Ausgabe 
28.8.1896 Erstes Blatt
 
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wsMcmfeln und anderes.

wLrmfte Temperatur war 2 Grad Wärme.

Dann

Ep^ltlliwn auSrÜstet. Bewundern-werth ist der gute Zustand

r> Sö,F»am", Nansen meinte, daß das Schiff noch mehrere

ir Deckung

abcfcoei ihn kennt, weiß, daß er nicht ruhen wird, ehe er dem Pol erreicht, und ich bin sicher, daß er bald wieder eine

a«v!enStag eiogetroffen fein.

9Rltiltnben an der Pipervikbrücke rtooldbft dergram" anlegt, fibiimnung durch die Vertreter umi btl Gemeinderaths ordnet

»ttb Wirlhsihl Jahre 1895.

Bnli«, 21 ir

:n Erwerbs-und Ivnttetende Am-l! crwerbs- und 8r. statttt Hit, warbit'-: Itnbt: die Zahl ba 1895 -uf 13605 p flmschastm, 58 C- licht KoA'siiv .. wirlhIchaslUche'- landwirthschM unb 1604 (1458:.

Vor der Festung AkerShus, empfangen. Nach Bewill- der Regierung, Universität sich der Festzug unter Bor«

w

a.ainiit der akademischen Jugend zu einer feierlichen Procesfion mut dem Eidsooldplatz. Auf dem Festplatz werden die offi« ciieltn Begrüßungsansprachen gehalten und die in Aussicht qrvmmeoen Auszeichnungen akademischer- und studentischer- VeifctB an den Forscher verliehen. Den geladenen Thetlnehmern a« der Feier wird zur Erinnerung eine auf Regierungskosten htz-izrstellte Festschrift übergeben werden.

Kit Spannung fleht man überall weiteren Mittheilungen i'Mlrri-S nicht nur über die wiffenschaftlichen Resultate seiner Mansch rnngSr eise, sondern auch über die persönlichen Eclebniffe emlgitzsu, welche er mit seinen braven Gefährten durchzu- ni aditn hatte. Jntereffant ist von dem, waS bisher bekannt gjpiooibitn, die Lebensweise der Besatzung deSFram" in di«» No-rdregionen gewesen. Der Berichterstatter desBerl. ÄOk.-kl»z." meldet darüber: Um 8 Uhr wurde aufgestauden. ID'inn gab eS als Frühstück Kaffee, Chocolade oder Milch, v i*ii ber eine Menge condenfirt an Bord war, dazu frisches $8nob, welches an Bord gebacken war, Eornedbeef, vielerlei SHBft unb eonservirtes Hammel« und Schweinefleisch. Nach diciv Frühstück, das ebenso wie alle Mahlzeiten gemein- sotzastllh war, mußten die Leute von 9 bis 1 Uhr sich be- sctziftigen und den täglichen vorgeschriebenen Spaziergang ocnnjiwi Stunden zu Fuß oder auf Schneeschuhen machen, srjiWks Waffer besorgen, auf die sehr wilden Hunde auf« pacha, damit fie fich nicht gegenseitig zerreißen, den Schnee

g?>d Suppe, meistens au» Knorrs Zwiebeln, conservirten Masih o2er Pudding aus Ftschpulver, der mit Milch, Butter oii ti Margarine und Kartoffeln, die frisch und getrocknet in r«Wch«r Anzahl vorhanden waren, zubereitet war, außerdem füllt Speise, die der Norweger sehr liebt. Zu trinken gab tto nur Fruchtlimoaade, aber die Mannschaft wußte fich zu (?ql|en der Spiritus zum Conserviren der Jagdbeute wurde m r:t getrockneten Maltebaer, einer Art Himbeere, schmackhaft und zu Grogk verarbeitet. Nach Tisch war Ruhe- pcaiult 118 3 Uhr. Dann wurde wieder bis 6 Uhr Beschäftig« ari|fl gesalcht und dann soupirt. Also lag das Schiff vom 258. Tefftember 1892 bis Ende Juni 1895 in der Einöde. Dl t Kälte war erträglich und ging über 25 Grad hinaus.

Nansen.

Unausgesetzt ist die Ausmerksamkeit und da» Jntereffe d^zaazen gebildeten Welt dem kühnen Manne zugewendet, Mi nach Jahre langem Kampfe gegen die Schrecken und Gkschreu unbekannter GtSregiooen wieder glücklich die heimath« Nicht Küste erreicht hat und nun der Gegenstand begeisterter HMgungen seiner Landsleute geworden ist. Zu Ehren seiiirr und der Mitglieder der Expedition gab die Stadt

Arber die Weinernte läßt fich derRh. Kur." vom

7."'"« * Rtnien davon erhielten die Genofien 7,845,110 Mk. als Capital- und gtLu ,xw GttÄeusSdividende zurück, waS eine Verzinsung von 112,7 pEt. der n btn G>i-Ml»guthaben der Genoffen ergibt. _____________________________

Mimsoe ein große» Fest. In Cyrtsttanta dürfte Nansen DaS Festcomitv wird den

Um 1 Uhr wurde dintrt. ES

sckiwolz der Schnee und auf dem Eise bildeten fich Waffer« liiiiaptl «voll besten Trinkwaffers. Und in diesen Tümpeln wt» lLtt eu. Nansen führt Infusorien und Atomeer in großer mit fich, die zum Theil noch unbekannt waren. Vc4zztl sah derFram" wenig, hin und wieder eine Möve.

EtSSbären waren selten, im Ganzen wurden 29 während bene drei Jahre gesehen und erlegt, außerdem ein Eisfuchs. RrüNm sah man nicht, und tu den Wafferspalten nur kleine Dünsche in geringer Anzahl. Die Kleidung bestand in einem Wdchpelz, in wollenem Zeug und Rennstiefeln- bei großer kkäMt wurde ein Tuch über das Geficht gelegt. Nur im SrÄrmer wurden Schneebrillen getragen. Die Bären kamen hisi 30 Meter ans Schiff heran. Die Mannschaft fing einen vom: Ihnen, mußte ihn aber tödten, weil er zu unbändig war. Ick!: fragte Nansen, ob er wieder nach Norden gehen würde. Erü {agte:Ich weiß es noch nicht und wenn ich wüßte, teWt ich es nicht sagen." Er ist überhaupt verschloffen,

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*e gekdr, ^ndSmitglieder:

Bezüglich bei 9'ne Rechvunz lt oiliigt ftnb, um, >r Eintritt bei $

Bahn herrscht tlt °n Wethkrm ' Teüh'Weihknv!

hier 2 Mk, & W geht langlu 0. bezahlt. Station Kailbsä: idribeeren unb, ältlich 7 Mk. pro; 18,900 Mk, mi > venheilt. forfr unb Hamburg.

deinen JuDI 11 M melden: Die Aussichten auf ein gutes Weinjahr, len die UeviK man Ende Juli hatte, find seit Anfang August, wo °^dil £an6@llffr "Lwperatur durch Gewitter, Regen und stürmische Witte- .Misten Ist rumzg bedeutend gesunken ist, sehr unsicher geworden. Der l-teü 11 t lou*be Monat soll nach der alten Regel der Winzer der btn, Koachiumat sein, in welchem fich der Zuckerstoff in den Beeren

^nsjM ^ enttnoMl und dem Wein die Güte, Kraft unb Feinheit ver« fiS01 leihst: Die» kann jedoch nur durch die Sonnenwärme ge- E <' sibeW. Der August hat bis jetzt keine heißen Tage ge­ben st» Ä bklß^, branßi, wicht einmal konstant warme, sondern stets fast täg« ltchcl Schselnde Witterung mit Temperaturgradeu, welche zur eiben, njttbeo;^; ErMtgauig einer- guten Qualität uicht htnreicheud find. Die ofZtmiOO- c Enttcailkelung der Trauben geht daher auch nur langsam jurückg^M^vor au. Oer Stand ist indeffen stet» gut und waS die Menge ,^zuv öE M^bemU slo uuierliegt eS wohl keinem Zweifel, daß sie zur ni»>s ,>n K ZuMdrmheit auSsalleu wird. Dagegen haben wir Ursache, und^ für nU -Qualität zu fürchten. Nach den langjährigen Be- Phallen eines bekannten WeingutSbefitzerS am Rhein

8 af°,c®c W durchschnittlich warmer Witterung immer noch ein

84 (160) Bersitcr EonsWoereine uni - e Haftpflicht nofsmschafteo. bfe W nd BaugmcssM^ n. Davon Ist bn - irtnr Verband mitN Verband der labut oon Genoffen schaff j effuhnn die Eredih Äm,bUW > ba^ Dem: gestehe, tzsch'sche glitbern. 8on Dirthe, 25,4 $U mftmsch-fteo * csenschsfttn In t®^, Don diesen 8,958

19 611,409 Mi W®.'

dn EredftgE' Ne'W vertrage.

w u . Ebenso haben fich die Einrichtungen vor-

ju verzeichnen; " ^ighllch bewährt. Die Hauptsache liegt nach Nansen darin, ar DeckM dien ieube bei guter Laune zu erhalten- er hatte deshalb

ÄM0 bnichte"d®' SMiikarten und Musik an Bord genommen, um eine Trüb- ?nurbtn 2.234X-. skltlGIt nicht aufkommen zu laffeu. Der Sommer war nie ' Mk- V :^31t wie der Winter mit dem Nordlicht, das überdies '8o^hUH>; seltttu stark war.

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guter Mittelwein zu erwarten- zur Erlangung eines guten Weines wie in Qualität des 1895er wäre aber noch eine DurchschniltSwärwe von 14 Grad Reaumur für den August und September erforderlich, wie fie die guten Jahrgänge hatten Im verfloffenea Jahre betrug dieselbe in den beiden Monaten im Durchschnitt 14,50 Grad. Die Wärme stieg bisher am Tage auch auf diese Höhe, allein die Morgen- und Abendstunden, sowie die Nächte find sehr frisch und kühl, daher auch die Berichte der HerbstauSfichten aus allen Gegenden in Beziehung auf den Ausfall in der Güte de» WrineS nicht optimistisch lauten. Ueberall wünscht man sehnlichft wärmeres und trockenes Wetter, damit die schönen Hoffnungen auf ein gutes Weinjahr in Erfüllung gehen möchten. Wie bereits früher mitgetheilr, haben auch die bisherigen guten Aussichten nur wenig Einfluß auf die Weinpreise ausgeübt. Die 1894er, welche für den großen Confum stet» gesucht sind, haben ihre Preise überall auf­recht erhalten und sind sogar an manchen Orten höher ge­worden - die 1895er, deren Ernte leider nur schwach war, deren Qualität aber zu den guten gerechnet werden kann, erhalten ebenfalls schöne Preise und die vorzüglichen 1893er werden ihre bisherigen hohen Preise nicht verlieren.

* Da» Schulwesen in Berlin. Die Berliner Volksschule gliedert fich in 212 Gruppen. ES wirken an diesen 212 Ge­meindeschulen 212 Rectoren, 2034 ordentliche Lehrer, 34 inte­rimistisch angestellte Lehrer, 108 Hilfslehrer, 33 Vertreter, 1150 ordentliche Lehrerinnen, 41 interimistisch angestellte Lehrerinnen, 116 Vertreterinnen, zusammen 3728 Lehrkräfte. Hierzu kommen noch 623 technische Lehrkräfte, so daß ba» Gesammtlehrerpersonal an bet Volksschule die Zahl von 4351 aufweist. Hierzu kommen noch eine städtische Taub­stummenschule mit 15, eine städtische Blindenanstalt mit 5 Lehrern und 55 Lehrern an den Vorschulen. Die Volks­schule zählt 3582 Klaffen: 1762 Knaben«, 1777 Mädchen« und 43 gemischte Klaffen- auf jede Klaffe kommen durch­schnittlich 52,59 Schüler- im Ganzen 188,375 Schulkinder. Der Etat der Berliner Gemeindeschulen für das Jahr 1896/97 weist nach: eine Einnahme von 102,597 Mk., hin­gegen eine Ausgabe von 11,125,035 Mk., so daß ein Zu­schuß von 11,022,438 Mk. erforderlich ist. Der Gehalt der Rectoren besteht aus freier Dienstwohnung, resp. 800 Mk. Miethentschädigung und Gewährung von freiem Brennmaterial im Werthe von 90 Mk. Außerdem in baarem Gehalt: bi» zur 6jährigen Dienstzeit 3400 Mk., zur 12jährigen Dienstzeit 3800 Mk. und nach 12jähriger Dienstzeit 4200 Mk. Die MiethSentschädigung wird den Rectoren bei Festsetzung der Wittwenpenfion und bei ihrer dereinsttgen Penfionirung in Anrechnung gebracht. Die Lehrer erreichen nach 4 Dienst« jähren 1600 Mk., nach 6 1900, nach 8 2200, nach 11 2600, nach 14 2800, nach 17 3000, nach 20 3200, nach 23 3400, nach 27 3600 und nach 31 Dienstjahren 3800 Mk. Zur An­rechnung kommt die gesammte Dienstzeit im öffentlichen Schuldienste in Deutschland. Lehrerinnen erhalten nach 3 Dtenftjahren 1400 Mk., nach 6 1500, nach 9 1700, nach 12 1800, nach 15 2000 und nach 18 Dtenftjahren 2200 Mk. Zur Anrechnung kommt auch hier die gesammte im öffent­lichen Schuldienst in Deutschland zurückgelegte Dienstzeit. An höheren Schulen zählt Berlin 11 städtische Gymnasien, 7 städtische Real-Ghmnasien, 2 Ober-Realschulen, 12 Real­schulen, 6 höhere Mädchenschulen. Nichtstädtische Anstalten find noch: 6 Gymnafieu, 1 Real-Gymnasium, 2 höhere Mädchenschulen, 1 Kgl. Lehrerseminar und 1 Lehrerinnen- Semiuar. An anderen Lehranstalten find noch zu nennen: die Kgl. Taubstummenanstalt mit 8 Klaffen, die Kgk. Bltnden- Anstalt mit 8 Klaffen und 4 Werkstätten- 3 Waisenhaus« schulen und 18 Schulen unter specteller Aufficht von Kirchen, bezw. Vereinen, sowie 1 Knaben« und 1 Mädchenschule der jüdischen Gemeinde. Der Gehalt der städtischen Schul­behörden ist bestimmt: Stadtschulrath Geh. RegierungSrath Dr. B. 15,000 Mk., Stadtschulrath F. 11,000 Mk. Die städtischen Schulinspectoren, 10 an der Zahl, beziehen ein Anfangsgehalt von 5400 Mk., von 3 zu 3 Jahren steigend bis zum Höchstgehalt von 7200 Mk. Die städtischen Fort­bildungsschulen zerfallen in: 1) 5 städtische Fortbildungs- Anstalten für solche in einem practischen Beruf stehende Per­sonen- a. 12 städtische Fortbildungsschulen für aus der Volks­schule eutlaffene Knaben- b. 1 Fortbildungsschule des Hand- werkervereius - c. 4 Kaufmännische Fortbildungsschulen- d. 8 Fach- und Fortbildungsschulen für Schuhmacher, Sattler, Schmiede, Schornsteinfeger, Gärtner, Bäcker, Schneider und Töpfer. 3) 8 Fortbildungsschulen für Mädchen und 5 von Vereinen oder Turatorien geleitete Fortbildungsschulen sür Mädchen. 4) Städtische Fortbildungsschule für Taubstumme. Gewerbliche UnterrichtSanftalten find: die städtische höhere Webeschule, 2 Handwerkerschulen, die Baugewerkschule und der städtische Gewerbesaal. An Schülerwerkftätten deS Ber­liner HauptvereinS für Knabenhandarbeit find 5 vorhanden.

* Armenische Gräuel. Im ^Reichsb." setzt Dr. Johann Lepsin» seine Schilderungen der armenischen Berhältniffe, der verübten Gräuel und der Theilnahme der türkischen Be­hörden fort. Es ist eine Anklageschrift, die allen Diplomaten direct geschickt werden sollte, damit fie endlich erkennen lernen, waS ottomanische Wirthschaft bedeutet. Aus dem letzten Artikel des Dr. LepsiuS wollen wir nur nachstehenden kleinen Auszug geben: In dem Dorfe Hoh, District Charput, ver­sprachen die AghaS, die Christen zu schützen, aber als fie überall brennende Dörfer sahen, weigerten fie fich, ihr Wort zu halten. Die Christen wurden in einer Moschee versammelt, 80 junge Männer wurden ausgewählt und zum Dorf hinaus« geführt, um dort abgeschlachtet zu werden. Hunderte von armenischen Christen wurden gepeinigt, weil sie fich weigenen, Adreffeu an den Sultan zu unterschreiben, in denen ihre Verwandten und Nachbarn deS HochverrathS be­schuldigt wurden. Einer z. B. hatte fich geweigert, einen Eid zu leisten, der die besten Leute seines Dorfes dem Henker überliefert hätte. Darauf befahlen feine Richter, ihn zn foltern, eine ganze Nacht wurde darauf verwendet. Zuerst empfing er Schläge auf die Fußsohlen in einem Raum, in

deffen unmittelbarer Nähe sich seine weiblich-n Angehörigen befanden. Daun entkleidete man ihn und band zwei Stangen, die von den Achselhöhlen bis zu den Füßen reichten, an seinem Körper fest. Dann wurden seine Arme auSgestreckt, die Hände an Stangen befestigt und dieses lebende Kreuz an einem Pfeiler festgebunden, worauf die Auspeitschung begann. Der Unglückliche vermochte kein Glied zu regen, um seine Schmerzen zu mildern, nur seine GefichtSzüge ver- riechen durch furchtbare Verzerrungen, welche Qualen er litt. Je lauter er schrie, um so wuchtiger fielen die Hiebe. Wiederholt fragte man ihn, ob er den Eid leisten wolle. Aber er antwortete stets:Ich kann meine Seele nicht mit unschuldigem Blut beflecken, ich bin ein Christ!" Nun holte man Zangen herbei, um ihm die Zähne auSzureißen, stand aber davon ab, da er fest blieb. Ein Beamter gab hierauf feinen Dienern den Befehl, dem Gefangenen die Barthaare einzeln mit den Wurzeln auszuziehen. Es geschah unter lautem Hohngelächter. Als auch dies nichts half, hielt einer einen glühenden Bratspieß an die Hände deS Unglücklichen, deffen Fleisch brannte und der in seiner Qual auSrief:Um Gottes Barmherzigkeit willen tödtet mich gleich!" Die Henker nahmen hierauf bas rothglühende Eisen von den Händen weg und legten eS au Brust, Rücken, Geficht und Füße. Dann riffen sie seinen Mund mit Gewalt auf und brannten seine Zunge mit glühenden Zangen. Der Unglückliche fiel dreimal in Ohnmacht, aber jedeSmal, wenn er wieder zu fich kam, war sein Entschluß gleich unerschütterlich. Die Frauen und Kinder im Nebengemach wurden ohnmächtig vor Schrecken bei dem Stöhnen und Wehklagen des gefolterten Mannes. Als fie die Besinnung wieder erlangt hatten, wollten sie hinauSeilen, um Hilfe herbeizurufen. Die Polizei­diener an der Thür aber stießen fie ins Zimmer zurück.

Wieviel Kilometer eia Locomotivführer in 25 Jahren zurucklegt, darüber geben die eigenen spectellen Aufzeichnungen des LocomotioführerS Lange in Görlitz, der in diesen Tagen sein 25jährigeS Dienstjubiläum feierte, Aufklärung. Er hat während dieser 25 Jahre 680,640 Kilometer gefahren und während der selbstständigen Führung seiner Maschinen tu dieser Zeit 148,530 Gentner Steinkohlen verfeuert.

Von einem Krokodil verschluckt. Der auf dem Dampfer Kurt Woermann" bedienstet gewesene Koch Sauernheim, welcher im Congo badete, wurde dabei von einem Krokodil ersaßt und in die Tiefe gezogen. Der Unglückliche ist wahr­scheinlich von dem Thiere verschluckt worden, denn es wurde nichts mehr von ihm gesehen.

Ein lustige» Vorkommutß im Schöffengerichtssaal be­richtet derFrankfurter General-Anzeiger" wie folgt: Eröffnet ba ber Vorfitzenbe die Schöffengerichtsfitzung unb wenbet fich zunächst an die Herren Schöffen mit der Frage: Nun, find Sie schon vereidigt, meine Herren?"Nein, Herr Präfident!" gibt der Mann zu seiner Rechten in ge« müthlichem Phlegma zurück und reicht dem Vorsitzenden dabei ein Papier.Ah, Ihre Vorladung!" Der Herr Präsident erhebt fich, um zur Vereidigung des vermeintlichen Betfitzer» zu schreiten, aber immer starrer wird fein Geficht vor Ver­wunderung, immer größer seine Augen.Na, hören Sie mal. Sie find ja Angeklagter! WaS wollen Sie denn auf dem Platze des Schöffen?" Unter dem schallenden Gelächter de» Auditoriums verläßt ber harmlose Mann ben Sitz.

3m Gefangniß. Prediger:Weswegen bist du hier, mein Sohn?" Sträfling:Ich versäumte einen Zug!" Prediger:Deswegen? Das ist doch nicht möglich!" Sträfling:O ja! Wär' ich damit ins Ausland entkommen fie hätten mich nicht erwischt!"

Unverfroren. Rentier:Ich habe meine Tochter zn lieb, um fie an einen verschuldeten Lebemann zu verschleudern, der eS nur auf ihr Geld abgesehen hat!" Bewerber: So! Hm Sie haben ja noch eine ältere Tochter haben Sie die auch so lieb?

Der PostdampferNoordlanb" derRed Star| Line" in Ant­werpen ist laut Telegramm am 25. August wohlbehalten in New-Aork angekommen.

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27. August. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfb. JL 1,051,10, Hühnereier pr. St. 6H, 2 St. 00 0 H, Enteneier k 2 St. 0 H, Gänse- eier pr. St. 0000 Käfe pr. St. 5-8 KSfematte pr. St. 3 * Erbsen pr. Liter 15 H, Linsen pr. Liter 26 H, Tauben pr. Paar X 0,50 MS 0,70, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,00, Hahnen pr. Stück X 0,500,85, Enten pr. Stück JL 0,000,10, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 70-74 4, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 6468 4t, Schweinefleisch pr. Psd. 56 bis 66 4t, Schweine- fleisch, gesalzm, pr. Pfd. 70 A, Kalbfleisch pr. Psd. 60410 4t, Hammelfleisch pr. Pfd. 6070 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50 btl 8,00 X, Weißkraut pr. Stück 000 4t, Zwiebeln pr. Gentner X 4,50-0,00, Milch pr. Liter 16 4t.

26. August. Fruchtmarkt. Rother Weirm (neuer) X 13,05, weißer Weizen X 00.00, Korn (neues) .* 9 00, Gerste X 8.20, Hafer X 0.00.___________________________________

Witterungsbericht vom 26. August.

Der niedere Druck hat seine Herrschast flb«r den größten Theil Europas ausgedehnt und ist außerdem die Verthellung der Baro­meterstände sehr unregelmäßig. Die Minima beB Luftdruckes liegen über Scandinaoien und Nordweft-Deulschland. Hoher Druck lagert über dem Westen, Süden und Südosten des ErdtheilS. Die Witterung ist in den conttnentalen Lagen allenthalben unbeständig. Rur im Alpengebiet und deffen nördlichem Dorlande bestand am Morgen unter Föbneinfiuß noch heitere» Wetter, indessen ist auch hier rasch Trübung und Regenfall eingetreten. Gleichzeitig haben auch die Temperaturen, welche am Morgen im Gebirge und Südbayern noch verhältnißmäßig hoch lagen, einen erheblichen Rückgang erlitten.

»oa«nr»»chUiH, öiitwtm»!

Unbeständiges, zeitweise unruhiges Wetter mtt Niederschlägen«

Temperatur der Lah« und Lust

nach Reaumur gemeffen am 27. August, Mittags zwischen 11 unb 12Uhr t Waffer 11«/», Luft 11«/,°.

Rübsamen'sche Badeanstalt.