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Mv. 252 Erstes Blatt.
Sonntag den 25. Oktober
1896
Drr Hietzener Anzeiger erscheint täglich, mit Au-uahmr deS Montag-.
Dir Gießener Aamitteuvtäller werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal drigrlegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Mnzeiger.
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Anrtlichcr TKeil.
Bekanntmachung,
betreffend: die Maul« und Klauenseuche.
Au Fauerbach v. d. H., Griedel und Steinfurth, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und dieserhalb Grhöftsperre verfügt worden.
Gießen, den 23. October 1896.
Großherzogliches KreiSamt Gießen.
_______________I. B.: Dr. Meltor._______________
Bekanntmachung,
betreffend: die Abhaltung von Biehmärkten zu Ruppertenrod.
Großh. Ministerium des Innern hat die Abhaltung deS auf den 29. October l. I. fälligen ViehmarkteS zu Ruppertenrod nutet folgenden Bedingungen gestattet:
1. Für Auf- und Abtrieb des BieheS ist den Anträgen deS Kreisveterinäramtes gemäß je eine bestimmte Stelle zu schaffen, welche allein benutzt werden darf.
2. Auf den Markt dürfen nur Thiere auS unverseuchten Orten der Kreise Alsfeld, Schotten, Lauterbach, Gießen, Büdingen und Friedberg, Thiere von Händlern aber nur dann, wenn fie mindestens 7 Tage in unverseuchten Orten der fraglichen Kreise in seuchenfreiem Zustande gestanden haben, aufgetrieben werden.
AlSfeld, den 15. October 1896. Großherzogliches KreiSamt Alsfeld.
I. V.: Ham mann.
Nachrichten über den Saatenstand im Grotzherzogthum Hessen
um die Mitte des Monats Oct ober 1896.
Zusammengestellt bet der Großherzogltchen Oberen landwirthschaft- ltchen Behörde.
Bemerkungen: Die günstige Witterung in der ersten Hälfte des Octobers hat noch Manches gebestert. Jndcssen wird doch fast in allen Erhebunqsbezirken über das Auftreten der Kartoffelfäule geklagt, wenn auch diese.Krankheit in einzelnen Erhebungsbeztrken tz. B. Schotten) nicht tn dem früher befürchteten Grade oufgetrelen ist. Weizen, Spelz und Gerste gaben in Bezug auf Menge befriedigende Erträge; die Qualität jedoch ist durch die naffe Witterung »ährend der Ernte beeinträchtigt worden.
Die frühen Wintersaaten gehen gut auf.
Die Traubenlese ist durch die neuerdings wieder eingetretene naffe Witterung sehr erschwert.
Provinzen
und
Saaten st and.
Note 1 — sehr guter, 2 — guter, 3 —mittlerer, 4—geringer, 5 —
Ernteertrag in 100 Kilo
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Gefunden: 2 Regenschirme, 1 Stück Sammt, 1 Geldstück, 1 Manschettenknopf, 1 Schirmfutteral, 1 leeres Portemonnaie.
Zugelaufen: 1 junges Schaaf und 1 junger Hahn.
Gießen, am 24. October 1896.
GroßherzogltcheS Polizeiamt Gießen.
v. Bechtold.
XUudjte Nkrehekhche«.
«olffr telegraphisches Sorrespondenz-Brrreau.
Berlin, 23. October. Der Colonialrath beschloß, die Reichsregierung aufzufordern, die Landeshoheit über Neu-Guinea auf daS Reich zu übernehmen. Nachmittags 5 Uhr wurde die Tagung des Colonialrarhes geschloffen.
Berlin, 23. October. Der Colonialrath nahm in seiner gestrigen BormittagSsitzung den Antrag des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg in einer vom Ausschüsse veränderten Faffung an, welche lautet: „Der Colonialrath ersucht die Regierung, dahin wirken zu wollen, daß, wenn in einer Schule neben der eigenen Sprache fremde Sprachen gelehrt werden, die deutsche obligatorisch sei."
Berlin, 23. October. Der Bundesrath überwies in seiner gestrigen Sitzung den Entwurf der Militär straf- g erich tS ord nung für daS deutsche Reich dem zuständigen AuSschuffe.
Freiburg, 23. October. Wie die „BreiSgauer Zeitung" meldet, wird die Leiche des Erzbischofs D. Roos am Dienstag Vormittag 9 Uhr in der Münsterkirche beigesetzt werden. Wahrscheinlich wird Bischof Haffner auS Mainz anwesend sein. Die Wahl eines Kapttel-Biears erfolgt morgen.
Straßburg, 23. October. G.stern Morgen Uhr fand auf dem Schlachtfelde von Wörth unter zahlreicher Betheiligung die Enthüllung des zu Ehren der Gefallenen des 6. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 95 errichteten Denkmals statt. DaS Denkmal, ein Werk Professor Schillings, befindet sich unweit deS Bahnhofes Morsbronn.
Bern, 23. October. Auf der ganzen Schweizer Hochebene herrscht seit heute früh sehr starker Schneefall, der große Störungen im Telephonverkehr verursacht. In La Chaux de Fond liegt der Schnee einen halben Meter hoch. Die telegraphische und telephonische Verbindung ist ganz unterbrochen. Durch die Last des Schnees wurden große Bäume geknickt. Telephouträger stürzten auf die Straße herab. Ueberschwemmungen werden aus den Can- ronen Neuenburg, Waadt, Bafelland und Tessin gemeldet, wo die Weinernte vollständig zerstört wurde.
Wien, 23. October. Abgeordnetenhaus. Inder heute fortgesetzten Verhandlung über daS HetmathSgesetz wurde die zehnjährige Ersitzungsfrist angenommen.
Haag, 23. October. Heute Vormittag 11 Uhr legte die Königin Wilhelmine ihr GlaubenSbekenntniß als Mitglied der reformirten niederländischen Kirche ab und wurde von dem Hofpredtger Van der Flter in Gegenwart der Königin- Regentin, des Superintendenten Van den Poll und zweier Kirchenältesten geprüft. Morgen findet die Confirmation der Königin statt.
Paris, 23. October. Nach de« „Malin" wäre von der Regierung eine Vorlage bett, die Zucketbesteuetung zu etwarten, nach welcher die Berthetlung eines Prämien« betrage- von 16 Millionen FrcS. für die Gesammtproduction einschließlich der Fabrikattonsüberschüsse vorgeschlagen wird. Gleichzeitig sollen die ordentlichen Steuern von 60 auf 64 FrcS. für 100 Kg. und die Steuern auf die Ueberschüfle über den gesetzlichen Ausbeutebetrag (7,75 Kg. Zucker auf 100 Kg. Rüben) von 30 auf 32 FrcS. erhöht werden. Der RegieruugSvorschlag würde dahin gehen, diese neuen Zucker- steuern während zwei Campagnen zu erproben und unterdessen eine internationale Verständigung zur Abschaffung der Prämien abzuwarten.
deS »ereil
Berlin, 23. Hctober. Der Kaiser empfing im Neuen Palais heute Vormittag 10 Uhr den Staatssekretär des RetchSmarineamtS, Admiral Hollmann, und den Chef des MarinecabinetS, Contreadmiral Freiherrn v. Sendeu-Bibran, zum Vortrag. Um 2 Uhr Nachmittags erfolgte die Abreise des Kaisers nach Schwerin zu den DermählungSfeierlichkeiten, wohin Prinz Heinrich den Kaiser begleitete.
Berlin, 13. Oktober. Dem Dementi der „Nordd. Allg. Ztg." gegenüber bleiben die „Berliner Reuest. Nachr." dabet, daß Major v. W iß mann nicht nach Ostafrika zurückkehren wolle. Als sein Nachfolger werde ganz offen im Colooialamt der Geheime LegationSrath Hellwig von der Colouialabtheilung des auswärtigen Amtes genannt.
Berlin, 23. Oktober. Dem BundeSrathe find bereits mehrere Spccial-EtatS für 1897/98 zur Beschlußfassung zugegangen. Die Berathungen über diese Etats sollen, wie die „Post" vernimmt, im BundeSrathe so gefördert werden, daß dem Reichstage der gesammte Etat bei seinem Wieder- zusammentritt am 10. November dsS. IS. vorgelegt werden kann.
Berlin, 23. October. Der Berliner Arbeiter- Verein hatte auf gestern Abend zwei aufeinander folgende Versammlungen einberufen, um den vor einigen Tagen durch damals erfolgte polizeiliche Auflösung der Versammlung am Sprechen verhinderten Professor Quid de-München über sein Thema „Majestätsbeleidigungen" zu Worte kommen zu lassen. Ein sehr zahlreiche- Publikum war der Einladung nachgekommen. Die erste Versammlung, eine Vereins-Versammlung, zu der Gäste Zutritt hatten, wurde sogleich, nachdem der Vorsitzende den Professor Qutdde als Referent derselben vorgeftellt hatte, polizeilich anfgelöst, weil fie eine öffentliche sei. Unter Hochrufen ging die Versammlung auseinander, um nach einigen Minuten wieder den Saal zur zweiten, als öffentlich augemeldeten Versammlung zu betreten. Nach der Wahl deS Bureaus ergriff sodann Professor Quidde das Wort zu seinem mehr als zweistündigen Vortrag über daS genannte Thema, welches er so zu behandeln erklärte, daß er Rechtsprechung und Gesetzgebung mit Bezug auf MajestätSbeleidigung durchgehen wolle. Er gab nun einen geschichtlichen Ueberbltck über die Entwickelung der Majestät-« beleidigungsproccsie, besprach ausführlich eine Anzahl vielerörterter Entschetdurgen deutscher Gerichte in solchen Processen, verglich englische und deutsche Zustände und führte dann weiter auS: der MajestätSbeleidigungs Paragraph sei ein schweres Hinderniß für die Entwickelung unserer politischen Freiheit und übe einen Druck auf die politische Moral. Unter diesem Paragraph dürsten, so äußerte Redner, nur Beleidigungen bestraft werden, die unter dem gewöhnlichen Beleidigungs-Paragraphen straffällig seien. Die Verjährungsfristen müßten bedeutend, vielleicht auf drei Monate, herabgesetzt werden und nur öffentliche Majestätsbeleidigungen dürften zum Gegenstand von Processen gemacht werden, und zwar sollten solche vor den Schwurgerichten zur Verhandlung kommen, zu welchen freilich eine andere Wahl von Geschworenen nöthig sei, als wie jetzt. An den Vortrag schloß sich eine längere DiScusfion.
Berlin, 23. October, DaS RetchSpostamt dürfte im nächsten Etat mit einer Forderung erscheinen, die sich auf die Neuaufstellung und Erweiterung deS Postmuseums bezieht.
Berlin, 23. October. Gegen die schwindelhaften und unter beschönigender Etikette gehandelten Waschmittel be* abfichtigt der Verband der Seifenfabrikanten auf Grund deS Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb geeignete rechtliche Maßnahmen in die Wege zu leiten, sowie auch Schritte zu unternehmen behufs Erniedrigung der Sodazölle, wobei alle anderen interesfirten Industrien entsprechend mit herangezogen werden sollen.
Berlin, 23. Oktober. Gelegentlich einer Haussuchung in der Lübbenerstraße nach Gegenständen, die auS der Ausstellung entwendet waren, fiel der Polizei eine große Anzahl anarchistischer Schriften in die Hände und fie beschlagnahmte dieselben sofort. Die Frau deS BehauSsuchleu gab an, diese Schriften von der Frau deS früheren Redakteurs des „Socialist", Tischler Johann Sundat, zur Aufbewahrung erhalten zu haben. Frau Sundat wurde verhaftet, ist jedoch wieder fieigelaffen worden.
Berlin, 23. Oktober, Die Nachforschungen nach dem Mörder Bruno Werner und seinen beiden Complicen find noch immer erfolglos geblieben.
Frankfurt a. M., 23. Oktober. Die „Franks. Ztg." schreibt: Wie verlautet, steht in Kürze die Versetzung des Polizeipräsidenten Frhru. v. Müffling bevor. Herr v. Müsfling soll entweder für den Poften eines Regierungspräsidenten in Kassel ober eines Ministerialdirektors in Aussicht genommen fein.
Frankfurt a. M, 23. Oc ober. Der „Franks. Ztg." wird aus Karlsruhe gemeldet: Eine Bestätigung der verurlheilung des Lieutenants v. Brüsewitz liegt nicht vor. Auskunft darüber ist gleichfalls nicht zu erhalten. Einzelne Blätter bestreiten die Verurtheilung überhaupt und betonen, daß die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei.
Wilhelmshaven, 23. October. Kaiser Wilhelm hat besohlen, daß die in der hiesigen Garnisonskirche zu errichtende Gedenktafel für die beim Untergang des Kanonenbootes ,JltiS" ertrunkenen Personen aus seine Kosten angebracht werden wird. Die Widmung lautet: „ES ehret die gefallenen Helden dankbar der Kaiser und das Vaterland."


