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Der tUjtwt **|d|et «fchemt täglich, a* Lusnahmr bei Montag«.
Dir Gießener WoikteidkLlter »erden dem Anzeiger »öchattlich dreimal deigeleg».
Erstes Blatt. Sonntag den 27. September
1896
Gießener Anzeiger
Kenerat-Itnzeiger.
vierteljähriger JW»**r*tiUFretos 2 Marl 90 Psg. mt> vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Wfr
«edaction, En-ediN« und Drucker«:
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Zlints- und Anzeigeblatt für den "Kreis Giefzen.
Hratisöeitage: Hießener Kamilienbtätter
warnt in einem bemerkenswerthen Artikel lebhaft vor der
Aunahm» von Anzeigen zu der Nachmittag» für bei Mgendrn Lag erscheinendro Nummer bi» Corrn. 10 Uhr.
zu die
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ist
ferneren Beibehaltung der jetzigen minderwerthigeu Bewaff« nung der deutschen Cavallerte. Er befürwortet auf Grund der Erfahrungen von 1870 die allmähltge Abschaffung der Lanze und die Ausrüstung des Reiters mit dem Carabiner, der über dem Rücken zu tragen wäre, und dem langen ge» raden Säbel. Wie erinnerlich, hat gerade tn der jüngsten Zeit die Lanze wettere Verbreitung bei der Cavallerte ge- funben; soviel wir wissen, hat fich dieselbe auch überall gut bewährt- besonders die Franzosen erblickten in ihr eine so gefährliche Waffe, daß sie deren Einführung auch für ihre Armee vornahmen. ES ist demnach schlechterdings nicht an« zunehmen, daß unsere Armeeverwaltung eine Abschaffung der Lanze planen sollte.
Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnements- detrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger"
Brüh lösche Univ.-Buch u. Steindruckerei (Pietsch & Scheyda).
Neueste N^cheichtE
Wolff» LrUgr-phNche» Lorresponde»z.»-r«m
Betlta, 26. September. Internationaler Frauen- congreß. In der heutigen NachmittagSfitzung wurde über das Stimmrecht der Frauen und das Familtenrecht in Deutschland, England, Italien, Frankreich, Holland, Belgien, Oesterreich, Norwegen und Dänemark und den Bereinigten Staaten vorgetragen- es wird erstrebt: Gesetzliche Gleichstellung der Frau dem Manne gegenüber und vor Allem freie Verfügung über das von ihr erworbene Vermögen, besonders im Falle der Ehescheidung. Siguorina Montessori-Rom, welche ihre Studien in Berlin weiterzuführen beabsichtigt, bittet, im Auftrage der eapitaltstischen und der proletarischen Frauen Italiens, die bürgerliche und die Arbeiterinnen- Bewegung zu gemeinsamer Arbeit zu verschmelzen. Frau Schwerin-Berlin berichtete über die Organisation der öffent- ltcheu Armen- und Waisenpflege und knüpfte daran Vorschläge für die Einrichtung einer geregelten Schulung und Vorbereitung für die Armenpflege.
Berlin, 25. September. Ueber das Vermögen der „HeltoS" - Ga-glühlicht - Actleu - Gesellschaft ist heute daS CoucurSverfahreu eröffnet. Die erste Gläubigerversammluvg wird am 22. October stattfindeu.
Straßburg t. S., 25. September. 16. Jahresversammlung des Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit. In der heutigen zweiten Sitzung berichtet Dr. Ossin».Cassel über die Heranziehung der Frauen zur öffentlichen Armenpflege, die er warm befürwortet. In gleichem Sinne sprachen mehrere andere Redner. Nach kurzer Erörterung wurde eine Resolution angenommen, welche die
Abormements^Einladrmg.
Zum Bezug des „Giehener Anzeiger" für das 4. Vierteljahr 1896 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender K eise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Sicachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mitthellungen aus dem
Heranziehung der Frauen zur öffentlichen Armenpflege mittelst organisatorischer Verbindungen, wenn möglich Angliederung der Frauen an die Armenpflege mit gleichen Rechten und Pflichten wie die Männer, als dringende Nothwendigkeit bezeichnet. Sodann sprachen Dr. Aschrott-Berlin uud Dr. Flesch- Frankfurt Namens einer Sondercommission über die Handhabung der Bestimmungen betreffend den Verlust des Wahlrechts beim Empfange von öffentlichen Unterstützungen. Die Com- Mission beantragte die Aufstellung genauer Grundsätze, die eine gleichmäßige, vor politischer Willkür schützende Auslegung der Gesetze sicher stellt. Die Verhandlungen wurden mit Wahlen und einem Danke au daS Präsidium geschloffen.
Nürnberg, 25. September. Im neuen Gymnasium ist heute die ReichSschulcommission zusammengetreten.
Bern, 25. September. Wie verlautet, sollen zwei der Führer des Complotts gegen die Ottoman-Bank Namens Garo und Herath von Marseille in Genf an- gekommeu sein.
Paris, 25. September. Nach hier eingegangenen Depeschen auS Nantes, Brest und Cherbourg herrschte dort in der ver- gangenen Nacht ein h e f t t g e S U u w e t t e r. Man befürchtet, daß mehrere Unglücksfälle vorgekommen find.
Ballater, 24. September. Der Kaiser von Rußland erledigte während des heutigen Vormittags RegierungSgeschäfte und unternahm Nachmittags mit der Königin und feiner Ge-
। mahltn eine Spazierfahrt.
Dqresch« bei «HeroA".
Berlin, 25. September. Die durch die Blätter gegangene angebliche Unterh altung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren in BreSlau wird von der der „Nordb. Allgem. Ztg." als auf Erfindung beruhend bezeichnet. r ,
Berlin, 25. September. Der „Kreuzzeitung" zufolge wird dem BundeSrath u. a. auch ein Gesetzentwurf, bi-
I treffend die Besteuerung der Bergwerke, zugehen. Ueber I die Abänderung der SeemannSordnung fei dem BundeSrath ein Gesetzentwurf noch nicht zugegangen, waö jedoch in Bälde
I erfolgen dürfte.
Berlin, 25. September. Eine Aenderung des Gr- I setzes über den höheren Verwaltungsdienst In Preußen ist den ,«erl. Reuest. Nachr." zufolge nunmehr in Erwägung gezogen worden und dürfte bereits in nächster Zett beantragt werden. Vor allen Dingen soll eine beffere Ausbildung der Beamten tn volkswirthschaftlicher und staatS-
I wissenschaftlicher Hinsicht beabsichtigt sein.
Berlin, 25. September. Wie die „Boss. Ztg." hört, haben in der letzten Zeit zwischen den Jntereffenten der Getreidebörse Verhandlungen stattgefunden, welche darauf htnauSl'efen, einen Modus zu finden, durch welchen die Aut- rechterhaltung des ltefermäßtgen Getreidetermtn-
I Handels unter dem neuen Gesetz legal ermöglicht wird. Man habe fich über einen Schlußschein geeinigt, der natur-
I gemäß den börsenmäßtgen Termtnhandel ausschließt, der aber gleichwohl unter Beobachtung aller gesetzlichen Vorschriften die Erhaltung des liefermäßigen Getreideterminhandel» wög-
I ltch machen dürfte.
Berlin, 25. September. Wie aus Havannah ge- I meldet wird, ist der Director der dortigen Mufikakademte, Hubert Blank, ein Deutscher, sowie mehrere Amerikaner wegen Verdacht» der Verschwörung gegen die spanische Re- gierung auf Befehl de» General» Wehler verhaftet worben Den Gefangenen ist der Verkehr mit ihren Angehörigen und selbst mit ihren Anwälten verboten worden. Man be- fürchtet, daß fie nach irgend einer Strafcolouie überführt I werden.
Berlin, 25. September. Die Sportfestlichkeiten tn der Gewerbeausstellung find nicht verschoben worden. Der Concours hippique findet morgen programmmäßig statt.
Luzern, 25. September. In der Centralschweiz haben in den letzten Tagen große Niederschläge stattgefuuden. Oberhalb Bekenrted ist ein erheblicher Erdrutsch eiugetreten. Eine Bergkatastrophe ist infolge eine» ErdschlttzeS al» nahe bevorstehend zu befürchten, wodurch Schlattorf gefährdet erscheint.
Pest, 25. September. Auf dem gräflich Schönborn'schen Gute in Makaria ist eine Bauernrevolte auSgebrochen, zu deren Niederdrückung zwei Compagnien Infanterie requi- rirt find.
No«, 25. September. Die Unterzeichnung be» tunesischen Vertrage» ist bi» morgen ausgeschoben worben, da im letzten Augenblicke eine Differenz hinsichtlich der Fischerei aufgetaucht ist, die noch geschlichtet werden muß.
No«, 25. September. In der letzten Nacht brach im I Dachstuhl der alten Kirche Sanct Vito Feuer au», welche»
Alle Annoncen-Lureaux de» In- und Au-lanbe» nehm» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Bekanntmachung,
betreffend: die Maul- und Klauenseuche.
Unter dem Rindvieh des Hirsch Seligmanu Wetzlar und zu Königsberg, Kreis Biedenkopf, ist Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt und Königsberg Gemarkungssperre angeordnet worden.
Die Maul- uud Klauenseuche im Hof Bubenrod erloschen und die verhängte Sperre aufgehoben.
Gießen, den 25. September 1896.
GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen.
v. Gag ern.
Bekanntmachuua.
Betreffend: Feldberetuiguug tn der Gemarkung Sarbenteich.
Nachdem von mehreren Betheiligten der Anttag auf Ieldbereintgung der Gemarkung Garbenteich und die Anlage «on Wegen in den Baumstücken gestellt worden ist, und nach- bmn dieser Antrag von der Großh. Oberen landwirthschaft- lücheu Behörde für zulässig erachtet und der Unterzeichnete liiim Commissär zur Leitung der Abstimmung ernannt worden ist, so wird hiermit Tagfahrt zur Abstimmung der beteiligten Grundeigentümer über den erwähnten Antrag auf
Dienstag, 18. October 1896, Rachmittags 1—S Uhr, im da» Gasthaus zum weißen Roß zu Garbenleich bestimmt.
Darmstadt, 25. September. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin fuhren heute früh von Jagdschloß Wolf»garten mit Gefolge nach Seligen- stabt, wo Allerhöchstbieselben tn dem mit vier Rothschtmmeln bespannten Victoriawagen ihren Einzug hielten.
Berlin, 25. September. Militärische». Die Neu-
eqgeren und weiteren Vaterland halten den Leser ßots über die Vorkommnisse in demselben auf dem Laufenden. Unterftütztdurch an allenOrtender Provinz Oberhessen ansässige Berichterstatter, ist der „Gießener Allzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zm Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenhellen in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des An- zeiigers zu Theil werden. Der in der Provinz Qberhessen betriebenen Landwirthschaft wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch bitt Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wttrthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie ir den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gebogenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Umterhaltungsstoff bieten. Außerdem werden die Farrrilienblätter", welche dem An- u-iaer wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die , ........ - • . ... .... - ,
K ein gewähltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Famllien eme 1 - ~ .......
beliebte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswärttge Leser, tfae Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der B-estellung bis 1. October den Anzeiger kostenftei zu- zestM, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postftei zu versenden. Den
Diejenigen beteiligten Grundbesitzer, welche in der an- beraumten Abstimmungstagfahrt weder persönlich noch durch gehörig Bevollmächttgte abstimmen (die Vollmachten müffen beglaubigt fein), werden als für das Verfahren stimmend angesehen.
Bezüglich der Abstimmungsberechtigung wird auf Art. 7 des Gesetzes vom 28. September 1887 verwiesen; insbesondere wird ausdrücklich bemerkt, daß Ehemänner nur bezüglich ihres eigenen und des gemeinschaftlichen Grund- tegenthums stimmberechtigt find; bezüglich des Grundeigen- thums der Ehefrau steht dieser das Stimmrecht zu, dem Ehemann nur dann, wenn er hierzu schriftlich bevollmächtigt ist.
Gleichzeitig fordere ich hiermit die außerhalb des Bereinigungsbezirks wohnenden Ausmärker auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen im Bereinigungsbezirk wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Verfahrens nicht mehr erfolgt.
Friedberg, den 21. September 1896.
Der Commissär zur Leitung der Abstimmung: 8438 Dr. Göttelmann, Großh. Kreisamtmann.
Gefunden: 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 goldene Brosche, 1 Toilettentäschchen, 1 Spazierstock, 1 Kinderschürze, 1 Paar Strümpfe, 1 Stück schwarzer Kleiderstoff, 1 Trag- riemen, 1 Taschenmesser, 1 Militär-Gebetbuch und 2 Hundehalsbänder.
Gießen, den 26. September 1896.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
v. Bechtold._________
Deutsches Reich.


