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Nr. 23

Der

-ietzener Anzeiger rrfcheint täglich, mti Ausnahme drS

Montags.

Die Gießener

A»«mitte«Vlätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal . brigelegt.

Dienstag den 28. Januar

1896

Gießener Anzeiger

vierteljähriger Adountmentsprets r 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohu.

Durch die Post oezoq« 2 Mark 50 Pfg.

Redaction, Erv.-ditio» und Drucker.::

Keneral-Mnzeiger.

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Amtlichem Theil

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für btx folgenden Tag erscheinendm Nummer bis Borm. 10 Uhr.

Klauenseuche auSgebrocheu.

Gießen, den 21. Januar 1896.

Großherzogliches Z^reisamt Gießen, v. Gagern.

Ausland.

Wien, 25. Januar. In der gestern Abend stattgefundenen wissenschaftlichen Versammlung der Gesellschaft der Aerzte gab Professor Mosetig die Erklärung ab, daß nach den ihm mit Hilfe der Röntgen'schen Strahlen gelungenen Operation, eS keineswegs gerechtfertigt ist, die Röntgen'sche Photographie als Spielerei zu bezeichnen. Die Leistungen des Würzburger Physikers würden ganz besonders die Militär­ärzte zu schätzen wissen, denen bekanntlich die Auffindung der in den Körper gedrungenen Projectile große Schwierigkeit bereitet.

Rim, 25. Januar. Der Direktor deS physikalischen CabiuetS der Universität in Rom erklärte, daß nach seiner Ansicht die Errungenschaft Röntgens ein erster Schritt zur Entdeckung neuer Gesetze für jene Naturkräste sei, welche sich durch Vibration des AerherS äußern.

Rom, 25. Janar. Aus Makalle find noch immer keine Nachrichten eingetroffcn. Man weiß nur, daß fich die Festung noch hält und daß Galltano fich auf die Abwehr eine- all­gemeinen Sturmtaufs vorbereitet. Die auf den freien Abzug der Besatzung zielenden Verhandlungen Baratieri'S mit dem NeguS dürften dem Kommandanten von Makalle noch nicht bekannt fein. Seit drei Tagen fehlen jede näheren Nachrichten.

Deutscher Reichstag.

24. Sitzung. Samstag, den 25. Januar 1896.

Hingegangen: Das Einführungsgesetz zum bürgerlichen Gesetz­buch. Die Berathung des Etats des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt bet Abschnitt Allgemeine Fonds. Bet TitelUnterstützung für den deutschen Ftscherveretn zur Förderung der künstlichen Fisch­zucht" beklagt

Abg. Heyl d. Herrnsheim den Rückgang der Fischzucht, besonders des SalmfangeS im Rheingebtet. Die Schuld liege haupt­sächlich an den Holländern, welche, um ein Bild aus dem Jagdwesen anzuwenden, an den Wechseln säßen.

Staatssecretär v. Bötticher: Der Vertrag mit Holland von 1885 hat uns davor schützen sollen, daß der Salmfang lediglich in den Niederlanden stattfinde. Wir haben den Vertrag nicht ge­kündigt wegen der Vortheile, die er bietet. Im niederrheinischen Gebiete hat der Salmfang zugenommen. Hier find im letzten Jahre 23000 Lachse mehr gefangen worden, als von 187080. Wetter­gehende Concesfionen als bisher machen uns dte Niederlande keines­falls. Bet Aufhebung des jetzigen Vertrages würden unS dte Nieder­länder jedenfalls den Lachs ganz wegfangen.

Abg. Prinz Earolath: Holland habe das größte Jnterefie an unserer Fischzucht, denn im Moment, wo wir letztere ewstellen, habe Holland keine Lachse mehr. Revision des Vertrages sei unter solchen Umständen wohl zu erzielen. , ,

StaatSsecretär v- Bötticher hebt hervor, daß nach Angabe des Präsidenten des FtscheretvereinS selber fich der Lachsfang am Niederrhein so sehr gehoben habe.

Der Titel wird bewilligt. Beim Titel: Förderung der Hoch- seefischnei r^tzger cinc Veröffentlichung der Verwendung deS Fonds an und der bezeichneten Grundsätze.

Staatssecretär v. Bötticher: Wir warten Anträge-derJntn- esienten ab und prüfen dieselben sodann auf ihre Zweckmäßigkttt. Wir geben Darlehen an Genofienschaften und einzelne Fischer, wobei wir allerdings auch zuweilen Verluste erleiden.

Der Titel wird genehmigt. Bet dem Titel Unterhaltung deutscher Postdampserverbindungen bätt

Abg vr. Hahn (b. k Fr.) seine vorjährigen Klagen über die Ueberanspannung der Offiziere des Norddeutschen Lloyd und Über deren unzulängliche Besotdung trotz des Dementis deS Nordd. Lloyd °nftC8d dem TitelZuschuß des Reichs zu den Jnvalidttäts- und ÄUet5abfl.C 9 uc r U r @ en. (Soc.) eine Resolution dahin, daß schon daS vollendete 60. Jahr Anspruch auf Altersrente gewähre, sowie bflfe Invalidenrente erhalte, wer wegen seines körperlichen oder aetstiaen Zustandes nicht mehr in seinem Beruf dte Hälfte seines durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstrs der letzten drei Jahre zu gegen "beantragen Hitze u. Gen. eine Resolution betr. An-

Alk Annonceu-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 25.'Januar. Wie dieDarmstädter Zeitung" meldet, stattete dte Großherzogin heute der Gräfin zu Erbach Schönberg, der Schwester des Prinzen Heinrich von Battenberg, in König im Odenwald einen Beileidsbesuch ab.

Darmstadt, 26. Januar. Das Großherzogltche Paar reiste am Samstag Vormittag nach Berlin ab und steigt dort tm königlichen Schlöffe ab. Die Rückreise erfolgt am Mittwoch.

Berlin, 25. Januar. Die Börfencommission deS Reichstages erledigte heute den ersten Theil deS Entwurfs, enthaltend die allgemeinen Bestimmungen. Dte §§ 16 bis 28, welche von dem ehrengerichtlichen Verfahren handeln, wurden ohne wesentliche Aenderung angenommen. Auf den Antrag deS Abg. Träger wurde die Bestimmung eingefügt, daß der. Freigesprochene die Veröffentlichung deS UrtheilS beanspruchen darf. Beim zweiten Theil, der vom Börsenpreise und Makler­wesen handelt, erhielt § 29 folgende Fassung: Bei Maaren oder Werthpapieren, deren Börsenpreis amtlich festgeftellt wird, erfolgt dieser sowohl für Cassa- wie für Zeit-Geschäfte durch den Börsenvorstand, soweit dte Börsen-Ordnung nicht dte Mitwirkung von Vertretern anderer BerufSklaffen feft- stellt. Bet Cours-Feststellung darf außer den dazu berufenen Personen Niemand zugegen sein. Die Vertreter der Regie­rung, sowohl wie dte Vertreter der Freisinnigen und Nativ- nalliberalen sprachen fich für Ausschluß der Oeffentlichkett aus.

Berlin, 25. Januar. DemBerliner Tageblatt" wird von einem parlamentarischen Berichterstatter geschrieben, der Reichstagsabgeordnete v. Kardorff gedenkt den Abgeord­neten Dr. Barth wegen dessen Aeußerungen über das Verhalten Kardorffs in der DonnerStagSfitzung deS Reichs­tages fordern zu kaffen oder har es bereits gethan, wenn ein im Reichstage von einer den Conservativen nahestehenden Person verbreitete- Gerücht zutrifft.

Frankfurt a. R, 25. Januar. Nach einer Meldung deS htefigenGeneral Anzeiger" scheint man wieder einem größeren Fahrkarten-Schmuggel auf die Spur ge­kommen zu sein. Bon dem heute Morgen hier eingelaufenen Baseler Schnellzug wurde der Zugführer und sieben Schaffner der Hessischen Ludwigsbahn auf dem Bahnhof verhaftet und in Untersuchungshaft abgeführt. Auch von sämmtlichen übrigen einlaufenden Fernzügen wurde das Personal einer behörd­lichen und polizeiliche Untersuchung unterzogen.

Bekanntmachung,

betreffend die Maul- und Klauenseuche, Unter den Schasen und dem Rindvieh der Wittwe Höhl OckerShausen, Kreis Marburg, ist die Maul- und

Bekanntmachung,

betreffend die Maul- und Klauenseuche.

Dte zu Bindsachsen und WentngS, Kreis Büdingen, sowie zu Lardenbach, Kreis Schotten, ausgebrochene Maul- Änb Klauenseuche ist erloschen und die Gemarkung-- bezw. Gehöftesperre aufgehoben worden.

Gießen, den 24. Januar 1896.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Bekanntmachung, betreffend dte Zulaffung von Mannheimer Pferdemarktloosen im Großherzogthum Heffen.

Die Directionen deS landwirthschaftlichen Bezirksvereins Mannheim und deS badischen Rennvereins Mannheim werden auS Anlaß des Anfangs Mat l. I. in Mannheim abzu- haltenden Pferde- und Rindviehmarktcs eine Derloosung von Pferden, Rindvieh und gewerblichen Gegenständen veranstalten, bei welcher 60000, eventuell bis zu 100 000 Loose ä 1 Mk. auSgegeben und Gewinne tm Gesammtwerthe von 36 000, eventuell btS zu 60 000 Mk. verloost werden sollen, y

Großh. Ministerium deS Innern und der Justiz hat den gedachten Unternehmern aus ihr Nachsuchen gestattet, dte zur Ausgabe gelangenden Loose im Großherzogthum zu ver­treiben.

Gießen, den 25. Januar 1896.

Großherzogltches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

empfehlen. Durch eine derartige Steuer würde man auch die Millionen den Arbeitern zuwenden können, dte heute für unnöthige Verwaltungskosten, für Kartenaufbewahrungshäuser ?c. ausgegeben werden. Außerdem würden die ZustündigkeitSstreitereien dcr Genossen­schaften auihören. Zu dem vom Aba. Hitze oorgeschlagenen Umlage­verfahren überzugehen, möchte ich entschieden abrathen. Das Bedenk­liche der heutigen Socialgesetzgebung liegt darin, daß der kleine Handwerker und Bauer die Beiträge für seine Arbeiter zahlen muß, während er felbst für sein Alter nicht zu sorgen in der Lage ist.

Abg. Kühn (Soc.): Die Salzsteuer ist eines Eulturstaats unwürdig, man sollte sie aufheben, denn das Salz ist für viele Arbeiter zugleich Butter und Schmalz. Uebrigens fürchte man heute schon in weiten Kreisen, daß eines schönen Tages dte ganzen zu socialpolitischen Zwecken zusammengebrachten Summen zu Kriegs­zwecken verwendet werden könnten.

Abg. v. Stumm bemerkt, daß Herr Gamp seine Steuervor- schläge nicht Namens der Fraction, sondern nur für seine Person gemacht habe. ,. r .. .

Dienstag: Fortsetzung der soeben abgebrochenen Debatte und Gewerbeordnungs-Novelle.

stellung von Erwägungen darüber, inwieweit 1) eine Vereinfachung und Erleichterung der Voraussetzungen zum Bezug von Alters- und Invalidenrente, sowie eine zweckmäßigere Verbindung der Kranken- und Invaliden-Fürsorge; 2) eine Erhöhung der Invalidenrente namentlich unter Berücksichtigung unversorgter Angehörigen; 3) ob eine Einbeziehung der Wittwen- und Waisenfürsorge möglich und zweck­mäßig sei.

Abg. Brühne (Soc.) beschwert sich, daß zu der Conferenz wegen Aenderung der Verfichernngsgesetzgebung keine Arbeiter zu­gezogen worden seien. EineHerabsetzung derAltersgrenze fürdenAlters- rcnlenanfprud) auf 60 Jahre sei unerläßlich, denn ein Fabrikarbeiter sei mit 60 Jahren abgearbeitet. Keinesfalls dürfe man den Alters­renten Empfängern, dte noch arbeiten können, den Betrag der Rente vom Lohn abztehen, wie die« sogar bei der Etsenbabndirection tn Gießen geschehe. Die Altersrente sei auch viel zu niedrig. Der An­spruch auf Invalidenrente wüste schon gegeben werden, wenn der ArbeUer nicht mehr die Hälfte (statt jetzt ein Sechstel) des früheren Jahresarbettsverdtenstes zu erwerben vermöge. Der im Verein mit Er­höhung von Alters- und Invalidenrenten etntretende frühere Bezug der Rente werde zwar 1415 Millionen mehr kosten, aber was bedeute das Angesichts unserer großen Aufwendungen für militärische Zwecke.

Abg. Dr. Hitze (Etr.): Daß die Versicherungsgesetze einer Revision, besonders einer Vereinfachung bedürfen, darüber sind wir Alle einig. Auf einen Beschästtgungsnachweis können wir jetzt wohl verzichten Kleinliche Berechnungen, wie sie heute bei den Ver­sicherungsanstalten Vorkommen, wenn es sich um Aufstellung der Erwerbsunfähigkeit handelt, follte man fallen lassen. Wenn aber die Vorschläge des Vorredners durchgingen,' müßen die Beiträge ver­doppelt werden, und das geht nicht. Ich kann mich auch nicht entschließen, die kleinen Handwerker, die sich heute ohnehin mühsam durchschlagen, noch durch obligatorische Alters- und Invalidenversiche­rung zu belasten. Nothwendig ist vor Allem eine cöhere Rente für diejenigen Arbeiter, die schon tm mittleren Älter invalide roerben und deshalb noch Frau und Kinder zu versorgen haben, daher unser zweiter Vorschlag. Namentlich wünschen wir aber auch Einbeziehung der Wittwen und Waisen in die Fürsorge. Das erfordert allerdings auch höhere Beiträge, aber wer die Arbeiter kennt, weiß, wie sehr gerade die Sorge um Wittwen und Waisen auf ihnen lastet.

Staatssecretär v. Bötticher: Schon bei her ersten Lesung des Etats habe ich Sie von dem Stande einer allgemeinen Revision unterrichtet. Fehler bestehen in der Versicherungsgesetzgebung und wir sind bemüht, sie zu verbessern. Dte Krankenversicherung haben wir bereits revtdirt, über Reorsion des Unfallgesetzes ist bereits eine Vorlage im Bundesrath und wir sind auch bereit, dte Alters- und Jnvaltditäts-Gesetzgebung zu verbessern. Bet der Conferenz handelt es fich vornehmlich um verficherungstechnifche Fragen und dabei konnten uns wohl die Arbeiter nicht viel nutzen. Sobald erst eine Vorlage ausgeardeitet ist, soll fie den Arbeitern unterbreitet werden. Gleich nach der Conferenz habe ich dem preußischen Staatsministerium neue Vorschläge zugehen lasten betr. Revision des Altersgesetzes allein und betr. des Allgemeinen. der Zusammenlegung. Alles, was dte Resolutton Hitze anregt, wird bet der weiteren Berathung unserer Vorschläge zur Besprechung und nach Maßgabe der Möglichkeit zur Ausführung kommen. Wir würden den Arbeitern gern die in dem Antrag Auer geforderten Woblthaten zugänglich machen; aber die Beiträge müßten dann um lOOpCt. erhöht werden und das würde namentlich für die Landwtrthschaft unmöglich sein. Wenn Ihnen auch eine ausgearbettete Vorlage tn dieser Session noch nicht zugehen kann, so wird man sich doch wenigstens schon Im Bundesrath über die Ziele der Revision klar werden. c ~ t

Abg. v. Stumm (Rp.) bezeichnet die Forderungen der Reso­lution Auer für undurchführbar, für keineswegs arbetterfreundltch und als einen Schlag ins Wasser. Auf die Altersversicherung lege er überhaupt nur geringen Wend, wegen der Unterstützungsverpfl cht- ungen der Kinder. Gingen die Wünsche dieser Resolution Auer durch, so würde ein Renten-Empfänger tm Verein mit dem, was er noch hinzu verdient, womöglich mehr haben, als er vorher verdient hat, und das könne man den Kameraden, die das Geld aufbringen müßten, nicht zumuthen. Auch gegen die Wittwen- und Waisen- Verficherung spräche dte Nothwendigkeit höherer Beiträge, zumal waS Handwerk und Landwtrthschaft anlange. Wolle man Wittwen- und Watsen-Versorgung, wie er selbst es ja auch immer empfohlen habe, bann auf dem Wege wie bei den Knappschaftg-nossenschaften. Da lasse sich Alles vereinigen. Es gehe das nur so, daß man die Industrie, dte Fabrikbetriebe, aus den anderen Erwerbszweigen heraussondert, denn hier allenfalls könnten die Arbeiter dte höheren Beiträge zahlen. Redner bemerkt u. A. noch, daß unsere Concurrenz- sähtgkett gegenüber dem Auslande tn der Discipltn liege, welche der Unternehmer bei uns noch hinsichtlich der Arbeiter habe

Abg. Schmidt-Elberfeld (frf. Vp): Am besten wird es sein, erst einen gewissen Beharrungszustand abzuwarien. Mit Erhöhung der Renten und Ausdehnung der Versicherung auf die Wittwen- und Waifen-Unterstützung sind wir im Princip Alle einverstanden; es fragt fich nur, woher die Mittel genommen werden sollen.

Abg. Hofmann-Dillenburg erklärt die Zustimmung der Nationalltberalen zu dem Antrag Hitze.

Abg. Schall (cons.): Die Landwirthschaft kann eine weitere Belastung nicht ertragen, was bei einer wetteren Ausgestaltung dieser Gesetzgebung zu berückfichtigrn ist. Es muß vermieden werden, daß Leuten, die ihre Verpflichtungen gewistenhaft erfüllt haben, wegen formeller Bedenken die Rente vorenthalten wird. Mir ist ein Fall bekannt, wo ein altes Mütterchen, daS fich mühsam die Beiträge absparte, schließlich die Rente nicht bekam, wett fie nicht als Arbeiterin, sondern als Kleingewerbetreibende erachtet wurde. (Hört, hört! rechts.)

Abg. "Gamp (Rp.): Das Verhalten der Socialdemokratte gegenüber der Socialgesetzgebung ist widerspruchsvoll, erst sollen nur selten Arbeiter 70 Jahre alt werden; bann soll vielen 7Ojährigen Arbeitern in ben Staatswerkstätten der Lohn um die Invalidenrente gekürzt werden. Eine neue Vorlage müßte vor allen Singen für eine gleichmäßige Vertheilung bet Lasten auf die verschiedenen Landes- ,heile sorgen; heute find diese Lasten ganz auffallend ungleich. Ob die Arbeiter zu höheren Beiträgen geneigt sein werden, scheint wir zweifelhaft. Besser wäre es, die Kosten durch eine besondere Steuer aufzubringen unD damit die Arbeiterbeittäge ganz zu befettigen. Will man das Tabakmonopol nicht, so wäre eine höhere Salzsteuer zu