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1. März jeta if haben Sich biforgt zu |rr gtn btftnbllin
fn'tamt BenSheim an der Bergstraße. Um dieses aus« gegangene Dorf, daS in sehr geschützter Gegend liegt, zu eneichen, verläßt man bet gutem Wetter in Auerbach die Vrhn, durchschreitet daS Fürstenlager, und hält stch auf dem ncd) Osten ziehenden Fußpfade bis zum sog. Borstein. Wer ünt hat, kann auf diesem Gange den Aiterberg, die Neue Aussichten, den KönigSplatz besuchen. Bom Borstein aus gtlthen, liegt dem Wanderer das schöne Dorf Reichenbach grtDe zu Füßen und genau gegen Osten über dem Dorfe heg hebt sich eine mächtige FelSmasie empor: der hohe Stein, gehn Minuten weiter westlich liegen die GutSgebäulichkeiten bon Hohenstein. In den sünsziger Jahren des laufenden ZihrhundertS standen die Häuser des DörfleiuS Hohenstein zo beiden Seiten des Weges, der Reichenbach mit dem GutS- hefe Hohenstein verbindet. Die Gemarkung Hohenstein besitzt gute Wiesen, das Ackerfeld liegt an den Berglehnen und Iti schwer zu bebauen. Der Boden ist meistens fruchtbar, aber schwer, und in nassen Jahren weniger ertragsreich. An geschützten Stellen finden sich edle Kastanien, auch Hopfen gedieh hier, und in den sechziger Jahren wurde Sago auf dem Gute fabrizirr. Die sünsziger Jahre des lausenden Jahrhunderts waren bis 1857 naß und kalt. Die Erträge der kleinen Hohensteiner Bauerngütchen waren gering. Die mtzkalten Sommer brachten Kartoffelkrankheit, und die Steuern gingen rückwärts. Der Graf von Schönberg kaufte den Sauern ihre Grundstücke ab, aber erst dann, als zu befürchten war, die Güterschlächter würden sich an die kleinen ieutc heran machen, und sie gänzlich rutniren. Diele der Bauern wanderten nach Amerika aus, andere zogen nach Ncichenbach, wo der letzte Hohensteiner unseres Wiffens, 3869 starb. Der Graf hat ihm den Sarg und einige Heitere Beerdigungskosten bezahlt. Der Hohenstein besteht cai übereinander gelagerten, wollsackartigen Quarzbrocken, die wohl 90 Fuß hoch übereinander geschichtet sind. Es gehört schon ein geübter Kletterer dazu, um diese FelSmaffen testeigen und überklettern zu können. Für Geologen ist eß intereffaut, den Quarzgang zwischen Borstetn und Hohen- fiein zu studiren. Er sührt Rothkupfererz und gediegenes Küpser. In den fünfziger und sechziger Jahren wurde ein Keines Kupserbergwerk betrieben. Die Thalbewohner regten sich einige Jahre nicht wenig auf; man suchte und schürfte, uub bohrte, und Jeder vermeinte, eine Goldmine zu ent» leien ES kam aber nichts dabei heraus. Nachdem das Kupferbergwerk mehrere Jahre mir minus gearbeitet hatte, ging eS ein. Die Bergwerkshalden sieht man heute noch hinter Reichenbach, eß wächst nichts darauf, der Boden ist peril. Weiter hinauf, über dem Felsen, stieß man auf eine Aber von Kaolinerde, die aber nicht rein genug war, um sie benutzen zu können. Hinter dem Felsen vorbei nach dem Thule zu steht ein Försterhaus. Hier lebte viele Jahrzehnte ler Landesherrliche Revierförster R., eine prächtige Gestalt, nie man sie selten wiederfindet. Vor Kurzem ist er, wohl nahezu 90 Jahre alt, zu feinen Vätern versammelt worden,
die schon vor hundertundfünfzig Jahren als Hauptnimrode . in Diensten der hesfischen Landgrafen standen und R's. Sohn ist dem Beispiele seiner Ahnen gefolgt, indem er in den | höheren Forstdtenst eingetreten ist.
A Mainz, 24. März. In der heutigen DerwaltungS- rathSfitzung derHefsischenLudwigSbahngesellschaft wurde beschlossen, die diesjährige Generalversammlung Montag den 27. April abzuhalten. Bezüglich der zur vertheilenden Dividende wurde noch kein Beschluß gefaßt, indem man nicht schlüssig ist, ob der ganze vorjährige Vortrag in der Höhe von 241 191 Mk. mit zur Dertheilung gebracht werden soll. Als Regierungsvertreter wohnte ein neuer Commiffar in der Person deS Herrn Ftnanzrath Welker der Sitzung bei.
△ Mainz, 24. März. Die Lohnbewegung, welche seit mehreren Wochen daS hiesige Brauereigewerbe beunruhigte, scheint sich von Tag zu Tag mehr zu einem Strike zuzuspitzen. Gestern Abend sand eine sehr stürmisch verlaufene Versammlung der Gehülfen statt, in welcher die Mehrzahl der Erschienenen verlangten, gegen die „Rheinische Brauerei", als diejenige Brauerei, welche den Forderungen der Gehülfen am wenigsten gerecht werde, sofort den Boycott zu verhängen. Zwar gelang eS den gemäßigteren Elementen, worunter der Abgeordnete Jöst, vorerst von einem solchen Vorgehen abzustehen, doch ist die Gährung derartig groß, daß eine friedliche Beilegung der Differenzen wenig Aussicht auf einen Erfolg zu versprechen scheint. Der Vorstand der socialdemokratischen Partei und baß GewerkschastScartell wurden mit dem Auftrag betraut, mit den Brauereien nochmals einen gütlichen Ausgleich zu versuchen.
WöchkMlich« Ukberstcht der Todesfälle tu Gieße«.
12. Woche. Vom 15. März bis 21. März 1896. Einwohnerzahl: «ngmommen zu 23 000 (tncl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeit-,iff er: 20,35, nach Abzug der Ortsfremden 9,04°/«.
Kinder
ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
l.LebmSjahr: 2.—15. Jahr.
KrebS 1 (1) 1 (1) -
Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (1) — —
Schlägst uß 2 2 — —
Lungenentzündung 1 (1) 1 (1) — —
Herzentzündung 1 (1) 1 (1) — —
Eingekl. Bruch 1 (1) 1 (1)
Leberschwund 1 1 — —
Altersschwäche 1 1 —
Summa:
9 (5)
9 (5) - -
»nm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle in der betreffenben Krankheit auf von auswärts nach Stehen gebrachte Kranke kommen.
Witterungsbericht vom 25. März.
Central- und Süd-Europa stehen zwar noch unter der Herrschaft hohen Druckes, doch hat derselbe an Intensität verloren und haben sich von seinem gestern noch umfangreichen Gebiete bei 765 Mm. Barometerstand nur noch sehr kleine Reste im Südosten des Erd-
theilS und über den Central-Alpen erhalten. Die nordwestliche Depression scheint sich weiter ostwärts über Nordeuropa auSzubreiten und außerdem ein neues Minimum von Westen heranzurücken. I» den continentaleu Lagen sowie in ganz Süd-Europa herrschte am Morgen größtentheilS wolkenloses Welter. Infolgedessen dürste mit dem Ausdreiten des niederen Druckes von Westen her eine »enberunj In den WitterungSverhältnissen sich langsam vorberetten.
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Zunächst noch heiter und warm, dann von Westen her zunehmend« Bewölkung.________ ,
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Simburg', 24. März. Fruchtmarkt. Rother Weizen X 14,20, weißer Weizen X 00.00, Korn X 9.70, Gerste X 0.00, Hafer X 6.50.
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Bekanntmachung.
In dem Gesellschastsregister des unterzeichneten Gericht- Bd. II., Sir. 5, Seite 45 Actiengefellschaft „Buderus'sche Eisenwerke" mit dem Sitz zu Gießen wurde eingetragen:
Durch Beschluß der General»Versammlungen vom 7. Marz 1896 Miden sämmtliche seither bestandene Zweigniederlaffungen aufgehoben. Sodann wurde durch Beschluß derselben General-Versammlungen ein neues Statut angenommen, welches in folgenden publicationsbedürftigen Punkten von dem früheren abweicht. Das Grundcapital der Gesellschaft beträgt nunmehr acht Millionen Mark und ist eingetheilt in
4000 Actien Litra A zu 1000 Mark
4000 Actien Litra B zu 1000 Mark.
Die Actien lauten auf Inhaber.
. Die Actien Litra B genießen folgende Vorrechte: a) Betreffs der Dividenden:
Aus dem bilanzmäßigen Reingewinn erhalten nach Zahlung der »:r!ragsmäßigen Tantiemen und Dotirung des Reservefonds die Actien Litra B mit Vorzugsrecht vor den Actien Litra A vom 1. Januar 1896 ei eine Jahresdividende bis zu sechs Procent des Nennbetrags der Actien Litra B. Nach Tilgung dieser Vorzugsdividende sind zu befriedigen die ejii der General - Versammlung dem Aufsichtsrath bewilligten Tantiemen FUs eine 'weitere Dividendenvertheilung seitens der General-Versammlung b>,schloffen wird, erhalten zunächst die Actien Litra A Dividende bis zu »iti Procent des Nennbetrags dieser Actien. Der alsdann verbleibende Sri! wird unter die Actien Litra A und B gleichmäßig vertheilt, falls bchr nicht nach Beschluß der General-Versammlung anderweit zu verluden ist.
b) Betreffs des Antheils am Gesellschaftsvermögeu:
Aus dem nach Berichtigung aller Schulden der Gesellschaft ver- Hai)enben Vermögen derselben haben die Actien Litra B für den Nenn- betrag vor den Actien Litra A Befriedigung zu erhalten. Das alsdann ittbleibenbe Vermögen ist gleichmäßig unter den Actien Litra A und B Ä oertheilen.
Alle Bekanntmachungen erfolgen durch Einrückung in den Deutschen Mchsanzeiger. Die Berufung der General - Versammlung geht vom Lirftanb aus unb erfolgt burch einmaliges Ausschreiben in bem Deutschen »ichsanzeiger, welches mindestens 17 Tage vor dem Versammlungstage ebenen sein muß, unter Bekanntgabe der Tagesordnung.
Gießen, den 24. März 1896.
Großherzogliches Amtsgericht.
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Zur Verhandlung über den im Kaufmann August Hatzler'schen Conmrse vom Gemeinschuldner beantragten Zwangsvergleich ist auf bett 10. April 1896, Vormittags 10‘/2 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 18, Termin anberaumt, zu welchem alle Bethei- ligten hierdurch vorgeladen werden. Der Vergleichsvorschlag ist auf der Gerichtsschreiberei niedergelegt.
Gießen, den 24. März 1896.
Der Gerichtsschreiber Großherzogl. Amtsgerichts Gießen: ___________Orth.________2928
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Auf Grund der authentischen Quellen wird durchweg unter wörtlicher Ueber- setzung der päpstlichen Bullen u. s. w gezeigt, daß die Päpste sich lehramtlich und durch ihre RegierungSacte eine absolute Macht über die Welt beilegen. Die von ulttamontaner Seite gemachten Beschönigungen, alle möglichen Einwürfe werden widerlegt, es wird der Beweis geliefert, daß die dargeftellten Sätze von den hervorragendsten Bischöfen auf dem Vaticanischen Conzil als Glaube für den Fall der Definitton der Unfehlbarkeit erklärt wurden, und daß sie von den correc- testenRömischen, iusbesondereben Jesuiten als die wahren katholischen hingestellt werden. So bietet die Schrift das beste Mittel, die Tendenz des Ultramontanismus und seine Gefährlichkeit für dieGesellschaft zu erkennen. Was seit 1870 von den Regierungen geschehen ist, um den Ultra? montanismuS zu bekämpfen, wie sie oll- mählig zurückgewichen sind, wird zum Schlüsse übersichtlich dargestellt. 387
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