Ausgabe 
27.9.1896 Zweites Blatt
 
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1896

Sonntag den 27. September

Aints» und Anzeigeblatt für den 'Kreis Gieren.

Hratisöeitage: Hießener Kamilienblätter.

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1895

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im Jahre 1894

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Alle Annoncen-Bureaux de« In« und Lu«lande« nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

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Aufgaben des HeeeeS unmittelbar dienstbar werden. Bon | diesem Durchschnittssatze für daS ganze Reich weichen zwar die sich für die einzelnen LandeStheile ergebenden Proceutsätze der Tauglichen vielfach ab, doch find die Unterschiede nicht sehr erheblich. Unter dem Durchschnittssatze von 54,50 pCt. blieben die folgenden LandeStheile: Regierungsbezirke BreSlau und Oppeln (6. CorpS) 46,25 pCt., Provinz Sachsen und Theile von Thüringen (4. CorpS) 49,53 pCt., Brandenburg- Berlin 51,67 pCt., Königreich Sachsen 52,28 pCt., Hannover, Oldenburg, Braunschweig (10. Corps) 52,60 PCt., Groß- herzogthum Hessen 52,67 pCt., nördliches Bayern und Pfalz 53,93 pCt., Hessen-Nassau und die übrigen Theile de« 11, Armeecorps 53,94 pCt., Baden und Ober-Elsaß 54 pCt., Südbahern 64,44 pCt. Hebet dem Durchschnitt standen folgende Bezirke: Rheinprovtvz (8. CorpS) 55,12, West­falen, Düsseldorf (7. CorpS) 55,30, Schleswig-Holstein, Mecklenburg (9. CorpS) 55,47, Württemberg 56,98, Pommern, Westpreußen (2. CorpS) 57,42, Posea und Ltegnitz (5. CorpS) 60,08, Unter-Elsaß 60,87, Lothringen 61,83, Westpreußen und die übrigen Theile deS 17. CorpS 62,45, Ostpreußen

68,16 pCt.

Jene EinstellungSztffer erschöpft nun aber keineswegs die ganze militärische Brauchbarkeit des deutschen Volkes. Auch unter den der Ersatzreserve und dem Landsturm ersten Aufgebots überwiesenen Wehrpflichtigen, die zufammen 36,65, bezw. 37,76 vom Hundert der Gesammtzahl ausmachten, find noch viele vollkommen Taugliche, die nur mit Rücksicht auf besondere häusliche Berhältnifie vom Wehrdienst im Frieden befreit bleiben. Abgesehen hiervon, werden bekanntlich dem -Landsturm I" hauptsächlich Mannschaften überwiesen, welche zwar nicht für jeden Wehrdienst, wohl aber für die An- forderungen deS Felddienstes ungeeignet find, demnächst auch noch Mannschaften von befserer Körperbeschaffenheit, welche die Ersatzreferve nach Deckung ihres Bedarfs nicht mehr braucht. Die Hauptmasse der Ersatzreferve wiederum besteht aus Leuten, die zwar im dritten Gestellungsjahre noch nicht tauglich waren, sich jedoch hinreichend zu kräftigen versprachen, um später im Mobtlmachungsfalle der Feldarmee brauchbaren Nachersatz zu liefern. ES ist dies im Allgemeinen also ein nur in seiner körperlichen Entwickelung etwas verspätetes

Serien E.

He, und L. $-

Eintritt bei

>er Borstavd.

Z. Darmstadt, 25. September.

Dr. Devrient«Luther". - «nB dem Kuufilebeu. - Die Orpheumsfrage. Verschiedenes.

Nach dem Erscheinen unserer letzten Mtttheilungen über »ieVorbereitungen zum Lutherseftspiel ist nun auch der naaue Sptelplan mit Angabe der einzelnen Spieltage er- Dienen, und serner brachten die hiesigen Blätter intereffante vivtheilungen über daS Festspiel selbst, seinen Inhalt und He Geschichte seiner Aufführungen. Was davon auch für teilte« Kreise, namentlich für auswärtige Spielbesucher von Jrtterefse ist, wäre etwa daS Folgende. Die erste Auf- Ehrung war für gestern Abend angesetzt, doch müffen wir uns Bericht darüber bis zum nächsten Male Vorbehalten. 83 sind nun die vorläufig bestimmten Spieltage der 26., 27. und 30, September, der 2., 4. und 5. October. Auswärtige gejucher erhalten auf den Eisenbahnen Fahrpreisermäßigungen, nenn sich je 30 Personen zur gemeinschaftlichen Reife zu- I.mmenfinden. Die Preise der Plätze betragen je nach der Meinung von der Bühne 4, 3, 2 und 1 Mark, Vorsaal iO Pfg. Der Ueberschuß ist einem edlen Zwecke, der Unter- Mung einiger hessischer Diasporagemeinden geweiht.

Ueber die Geschichte deS Festspiels belehrt folgender kurze Ueberblick. Im Jahre 1883 kam eS zum ersten Male jin vterhundertjährigen Geburtstagsfeier Martin Luthers .in Jena zur ersten Aufführung. Innerhalb eines Zeitraumes mm vier Jahren wurde das Werk in Jena nicht weniger tll 35 Mal aufgeführt. Im Jahre 1888 begannen dann die Vorstellungen tu anderen Städten, so in Chemnitz 1 Mal, tu Burg 6 Mal, in Hermannstadt 1! Mal, Göt­ti« zen 8 Mal, 1889 tn Oldenburg 8 Mal, Frankfurt a. M. ß 'Mal, BreSlau 12 Mal u. s.w. Die letzten Aufführungen mver deS Dichters Mitwirkung und Leitung fanden wieder tu Jena statt. Ueber Inhalt und Darstellung deS Werke- jtl da- nächste Mal berichtet, wenn der ersten Aufführung, die: al- Feuerprobe für die folgenden gelten kann, andere gtffolgt find.

Begründung. . , , , _ ..

Zur Zeit ist wieder einmal die liebeHerbstmesse bet uns etngezogen mit all ihrem Trubel und mit ben un- erhörtesten Sehenswürdigkeiten. Daß da keine Aussicht auf beffereS Wetter vorhanden ist, erscheint dem Refidenzbewohner ganz natürlich, denn sobald die Meffe kommt, pflegt sich meistens auch Regenwetter einzustellen, diesmal brauchten wir auf sein Eintreffen freilich nicht erst zu warten.

DaS Großherzogliche Paar weilte seither in Mainz, ist jetzt rach Schluß der Manöver von dort au- noch einmal für kurze Zeit nach Wolfsgarten übergesiedelt und wird erst kurz vor dem Eintreffen des russischen Kaiser- paareS hier ankommeo. Großfürst SergiuS mit Gemahlin wird auch im Anfang Oktober hier erwartet, sodaß dann also fast alle Mitglieder der Großherzoglichen Familie hier ver­sammelt sein werden.

Der Darmstädter Journalisten- und Schrift- stellervereiu nimmt feine Winterarbeit am SamStag wieder auf. ES find für den ersten VereinSabend zwei Vorträge auf das Programm gefetzt, und daun wird Herr Hofopernfänger Riechmann einige Lieder fingen. Voraus- sichtlich wird sich auch dieser Winter für den jungen, aber rasch zu schöner Entwickelung gediehenen Verein in jeder Hinsicht förderlich erweisen.

imrirkt, daß

-L aU unwürdig «uS- zeiihlossen wurden

V als dauernd un- t«rgl. auSgemustert «. Landsturm l.Aufg. überwiesen

i dar Ersatzreserve vier Marine-Er«

M,. 228 Zweites Blatt.

merschen Armeeco^pS.

Der zumeist mtuderwerthige, wenn auch nicht ganz un­brauchbare Ersatz, welcher demLandsturm I" überwiesen wurde, betrug in beiden Jahren im ganzen Reiche rund ein Fünftel der Gesammtzahl. Am zahlreichsten war er mit 31,12, bezw. 30,54 vom Hundert beim 12. (königl. sächsischen)

Vierteljähriger >lew*e*c*b|itrti> 2 Mark 20 Pfg. mtt Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pf«.

Rebaction, Lxpebtti« nnb Druckerei:

Sch»rstr«tzeAr.1.

Fernsprecher 51.

Eine Angelegenheit, die viel besprochen wurde, wenn ihr auch an sich keine große Bedeutung zukommt, wurde am letzten SamStag vor dem hiesigen KreiSauSschuß verhandelt. Der seitherige Director deSOrpheums* hatte um Concesfion von Darists Vorstellungen im Scatiug-Ringk nachgesucht, und der seitherige Restaurateur deSOrpheums um daS gleiche Recht für den in der Grafenstraße ent­stehenden großen Saalbau. Die Entscheidung fiel zu Gunsten deS erftgerannten Bewerbers, und da der letztgenannte mit diesem Resultate nicht zufrieden ist, so wird die Angelegen­heit auch noch einmal den ProvinzialauSschuß beschäftigen, voraussichtlich, um zu demselben Resultat zu gelangen. Daß Darmstadt nicht Bedürfniß nach zwei großen Variststheatern hat, bedarf wohl keiner besonderen Versicherung und

serloh: Mn. Jli di^ er, Mailst 1118

Frisches Leben ist in der Gemäldegalerie erwacht, wo man im Kupferstichcabinet die alten Meister durch neue ersetzt hat. DaS lobenSwerthe Streben des neuen Museums - JnspectorS scheint daraus auSzugehen, dem Publikum seither noch nicht ausgestellte Werke aus dem Besitz des Kupferstichcabinet- zugänglich zu machen. ES find zur Zeit Namen wie Halm, Jacoby, Klinger, Köpping, Menzel vertreten, dazu kommen Zeichnungen von Schwind, Veit, R. Hofmann und Scholl, endlich Rötelskizzen de- unvergeßlichen Heinz Heim und Zeichnungen des verstorbenen Galerie-Jnfpector- Hofmann- Zeitz. Im Hoftheater muß die Aufführung von DonizettiS Lucia von Lammermoor" besonders erwähnt werden, des­gleichen die von LoubeSKarlSschülern" und Lortzings Undine". Von den neugewonnenen Kräften hatten dabei die Herren Bucor und Heine, sowie die Damen Frank und Walther Gelegenheit, in größeren Rollen den Beweis ihrer Künftlerschaft von Neuem zu erbringen, und am Dienstag fand eine Aufführung von SchillersJungfrau von Orleans" mtt Frl. EichelSheim in der Titelrolle statt. Die zün- dende Wirkung deS klaffifchen Werkes, daS musterhaft infcenirt aufgeführt wurde, stellte sich auch diesmal ein und enthufias- mitte das Publikum, zu dem die Heranwachsende Jugend ein ansehnliches Contingent gestellt hatte. Auf dem Spielplan steht für den Monat October auch GrillparzersKönig Ottokars Glück und Ende" verzeichnet, außerdem soll auch derFaust"-CycluS wieder zur Aufführung gelangen. Das Programm für die Symphonie -Concerte der Hofmufik ift nun auch erschienen. ES bringt von Orchesterwerken größeren Umfangs von BeethovenEroika" (Nr. 3) und C-moll (Nr. 5), Mozart Es-dur, Schubert C-dur und H-moll, BrahmS C-moll (Nr. 1), GoldmarkLändliche Hochzeit", R. Strauß Till Eulenspiegel", Griegk Peter Gynt Suite, Saint SasnS Le rouet dOmphale", LißztMephistowalzer". Solisten sind verpflichtet: Frau Ellen Gulbranson (die Bay- reuther Brünnhilde), Hofeoucertmeister Ludwig Zimmer­mann (Violine), Herr Bussoni (Klavier), Herr Bur- mester (Violine), Frau Eckstein-Rouge und Herr van zur Mühlen, Frau Walter-Choiauus, Herr David Topper (Violoncell). Die Concerte finden nach Aller«

dttN M aie Leit). Wahl, Weg, hrm V hulstraht i 80 v Der Borstav!

8 Uhr- m«

wenigsten- in seiner Hauptmastemindertauglichen" Land- sturm I und dentauglichen" AuSgehobenen oder Frei­willigen alskünftig tauglich" bezeichnen wollen. ES waren dann nach den endgiltigen Entscheidungen über die Taug- lichkeit im Jahre 1894, bezw. 1895 von j .....*'

sotzreserve ... 81068 = 16,68 «. in Sgehoben wurden 235 649 = 48,49 l freiwillig ein traten 18161 = 3,74 t. de »gl. vor Beainn

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Feuilleton.

Wochendriesk ans der Residrn).

(Originalbericht deSGießener Anzeigers").

Pie Tauglichkeit des deutschen Heeres- I Ersatzes in den Jahren 1894 und 1895♦ I

Seit dem Inkrafttreten der beiden Militärgefetze von 1893 gibt daS jährliche Erfatzgefchäft einen befferen Anhalt »ar Beurthrilung der allgemeinen und landschaftlichen Kriegs- Saugitchkeit in Deutschland als früher, da nunmehr alle Laaxlichen allmällg auch zur Einstellung gelangen und die MSlkerungSziffer nicht mehr in der Weife wie früher die ßraadlage der Erfatzvertheilung auf Bundesstaaten und Aus- stbungSbezirke bildet, auch keine Anrechnung der freiwillig lirigktretenen für baß auf jener Gruublage berechnete Con- tiozent bet ^einzelnen Bezirke mehr stattfindet. Betrachtet Ma nun das dem Reichstag vorgelegte Ergebntß der end- ttitleen Entscheidungen über die Gestellungspflichtigen der Ich- 1894 und 1895, so zeigt fich, wie dieStat. Corr."

im Jahre 1895

1285 = 0,26 v. H.

36 574= 7,47 103271= 21,10

Der feilet Aazeiger irscheint täglich, ptt Ausnahme beS MontagS.

Die Gießener ßemitienStälter taten dem Anzeiger Htchmtlich dreimal beigelegi.

Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

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zusammen 485 949 = 100 v. H. 489 388 = 100 v. H.

Ueberzähllg und für spätere Einstellung verfügbar Nicken außerdem noch im Jahre 1894 11 439, 1895 4997 20jährige und 2583 (4876) 21jährige GestellungS- sslihtige. k .

Einschließlich der sreiwtllig Eingetretenen wurde also im J-h-re 1894, bezw. 1895 die größere Hälfte der endgiltlg I6ß*ferttgten, nämlich 56,21, bezw. 54,50 vom Hundert, zur tinstellung in daS Heer oder die Marine süs tauglich be- funken. Zum Dienst ohne Waffe wurden darunter nur 4499, iezw. 4594 bestimmt, die hier von den Übrigen AuSgehobenen

unwürdig .

Da die Anforderungen au die körperliche Tauglichkeit in der deutschen Armee unstreitig recht bedeutende find, andererseits erfahrungsgemäß nur sehr wenige AuSgehobene nachträglich als unbrauchbar eutlaffen werden müffen, so zeigen diese Ziffern die durchschnittliche Wehrhaftigkeit des deutschen Nachwuchses noch immer in recht günstigem Licht.

Bon großem Jntereffe find die Ergebniffe in den ein- «Inen CorpSbezirken und ihre Unterschiede. ES war hier- nach, abgesehen von der überall sehr kleinen Ziffer der AuS- geschloffenen, auch die Ziffer der für dauernd untauglich Erklärten durchweg gering. Bon den beiden CorpSbezirken, in welchen die industrielle Bevölkerung am meisten überwog, erhob fich der 7. (niederrheinisch-westfälische) in beiden Jahren mit 6,93, bezw. 7,54 vom Hundert nur wenig über den Durchschnitt; der 12. (königlich sächsische) blieb mtt 6,38, bezw. 6,88 sogar noch etwas darunter. Die höchsten Ziffern (9,57 bezw. 10,10) zeigte beide Male Württemberg/ nur Heffen stand im Jahre 1895 mit 10,75 vom Hundert noch etwas höher. Sonst war tu beiden Jahren in keinem ein- zigen CorpSbezirk auch nur der zehnte Mann dauernd un- tauglich. Die wenigsten Untauglichen hatte mit nur 4,81, bezw. 5,58 vom Hundert beide Male der Bezirk des pom-

pflichtigen militärisch 1894

tauglich . . . 56,21 künftig tauglich . 16,68 mindertauglich . 19,97

idiibank IV D- : .

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das nun mit Herbstbeginn | höchster Genehmigung auch in diesem Winter im Hof- es mancherlei zu berichten, theater statt.

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