Ausgabe 
27.9.1896 Erstes Blatt
 
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indeh bald gelöscht wurde. Unter de» Verdacht der Brand­stiftung wurde ein Kirchendiener verhaftet.

5tan, 25. September. Wie in vaticanischeu Kreisen verlautet, wird der Papst demnächst eine neue Eucyklika erlaffen bezüglich der Lage der Christen im Orient.

London, 25. September.Daily Graphic" wird au» Konstantinopel gemeldet, daß eine englische Dacht von den türkischen Behörden angehalten und ohne Anwesen« heit de» Coosular-Ageuteu durchsucht worden sei. Tin Thetl de» Inhalts soll auch beschlagnahmt worden sein. Der Tapitäu de» Schiffe» hat Beschwerde bei der englischen Bot« schäft eingereicht.

Berlin, 26. September. Die gestern abgehalteue zweite Protestversawmlung sozialistischer Frauen gegen den internationalen Frauen-Congreß war riesenhaft besucht, sodaß die Versammlung nach einstüudtger Dauer geschloffen werden mußte. Frau Ltlt Braun-Gryzcki referirte ÜberSozial- demokratie und Frauenfrage".

Hamburg, 26. September. Der hiesige Bergungsverein theilr mit, daß die Bergung»versuche de» Dampfer- Johann Siem voraussichtlich nicht vor Montag beendet sein werden.

Posen, 26. September. Wie verlautet, sei durch eine Verfügung der Regierung angeordnet worden, daß alle Auf­züge anläßlich der Reisen des ErzbischofSStablcwSky 48 Stunden vorher anzumelden seien. Die Localbehördeu sollen zwar rücksichtsvoll, aber energisch Vorgehen.

Prag, 26. September. Die hiesigen Werkstättenarbeiter der StaatS-Eisevbahu haben beschloffen, im Ausstande zu verharren, obwohl die Wiener Collegen den Eintritt tu den Ausstand abgelehnt haben. Die Direction betrachtet alle AuSständischen als ausgetreten.

Rom, 26. September. Der zur Zett hier weilende apostolische Delegat in Tonstanttnopel, Bonetti, wird bet seiner Rückkehr NamenS de» Papstes Aufträge des Papstes an den Sultan tu Sachen der Christen im Orient mit« nehmen.

Petersburg, 26. September. Nach hier eingetroffenen Nachrichten hat sich da» Befinden des Großfürften« Thronfolger wieder bedeutend verschlechtert.

London, 26. September. Wegen des gewaltigen Sturmes tst der Dampferdtenst zwischen DoverBoulogne und DoverCalais eingestellt werden.

London, 26. September. Gestern wurde die Gerichts­verhandlung gegen den Dhnamitarden Bell auf eine Woche vertagt.

CocaUs und L*or»rirrLeUe-,

Gießen, den 26. September.

** Berzeichniß der Sitzungen de» Schwurgericht» pro 3. Quartal 1896 :

1. Montag den 28. September, Bormittags 9 Uhr, gegen Andreas Merle aus Althüttendorf wegen Brand­stiftung, Sachbeschädigung und Widerstands. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Wetdtg.

2. Dienstag den 29. und Mittwoch den 30. September, jedesmal Vormittags 9 Uhr, gegen August Hofmann au» WünfchenmooS wegen betrügerischen BankeruttS. Die An­klage vertritt Staatsanwalt Koch, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Justizrath Dr. Reatz.

3. Donnerstag den L, Freitag den 2. und SamStag den 3. October, jedesmal Vormittags 9 Uhr, gegen Hermann Rausch au» Vilbel wegen Verbrechens im Amte. Die An­klage vertritt Staatsanwalt Koch, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Justizrath Dr. A. Rosenberg.

4. Montag den 5. October, Vormittags 9 Uhr, gegen Conrad Strack aus Homberg wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Dr. Güngertch, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Justizrath Batst.

5. Dienstag den 6. October, Vormittag- 9 Uhr, gegen Heinrich Mangold au- Maar wegen Meineids. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann, die Ber« theidigung führt Rechtsanwalt Weidig.

6. Mittwoch den 7. October, Vormittags 9 Uhr, gegen Johannes Becker Ehefrau aus Heidelbach wegen Brand­stiftung. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmer­mann, die Bertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. Fuhr.

7. Donnerstag den 8. und Freitag den 9. October, Vormittags 9 Uhr, gegen Heinrich Wilhelm Vitt von SeifertShausen, Ferd. Johann Fischer und Friedrich Fischer von Ober-Ellenbach, Johanne- Stein von Raukenhausen, Johanne» Häde von Schwarzenhaffel wegen Landfrteden-bruch. Die Anklage vertritt Gerichtsaffeffor Dr. Friedrich, die Bertheidigung führen die Rechtsanwälte Dr. Fuhr, Rosenberg II., Hirschhorn, Metz und Kraft.

Außer den vorstehend verzeichneten Fällen werden noch einige weitere, in denen der Termin noch nicht bestimmt tst, zur Verhandlung gelangen.

* Der unserer Stadt für heute zugedachte Besuch der tu Frankfurt versammelt gewesenen dentfchen Naturforscher und Aerzte ist unterblieben. Sowohl wegen der Ungunst der Witterung wie der geringen Anzahl der gemeldeten Thetlnehmer wurden die Vorbereitungen für den Empfang und die Bewirthung der Gäste eingestellt.

Winterfahrplane. Mit dem 1. October treten die neuen Winterfahrpläne der Etsenbahnverwaltungen in Kraft, welche allerdings für Gießen große Veränderungen diesmal nicht aufzuweisen haben. Nur der Fahrplan der Oberhessi­schen Eisenbahnen hat eine Zugveränderung, indem der Frühzug nach Gelnhausen bereit» 7M von hier abgeht, während der­selbe im Sommerfahrplan 811 abfuhr. Weiter wird der au Sonntagen Abend» 9* nach Frankfurt a. M. abgehende Sonderzug mit dem 1. Oktober eingestellt. Die Omutb «».

g e s e l l s ch a f t hat selbstverständlich ebeusall» dem entsprechende Aeuderuugeu in ihrem Betrieb voruehmeu müffen, und find die neuen Fahrpläne, welche vom 1. October d. I. ab Gültigkeit haben, zu bekannten Preisen bei Herrn Ernst Balser, MäuSburg dahier zu haben. Darnach gehen die Frühwagen Fahrt 3 und 5 etwa» früher, anschließend an die abgehenden Personenzüge- Nr. 7 und 8 fällt dagegen ganz auS. Die stattgehabten Aenderungen sind derart gedruckt, daß sie auch auf den alten Fahrplänen überklebt werden können- die Fahrten nach dem Schiffenbergerwald werden au Wochen­tagen mit dem 1. October ganz eingestellt.

* * Freisinnige Versammlung. Am Sonntag den 4. Oktober, Nachmittag-, findet in Steins Saalbau eine öffentliche Wählerverfamwlung statt, in welcher der Candidat der freisinnigen Volkspartei für die bevorstehende Reichs­tag-Wahl, Profeffor Stengel-Greifswald, sein Programm entwickeln wird.

Gießener Industrie. Anschließend an unsere Berichte über die Fabrik Neubauten und «Einrichtungen der Firmen Hehligeostaedt & Co., Maschinenfabrik, und Kauffmann & Co., Lampenfabrik, möchten wir heute von einer durchgreifenden Erweiterung de- Betriebe- der Firma Wilh. Reiber, Möbelfabrik, berichten, welche wir gestern zu besichtigen Ge­legenheit hatten. Inmitten des Etabliffement-, neben der 32 Meter hohen Kaminsäule, ist ein neues KeffelhauS er­richtet, tu welchem außer dem seither in Betrieb gewesenen, mächtigen, vier Meter hohen Dampfkeffel von 38 Quadrat­meter Heizfläche und zehn Atmosphären Ueberdruck noch ein neuer Sicherheit» Röhrenkeffel von 65 Quadratmeter Heiz­fläche mit Rauchverbrennung zur Aufstellung gelangt ist. Diese beiden Dampferzeuger speisen eine neu angelegte FrieS'sche Dampfmaschine von maxim. 35 Pferdekrästen, so« tote die seither betriebene kleinere Maschine und schließlich die ausgedehnte HeizungSanlage für sämmtliche Arbeitsräume, Holz-Trockenkammern, Letmapparate rc. Von der gleichen Stelle auS geht der Antrieb auf eine 30 Meter lange Trans« miffion, welche die Kraft an 20 einzelne Arbeit-Maschinen übermittelt, von mächtigen Band- und Kreissägen, Hobel­und FraiSmaschtnen bis herunter zu allen erdenklichen Hilfs« Maschinen. Einen großen Theil Kraft (12 ELP.) beansprucht die neu ausgestellte Dynamomaschine von 150 Volt Strom­stärke, welche mit ihren 1200 Umdrehungen per Minute ein unheimliches Sausen verursacht und welche von nächster Woche ab da» gejammte Retber'sche sowie das benachbarte Trtbns & Sundheim'sche Etabliffement mit elektrischem Licht versehen wird. Nach Schluß des Betriebes, die ganze Nacht hindurch, liefert eine Accumulatoren-Batterie von 60 Ele­menten den erforderlichen Strom. Wir hatten Gelegenheit, einer Probebeleuchtung beizuwohnen und da- prächtige, fast taghelle Licht mit eigenen Augen zu genießen, welches von ca. 100 Glühlampen i 10 und theilweise 16 Kerzen in allen Räumen der weitverzweigten Fabrik auSgestrahlt wird, von den Lagerspeichern an bis herab zu den Oel- und Fournir- kellern. Wohlthuende Helligkeit, reine, nicht durch zahllose Petroleumlampen wie früher verdorbene Luft und fast un­bedingte Sicherheit gegen Feuersgefahr sind die für eine derartige Holzbearbeitungsfabrtk geradezu unschätzbaren Vor­theile dieser durch die Firma Buchner in Wiesbaden auS- geführten Anlage. Wir wollen unseren Bericht nicht schließen, ohne der von uns besichtigten, theilS in Arbeit be­findlichen, theilS fertigen Fabrikate der Reiber'fchen Möbel­fabrik anerkennend zu gedenken. ES befinden sich darunter zur Zeit große Poften Möbel für das neue hygienische In­stitut auS prächtigem amerikanischen pitch-pine-£>ol$ und Eichenholz, sowie eine ganze Anzahl von Wohnungs-Einrich- tungen für Brautpaare nach hier und auSwärtS und müffen wir sagen, daß den derzeitigen Inhabern der Fabrik alle Anerkennung zu zollen ist für die bis jetzt erreichte große Ausdehnung ihres Betriebes sowohl, als auch namentlich für ihre heutigen Leistungen auf dem gesammten Gebiete der Möbel Industrie. Wir wünschen dem Etabliffement, welche- zwischen der Bahnhofstraße und Frankfurterstraße ein Terrain von ca. 4000 Quadratmeter einnimmt, wovon etwa die Hälfte bebaut ist, ein weitere- kräftige- Gedeihen, zum Segen der darin beschäftigten etwa 60 Beamten und Arbeiter.

Raffenabspeisung. AnS Osthofen, 23. September, schreibt derM. A.": Zum Schluß des Manövers fand heute hier eine Maffenfpeifung von 3400 Mann Militär statt. Zu diesem Zweck war eine große Kriegsküche mit vier großen Keffeln aufgeschlagen, worin der Unternehmer, Militärlieferant Seipel aus Gießen, die Speisen, aus Suppe mit Reis und Kartoffeln, ferner in Fleisch be­stehend, zubereiten ließ. Die Abspeisung, an welcher das RegimentKaiser Wilhelm" und Theile der Regimenter 115 und 118, auch 23. Dragoner theilnahmen, wickelte sich in zwei Stunden ab.

? Grünberg. 25. September. Auf entsetzliche Weise kam gestern hier ein bejahrter Einwohner um» Leben. Derselbe stürzte beim Abmachen von Welschnüffen vom Baum, fiel auf die unten befindlichen Brückensteine und von diesen ine Waffer. Dem Unglücklichen war der Kopf gespalten- er erlag bald der schweren Verletzung.

Ruppertenrod. 25. September. Eine hiesige, schon ältliche W.ttwe war gestern mit Wäschen an dem oberhalb de- Orte- befindlichen Wafferbccken, das durch daS unauf­hörliche Regenwerter hoch angeschwollen tst, beschäftigt. Ein plötzlicher Windstoß bei dem herrschenden Sturme warf die Frau kopfüber in daS tiefe Waffer, in dem sie untersank. Eine gerade vorübergehende jüngere Frau sah die Unter­gesunkene wieder auftauchen und um ihr Leben kämpfen. Rasch entschlossen holte die erstere eine lange Stange, welche zu erfassen die Wittwe gerade noch Kraft genug hatte, und holte letztere auS dem Wasser. ES war die höchste Zeit zur Rettung- die Frau wurde ohnmächtig zu Bette gebracht, da- fie nun hüten muß.

- f- Nidda, 25. September. Dem Beschauer der ab­geernteten Wiesen unserer und angrenzender Gemarkungen

wird die Menge blühender Herbstzeitlosen nicht r, gehen. Zwar tst die Schädlichkeit derselben allgemein kannt und werden auch im Frühjahre vielfach die reifer)', Samensäcke nebst ben Blättern sorgfältig an- dem Heuxr,. gelesen- damit wird aber nur eine vorübergehende East nung dieser schädlichen Gewächse au- dem Futter und 11 auch ihre gänzliche Au-rottung bewirkt. Hierzu bietet j aber dermalen die beste Gelegenheit- man steche nackten Blüthen mit den Wurzeln au» und wird allta-; seine Wiesen und hierdurch da» Futter frei erhalten v. den dem Vieh so schädlichen Herbstzeitlosen. Heute w,. unsere Wasserleitung dem Betriebe für alle dtejerr,s Einwohner übergeben, bei welchen die Hau»anschlüsse ben i hergeftellt waren.

§§ Elbenrod, 25. September. Der bet etner Dan- Dreschmaschine al» Einleger beschäftige Arbeiter Haffevrft von hier gerieth auf dem bei AlSseld liegendenHeü^- mit dem einen Arm zwischen da» Triebrad und den Trei riemen der Maschine. Der Arm erhielt hierbei eine so ftei Quetschung, daß er hoch aufschwoll und der Verlep einen Arzt in Anspruch nehmen wußte.

§ AuS dem Vogelkberg, 25. September. Durch ,» von der Laune des Zufall» verursachte Verwechslung woir> dieser Tage eine Familie in dem Dorfe B. in tieft, Herzeleid versetzt. Diese Familie erhielt kürzlich m einem Orte deS OdenwaldeS die Schreckensnachricht, daß tz bei einer Dreschmaschine irren wir nicht in beschäftigter Sohn in einem benachbarten Walde sich erhärz- habe. Um dem Sohn die letzte Ehre zu erweisen, trara die kummergebeugten Eltern die weite Reise an. Im £n angelangt, wo sich die Leiche ihre- Sohne- befand, bata sie, ihnen diese noch einmal vor der Bestattung zu zeig« Gern willfahrte man ihrer Bitte und führte sie zum Spr^r: hau», dem AusbahrungSort bet lobten. Aber wer beschult: ben freudigen Schreck beS Elternpaares, als sie in bem teb geglaubten nicht ihren Sohn, einen Jüngling, fonbern eine bejahrten Mann, einen Frembcn erblickten? Nun btgeio sich bie Eltern eiligst nach bem Orte, wo ihr Sohn in Arber stanb. Der erschrak nicht wenig, als er ganz uovermuip: feine Eltern vor sich stehen sah. Nun klärte sich auch Verwechslung auf. Der Sohn hatte dem Erhängten, da falls einem Arbeiter bei ber Dreschmaschine, einen Bries t ben Maschinenbefitzer mitgegeben. Unterwegs aber erhäczt! sich der Arbeiter. In seinen Kleidern fand man außer Paar Pfennigen den betreffenden Brief und man nahm io ta anderen Orte, wohin man den Erhängten verbracht, an, taj er mit dem Schreiber de- Briefe- identisch wäre.

Darmstadt, 24. September. Heute wurde hier du einer nach vielen Hunderten zählenden Zuhörerschaft zu» ersten Male DevrientSLuther" gegeben und erziel! vielen Beifall und tiefgehende Wirkung. Ca. 280 Personer an- allen Ständen und Berufskreisen unserer Stadt wirkm mit- die Titelrolle gab Herr Hugo Edward, bte Käthe Fi« Dr. Hauser BurSka von Berlin, bte beibe hochvollenlar Leistungen boten. Die großen BolkSscenen gelangen vorzüzy und schlugen ein.

Darmstadt, 24. September. Mehrere größere Körper- schäften planen die Absendung einer Petition an daS GroH Ministerium de- Innern und an ben Landtag, worin n bte Aufhebung beß Schornsteinfeger«Monopol gebeten wirb. Vor einigen Wochen richteten zwei Frinb fnrter Schornstetnfegermeister ein Gesuch an da» Shetiast in Offenbach, in dem sie um Zulassung zur Ausübung itvi Gewerbes baten unter Hinweis darauf, daß im Kreise Offen- bad) nur drei Schornsteinfeger seßhaft find, die Inßgefanri jährlich mehr als 35,000 Mk. verdienen. DaS Rreilawt in Offenbach hat aber daS Gesuch abschlägig beschiedeo, gqa diese Entscheidung soll RecurS beim Ministerium elngtbictt worden sein, auf dessen Erledigung man gespannt ist.

(Frks. Ztz.)

Worm», 25. September. Als Candidaten für die d» nächstige Landtagswahl sind von den Nationallibercln die Herren N. Reinhart und Ooerbürgermeister Rüd) v. in Aussicht genommen. Eine Commtffion ist beaustto,: worden, mit diesen Herren Rückiprache zu nehmen.

Mainz, 25. September. Kommenden Sonntag fuh hier eine freie Conferenz kaufmännischer Vereine ftr Auf der Tagesordnung steht der Entwurf zum Hand!!)- gesetzbuch. Infolge Beranlaffung des Verein» für kausnä:- ntsche Angestellte in Frankfurt soll eine gemeinschaftliche 2U- spräche und Beschlnßfaffnng seilen» einer größeren An^ kaufmännischer Vereine, die auf dem GehÜlfen-Standpx': stehen, herbeigeführt werden. Da» einleitende Referat t Dr. Hur. Löwenthal, Rechtsanwalt in Frankfurt, übernomne DaS hiesige Schöffengericht hat in feiner letzten Sitzul einen kaum 12 jährigen Knaben von Momdach wegen Handlung zu 8 Monat Gefängntß 2 Monat »t al» der Awtsanwalt beantragt hatte verurtheilt. !< selbe hat mir gleichaltrigen Collegen von dorten einen itD -' jährigen Schulknaben von hier an der Grenze de» Gone- Heimer Walde» in barbarischer Weise mißhandelt. Die Rotte hat den hiesigen Knaben in ben Walb geschleppt, tr selben gefesselt, an einen Baum gebunben und ihm auf >' entkleideten Htntertheil mit einer Wetbengerte mehrere H» bett Hiebe versetzt. Erst als sich Schritte näherten, ließ u J von een Mißhandlungen ab. Der geschlagene Junge »;! so zugerichtet, baß er 8 Tage baß Bett hüten mußte i-1 heute noch äußere Spuren ber Mißhandlungen zeigt.

A Mainz, 25. September. Zur Einweihung' feier ber Nebenbahn Alzey Bobenheim. -11 man unß von bestunterrichteter Seite von Alzey mitth't!, wirb nächsten Montag (28. b. MtS.) um 7 Uhr am Mangel ein Extrazug von bort abgelaffen, der die Fefttheilneh»^ von Alzey unb ben Zwischenstationen nach Bodenheim bringt. In Badenheim wirb nun zunächst in ber Restaurant Stemmler am Bahnhof ein Frühstück genommen und ui 10V4 Uhr etwa beginnt bie Festfahrt nach Alzey. Aus ein Stationen wird angehalten und findet jeweils ein klearr

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