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* 3m Ma»ötzer. ES ist nicht der Krieg selbst, sondern „ar ein Spiegelbild desselben, daS uns die „M anöver- btllder", eine neue Serie der von der Llebig's Fleisch« Axnact Compagnie gratis ausgegebenen kleinen Bunrdruck- ftatm, so lebendig und anschaulich schildert? Und nicht nur tirilen die Art unserer preußischen Gefechtsübungen werden voll unterrichtet, sondern über die der verschiedensten euro- pMm Großmächte. Wenn auf dem ersten Bilde preußische qijci in Schützenlinie daliegen, den riesigen Vorpostenhund Seite, in Erwartung des GefechkeS, so sehen wir auf eirm andern die Kosacken in Vertheldigungsstellung, am 98,obtti liegend, durch den Leib ihrer Pferde gedeckt- italienische LSaiaglieri io ihren blauen Uniformen, mit den malerischen ^stkrhüten, sind auf dem Vormarsch begriffen- schottische Soldaten ruhen im Bivouac und find mit dem Abkochen und Gilm beschäftigt. Am interessantesten erscheinen vielleicht die titelten Karten, die unS französische Genietruppen berm Brückenschlägen veranschaulichen, wie österreichische Husaren, die tu eiitm Faltboot über den Fluß setzen, die daneben schwim« rienbm Pferde an den Halftern haltend. Sämmtliche Karten ztz-I4nen sich durch Lebendigkeit und künstlerische Ausführung tuet, so daß ihnen mit Recht ein bleibender Werth zugemeffen nveibev darf.
• BolluaeS (Nord-Schweden), 22. August. Die Schüler Met hiesigen Tauvstummen-Anstalt machten heute einen Aus- fflug za Schiff. Das Schiff scheiterte infolge eines Zusammen- s:«zeS mit einem Holzstoß und ertranken 18 b's 20 Kinder. 3fcon denselben wurden 12 als Leichen geborgen, 6 wurden fti-rktte».
R>i! R-ordpol Sxbeditiou odder Zeh han fe’o — de Nausen. (Aus dem „Darmst. Tgl. Anzeiger")
?H litber Friedhof Nansen, 3Bis bim ich doch so froh, 3fraf| bt vom Nordpolbummel ^!)s? endlich wtdder do! Hj«» bc de Weg gefunne, LSir damals dem MatroS Stwi' ahl, schlächt, weggeschmiffe, Mislllern UnnerhoS'i — iiit HoS die kam gefchwumme Ll vkr ri iower twwern Pol, UM rief de Nansen staunend: „ ni ach ich aach emol l (Siflil mein Wintermantel, iiiStt’ Bslzkapp UN mein Muff rö» nlsthgeschmierte Scktiwwel, :2jd) nm’ de Nordpol uff!" - - Ralah werd de „Fram" gezimmert, Ulfa innr dick wattirt, W uni! er ja da owe Mai der« Kält net friert; iMalie for finf Jährcher TAnn reichlich ei'gesackt, Eiwvpätz. un Jnstrumenter Ulm Frrnrohrn warm verpackt. ALschch dann, Fraa un Kinner! litn nordwärts geht die Reis', Utn gor ne» lang, so stickt er b ickelfest im Eis;
Tro- rnhtg läßt er treiwe -SliiSU sei' wacker Schiff. lUhHäürr werd'S un kälter Mäntel, Belz und Miff; TAeZti bärn brumme kläglich, TR« Seehund gauze laut, Ule Idbrt die Walfisch krteje BÄl Frost e Gänsehaut. — Ulüw w’iriol macht die Strömung MMUamt dem „Fram" linksum, Maiil no rdwärts geht's nach Weste, Dk i waa dann doch zu dumm.
„Zum Dunnerwetter, bremse!" Ruft drum de Nansen aus, „Des is de rechte Weg net, Da steih ich ltewer aus!" Un nor mit aam Begleiter Hippt er enaus uff'S Eis, Uff Schusters Rappe mache Die Zwaa fich uff die Reis'. Un nördlich, immer nördlich Geht's fort bei Nordlichtsschei', Die Kält werd immer ärjer, Sie schrumple fermltch ei'. Da iwwerlegt mein Nansen Am nächste Brettegrad: „Wann nur zu bot uns friere, So wär's doch merklich schad! Drum denk ich, nur kehr'n um jetz, 's werd doch e bisje frisch! — Was Hot dann for e Nummer Der Breitegrade-Strich? Was, Nummer sechsenachzig?! Des is for Helt genug!
Kehrt! Alleh haam, nach Siede Geht wtdder unser Zug!" — Un im August ktmmt glickltch Dehaam de Nansen a', Un schnatternd ruft er: „Fraache, Ach, steck doch's Feijer a'! Des nennt nur dies Jahr Hundsdäg?!
Im ew'ge Eisbereich War'S ja wahaftig wärmer, Als alleweil bet eich! Sobald mein „Fram" zurick is, Hock ich mich wtdder druff Un fahr so rasch wie möglich Reduhr zum Nordpol nuff!" — Ach, ltewer Friedhof Nansen, Ach, geh' doch un bleib do, Was dhust de dann am Nordpol? Hier frierst de grad efo!
Fraa Hannebambel.
* Nausen. Ein Brief, den der belgische Marineoffizier AK-tian de Gerlache aus Sandsfjord an die „Jndsp. Beige" ülS« Nansens Rückkehr gerichtet hat, enthält die Mittheilung, dc^ßNansen sich jetzt neuerdings mit seiner Frau tirnmeit lassen wird. Vor seiner Abreise ließ sich Nansen iai zdetzmäßiger Weise von seiner Frau scheiden, denn er roaolie sie nicht im Falle eines Unglücks in unbestimmter
Weise an sein Schicksal binden. Als längste Dauer seiner Abwesenheit glaubte Nansen die Zeit von fünf Jahren annehmen zu müssen. Nach deren Verlauf hätte man ihn für immer aufgeben dürfen, und da man in diesem Falle kein gesetzlich glltigeS Zeugntß seines Todes hätte haben können, so wollte er seiner Frau die Freiheit, fich wieder zu der« heirathen, sichern, ohne daß sie verpflichtet wäre, ihre Wittwenschaft zu beweisen. DaS Ehepaar Nansen ist nicht reich : während der Abwesenheit ihres Gatten erwarb sich Frau Nansen, die Sängerin ist, mit Concerten, die sie gab, den Lebensunterhalt. — Andree soll gegenüber den Führern des „Fram" geäußert haben, es sei nun zu spät zum Aufsteigen, er wolle Spitzbergen am 20. August verlassen.
• Unter der Spitzmarke „WaS die Mullerliebe vermag" meldet der „Mainz. Anz.": Eine 1814 geborene, also 82 Jahre alte Frau aus Memel, die ihre in Mannheim wohnende Tochter besuchen wollte, hatte den weiten Weg von Memel 618 hierher zu Fuß zurückgelegt und zwar ohne jegliche Geldmittel. Gestern hier eintreffend, konnte die Aermste nicht mehr weiter. In der Rechengasse fiel fie ermattet um und wurde durch die Polizei ins Spital gefahren. Außer ihren Kleidern hatte sie nur einen Regenschirm, ein Taschentuch und ein Säckchen mit Brodstücken, die ihr mild- thätige Menschen verabreicht hatten, bei fich. Der Zustand der Frau ist derart, daß wenig Hoffnung vorhanden ist, daß fie den weiten Weg nach Mannheim wird unternehmen können.
Citaratur un6 Kauft
— Nachdem Nansen und sein „Fram" glücklich zurückgekehrt find, stellt fich des kühnen Norwegers Polarfahrt als eine staunenerregende Leistung bar, beren Umfang unb Bedeutung am klarsten illustrtrt wirb burch die soeben bet Carl Flemming in Glogau erschienene „Neueste Handkarte der Gebiete «m den Nordpol" mit Nansens Route und den übrigen wichtigsten Nordpolar-Expedt- tionen, nach den zuverlässigsten ÖtieQen im Breiten-Maaßstabe von 1:20000000 bearbeitet von A. Herrich." Das bekannte Glogauer kartographische Institut, welches stets den actuellen Ereignissen auf dem Fuße zu folgen versteht, wird durch seine neueste Spende sich gewiß den wärmsten Dank aller Gebildeten erwerben. Die schöne, fünffarbig ausgestattete Karte, welche sich neben rühmenswerther Uebersichttichkeit durch eine reiche Fülle von Einzelheiten auszetchnet und außer Nansens Route und dem Cours seines „Fram" die be- deutendsten früheren Nordpolar-Retsen veranschaulicht, und die auch wegen ihres billigen Preises von 50 Pfg. für das einzelne Exemplar bestens zu empfehlen »st, kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden.
Technische Fortschritte.
— Neue Zündvorrichtung für Gasflammen; nach einem Patente von Stockwell. An Orten, wo ber Gebrauch von Zünb- hölzchen lästig ober feuergefährlich, ober wo ber Brenner in unbequemer Höhe angebracht ist, empfiehlt sich btefe neue Zünbvor- richtung wegen ihrer Einfachheit unb Billigkeit. An betn Brenner ist dem Hahn gegenüber eine Kapsel angebracht, in welcher eine in regelmäßigen Zwischenräumen mit Zündsatz betupfte Papierrolle ein- gefchlossen ist. Oeffnet man den Hahn, so wird die Papierrolle mechanisch vorwärts geschoben, die dem Brenner zunächst liegende Zündpille durch eine eigene Schlagfeder entzündet unb bas aus- ftromenbe Gas so zum Brennen gebracht. Beim völligen Zurück- brehen des Hahnes wird die Flamme gelöscht und die Zündvorrichtung für daS nächste Anzünden zurecht gestellt. Derartige selbstzündende Brenner führt nach dem „Schweizerischen Gewerbeblatte" die Handlung von Theodor Pfitzmann in Leipzig und Dresden, unb zwar zum Preise von 6 Mk. bas Stück mit 360 Zünbungen. Zünbrollen für je 120 Zündungen kosten einzeln 30 Pfg.
— IN Eisenberg hat ein Herr Kaufmann ein Licht erfunden, bas er Sonnenglanzltcht nennt. Seine Erfinbung beruht auf einem Bewunberung erregenben unb boch einfachen Mechanismus, welcher bte benkbar geringste Bebienung erforbert. Durch einen Fingerbruck wirb ber Apparat in beliebig lange anbauernbe unb selbtrhälige Bewegung gesetzt. Eine burch einen sinnreichen Mechanismus betriebene Pumpe füllt, so oft es nöthig, ben Gaserzeugungsapparat mit neuer Luft, unb in Verbinbung mit biefer wird nun aus der Gasstofffüllung ein billiges, geruchloses, jede Explosionsgefahr ausschließen- bes, zu Beleuchtungs-, Koch-, Heiz- und vielen anderen Zwecken verwendbares Gas erzeugt. Das mit diesem Gas erzeugte Licht steht dem electrischen Lichte nicht nach und bietet nicht nur diesem, sondern auch allen anderen Beleuchtungsapparaten gegenüber nicht geringe Vortheile sowohl in sanitärer, als auch in pecuniärer Hinsicht. Da ber Apparat nur einen geringen Raum (ca. IVe Quabratmeter) beansprucht unb an jedem beliebigen Orte aufgestellt werden kann, so
— DaS »efie ist das Billigste. Dies kann mit Recht von Macks Doppel-Stärke gesagt werden, welche alle nöthigen Glanzzusätze enthält und daS Plätten ungemein erleichtert. Macks Doppel- Stärke ist das vollkommenste aller Stärke-Präparate unb ermöglicht, Kragen, Manschetten, Hemben rc. ohne viel Mühe so schön. Wie «e« zu plätten. UebereH vorräthig zu 25 Pf. per Carton von >/« Klg. 5667
ist eS möglich, baß jeder größere Haushalt, ob in Dors oder Stabt, jede Villa, jedes Gut ober Schloß, jede Fabrik, jede öffentliche Anstalt ihre eigene billige Gasanstalt unb ein hellstrahlendes Licht erhalten kenn.
Splchlw »er ftahfirta Statotjrdtr.
Opernhaus.
Mittwoch ben 26. August: Rheingolb. Donnerstag ben 27. August: Tannhäuser. Freitag ben 28. August: Hänsel unb Gretel. Samstag den 29. August: Evangelimann. Sonntag den 30. August: Joseph in Egypten. Montag ben 31. August: Der arme Jonathan.
SchanspielhanS.
Mittwoch ben 26. August: Der Roman eines armen jungen ManneS. Donnerstag ben 27. August: Jphigenia auf Tauris. Freitag ben 28. August: Faust. SamStag ben 29 August: Feenhänbe. Sonntag ben 30 August: Feenhänbe. Montag ben 31. August: Glück im Winkel.
Verkehr, uttö VsUrwirthschaft.
, 25. August. Marktbericht. Auf bem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfb. JL 0,90—1,05, Hühnereier pr. St. 0 -A, 2 St. 12—13 H, Enteneier 0 H, 2 St. 0 H, Gänse» eier pr. St. CO—00 H, Käse pr. St. 5-8 H, Käsematte pr. St. 3 A» Erbsen pr. Liter 15 H, Linsen pr. Liter 26 H, Tauben pr. Pa« M 0,60 bis 1,00, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück JL 0,50—1,10, Enten pr. Stück JL 1,60—2,(0, Gänse pr. Pfund X 0,00—0,00, Ochfenfleifch pr. Pfb. 70-74 H, Kuh- unb Rinbfleisch pr. Pfb. 64—68 H, Schweinefleisch pr. Pfb. 56 bis 66 H, Schweine- fleifch, gesalzen, pr. Pfb. 70 Kalbfleisch pr. Vfb. 60—00 4u Hammelfleisch pr. Pfb. 60—70 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50 M8 8,00 JL, Weißkraut pr. Stück 0—00 H, Zwiebeln pr. Centn« JL 4,50-0,00, Milch pr. Liter 16
— Ein Mittel, Schweinen Arzneien «inzugeven^ Es ist sehr schwer, Schweinen Arzneien einzugeben. Man hat bazu bei Fällen von Bräune unb Rothlauf folgenbes Mittel angewanbt: Man läßt das Schwein durch einige Leute niederlegen, steckt ihm einen Leberschuh mit ber Spitze, in welche ein kleines Loch geschnitten ist, nach unten ins Maul unb gibt bahinein bte Arznei. Das Schwein kaut auf bem Schuh unb saugt baburch allmählich ben Inhalt, von bem jetzt nichts verloren gehen kann, heraus.
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bis 18.65 p. Met. — sowie schwarze, weiße und farbige Henne- bers-Seibe von 60 Pf. bis Mk. 18.65 v. Met. — glatt, gestresst, carrtrt, gemustert, Damaste rc- (ca. 240 oersch. Qual, unb 2000 versch. Farben, Dessins rc>), porto- und steuerfrei ins Haus.
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Schiffers Vogelfutter, Canartenvogel unb alle in- und ö ’ ausländischen Vögel, ä Packet
35 Pfg., ist nur ächt zu haben bei U. * G. WallenselS, Marktplatz 21. — Man achte darauf, daß jedes Packet bte volle Firma „Schiffer & Co.", Versanbt auslänbifcher Vögel, Canarienvögel, Vogelkäfige rc. Köln am Rhein unb bie Schutzmarke (ein Vogelnest) trägt. 75d
Witterrrrrgsbericht vom 24. August.
Lieber Schottlanb unb nörblicb bavon liegt eine Depression, währenb eine zweite den Norbosten Europas bebeckt. Relativ hoher Druck ragt von Sübwesten ber über baS Alpengebiet herein unb ist innerhalb beffelben bie Vertheilung nicht gleichmäßig. Die Jntensttät bes Maximums hat im Allgemeinen gegen gestern etwas abgenommen. In Sübbeutschlanb ist bas Wetter anhaltenb kühl unb zumal im Alpengebiet noch vielenorts regnerisch, wenn auch bte Heftigkeit ber Ntederfchläge erheblich nachgelassen hat. Auch über Oesterreich- Ungarn ist starke Abkühlung eingetreten.
BorauSAHUtHe »itternng r
Zunächst noch unbestänbig._______________________________
Temperatur der Lahn und Luft
nach Reaumur gemessen am 25. August, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr 1
Wasser 13, Luft 12'/»°.
Rübsamen'sche Babeanstalt.
^ersteigerimgen^
Vrnmmetgras
Doonbtt August Helsenbein'schen
unmittelbar an der Besitzung deA. Herrn Fabrikanten Ed. Hanau am bei Marburgerftraße gelegen, vewigere ich
cft(itag, den 28. August,
Mittags 1 Uhr, an-:Ort und Stelle. 7594
LlBoeck, Eolllursoerwalter
AllenDktstelgkluug.
Kertag, den 28. d. Mts., $intittagd 10 Uhr, soll auf dernNrgermeisterbüreau ein sehr gut gewWer Gemeindebnlle ver- stettigkt! werden.
Qouiei, den 24. August 1896. GMherzogl. Bürgermeisterei Lauter.
Feldmann.7593
Empfehlungen.
Schellfische
per? Pfund 18 Pfg. in schönster Waare
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