1896
Freitag den 27. März
Zweites Blatt
M 74
Amts- und 2lnzeigeblutt für den Areis Giefzen
Sie man aber und ihm
Die Gießener
Pamitie-SkLller cortbtn dem Änjtigtr »dchrntlich dreimal beigelegt.
Der
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bekleidet habe.
Dann hielt der dimstälteste Lehrer Herr Katzenb ach im Namen der Lehrerschaft folgende Ansprache an Herrn Schulrath Büchner:
Hochverehrter Herr Schulrathl
AIS sich vor einigen Wochen da« Gerücht verbreitete, dächten daran, in aller Bälde Ihr Amt niederzulegen, war allgemein überrascht. Die übergroße Mehrzahl Ihrer Lehrer konnte sich mit diesem Gedanken nicht vertraut machen, hoffend wünschend, diese» Gerücht werde verlaufen wie alle die vor
Dem Vortrag ist eine Dichtung von Otto v. Leixner vor- grfetzt, aus der wir hier die zweite Strophe bringen:
An deiner Sprache, deutscher, halte fest,
Weh Dem, der dieses Gut sich stehlen läßt,
Wer erst beginnt, daS reine Wort zu welschen,
Der wird gar bald auch Herz und Sinn verfälschen.
Referent schildert unsre Zett als eine solche, in welcher der Gebrauch der Fremdwörter vielfach noch als ein Zeichen der Bildrmg gilt, ein falscher Gebrauch derselben aber den Sprecher der Lächerlichkeit verfallen läßt. Retcber Gebrauch von Fremdwörtern laßt noch vielfach den Eindruck zurück, als ob dem Sprecher die fremden Sprachen zu Gebot ständen. Referent beklagt besonders, daß durch Zeitungen dem Telegraphenverkehr, die ausländische Presse viele Fremdwörter in unsere Sprache eindrtngen. Dieselben werden nun nicht, wie es bet unbekannten deutschen Wörtern geschieht, auf ihren Ursprung geprüft, sondern man nimmt sie in gutem Glauben aus und gebraucht sie, um damit seine Bildung zu erweisen. ES werden eine Menge solcher im Umgang gebräuchlichen Fremdwörter aufgeführt, von denen wir hier einige mttthetlen, z. B. hört man nidit selten Examenprüsung, falsche Illusion, ganze Totalität, größere Majorität, reitende Cavallerie u. s. w. £ ,
Letbnitz hat einst unsere Muttersprache als einen Hort der Klarheit gepriesen. In unserer Zett besteht so viele Unklarheit, Verschwommenheit und Verwirrung in der Sprache durch den uver- mäßigen Gebrauch von Fremdwörtern. Dieselben können, an falscher Stelle gebraucht, geradezu lächerlich wirken; man denke sich, anstatt mit Göthe zu sagen: Edel sei der Mensch rc., es sagte Jemand „Nobel sei der Mensch" -c., der Sprechende würde der Lächerlichkeit anhei Schon'' Grimmelshausen im 17. Jahrhundert klagte: Neue fremde Wörter bringen feiten gut, sondern bedeuten je und alleweg etwas böses. ES ist gut, daß die Fremdwörter in unsere Poesie, in unsere Gedichte außer vielleicht in scherzhafter Darstellung zgoch nicht eingedntngen sind^ weiterer Nachweis, wie viele Fremdwörter in ganz falscher Bedeutung in der Umgangsprache geläufig find. ES wird nachgewiesen, wie die reine Sprache des Deutschen, das klare Aussprechen des Gedankens darin auch die Schönheit der Sprache bedinge und offenbare. v ner.
Darum keine Hingeberei an das Fremde! Von Schiller vernehmen wir und beherzigen seinen Ausspruch: „Die Sprache ist der Spiegel einer Nation. Wenn wir in diesen Spiegel schauen, so kommt uns ein großes treffliches Bild von uns selbst daraus entgegen. Ewige Schmach dem deutschen Sohne, der die angeborene Krone seines Menschenadels schmäht, der fich beugt vor fremden <9°6egmJahre 1885 hat fich der „allgemeine deutsche Sprachverein" gegründet, dessen Bestreben ist, die deutsche Sprache von unnolhigen fremden Bestandtheilen zu betreten. Der Hauptverein besteht aus etwa 100 Zweigvereinen mit über 12 000 Mitgliedern.
Referent gibt dann noch eine Anleitung, wie in der Schule d e Reinheit der deutschen Sprache gepflegt und der Kampf gegen die Fremdwörter geführt werden soll.
Auch vorstehende Darstellung des VortragS konnte an dieser Stelle nur eine sehr unvollkommene Skizze sein. Der Vortrag fand allgemeinen Beifall und wurde als eine sehr zeitgemäße Mahnung anerkannt. ,, . , <-
Bet dem nun folgenden Mittagsmahl wurde von Herrn Pro- vinzialdtrector Freiherrn von Gagern ein Hoch auf ve. Königliche Hoheit den Großherzog ausgebracht, nachdem von ihm auf dessen Fürsorge hingewiesen wurde, welche er dem Heimchen Lehrerftand alle Zett zu Theil werden lasse, wovon ja auch heute wieder durch die Herrn Schulrath Büchner verliehene ehrenvolle Auszeichnung Zeugntß abgelegt werde. Nachdem noch darauf hingewiesen worben, wie es so recht die schöne Ausgabe und Pflicht des Lehrerstandes fei, die Liebe und Treue zu Fürst und Vaterland in die Herzen der Kinder zu säen, schloß die Ansprache mit einem drei achen Hoch> au unseren allverehrten LandeSfürften, in das alle Anwesenden begeistert mit einsttmmten- , , r ,
Nach weiterem Verlauf des Mahles hielt Herr Oberlehrer Hahn noch eine Ansprache an Herrn Schulrath Buchner mit den Worten:
„Heute an dem Tage, an welchem die Lehrer des Kreises hier zur gemeinschaftlichen Thätigkeit versammelt find, wollen wir nicht versäumen, eines ernsten Ereignisses, das unsere Gemüther bewegt, noch einmal zu gedenken. Unser hochverehrter Herr Schurath Büchner ist heute »um letzten Male in seiner dienstlichen Eigenschaft als Kreisschultnspector in unserer Mitte. Das Band, das uns seither beider gemeinschastlichen Arbeit der Erziehung und des Unterrichts geeint, eS ist gelöst, aber das Band der Freundschaft, der Treue und Liebe soll fest dauern in allen Seiten. Was wir an unseren Hochverehrten Herrn Schulrath hatten, das wissen wir genau. Er wußte stet« das redliche Streben treuer Lehrer zu würdigen, das uns zuaewandte Wohlwollen und die uns gewordene Freundlichkeit bleibt unvergessen. Herr Schulrath Büchner legt wohl den Amtsstab nieder, aber wir alle wünschen und hoffen, daß er den Wanderstab des Lebens in der seitherigen Frische, Gesundheit und Rüstigkeit weiter führen möge. Ich glaube, meine verehrten Herren, tn Ayrer Aller Sinn zu reden, wenn ich schließe mit den Worten:
Unserem Hochverehrten Herrn Schulrath möge noch eine recht lange, gesunde, frische, gesegnete Lebenszeit beschieden sein.
Die Ansprache schloß mit einem dreimaligen Hoch der Lehrer auf Herrn Schulrath Büchner ab. „
Im weiteren Verlauf brachte noch Herr Lehrer Katzenbach auf die Wirksamkeit der Kreisschulcommission für das Gedeihen des Schulwesens im Kreis ein Hoch aus, Herr Schulrath Buchner ein Hoch auf die deutsche Volksschule, und Alle, die mitgeholfen, daß ihr im Vergleich zu früheren Zeiten jetzt eine ehrende Anerkennung zu Theil roerbe” Es werde jetzt wohl von allew Ständen eingesehen, daß die Volksschule weitaus dem größten Theil der deutschen Jugend, den Kindern des Volks eine Erziehung zu Theil werden laste und die Kenntnisse msttheile, die für die heutige Zeit Jedem ^ö^^Rach Beendigung des gemeinsamen Mahles wurden noch einige Lieder von einer kleineren Zahl der Lehrer vorgetragen and wurde danach die amtliche Konferenz geschloffen.
Gießener Anzeiger
Kerrerat-Anzeiger.
Kreis-Conferenz der Volksschullehrer des Kreises Gießen am 21. März 1896.
Rach dem Gesang deS LiedeS „Der Herr ist mein Hirte" wurde Ile Confer enz, die von allen Lehrern, mit Ausnahme von dreien, welche verhindert waren, 168 an der Zahl, besucht war, von dem Vorsitzenden der Kreisschulcommission, Herrn Provinzialdirector » Gagern, außer dem noch Herr Oberbürgermeister Gnauth und Herr Schulrath Büchner als Mitglieder der Kreisschulcommission zugegen waren, eröffnet. Er begrüßte zunächst die Lehrer und sprach seine Freude darüber aus, daß sie so überaus zahlreich erschienen seien. Diese Kreisconferenz sei ja aus Nachsuchen der Lehrer in diesem Jahre und in so früher Jahreszeit anberaumt worden, weil sie mit dem am Ende des Monats aus feinem Amte scheidenden Herrn bchulrath Büchner noch einmal zusammen sein wollten. Dieses verlangen ehre sie nur einem Manne gegenüber, der über 20 Jahre lau, das Amt eines KreiSschulinspectorS mit großer Liebe und Treue
Daß das in Erfüllung gehen würde, habe ich alle Zeit im Verkehr mit Ihnen empfunden. DaS ist ein beruhigendes und erhebendes Gefühl tn der Stunde deS Scheidens. Sie, die Lehrer des Streife», haben mir auch als sichtbare Zeichen Ihrer Achtung und Anhänglichkeit zwei Andenken gewidmet, die mir und den Meinen stets theure Erinnerungen an Sie bleiben werden. Ich spreche Ihnen meinen herzlichsten Dank dafür aus.
Nun bitte ich Sie noch, daß Sie auch ferner mit aller Treue Ihres heiligen Berufs, Erzieher und Lehrer der deutschen Jugend zu sein, warten. Möge Got: Sie Alle unter sein'N heiligen Schutz nehmen, daß Sie lange Zeit Ihre» BeruseS warten können und einst mit gutem Gewissen nach einem wohlvollbrachten Tagewerk scheiden
Wenn aber der Abend kommt, wenn Ihnen auch bestimmt ist, das 70. Lebensjahr zu überschreiten, dann werden Sie auch erkennen, wie die Kräfte abnehmen, wie man den Beruf nicht mehr wie früher auszufüllen vermag, rote unS bester erscheint, daß die Führung des AmteS dem jüngeren Mann übertragen wird. Sie werden auch fühlen, rote in dem hohen Alter ein Sehnen nach Ruhe eintritt. Dann ist die Stunde des Scheidens auch für Sie gekommen, rote sie jetzt für mich gekommen ist. c m
Darauf erstattete Herr Schulrath Buchner den Bericht über dm „Zustand der Volksschulen im Kreis seit der letzten Kreis-Con- ferenz am 30. Mat 1894 bis heute".
Wir heben daraus nur Einiges von allgemeinem Jntereste
bestehen für die 80 Gemeinden des Kreises nach der letzten Statistik in 1895 mit 168 Lehrern, unter denen 41 Vicare sind und drei Lehrerinnen, im Ganzen 171. Die gelammte Schülerzahl beträgt 11068, 497 weniger als in 1894. ES sind 5485 Knaben und 5583 Mädchen; 10 712 evangelischer, 133 katholischer, 223 israelitischer Eonfession. Die 80 Volksschulen bestehen in 44 einklassigen, 20 zweiklafsigen, 9 dreiklassigm, 3 vierklassigen uud 4 mehrklasfigm von 5, 6, 7 und 31 Klassen (Gießen).
In allen 80 Schulgemeinden bestehen auch Fortbildungsschulen; 73 einklassig, 3 zweiklassig, 4 dreiklassig, unter letzteren Gießen mit 12, Lich mit 7, Wieseck mit 6, Heuchelheim mit 5 Klassen. Sie haben zusammen 1920 Schüler, von denen 1876 evangelisch, 17 katholisch, 27 israelitisch sind. .
Es besteht noch eine besondere FortbildungSklasfe im kaus- männischen Lehrlingsheim, die der Kreisschulcommission untersteht.
In allen Schulen des Kreises wird für die Schülerinnen Handarbeitsunterricht ertheilt und fehr Tüchtige« wird darin befonders von den Lehrerinnen, die einen für ihren Beruf vorbereitenden Curfus in der Alicefchule dahier mit Erfolg besucht haben, geleistet.
In Gießen ist auch ein Handfertigkeitsunterricht für Schüler vorzugsweise in Holz- und Papparbeiten seit einigen Jahren eingerichtet, der sehr fleißig besucht wird. ~ ,r a t x ...
In den übrigen Schuleinrichtungen des Kreises hat sich nichts Wesentliches verändert.
Schulhausbauten wurden seit Juni 1894 ausgeführt in Ettingshausen Schulhaus mit 2 Schulklassen und 2 Lehrerwohnungen, tn Lumda Schulhaus mit einer Schulklasse und einer Lehrerwohnung; in Munster wird z. Zt. ein neues Schulhaus gebaut.
In Bezug auf das Lehrerpersonal führen wir nur noch an, daß Lehrer Bach in Langsdorf am 18. Januar 1895 nach kurzem, aber schweren Leiden in kaum vollendetem 65. Lebensjahre gestorben ist. Alle, die ihn kanntm, werden ihm ein ehrendes Andenken b*"" E? wurde nun der erste Vortrag gehalten: „Wem liegt in erster Linie die Erziehung der Kinder ob, der Schule oder dem Elternhaus?"
Referent Herr Lehrer Eckel.
Derselbe geht von dem Nachweis auS, welche bedeutende Stellung dem Kinde in der heiligen Schrift angewiesen sei, wie sie darin schon im Alten Testament eine Gabe Gottes genannt werden, wie Christus sie segnet, sie als Vorbild im Glauben und Leben auf» stellt Die Erziehung der Kinder ist eine sehr wichtige Sache, weil die Zukunft eines Volkes davon abhängt. Darum muß die allgemeine Forderung aufgestellt werden: Schule und Haus, Lehrer und Eltern müssen bei der Erziehung der Kinder Hand in Hand gehen. Darüber sagt Kehr: „Hat ein Kind von HauS aus Erziehung, ist es gehorsam und wohlgeartet, so ist die Schularbeit schon so gut wie halb geth-n." Vater und Mutter sind die von Gott bestimmten Erzieher. Dafür senkte er ihnen auch die große Liebe zu ben Kinbern in ihre Herzen. Wohlgerathene Kinber machen bas Haus zu einem ParabieS, ungeratene können ben Eltern den Hals brechen und mehr. Die Eltern, die ihre Kinder um sich haben, find auch am geeignetsten zum Werk ihrer Erziehung. Das Höchste und Heiligste muß dabei die religiöse Erziehung sein. Christus muß des Kindes Vorbild werden. , ,, m ,r
Die Eltern sind oft schwach gegen die Kinder. Bei Fehlern und Ungezogenheiten trösten sie fich, es werde mit ihren Kindern besser werden, wenn sie zu Verstand kommen, was ein großer Trugschluß ist. Es werden von dem Referent« viele Beispiele von verwahrloster Erziehung aufgeführt, wobei Kinder großes Unglück über die Familien gebracht habm. Zur Auszahlung derselben fehlt hier der Raum. Die Eltern sollm bei der Erziehung deS Spruchworts eingedenk fein: „verba docent, exempla trahunt". Worte lehren, Beispiele treiben zur Nachfolge. Frommes Borleben der Eltern soll vor Allem die Kinder zur Nacheiferung hinziehen. Lange Predigten helfen nicht. Mit aller Energie müssen fich Eltern bemühen, ihre Kinder zu ben Carbinaltugenden Gottesfurcht, Demuth, Wahrhaftigkeit, Gehorsam, Kmschheit zu «rziehm.
Vorstehmbes ist nur eine kurze Skizze, enthalt aber die leitenden Gedanken der großen Arbeit.
Dieselbe gab keinen Anlaß zur DiScussion, da dm AuSfuh- rungen darin über die ErziehungSweise beigepflichtet wurde. Nur wurde bemerkt, daß es wünschenSwerth gewesen wäre, wenn der Refermt einiges darüber gebracht hätte in welcher Weise die Erziehung in der Schule mit der häuslichen Hand in Hand gehm müffe. Er versprach das in einer weiteren Arbeit zu thun.
ES folgte nun der zweite Vortrag: „Die dmtsche Sprache und die Fremdwörter".
Referent Herr Lehrer Ratz.
»ufgetauchten. ,, ,
Nunmehr ist es leider zur unumstößlichen Gewißheit geworden, daß eS nur noch einige Tage sind, in denen Sie mit der Schule tn amtlichen Verkehr stehen. Niemand beklagt dies lebhafter, als gerade wir Lehrer, in deren Namen ich bte Ehre habe in biesem Augenblick Miseren Gefühlen Ausbruck geben zu bütfen. Wir wissen wohl, baß 6k bem Dienste der Schule voll unb ganz angehörten, daß tote nut au6 Liebe unb Neigung freiwillig in denselben eingetreten und darin feibsithätig Ihre Praxis erlangt haben. Später nachdem Sie fünf Jahre im Pfarramt verbracht, sind Sie wiedergekommen — ein zlänzender Beweis Ihrer Liebe zu diesem Berufe. — Sie haben das Lolksschulwesen unseres Kreises beinahe ein Vierteljahrhundert als technisches Mitglied berGrohh. Kreisschul-Commtssion geleitet. Liebe haben Sie gesäet, Liebe, aufrichtige Liebe ernten Sie am Schluffe Ihres Wirkens von der übergroßen Mehrzahl Ihrer Lehrer.
Waren Sie uns doch Allen jederzeit mehr als ein bloßer Vor- aesktzter, säst ausnahmslos freuten wir unö aufrichtig, wenn Sie lmtz tn unteren Localen auffuchten. Für pflichtgeireue Leistungm hatten Sie stets Anerkennung; mit Milde urteilten Sie, wenn schwierige Verhältnisse hemmend unb störend unsere Wirksamkeit erschwerten; die körperlich Leidmden warm Sie bemüht aufzurichtm; ei» offenes Ohr unb ein warmes Herz hatten Sie für Alle, die bei 3t>nen Rath suchten. , M .
Für all diese Liebe bringen wir Ihnen heute nur untern schwachen, aber aufrichtigen Dank.
AlS ein Zeichen unterer Hochachtung und Anhänglichkeit bitten vir, diefeS Bild, „die Königin Lutfe", die tn ihrer Bescheidenheit nur die gnädige Frau von Partez genannt fein wollte, anzunehmen; weiter widmen wir Ihnen das Conversations-Lexikon von Brockhaus.
Ich fchlteße mit dem Wunfche aller Lehrer, daß Ihr Lebensabend sich zu einem freundlichen gestaltm möge. Das walte Gott!
Herr Schulrath Büchner antwortete darauf etwa in folgender Reite:
Sehr geehrter Herr Lehrer!
Sie habm mir getagt, daß die Lehrer deS Kreises cs tief b^ flaaen, daß ich aus meinem Amte scheide; glauben Sie, daß auch wir die Trennung von demselben unb von Denen, bte bes Schulet« treu warten, recht schwer wird. Die TrennungSstunbe ist eine (r ernste Stunbe. Sich sagen zu müssen: Die Stunde ist gekommen, io Du von einem liebgeworbenen Amt scheiben mußt, Dein Wirken tn demselben ist nun ganz zu Ende, diese Stunde ist eine tiefergreifenbe, erschütternde. Sie ist es umsomehr, je lieber wir unser Amt gehabt
habe es ein mir lieb gewordenes genannt. Warum es das üiworden, war eine natürliche Folge meines Lebensganges. AlS ich d-8 Prebigerseminar verlassen, grünbete ich ein kleines Institut in S-dern. An bemfelbcn blieb ich sechs Jahre, aus ihm gingen,Schü er ib blrect zur Maturitätsprüfung, zur Prima unb Secunba im qqmnafium zu Bübingen. Ich fühlte mich gut beanlagt für den Unterricht, fühlte nicht leicht Ermüdung, hatte große Liebe zu den $inbern-$ fc(mn etn iang die Pfarrstelle in Bickenbach nkarirt hatte, wurde ich Mitprediger in Zwingenberg. Dort blieb ch 12 Jahre, oerfah die erste Mädchenstelle, an der durchschnittlich 80 Schülerinnen zu unterrichten waren. Ich habe da bei sehr spärlichem Gehalt benfelben Dienst gehabt, rote Sie — die Volks, liuöebrer — unb baffelbe Brod gegessen. Aber ich versah mein lKt Als ^nach"mnffährigem Dienst im Wjamt im Jahre 1874 mir als einem Manne, bet sich im Volksschulbienst practlsch bewahrt ktte, nahe gelegt wurde, daß ich mich um die Stelle eines Ärdfl- stullnspectors melden sollte, bin ich nicht leichtsinnig in ein solches tznt eingetreten, sondern habe mich wohl geprüft, ob ich den An iorberungen desselben gewachsen sei. Ich habe mro die Frage mit ? b<6oWbabe<tt(6 das Amt angetreten und mein Gewissen bezeugt rtc, daß ich meine Pflichten allezeit freudig und treu erfüllt habe. M) war in meinem Amte nicht eine der sogen, schneidigen Naturen, btt sich in unterer Zeit so vielfach tn ihren Aemtern bemerken lassen, biin war Gott Lob tn meinem Wesen keine Anlage vorhanden. Ich tibi mit Anleitung, Ermahnung unb Warnung Schwachen unb fehlenden auszuhelfm gesucht unb bei sehr Vielen ist es auch gelungm. darunter hat die Gerechtigkeit nicht gelitten; wo wirkliche Verfehl- Bnmcn und Vergehen stattgesunden, find ernstliche Strafm erfolgt. Ich habe mich bemüht, ein humaner Vorgesetzter zu sein, rote es in ba Ansprache an mich heroorgehoben ist: In Liebe haben Sie gesäet, titflbe, aufrichtige Liebe ernten Sie am Schluffe Ihres Wirkens.
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