Dortmund, 25. August. (Katholikentag.) Reichs- -tagSabgeordveter Gröber leitete die öffentliche General- Versammlung mit einer längeren Rede über den Geist und die Zwecke der Katholiken-Bersammlungeu ein und betonte nachhaltig den Patriotismus der Katholiken Deutschlands. Nachdem Wethbischof Sim ar auS Paderborn den Segen gespendet, sprach als erster Redner Kapuzinerpater Cyprian aus München über christliche Charitas.
Athen, 25. August. Die „Akropolis" meldet aus Triccala, das Corps Brouphas, des Hauptführers der Aufständischen in Makedonien, wurde von türkischen Truppen bis auf den letzten Mann niedergemacht.
WB München, 25. August. Der Profeffor der Ana> tomie an der hiesigen Universität, Dr. Rüding er, ist in der letzten Nacht in Tutzing gestorben.
Cocotes nnd pirwinstetUs»
Gießen, den 25. August.
Großh. Gymnasium. Se. Kgl. Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigft geruht, am 22. August dem Lehrer an dem Gymnasium zu Gießen, Ernst Kutsch, den Character als „Profeffor" zu ertheilen.
* * Auszeichnung. Seine Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, zum 24. August dem Bürgermeister Christoph Schiffmann LEI. in Hohen-Sülzen das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" zu verleihen.
* * Kirchliche Dienstnachrichteu. Seine Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, den Pfarrcuraten Johann Peter AmboS in Butzbach mit Wirkung vom 1. October 1896 an zum katholischen Anstaltsgeistlichen an der Zellenstrafanstalt Butzbach zu ernennen.
* * Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Queckborn, KreiS Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organisten« und Lectorcndienft verbunden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeinde« schule zu Landenhausen, Kreis Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle kann Organiften- dtenft verbunden werden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Heimertshausen, Kreis Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Ober-Mörlen, Kr Friedberg, mit einem nach dem Dienstalter sich bemessenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1500 Mk. Mit der Stelle kann Organisten« dienst verbunden werden. Desgleichen eine mit einer kathol. Lehrerin zu besetzende Lehrerianenftelle an derselben Schule mit einem nach dem Dienstalter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von 1000—1500 Mk. Die betreffende Lehrerin hat auch den Unterricht in den weiblichen Handarbeiten zu Übernehmen.
• • Vefitzwechsel. Herr Ökonom Heinrich Einhäuser verkaufte an den Landwirth Adam Uhl sein an der Ebelstraße belegenes Befitzthum, bestehend aus einer Hofraithe mit Stallungen und einem im vergangenen Jahre erbauten Wohnhaus nebst 12 Morgen Ackerland, sowie alles lebende und tobte Inventar, zur Oeconomte gehörig, für den Gesammt- preis von 44,000 Mark. Hierbei find die Gebäulichkeiten resp. das bebaute Gelände mit 32,000 Mark in Rechnung gezogen. Das noch übrige Baugelände an der Ebelstraße hat Heinrich Einhäuser an den Dachdeckermeister Heinrich Carle mit 7 Mark pro Quadrat-Meter veräußert, während er für Bauland cm der Liebigftraße pro Quadrat-Meter 8 Mark zahlte und solches dort kaufte, um für sich ein Wohn« hauS zu errichten.
* * Unter dem Verdacht, seinem ehemaligen Dienstherrn, dem Fuhrmann GregoriuS, innerhalb 14 Tagen zwei Pferde vergiftet zu haben, ist gestern der Dienstknecht Weigel festgenommen worden. Als dem GregoriuS gestern das zweite Pferd innerhalb 14 Tagen fiel, welches am Sonntag Abend schon traurig den Kopf hing, schöpfte der Mann Verdacht, daß dem Thiere von ruchloser Hand etwas angethan und ließ daS Pferd secieren. Der Befund ergab Tod durch Vergiftung. Da Weigel, der im Unfrieden s. Zt. auS dem Dienst geschieden war, gedroht hatte, sein Dienstherr werde eines Morgens seine Pferde verreckt im Stalle finden und da weiter Weigel am letzen Sonntag Nachmittag in Abwesenheit des GregoriuS im Stalle gewesen, lenkte fich sofort der Verdacht der Thäterschaft auf diesen, dem man auch allgemein eine solche That zutraut.
* ♦ Der Mittelrheiu TurukreiS umfaßt nach dem jetzt erschienenen Jahresbericht 17 Gaue, 566 Vereine in 492 Orten und 53,985 Mitglieder, darunter saft 33,000 Turner und Zöglinge.
* * Eröffnung der Hühnerjagd. Mit dem gestrigen Tage ist für die Provinz Oberheffeu die Hühnerjagd offen, und so knallte eS denn schon in aller Frühe in den Jagd« gefilden unserer Umgebung. DaS Ergebniß soll über Erwarten ein sehr gutes sein.
* • Wichtig für Vierverleger. Es ist vielfach üblich, daß die Bierverleger beim Abziehen und Absetzen deS Bieres keine Rücksicht nehmen auf Herkunft der Flaschen, in welchen sie das Bier feilbieten. Wenn nun in die Flaschen die Marke einer bestimmten Brauerei gepreßt ist, und anderes Bier in der Flasche verkauft wird, so liegt darin eine Zuwiderhandlung gegen daS Gesetz zum Schutz der Maaren- bezetchnungen vom 12. Mai 1894. Bei dem Altonaer Landgericht ist zur Zeit auf Antrag der geschädigten Brauereien ein Strafverfahren gegen verschiedene Bierverlcger anhängig. Der erste Fall dieser Art kam dieser Tage vor der Ferienkammer zur Verhandlung und endigte mit einer Verurtheilung des angeklagten Flaschenbierhändlers zu einer Geldstrafe von 150 Mk. und zur Publikation des UrtheilS in drei Blättern.
*♦ Was hat mau mit unbestellte« Maaren zu thun? Für alle Diejenigen, welche durch unerbetene Zusendung von Maaren belästigt werden, ist folgender Fall von Interesse: Ein Kaufmann machte einem Geschäft in einer anderen Stadt ein Angebot von Maaren mit dem Bemerken, daß die Waare abgeschickt würde, wenn nicht in acht Tagen eine ablehnende Antwort etngiug. Der Adreffat ließ die Postkarte unbeantwortet und erhielt dann wirklich daS Packet unter Nachnahme. Als die Einlösung verweigert wurde, drohte der Absender mit seinem Rechtsanwalt und bemerkte, daß erhebliche Kosten entstehen würden. Diese Mahnung wurde der Staatsanwaltschaft angezeigt und diese erhob Klage wegen Erpressung. DaS Gericht verurtheilte den Kaufmann zu 10 Tagen Gefängntß. Das Reichsgericht hat die Revision deS Verurtheilten verworfen.
△ Ruppertenrod, 24. August. In nicht geringe Angst und großen Schrecken wurde in voriger Woche ein hiesiger junger Bursche versetzt, der im Morgengrauen zur nahen Eisenfteinwäsche bei Ilsdorf wollte. Sein Weg führte ihn an dem in nächster Nähe gelegenen Walde „Buchscheer" vorbei. AuS einer dichten Schonung dieses Waldes vernahm der Bursche ein auffallendes Geräusch; er warf mit einem Stein nach der Stelle. Da, o Schrecken, kommt ein ihm völlig unbekanntes Thier heraus mit krummem Rücken, borstev- arrigen Haaren, spitzem, weißem Kopfe, von HundSgröße. Boll Grausen flieht der Bursche querfeldein durch daS Getreide und kommt erschöpft und leichenblaß auf seiner Arbeitsstätte an. Nach seiner Ansicht hat daS fremde Thier das Aussehen einer — Hyäne gehabt. Die Fama hat schnell das Vorkommen einer Hyäne int genannten Walde weiter gesponnen- sie soll einer Menagerie entflohen, von anderen Leuten, wie Weidehirten, auch bereits bemerkt worden sein u. a. Nach unserer Ansicht ist das Thier, welches dem Burschen so großen Schrecken einjagte, nichts anders gewesen, als ein Dachs.
n. Stade«, 23. August. Eine in allen Theilen wohlgelungene, erhebende Feier wurde heute hier abgehalten. Die von der Gemeinde in hochherziger Weise zum Andenken an die Theilnehmer des letzten Krieges gestiftete Tafel wurde nämlich eingeweiht. Dieselbe besteht aus polirtem Granit, mißt 110 : 90 Ctm. und wurde im Glockenthurm der hiesigen Kirche über der EingangSthür zum Schiff befestigt. Sie trägt die Widmung: Gedenktafel von der Gemeinde Staden ihren am deutsch-französischen Krieg 1870/71 betheiligten Söhnen in dankbarer Erinnerung gewidmet. Unter derselben stehen links unter einem Eichenzweig die sieben Namen der glücklich Wiedergekehrten und rechts unter einem Palmzweig die der drei Gefallenen. Darunter stehen die Worte: „Gestiftet im Jahre 1896." Die weitere Feier bestand in Kirchenparade des Kriegervereins, Festpredigt, Festzug der Schulkinder, Krieger, Orts- und Ktrchenvorstand und Nachfeier in der Curth'schen Wirthschaft.
n. Staden, 24. August. Von hier ist schon wieder ein durch einen Sturz verursachter Unglücksfall zu melden. Eine Frau war auf dem Boden über dem Stall beschäftigt, als plötzlich unter ihren Füßen ein Bodengefach brach, wodurch sie in die Tiefe stürzte. Sie konnte sich noch bis ins Zimmer schleppen, wo sie aber die Kräfte verließen. Wenn auch nicht für daß Leben zu fürchten ist, wird die Frau immerhin an den Folgen des Sturzes längere Zeit zu leiden haben, denn sie klagt fortwährend Über die heftigsten Schmerzen im Rücken. — Es ist daS nicht der erste Unfall, der auf diese Weise entstand. Man denkt beim Stallbau zu wenig daran, wie rasch ote Stickhölzer zwischen den Balken in Folge des Schwammes verfaulen müffen. Man sollte einen so her- geftellren Siallboden immer bleien. Bester freilich ist eS, wenn man statt der Balken eiserne Schienen legt und den Raum zwischen diesen mit guten Backsteinen auswölbt.
Darmstadt, 24. August. Dem Vernehmen nach wird daS Großherzogliche Hoflager während der im nächsten Monat in Rheinhessen stattfindenden Mavöoer der Großh. Division auf etwa 10 Tage nach Mainz verlegt.
Offenbach, 24 August. Im heutigen amtlich festgeftellten Termin für die Versteigerung der Kaiser Friedrich- Quelle gab Baron von Kramm in London ein Gebot von 400,000 Mark ab. Taxirt war die ganze Liegenschaft auf 431,000 Mark. Zu dem Kaufpreis ist noch die Zustimmung des GläubigerauSfchuffes erforderlich.
Worms, 22. August. Ein Bauersmann aus dem benachbarten Lampertheim scheint ein großer Gegner deS Telephons zu sein. Vor seinem Hause befindet sich eine Leitungsstange für daS Telephon einer Cigarrenfabrik in Lampertheim; diese Stange hieb der Bauersmann wiederholt um, so daß die Leitung natürlich stets gestört war. In der letzten Sitzung des Schöffengerichts wurde unser Bäuerlein wegen dieser Thaten zu vier Wochen Gefängniß verurtheilt.
Budenheim, 20. August. Kürzlich ereignete fich in der Röder'schen Oelfabrik ein schwerer Unglücksfall, bei dem der Arbeiter Jacob Röhrig von hier sein Leben einbüßte. Ein aufgestapelter Stoß Palmkuchen, in Säcken verpackt, stürzte zusammen und begrub den Armen. Röhrig konnte nur noch als Leiche hervorgeholt werden.
Mainz, 24. August. Wie das „Mainzer Journal" meldet, brannte am SamStag Abend in Gundheim bei Worms die katholische Kirche nieder. ES stehen nur noch die UmfaffungSmauern und auch diese find stark beschädigt. Dieser Kirchenbrand war durch ein in der Nähe der Kirche entstandenes Feuer verursacht. Der heftige Nordweftwind trieb die Funken in die Räume deS KirchthurmeS und in wenigen Minuten stand auch die Kirche in Flammen. DaS Sanctifflmum und die Caramente konnten gerettet werden.
Ans Rheinheffen. 24. August. In Framersheim hat ein ungeübter Fuhrmann ein schreckliches Unglück angerichtet- der 16jährige Roffeleuker fuhr in einen Haufen Kinder hinein, wodurch einem kleinen Mädchen der Kopf zerquetscht wurde und das Kind alsbald verstarb. Ein anderes Kind erlitt innere Verletzungen und Schenkelbruch und ein
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Alzey, 20. August. Gestern Morgen war baß Leibrmer in der Nähe der Albiger Chauffee mir Dem machen von Frucht beschäftigt, als gegen Mittag die von einem Schuß getroffen plötzlich niederfi-l. Frau wurde durch Schrotkörner an Schulter, Arm und verletzt. Sofort wurde ärztliche Hülfe requirirr die Verunglückte nach Hause verbracht, wo eß dem s handelnden Arzt gelang, ca. 17 Schrotkörner aus Körper zu entfernen. Daß Unglück soll, wie erzählt dadurch entstanden sein, daß in nnmittelbarer Nähe fcj Arbeitsplatzes eine Kette Hühner ausflog und der jedenfalls im vollen Jagdeifer den unvorsichtigen 6M abgab. Der Schütze ist von RüdeSheim und hat ietlr Beistand geleistet.
vermischtes.
• Frankfurt a. M., 24. August. Der Commis Lohrum fuhr gestern Nachmittag mit einem fogenanm: Grönländer-Boot auf dem Main. In der Nähe der Brücke fuhr er gegen ein Fahrwafferzeichen und fiel Waffer. Dem Schiffer Jacob WürgtS gelang cß nach kar^ Zeit, den Körper auS dem Fluß zu ziehen, der Tod mr aber bereits eingetreten und die angeftellten Wiederbelebung versuche blieben ohne Erfolg.
* Frankfurt a. M., 24. August. In der Klagesach; deS Hoteliers Stern gegen die Stadt ist bem 8c nehmen nach Termin auf bett 27. October anbeioim worben. Die eingeklagte Summe von 12,000 Mark schlich bie ganze Forberung des Hoteliers in fich ein und bilte nicht etwa nur einen Theil. Die Stadt soll nur gtneu: gewesen sein, die Hälfte der beanspruchten Summe a zahlen. Von der Forberung entfallen 2000 Mk. auf 8«. köftigung für das kaiserliche Gefolge u. s. w., die t* lichen 10,000 Mark auf Miethe und Miethentschädtzue, Diese beansprucht der Kläger auf Grund einer & einbarung, nach der ihm eine Schadloshaltung für jetzt: Tag der Inanspruchnahme des ersten Stockwerkes Id I Hotels wegen vorzunehmender baulicher und sonstiger Ht* rungen zugefichert worden sein soll. Die Stadt habe ta 24. März ab über die Räume verfügt, und es sei daher- da an eine andere Verwendung des betreffenden Stockwnl unmöglich gewesen.
* Dortmund, 22. August. In vergangener Nacht,t hier wieder ein Mord pasfirt. Der Bergmann Müllrr rannte dem Bergmann Rudolf, mit dem er beim ©4n:n in Streit gerathen war, ein Messer in den Hals, so Rudolf an Verblutung starb.
• Berlin, 24. August, lieber den Verkehr nach u- von der Berliner Gewerbe-Ausstellung in derZe r vorn 15. bis 21. August einschließlich ist Folgendes za te- richten: Es benutzten bie Eisenbahn nach Treptow 182000. zurück 215 000 Personen, bie Straßenbahnen, Cmmbui- Fuhrwerke rc. nach Treptow 124958, zurück 125218Persomv, bie Schiffe nach Treptow 8939, zurück 4677 Personen. 3» Hotels, Gasthöfen rc. wurden 21858 Personen beherbr«:.
♦ Gegen de« preußischen btaatsbahnfisknS wird bcmnäit vor bem Amtsgericht Erfurt eine Forderungsklage pf AuStrag kommen, bereu Object fünf Pfennige betdr- Die Zeitung „Deutschlanb" berichtet darüber: ES bchfi bie Tarifbestimmung, wonach biejenigen Personenfahrpnpt, die bei der Multiplikation der Einheitssätze mit den Hit- fernungSkilornetern einen Betrag zwischen 10 und 16 20 und 25 Pfg. und 30 und 35 Pfg. ergeben, nur auf b t nächste Fünferstelle, also auf resp. 1, 25 und 35 ffg- ab- gerundet werden sollen. Trotzdem werden für ein B'llrt vierter Klasse der Strecke Apolda«Weimar, ungeachtet aller Vorstellungen, nach roie vor 40 Pfg. erhoben, obwohl brr eigentliche Fahrpreis nur 2 x 152/5 — 30^ Pfg. betriy. Jrn Interesse der ärmeren Bevölkerung hat fich jetzt Einwohner Weimars die Bezahlung von 40 Pfg. beschei- lasten und wird die Klage durchführen.
• Bom Harz. 22. August. In Thüringen und ganzen Harz haben die meisten Hotels so gut wie ft Besuch zu verzeichnen. Der Brocken liegt zeitweise»
Schnee. In den höher belegenen Harzlandschaften mifiu die Hotels bereits heizen. Seit Wochen Regen und ßil“ und nur selten ein Sonnenblick. Die Witterung ist abosr» und bringt bem Lanbe großen Schaben.
• Ein kleiner Roman, lieber ein Erlebniß, wie e- iook eigentlich nur in Büchern vorzukommen pflegt, wird Leipzig Mittheilung gemacht. Vor einiger Zeit entfernte fich ein Zögling einer bärtigen Unterrichtsanstalt, ohne vsa seinen Angehörigen vorher Abschieb genommen zu Haden, urt langte nach mancherlei Fährlichkeiten in der Schwerz a», wovon bie Familie Kenntniß erhielt. Die Schwester o jungen Mannes machte fich nunmehr auf den Weg, und zwrl nach Zürich, in welcher Stabt fich ihr Bruder ausholl^ sollte, um denselben wieder nach Hause zu bringen, e* logirte sich in einem dortigen Gasthause ein, von wo auf • die erforderlichen Schritte unternahm, um den Gesuchten t finden. Den Bruder fand fie nicht, wohl aber einen Cri» tigam. Der Besitzer des Gasthauses nämlich, ein 3^’ geselle, hatte Gefallen an der jungen Dame gefunden 0* trug ihr Herz und Hand an. Sie hatte nichts gegen einzuwenden nnd das Brautpaar war fertig. Als baß lein fich anschickte, wieder in die Heimath abzureisen, lie8 den HauSburschen rufen, um ihm ein Trinkgeld zu Wie erstaunte fie, als der junge Mensch sich als ihr lew* lieber Bruder entpuppte, der kürzlich in diesem Haust ' Stellung getreten war. Auch der Bräutigam war eintgt maßen verwundert darüber, in seinem HauSburschen den w' künftigen Schwager zu sehen, aber schließlich löste fm Situation in Wohlgefallen auf und — nächsten« f°n Hochzeit sein.
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