Ausgabe 
26.1.1896 Erstes Blatt
 
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Fabrik beschäftigten Eltern hatten die Kinder eingefchlosse». Die Kinder spielten mit Zündhölzern, wobei da- Veit oe* gezündet wurde.

«nrzbnrg, 23. Januar. Prof. Röntgen hielt gestern in der Phyficalischen Gesellschaft vor einer großen Zahl von Professoren und hohen Offizieren einen Vortrag über feix Strahlen Auf die stürmischen Beifallsbezeigungen antwortete der Redner bescheiden, e» sei nötb'g, die Ergebnisse abzowarten. Die versuche von Lenard in Pest hätten ihm die Anregung gegeben; seine Entdeckung sei eine Gabe de- Zufall». Zahl­reiche Demonstrationen gelangen vorzüglich. Die Strahle» durchdrangen Papier, Blech, Holz, Blei, auch die von Röntge» und Professor Kölliker au-gestreckten Hände. Kölltker brachte ein Hoch auf Röntgen au-, dem er seinerzeit die Anregung gab, zu versuchen, ob seine Entdeckung chirurgisch au-ovtzbar sei. Röntgen sagte, daß ihm zu dteseu versuchen die Zeit gefehlt habe, doch werde er alle- aufbteteo. Kölliker erklär,, die Gesellschaft habe seit 48 Jahren keine io epochemachende

andere Pa^t cularisten beidemal 7 (davon find 1896 4 Hos­pitanten de- CentrumS), die Elsässer, die erst 1874 mit- wählten, 15 bezw. 8, die Dänen beidemal 1, die Deutsch, soziale Reformpartei (vulgo Antisemiten) 0 bezw. 20. Bei dieser Zusammenstellung find die augenblicklich erledigten Mandate dem Besitzstände der zuletzt vertretenen Partei zu- gezählt. Noch interessanter ist ein vergleich der für Candi- daten der einzelnen Parteien abgegebenen Stimmen 1871 und 1893. Die Couservartven verdoppelten fast ihre Stimmen-

Sitzung erlebt. Er schlägt vor, die neuen Strahlen Röntge», strahlen zu nennen. (Stürmischer Beifall.) Röntgen daatr tiefgerübrt.

* Zürich, 24 Januar, von der Spitze der Golper- alm stürzten fünf mit Heueinfahren beschäftigte»er ab. Zwei sinkt todt, drei lebensgefährlich verletzt.

London, 24. Januar. Da- amtliche BlattGazette" ecklärt auf die Anfrage englischer Zeitungen, daß der Gou­verneur von Natal den Dr. Jameson'scheu Offizieren

nn Darmstadt, 25. Januar Die Zweite Kammer der Stäube tritt DienStag den 4. Februar zusammeu.

WB Berlin, 25. Januar. Wie dieNatiooalzeitung" erfähcr, lehnte der Bunde-rath am Donnerstag den ReichsragSbeschluß vom 16. Februar 1895, welcher die ver- bündrtee Regierungen zu baldthunlichfter Einladung einer Münzconserenz behufs Lösung der internationalen Währungs- frage auffordert, ab.

CocoUs und LroVtnzielle-,

Gießen, 25. Januar 1896.

* Psychiatrische Klinik. Bon durchaus competenter be-l.' wird uus mttgetheilt, daß die io Nc. 12 dss. BlttS. bom 14. Januar enthaltene Notiz über die psychiatrische J Berichtigung bedarf. Die neue Klinik ist aus­schließlich für die Aufnahme, Beobachtung und Behandlung Geisteskranker bestimmt- iu der mit der Anstalt verbundenen Poliklinik werden tndeß auch psychisch-nervöse Kranke ambu­latorisch behandelt.

** Unter den vielen Festlichkeiten, welche aus «»laß de» deutschen ReichSjobUanm» am 18. Januar ftattfanden, verdient noch dasjenige des VereinsConcordia" hervor- gegeben zu werden. Die am 19. Januar abgehaltene Feier wurde durch einige Musikstücke eingeleitet, worauf der zweite Vorsitzende Herr Balser iu eindrucksvoller Ansprache die mtterlebten weltgeschichtlichen Ereignisse der glorreichen Tage von 1870/71, auS denen das deutsche Reich in neuem Glanze emporstieg, auffrischte. Der mit einem Hoch auf Seine Majestät Kaiser Wilhelm und Seine König!. Hoheit den Großherzog Ernst Ludwig, das mit hoher Begeisterung auf- genommen wurde, end-ndeu Ansprache schloß sich stehend ge­sungen da- LiedHeil dir im Siegerkranz" an. Um dem nationalen Feste noch eine würdige Weihe zu geben, folgte die Aufführung lebender Bilder dem KriegSUben ent­nommen sowie declamatorische und komische Vorträge abwechselnd mit dem Gesänge patriotischer Lieder. Daß der VereinConcordia" eS sich nicht nehmen ließ, eine eigene Feier zu veranstalten, ist erklärlich, war doch ein großer Theil seiner Mitglieder 1870/71 mit im Felde: Zahlmeister Dechert und Müller, Feldwebel Frohnhäuser und Heim, Sergeanten Röder, Becker und HauSmann, Hautboisteu Stumps I., Scheer, Bormet und Heinz, Einjährig - Freiwillkge Scharmann und Salzmann, Gefreiter Reh berg er. N'cht ,m Felde waren Feld­webel Thiele, Reg'mentSschaeider, sowie Sergeant Rödel, Regimentsschuhmacher. Wünschen wir dem VereinCon­cordia" ein fernere- Blühen uud Gedeihen und seinen Mit­gliedern ein fröhliches Wiedersehen dereinst beim goldenen Reichsjubiläum.

Delegirten versammlung hessischer Znnnnge». Morgen Sonntag findet in Mainz eine Versammlung von Dele- girten der hesfischen Innungen und freien gewerblichen Ver­einigungen statt, in welcher die Gründung eines Central- auSschusse- hessischer Innungen und BerufSvereiue beschloffeu werden soll. BtS jetzt sind zu der Versammlung ca. hundert Delegirte angemeldet.

Der Getreibem-ttt. (Berichtswoche vom 17. bis

vermischtes Hannover, 24. Januar. Heute früh wurde hier der

. m ,r Kellner Franz PoplovSki aus Thorn hingerichtet,

8»«". von de, Rhön schreibt man: Durch Be I der im vorigen Jahre die Frau des Kaufmanns Seeger er-

ichlutz der städtischen Behörden war in dem Städtchen Orb mordet und beraubt hatte.

dem einzigen noch lebenden Veteranen aus 1870/71 eine Barmen, 22. Januar. Iu dem benachbarten Milspe

Ehrengabe von 50 Mk. bewilligt worden, welche ihm an- I hatte am Sonntag der dortige Postbeamte elf Werth-

läßlich der Jubiläumsfeier übergeben werden sollte. Einen briefe, wovon einer mit 15,000 Mk. und ein anderer mit Tag vorher erkrankte der brave Mitkämpfer jedoch, und starb 10,000 Mk. declarirt war, in einen diebessicheren Schrank in derselben Nacht. Die Ehrengabe kam zu spät. geschloffen. Als er am Montag Morgen den Schrank auf-

Die Fra« bei fluchtige» Rechtsanwaltes Friebmanu schließen wollte, paßte der Schlüffel nicht mehr, ebenfoweni»

aus Berlin, die früher Schauspielerin war, trat am aber auch der von der Oberbehörde requirirte Reserve-

Montag Abend zum ersten Make in HornhardtS Etabliffement schlüssel, weshalb da- Schloß durch einen Fachmann ge-

in Hamburg auf. DaS HauS war auSverkauft. Beim Ein- öffnet wurde. Nunmehr zeigte eS sich, daß der Schrank von

tritt wurde jedem Besucher eine gedruckte Karte überreicht, I einem Unberufenen aufgeschlossen worden war, um sich fa worin Frau Friedmann ihr öffentliche- Auftreten mit dem den Besitz der elf Werthbriefe zu bringen.

Hinweise auf ihre Mutterpstichten rechtfertigte. Als Frau Kattowitz, 24. Januar. Rach einer Meldung der Friedmann, sehr blaß, in weißseideuern Concertkleide mitKattowitzerZeitung" ermordete durch Revolverschüsse der

geschloffenen Aermeln, große, echte Brillanten in den Ohren, Lehrer an der Schule der Katharinenhüte seine Braut nb

auf der Bühne erschien, wurde sie von allen Seiten lebhaft erschoß sich bann selbst. Die Brant harte mit einem russische»

begrüßt. Frau Friedmann fang zwei lyrische Lieder und Offizier ein verhältniß unterhalten.

erntete dafür reichen Beifall und zahlreiche Blumeosp'nden. Karlsruhe, 24. Januar. Im benachbarten Dnrlach Dal Publikum verlangte stürmtsch ein drittes Lied. Die sind heute Mittag drei Kinder erstickt. Die in e ner vollständig von ihren Gefühlen überwältigte Sängerin aber ' -----

zog sich, halb ohnmächtig, in ihre Garderobe zurück.

* Der IabUiumS Reichstag verglichen mit dem ersten Reichs­tag von 1871. Das Jubeljahr 1896 des Reiches begrüßt einen in seiner politischen Zusammensetzung von dem ersten sehr verschiedenen Reichstag. Die Hospitanten eingerechnet, zählten die Conservativen 1871 : 57, 1896 : 67 Mitglieder, die Reichspartei 37 bezw. 29 (die Liberale Reichspart et von 1871 mit 30 Mitgliedern ist verschwunden), die Ratio- valliberaleu 125 bezw. 66 (hierbei sind die 15 Mitglieder der Freisinnigen Bereinigung, dem verhältniß von 1871 ent­sprechend, eingerechnet), die Fortschrittspartei bezw. Frei- sinnige BolkSpartet 46 bezw. 24, da- Centrum 63 bezw. 97, die Polen 13 bezw. 19, die Sozialdemokraten 2 bezw. 47, die Süddeutsche Volkspartei 1 bezw. 12, die Welfen und

24 3anu=r. Die H-llung de, (Setreibe»,tritt« Miet iro, I ,abl (550,000 bezw. 1,049,000), bie artei »W rrJETr r?u ««* « 347,000 out 438,000 Ue

r . fänbler, Müller m>d (für 1893 wieder wie eben e.nschl. der Sreifatera^

b6 irrigen elnfgung) voll 1,177,000 anf 1,256.000 (1871 die flärift. Welzenvorröthe wesentlich abgenomwen bitten, noch nicht recht Partei), die Fortschritldptrtei bezw. Sretftrnige «olkövarie, trauten. In Berlin und Leipzig wurde in schwachen Umsätzen ** OJO r --- WTt

gekauft: Weizen per 20 Gentner sür 143159 Mk. je nach Qualttät, Roggen für 120125 Mk., Gerste für 113 bis 170 Mk. und Hafer für 116145 Mk.

» Oviw4uir-*iunci »czw. tyicipj luge voltopnrtet Oon 342,000 auf 666,000, das Centru« verdoppelte feine Stimmenzahl (725,000 bezw. 1,469,000), die Polen »ahme, zu von 176,000 auf 230,000, die Sozialdemokraten von 125,000 auf 1,787,000 (jetzt die stärkste Partei), die Süb. deutsche Volkspartei von 19,000 auf 167.000, die Parti- cularisten von 77,000 auf 102,000. Zurückgegangen find trotz der BevölkerungSzunabme dle Elfäffer von 1874 235,000 auf 115,000 und die Dänen von 18,000 auf 14,000 Kioder der Neuzeit find die Deutsch-soziale Reform Partei, die zuerst 1887 mit 12,000 Stimmen auftrat uud eS 1891 auf 298,000 brachte, sowie die Rechtspartei, die 1893 4000 Stimmen erhielt. Lehrreicher noch als diese Gegen. Überstellung der Zahlen, ist die Darstellung in dem nmi 91 m n k tl ,Staatsbürger-Atlas" (Gotha, Justus PertheS), welche, die

2rL 3 eat Gestern land dahier eine gut Parteien durch verschiedene Farben unterscheidend, eine» ge

Hn?%®^aTrUn8>. P 2' ?mnro$'*aei<[bnUn8®U nantn Ueberbli- über den Stand derselb n 1871 und 1896 einer Nebenbahn durch da« Wetterthal- lautete, gewährt.

ES wurde der Beschlnff gefafft, dahin zu wirken, daff die in | - «i, neue« Gewehr, welche« die größte «usmerisaw-

kett in Technikerkreisen erregt, ist von dem Berliner Inge­nieur Paul Braud couftruirt worden. Dasselbe weicht i» bei Couftruction von allen anberen barin ab, daß keine Damit wäre ben I Zündvorrichtung nothwendig ist, sonbern nur eine AoSbehn- 1 I uung eines comprimirten Gases baS HiuauSschleubern bei

Auflage des Abg. v. Maflow in der heutigen Sitzung der Budget Commission des Reichstags fest, bah er eine Präsenz- erhöhuug nicht zu beantragen gedenke, daß also nur ebenso viel Soldaten als bisher unterzubringen seien.

Berlin, 24. Januar. Der für die erledigte Stadt- bauraihsstelle in Aussicht genommene königliche Baurath Hoffmann, der Erbauer des ReichSgerichtSgebäudeS, hat die auf ihn gefallene Wahl angenommen.

Frankfurt i. M., 24. Januar. Die ^Franks. Ztg.- meldet aus Wiesbaden: Heute früh starb hier im

82. L-btll«jahre der G-v-r°lli-ul,u°v, z. D. b. M-m-rty. I a «ub»«rtnir°d, 24. Januar. Sier hiestgr Familirn S bo°1nbft8 ?urd| ,eine Theilnahmi an dem wurde» dieser Tage aus da« «ngeuehmste überrascht durch

bäuischeu Kriege, an bem Kriege in Böhmen nnb an bem eine ihnen auS Amerika zugefallrne Erbschaft, die für ie bcutsch.sranzöfischen Kriege, wo er schwer verwundet wurde, zwei Familien 800 Mk., für die beiden anberen je 400 Mk ®r mar iniert ßornmanbant in Danzig. In WieSbaben lebte brachte. Ist auch die Erbschaftssumme eine bescheidene, so 1 1 ^V875' k , kommt sie ihren Empfängern, die bis auf eine Familie ge-

P«ki«. 24. Januar. Der jährige Gedenktag der ringe Leute find, doch sehr willkomm-ll Bor einigen Jahren ..ftLvV.rmj! a" ®ia'' Fontainebleau wurde fiel gleichsall« hiefigen Fawilien eine Erbschaft zu, die aber gestern festlich begangen. Das Fort von Fontainebleau war eine Summe von über 10,000 Mk. auSmachte mit russischen und französischen Fahnen geschmückt. 1

P-riS, 24. Januar. Die Abberufung des fran­zösischen Gesandten beim Batican fährt fort, die kälter zu beschäftigen. Die gemäßigte Presse macht dem , vuuul AU uaH ni_

äRtnifter be« Ätufceren heftige Borwürfe darüber, daß trotz Aussicht genommene Bahn von Lich auS nicht' in Butzbach

und ^-r mm ®e,anbt; °bb-rusen ende, sondern durch da« Wetterthal an Griedel, Rockenberg,

»ü J J x\tUb" 9'0en di- Republik verstimm, Opp-r.hoseu, Steinsurt u. s. w. vorbciführe und in Fried,

würde. D e Feinde de« Cabioet« Bourgeois werden stch berg in die Main Weserbahn ciumünde. " : -

concentrireu. ES scheint eine «rifi« b-bor- berechtigten Wünschen der genanuien Ortschasten Rechnung

®'afleD ,°uch für die projectierte Bohn ein I Projeciil« b-wkkV. Di- hauptsächlichste'n Bortheile de« S-.

J ble' bic Wetrerau durchziehenden Bahnen wehre, find: 1. Di- gering- Wärme-Entwickelung de« Lauft«

geschaffen. Darmst. Tgl. Anz. 2. die völlig rauchfreie Schubabgebung, 3. sällt eine Schlacke'

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Marine haben bi« zum 13. Februar Trauer angelegt ® Biete 21Vmmr' K ,, der Kngel an dem Laufe erzeugt wird. Do« Gewehr wird

daS Haar erbleichte. * »in liebevoller Gatte. Die W.'scheu Eheleute, so er-

Zngenhei«, 23. Januar. Infolge des Ablebens des zählt dasLeipz. Tagebl.", waren nach Halle gekommen,

Prinzen Heinrich von Battenberg fand heute Mittag um Einkäufe zu machen. Dabei hatten sie des Guten i»

emstünbiges Trauergeläute statt, viele geistigen Getränken zu viel gethan, so baß ihnen der Heim-

Gebäude find auf Halbmast geflaggt. weg am Abend recht beschwerlich wurde. Sie machten^deS.

n , ui Januar. Unter der Anklage der Maje- halb im Chauffeegraben nahe bem Uebergange über die Halle-

V0Un0J£n? heute der 60jährige Tagelöhner Kasseler Bahn, Rast. Al« eS bem Ehemann zu kühl wurde, Heiurtch Hentz von Offstein vor der Strafkammer des Land- suchte er seine Ehefrau, die vor Müdigkeit eingeschlafen w«, gerichtS. Er soll während der Arbeit auf dem Felde im zu ermuntern, wa« ihm indessen nicht gelang. Ohne sich Gespräch mit einem anderen Tagelöhner ben Großherzog ein Gewissen barauS zu machen, ging der Manu allein nach

von Hessen beleidigt haben. Der Mitarbeiter hat ihn denun- Hause und legte sich zu Bett. Am andern Morgen machte ziert. DaS Gericht schenkte jedoch dessen Aussagen keinen er sich mit einem Handwagen nach der Stelle auf, wo er nnbedingi-n Glanben und fprach den »ngeklagien frei. feine Frau zurück,klaffen hatte. Dieselbe hockte noch tot Chauffeegraben, war aber erfroren.