führte. Sin Mitgefangener Goldschmied wnrtze wieder freigelassen.

Stuttgart, 27. März. Stu starker Sturm heute Nachmittag die im Bau begriffene hölzerne Ehre». Pforte vor der Sängerfesthalle um. Fünf Arbeiter waroe, verletzt.

Wien, 27. März. Die beiden Schwestern Hernti,, und Ernestine Heller au» Prag stürzten sich infolge 6e< Siebeigram in die Donau. Erstere ertrank, die andere werb, gerettet. Beide liebten einen und denselben Mann, der f.$ Baron Roman Friedberg nannte.

* Zu Argentenil erschoß am Hochzeitstage seiner Tochter am 18. März infolge Zanks beim Hochzeit» jchwansr der Wagenbauer Hanton seinen Schwiegersohn und hiera-i sich selbst.

Welche Cumweu ein schueereicher Winter den groß« Städten durch Wegschaffung ber weißen Himmelsspende lobe davon weiß wohl besonber» ber Magistrat von Berlin p erzählen und war deshalb wohl auch der vergangene Wimei in dieser Beziehung ein sehr angenehmer zu nennen. Dich Summen sind aber verschwindend klein im Hinblick aus )an. die ein einziger der berüchtigten Londoner Nebel bet englischen Hauptstadt kostet, welche Kosten hierbei jedoch nicht allein der Stadtkasse, sondern der ganzen Bevölkerung sühlbn werden und zur Last fallen- beständige Beleuchtung tn Straßen, öffentlichen Gebäude, Verstärkung der Sicherheit» Mannschaften stellen die Mehrausgaben der Polizei fa, während den Eisenbahnen, ber Hafen - Verwaltung und nich am wenigsten den Geschäftsinhabern ebenfalls erheblich Mehrausgaben durch solche Tage egyptischer Finsterniß er wachsen. Deshalb dürfte wohl die Angabe eine» englischer Statistiker», daß ein einziger solcher Tage oft eine Gesät», Mehrausgabe von etwa 200 000 Pfund verschlingt, nich zu niedrig erscheinen, wenn man eine Einwohnerzahl vrn über fünf Millionen in Betracht zieht. Mitgeheilt vo» Internationalen Patent-Bureau Karl Fr. ReicheU, Berlin N. W. 6.

* Billiges Fleisch. Aus London, 20. März, »iti geschrieben: Die enorme Fleischeinfuhr der letzt« Wochen hat den Londoner und Liverpooler Markt buchstädlir mit Rind- unb Hammelfleisch überschwemmt. Die erzitltta Preise sind ungewöhnlich niedrig. ES hält schwer, gatti Fleisch nach deutschem (Selbe selbst zu 29 bi» 34 Pfg. abzusetza.

* Neue japanische vriefmarkeu. Die japanische St gierung hat zum Gebächtniß an ben letzten großen Krieg zwei Briefmarken Herstellen lassen. Eine trägt da» Btldnitz de» GeneralstabSchef» beß japanischen Reiche», de» verstor­benen Marschalls Prinzen Arisugawa Tarnhitu, unb btt andere daß beß Commandeur» der kaiserlichen Garde, des Generalß Prinzen Kitalkirakawa, der Formosa erobert hat

* Ukbertragung von Krankheiten durch Papageien. Naß einer Notiz, welche vor einiger Zeit in einer deutschen Zeit­schrift erschien unb seither fast in der ganzen deutschen Preße Ausnahme gefunden hat, sollen bie so viel al» Stubenvög,! gehaltenen Papageien in besonberem Grade der Lungentuber­kulose unterworfen sein unb bie Gefahr barbieten, diese so unheilvolle Krankheit auf den Menschen zu übertragen. Wan kann sich denken, welche niederschlagende Wirkung diese Wit theilung auf alle Besitzer unb Besitzerinnen ber beliebten Hausgenossen au» der Thierwelt außübte, und welchen Schrecken sie namentlich in ben Kreisen ber vogclhänbler verbreitete. Erschien bie Notiz von vornherein alß etwaß auffällig, so hat nunmehr eine anerkannte Autorität auf bem Gebiete ber Vogelkunde, Dr. Karl Ruß, da» Wort zu ihrer Wider- legung ergriffen. Auf eine mehr al» dreißigjährige praktische Erfahrung gestützt, erklärt Dr. Ruß in einem interessant», in Nr. 25 vonlieber Land und Meer" erschienenen Art.kti über bie Uebertragung von Bogelkraukheiten auf die Mensch», daß die erwähnte Notiz auf einer falschen Beobachtung voa Thatsachen oder einem voreiligen Schlüße beruhen müsse, da von allen Krankheiten, von welchen unsere Stubenvözel befallen würden, die Lungentuberkulose die seltenste, nur m einem verschwindend kleinen Procentsatze vorkommende set und bisher kein einziger Fall von einer tatsächlich erfolgter Ansteckung ber Menschen burch eine ber fpecifischen Vogel krankheiten nachgewiesen sei. Die Besitzer und Besitzerimno der verschiedenen Arten vonPopchen",Lolo»" undDoros' können sich also vollständiger Beruhigung hingeben und sich wie bisher sorglos der Pflege ihrer gefiederten Liebling« widmen.

Technische Fortschritte.

«lectrische Leuch ist asche. Elektrische Taschen, Kette und Faustlampen, di« bequem und einiach zu Handtaben nah wurden von Mahlwinkel in Wien conRruitt und durch Patent V schützt. Die elektrische Leuchtflasche besteht aus zwei, durch * Dichtung geschiedenen Theilen, der eigentlichen Flasche aus Hart gummi für die Erregung»flüsfigkeit und der auf der Flasch« lnff dicht ausgeschraubten Batterie. Letztere enthält drei Platin'A» clemente mit 60 biS 80 Ouadralcentimeter P.alinfläche von 6 f»1 Spannung und 4 bi6 5 Atmosphären Stromstärke. An beiden Poln sind Drähte einer Glühlampe befestigt. Bei Benutzung füllt »«' Die Flasche zur Hälfte mit Erregunglflüsfigkeit, schraubt wieder v und neigt sie ein wenig. Dadurch wird der Strom geschlossen»' die Glühlampe liefert ein glänzend weihe» Licht, da» erlisch'. sodaO bie Flasche aufrecht gestellt wird. * , Liter Flüssigkeit giebt |4 l1/, Stunden Licht. Ebenso wie die Lampe ist auch die Erregung» flü'sigkeit patentirt.

Nurzug aus den Standesamtsregtper» der Etadt Gieße«.

März: 24. Dr. Richard Wanner, pract. Arzt zu Düsteldo^ mit Emilie Marie Elsa Wallenfels hierfelbft. 25. ? er mann tzaubaet Landwirlh dahier, mit Maria Johann» Klotz hierfelbst. 25 Wjj Wilhelm Kraft, Wirth zu Biedenkopf, mit -lifabetbe Weber SuridH 26. Ernst August Fran» Schulz. Schubmacher zu Schalke, mit Bert« Rausch zu Gießen. 27. Wilhelm Giöschner, Müller dahier, Wilhelmine Antoinette Luise Lina Range zu Fritzlar.

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