Ausgabe 
29.3.1896 Drittes Blatt
 
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Eine neue englische Gehässigkeit gegen Deutschland.

Seitdem die Engländer in Erfahrung gebracht haben, daß auch Deutschland eine Weltmacht geworden ist, mit welcher die englischen Anmaßungen zu rechnen haben, so fliegen auch nicht selten giftige Pfeile von England uach Deutschland herüber. Der neueste hjeser Pfeile besteht in der Herab­setzung de- deutschen Heeres durch einen englischen Militär- schriftsteller in derPall Mall Gazette". Uyter dem Vor- geben, daß Deutschland eines Tages unter den möglichen Feinden Englands zu finden sein werde, wird die deutsche Armee einer hämischen und lügenhaften Kritik unterzogen. Die frechste Behauptung ist dabet die, daß die Deutschen deshalb im Kriege gegen Frankreich so große Siege errungen hätten, weil die deutschen Generäle es verstanden hätten, ihren Truppen keine so schweren Aufgaben zuzumutheu und weil außerdem die deutsche Artillerie der franzöfischen über­legen war. Liegt in dieser Behauptung nicht eine elende Entstellung der Thatsachen?! Nach englischem Urtheile fochten also die Deutschen nur dort, wo der Steg leicht war, die Kriegsgeschichte bezeugt aber, daß der Angriff der Deutschen bei Sptchern, bei Wörth au der Sauer und bei Gravelotte sehr schwer und sehr blutig war. Thatsache ist ferner, daß bei Ltonvtlle und Mars la Tour und auch in der dreitägigen Schlacht an der Lisaine bei Belfort die Fran­zosen die Urbermacht hatten. Außerdem ist eS ebenso ge- häsfig als kindisch, wenn in dieser englischen Kritik behauptet wird, daß die deutschen Bataillone oft schon bei einem Verluste von 10 Procent in Verwirrung gerathen wären. Die glänzende Tapferkeit der deutschen Truppen und vor allen Dingen ihre Tollkühnheit im Angriff ist sogar von den ersten franzöfischen Generälen Mac Mahon und Trochu, Bazaine und Canrobert gerühmt worden. Auch kann man tu den Kriegsberichten der englischen Zeitungen vom Jahre 1870/71 ganz genau Nachlesen, daß die englischen Be- richterstatter damals voll Lobes über die deutschen Truppen waren. Ganz besonders ist damals die Kaltblütigkeit der Landwehr vor Metz (Division Kummer bei Noiffeville) von den englischen Berichterstattern gerühmt worden. Ferner ist bekannt, daß ein österreichischer Offizier, welcher bei Wörth im franzöfischen Hauptquartier als Beobachter der Schlacht beiwohnte, nach Wien berichtet hat, daß er eine solche Tapfer­keit wie die der Deutschen, und eine solche Niederlage, wie die der Franzosen bei Wörth noch nie gesehen habe.

Da darf man wohl fragen, welche Gründe jetzt die englische Presse auf einmal bekommen hat, die Leistungs­fähigkeit des deutschen Heeres gering zu schätzen. Nun die Gründe bestehen iu der englischen Heuchelei, dem englischen Dünkel und vor allen Dingen in dem Aerger der Engländer, daß Deutschland sich nicht mehr englische Zumuthungen ge­fallen läßt. Aber die englische Druckerschwärze kann ja daS deutsche Heer noch so sehr anschwärzen, so bleibt eS doch bis auf den Beweis des GegentheileS in einem neuen Kriege daS erste Heer der Welt, weil eS die größte Militärmacht im Jahre 1870/71 gezeigt, und daS für unüberwindlich ge- haltcue Frankreich gänzlich geschlagen hat. UebrtgenS ent- schlüpft an einer Stelle seines hämischen Artikels dem eng- lischen Kritiker doch das Urtheil über die deutsche Armee: daß sie in ihrer Orgauisatiou und Vorbereitung auf den Krieg von keiner anderen Armee erreicht ffet!" Nun, da fällt wohl die vorhergehende hämische Kritik erst recht in ihr Nicht- zusammen.

Vermischter.

* Frankfurt a. M, 26. März. Im Zoologischen Garten soll demnächst der ElephantAlberts erschaffen werden. DaS Thier war ein Geschenk deS Herrn Hagenbeck in Ham­burg, welcher eS vor einigen Jahren zu Vorstellungen im damaligen CtrcuS an der Katserstraße mit hierher gebracht hatte. Schon damals mußten wegen seiner ungezähmten Eigenschaften besondere Vorkehrungen im Zoologischen Garten getroffen werden. Diese Eigenschasten sollen sich im Laufe der Zeit nicht gebeffert haben.

* Berlin, 25. März. Der Polizeipräsident hat durch Verordnung bestimmt, daß jeder Inhaber eines offenen GeschäftSlocalS verpflichtetest, an feinem GefchäftSlocale in einer von der Straße aus deutlich erkennbaren Schrift entweder seinen vollen bürgerlichen Vor- und Zunamen oder die Bezeichnung seiner im Handels- oder GenoffenschaftS- Register eingetragenen Firma anzubriogen.

* Der Record in Weinpreise, den vor wenigen Tagen der Bremer Rathskeller aufgestellt hatte, als er ein Fuder Scharzhofberger mit 10,500 Mk. bezahlte, ist, wie aus Trier berichtet wird, geschlagen worden. ES wurde nämlich von den Weinbergen des Frhro. v. Stumm ein Fuder Wein für 11,010 Mk. und ein anderes im Auftrage deS Fürsten Pleß für den augenblicklich noch nicht übertroffenenJahr- hundertpreiS" von 12,750 Mk. erstanden.

Riemke bei Bochum, 25. März. Dem jüngsten Un­glück auf der electrtschen Straßenbahn ist schnell ein wo- möglich noch schrecklicheres gefolgt. Gin 16 jähriges Mädchen, Fräulein Anna vterhauS von hier, wollte Morgens zur Hähern Mädchenschule nach Bochum fahren, um ihr Abgangs- -eugniß zu holen. Sie kam beim Einstetgen zu Fall, und der electrijche Straßenbahnwagen ging über sie weg, uud trennte ihr beide Beine vom Rumpfe. Noch lebend wurde daß Mädchen Infl Krankenhaus gebracht, wo efl bald von qualvollen Leiden durch den Tod erlöst wurde. Dieser zweite Unfall iu so kurzer Zeit hat auf die Bevölkerung einen sehr niederdrückenden Einfluß gehabt, und viele Leute vermeiden efl vorläufig, die Bahn zu benutzen.

Bestrafte Neugierde. Zwei Secundaner vom Gym­nasium zu Löbau, Westpr., hatten bereits die schriftliche Prüfung abgelegt und wünschten gern zu wiffen, welches Prädikat sie erhalten hatten. Sie drangen daher mittels eines Nachfchlüffels in das Dieostzimmer deS Directorfl, wurden jedoch hierbei ertappt und relegirt.

Durch eifriges Lesen der sogenanntenJodianer- literatur" waren in Gotha vier Gymnasiasten zu dem Ent­schluß gelaugt, nach Kamerun auSzuwanderv. Drei von ihnen traten die weite Reise zu Fuß an, wurden aber schon in Wandersleben abgesaßt- der vierte, gleichzeitig der Kaffe- führer deS lieblichen Kleeblatts, gelangte auf der Eisenbahn bis Mühlhausen, wo er gleichfalls festgehaltea wurde. Ueber den Empfaug der jugendlichen Ausreißer bet ihrer Heimkehr nach Gotha verlautet nichts, Ehrenpforten find ihnen schwer­lich errichtet worden.

Dingolfing, 24. März. Hier wurde die Herstellung eines Waschhauses iu Accord gegeben, wobei die münd­liche Absteigeruvg seitens der anwesenden vier Bau­unternehmer ein Angebot von 47 sage vierzig und sieben Proceut erzielte. Wenn die Handwerker, die sich hier so leichtfertig uoterbieteu, ihre Rechnung nicht finden, schimpfen fie natürlich auf die Gewerbefreiheit und die Soocurrenz, statt bet sich selbst mit der Besserung zu beginnen.

AuS Württemberg, 26. März. Heute früh wurde der Raubmörder Quirin Eisele iu Ravensburg durch den Scharfrichter Sitter von Gablenberg hingerichtet. Eisele starb ruhig und gefaßt.

* Großstadt Elend. Man berichtet auS Wien: In der Enquete über Frauenarbeit wurden vier Ztegel- arbeiterinnen vernommen. Eine ältere Arbeiterin erzählt: Meine Eltern haben 50 Jahre auf der Ziegelei gearbeitet. Wir Kinder sind alle dort geboren. Schon vom sechsten Jahre an habe ich mitgearbeitet und geholfen, die Ziegel in die Hütte zu tragen. Ein halbes Jahr bin ich in die Schule gegangen, dann nicht mehr. Die Mutter hat, als sie nicht mehr weiter arbeiten konnte, siebzig Kreuzer wöchentliche Pension bekommen. Im Winter erhalten die Arbeiterinnen zwischen 38 kr. und 47 kr. Tagelohn, im Sommer wird uach Accord gearbeitet uud sie verdienen in der Woche 4 fl. 8 kr. bis 5 fl. 10 kr. Wenn wegen zu schlechter Witterung nicht gearbeitet werden kann, verdienen fie gar nichts. Die Wohnungen werden den Arbeitern vom Werke beigestellt. Die Expertin, deren Familie aus fünf Personen besteht, bewohnt mit einer zweiten Familie ein Dachzimmer. Die Einrichtung, bestehend auS Bert, Kasten, Tisch, Bank und Seffel, wird von den Arbeitern gekauft. Von den Fenstern kann nur ein wie die Expertin sagt drei Hände großer Theil geöffnet werden. ES regnet zu­weilen in daS Zimmer. In diesem Zimmer wohnen acht Personen, welche zusammen vier Bitten haben. Im Zimmer wird auch gekocht. Zum Waschen haben Alle zusammen ein kleines Schaff. Auch die Wäsche wird in der Wohnung ge­waschen. Wenn sich die Frauen am Abend auSziehen, wird daS Licht verlöscht. Wenn in einer solchen Wohnung eine Entbindung vorkommt, werden die Männer ersucht, auS dem Zimmer zu gehen; auch die größeren Kinder werden entfernt. Die Männer können aber zum Verlaffen deS Zimmers nicht gezwungen werden. Ja einem anderen Zimmer schlafen sechSuudzwanzig Personen, außer den Angehörigen der betreffenden Familien auch Fremde- zwei Personen liegen in jedem Bette, ost liegen drei bis vier Kinder in einem Bette. Alle schlafen durch­einander. Männer und Frauen, Kinder und Erwachsene. Früher waren sechs, acht und auch zehn Familien zusammen in einem Zimmer. In einem alten, außer Betrieb gesetzten Ztegelofen wohnen 27 Personen. In der Nähe der Woh­nung befindet sich nur Canalwaffer von den Lehmgruben. Wenn damit gekocht wird, ist daS Essen bitter. DaS Trtnk- waffer befindet sich eine Viertelstunde weit. Eine zweite Arbeiterin ist augenblicklich arbeitslos. In 14 Tagen wird auch ihr Mann arbeitslos werden. Sie hat sieben kleine Kinder und eine alte Mutter zu erhalten. Sie wohnt in einer Miethwohuung, bestehend aus Zimmer und Küche. Im Zimmer wohnt noch eine zweite Familie, bestehend auS vier Personen, in der Küche wohnt auch noch ein Ehepaar. Für diese Wohnung zahlen die drei Familien zusammen 6 fl. monatlich. Die Kinder können jetzt nicht in die Schule gehen, weil sie keine Kleider und Schuhe haben. Sie effen in der Regel trockene Erdapfel. Die letzte Expertin ist gleichfalls arbeitslos. Sie und ihr Mann'wurden anläßlich des Strikefl entlassen. Der Mann hat im Werke wieder Arbeit gefunden. AlS dies jedoch der Unternehmung vor Kurzem bekannt wurde, erhielt er wieder die Entlaffung. Sie war von ihrem 8. Lebensjahre an 24 Jahre in dem Werke beschäftigt. Sie hat ein dreijähriges Kind und eine alte Mutter zu erhalten. Sie leben jetzt von dem, was ihnen der Kaufmann auf Borg gibt, uud was sie von mitleidigen Nachbarn erhalten. Zuweilen bekommt sie von der Arbetterbäckerei umsonst Brod. Manchmal holt sie sich auS einer in der Nähe befindlichen Fleischconserveufabrik GulyaSsaft", welcher dort an die Arbeiter unentgeltlich vertheilt wird. Für die armen und bemitleidenSwerthen vier Arbeiterinnen und ihre Kinder wurde unter den Eom- missionS-Mitgliedern eine Collecte veranstaltet, welche eia namhaftes Erträgniß ergab.

* SchmerzlosesZahnreißen.Hier werden schmerzlos Zähne herauSgenommen," laS Herr Huber, als er die Stadt besuchte, auf einem ganz neuen Schilde. Da er schon längere Zeit einenbösen Zahn" hatte, trat er ein uud fragte den entgegenkommenden Zahnkünstler mißtrauisch:Thutfl aber auch wirklich nicht weh?" Meine Methode, die Zähne herauSzuuehmea, schmerzt nicht, nehmen Sie nur Platz, ich werde fie Ihorn sogleich erkäreo." Damit nahm er eine Zange und that au dem Zahn einen mächtigen Ruck, so daß Herrn Huber Hören und Sehen verging. Sehen Sie, sagte er,so nahm man die Zähoe

früher heraus." Nun riß er nochmals an dem

Zahne, so daß Herr Huber aufschrie.Nicht wahr, dafl schmerzt auch, ja, daS ist die Methode von meinem Eon- currenten da drüben, und jetzt paffen Sie auf," sagte er, den nun ganz losen Zahn mit den Fingern herauSnehmend, sehen Sie, so mache ich eS daS thut doch gewiß nicht weh?"

* Ei» koreanischer UkaS Der König von Korea erließ, so schreibt derOstafiat. Lloyd", am 1. Januar folgende« Decret: »Ich, Euer König habe mir heute mein Haar aatfc europäischer Manier schneiden laffeo, und fremdländisch, Kleidung angelegt. Ich befehle, daß mein Volk ohne Murren dasselbe thut." Europäische Schneider! auf nach Korea.

Bei der Redactiov eingegangene Bücher re.:

Die Kritik, Wochenschau des öffentlichen Ledens. Herons gegeben von Karl Schneide. 3. Jahrgang. Preis vierteljährlich 5 Mk. Einzelne Nummern 50 Pfg. Abonnements und Protz» nummern durch jede Buchhandlung tu beziehen. Verlag des Kru' Verlag, Berlin NW., Loutsenstratze 36.

kauLwirthschastttche Winke und Kathschläge.

vufl cverbellen, Ende Mär» 1896.

LandwirthschafUiche Rück-, Um- und Vorschau.

(Fortsetzung.)

W«S gegen Geschmeiß und Ungeziefer ausgerichtet werden ka», haben unsere Verwaltungsbehörden in BekLmpfuag der 1Uv käferplage seit zwei Jahren bewiesen. Viel, MtUionen Mfa wurden vernichtet und mit diesen viele Milliarden von Eiern, fe unterliegt gar keinem Zweifel, taß die Erfolge zu Tage treten, w» der Kamps niemals ruht. Tie Ausgabe von ein paar tausend Mn! für diesen Zweck kann niemals in Betracht kommen, denn da« bleibt saft ohne jede Ausnahme als Taglohn bet den Gemeiatzr- mitgltedern.

Geradeso muß eS mit dem Kampf gegen die LdftbaumschädUaW gehalten werden, wie wir bereits andeuteten. ES genügt nicht, t» Bekanntmachung zu erlassen, die vielfach nicht geachtet oder »ich verstanden wird.

Auf etwas Anderes, sehr Wichtiges möchten wir unsere Beruz genossen hiermit aufmerksam machen und zwar auf die recht,eUtG Anschaffung von Sämereien aller tut. Wir meinen »unicht Kleefarnen: Rothklee, ewigen Klee (Luzerne) und türkischen jtla (Esparsette). DaS vergangene Jahr 1895 bat fast durchgängig gut Klee- und GraSsämereien gezeitigt: d«S Sonnenlicht erzeugt Eigenschaften.

Diele Sämereien werden im lausenden Frühjahre miturta 30 btS 45 Procent billiger angeboten als in anderen Jahren. B'llizn Saatgut zu erhalten ist immer erfreulich für den Bauer, aber Mi, und schlecht soll eS nicht sein, sondern billig und gut. Man dar- annehmen, daß der Samenschwiudel auch dieses Jahr seine Blas» treibt und darum soll immer und immer wieder aus diese verderb liche Wirthschast hingewilsen werden.

Rar Primawaare soll bet Bauet nehmen, gegen »Mi Garantie für Keimfähigkeit. L-tztere muß von der Veriuch». und AuSkumtSstation geprüft werden. Um noch einige gcna« Anhaltspunkte zu geben, lasten wir nachstehende Bemerkungen folge» Recht billig und gut gegen frühere Jahre find fchwedifcher Klee uni Weißklee zu haben. Wtesenfchwingel ist gut und billig; Thimothev graS, englisches RaygraS, italienisches RaygraS und Rispen,rai ebenfalls. Dagegen sind franzöfischrfl RaygraS und Knaulgiai theurer, Wiesenfuchsschwanz gleichfalls und Fioringra« ist log«' u4-' theuer. Hülsensrüchte- und Gründüngungssamen sind fast alle g« und billig. Wir nennen Erbsen, Wicken, Linien, Gandwicken uni Lupinen. An allen diesen Dingen kann dieses Jahr Geld gespart werden und man erhält noch vortreffliches Material dabei. Daru» schadet eS nicht, wenn man dieses Jahr GraSschläge und Wiese» anlagen macht, vorausgesetzt, daß man die erforderlichen Vorarbeit": schon gemacht hat oder noch machen kann.

Bei dem Sammeln von Waldgras- und Wiesengras­sämereien kann ein schönes Stück Geld verdient werden.< gehören einige Kenntnisse und etwa« Uebung dazu, diele Arbeit« auflzusühren; derGießener Anzeiger" bat schon im vorigen Jahn auf diesen Erwerbvzweig hingewiesen. Im Vogelsberg gedeihen die Wald- und Wiesengrassämereien ganz vortrefflich, aber man weih ihnen nicht recht bcizukommen. Da erscheinm denn die geichäst^ gewandten, waldersahrenen Griesheimer auS der Nähe von Darmstadt, lasten die Sämereien ernten und machen ein gutes Geschäft dabei.

AIS Nebenerwerbszweig bei der Landwirthschaft wird in Lder besten, vorzugsweise in der Wetterau, dta Gänsezucht betrieben Die Leute verstehen sich darauf und machen ganz gute Geschätie. Die Entenzucht aber liegt ganz darnieder und doch kann auch sie sehr einträglich gestaltet werden, wenn fie richtig gehandhabt wirtz und wenn Wasser nicht fehlt. Dieses ist aber fast in der ganzen Provinz vorhanden oder kann doch ohne große Mühe und Gelt aufwand beschafft werden. Wir machen daher auf die Entenzucht aufmerksam. Der Entenbraten ist saftiger als der Gänsebraten unb wird deshalb sehr gesucht. Wer Entenzucht treiben will, muß dafür sorgen, daß er eine Sorte bezieht, die gute Fletschbildner Uetnt. Der landwirthschaftltche Verein geht jedem Züchter bereitwillig mH Auskunft zur Hand. Die Enteneier finben gute Verwendung in der Haushaltung. Die Enten find im Futter nicht wählerisch und en zehren die Abfälle in der Haushaltung mit größtem Appetit. Ii< Fleischfresser schaden sie in den Gärten nichts, halten diese aber we Ungeziefer rein. *

(Schluß folgt.)

Verkehr, taub« unb VoLkswirthschaft.

Nach den statistischen Ermittelungen deS Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller belief "sich die RoheisenprodmÜB« deS Deutschen Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Mm» Februar 1896 auf 500 929 Tonnen, darunter'Guvdelrodeisen ^piegeleisen 135 687 Tonnen, Bessemerroheisen 35 276 Tonne», ThomaSroheisen 261 633 Tonnen und Gießereiroheisen 68 333 Törwe». Die Production tm Februar 1895 betrug 434 704 Tonnen, t» Januar 1896 517988 Tonnen. Vom 1. Januar btS 29. Februar 1896 wurden producirt 1 018 917 Tonnen gegen 924 279 Tonne», i» gleichen Zeiraume deS Vorjahres.

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