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Uebersicht bet Rechnung für das Jahr 1895.
B.
Ausgabe.
A.
Einnahme.
Sassebestand beim vorigen Abschluß . . . jK, 101.06
Jahresbeiträge der Mitglieder .... „ 4957.40
. Schenkungen und Bermächtnisse . . 5815.60
Stiftungszinsen.........„ 424.82
Zuschüsse aus anderen Kassen . „ 2212.50
Dankopfer (für Krankenpflege) . . . „ 1411.—
Aus der Krippe........ „ 637.91
Aus dem Mietspatronat........ 3037.01
Sapitalzinsen............ 240.14
Zurück empfangene Kapitalien ......4917.72
Sonstige Einnahmen.......... 929.—
Sa. JL 24684.16
Gießen, den 10. Februar 1896.
Unterstützungen.........JC 4532.27
Krankenpflege und Krippe...... 6913.02
Für das Mietspatronat....... 5767.99
Für die Haushaltungsschnle...... 735.79
Verwaltungskosten........ 361.32
Sonstige Ausgaben.......... 204.99
Ausgelieheue Kapitalien.......„ 6044.84
Sa. Jtb 24560.22
C.
Hierzu Kassebestaud beim diesjährigen Rechnungsabschluß .......123.94
Sa. Jb 24684.16
Per Rechner:
A. Witter.
Geprüft und richtig befunden:
Gießen, den 25. Februar 1896.
Kreudcr, Rechnungsrat.
i Vereins »flege: ristsührer: uffmann.
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luumicii, iu#ici Wit uti |u/wumtn syuuueu ertappt, UNO tyi im 9fa die Treppe hinunter und wieder auf dem Hofe. Aber mit der Banktraumerei ists vorbei, keine Ruhe hat er mehr in der kleinen, stillsonnigen Welt; * er wehrt dem nach« dringenden Nero und tritt aufathmend durchs Thor auf die Straße. Auch hier weit und breit keine Menschenseele, alles Sill und auSgestorben, alles in Elmstein. Er schreitet zum Dorf hinaus über den heißathmenden Feldrain, wo die Grillen ihr melancholisches Lied zirpen im hohen, gelben Saatenfeld, ro die Kornblumen blühen und der Mohn und wo die Lerchen mbilirend in den blauen Aether aufsteigen. Da, wo der Salb beginnt, hält er sinnend an. Das ist die Stelle, hier m den halb versunkenen Feldstein, wo er sich vor Jahren »ich langer, weiter Wanderung müde ins GraS geworfen und to er das Martle zum ersten Male gesehen. Sie war so freundlich und so gut zu dem bestaubten, durstigen Wander- Urschen, als es sich schickte, daß ihr Vater, der Sonnenseit- kaner, fast einen neuen Knecht einzuftellen hatte, da glaubte Itr Heimathlose, der eben sein vtelliebeS Mütterlein begraben, »rr eben die Schwester, die unselige Kindesmörderin, verflacht, im friedlichen Bergthal bet den derbbiederen Wald- l ulen und bet dem sonnigen, treuherzigen Marile eine Heimstätte für sein junge-, heimgesuchtes Leben gefunden zu haben. Ia.hre find seitdem vergangen, aber die Heimstätte — die Heimstätte hat er noch immer nicht gefunden. Und die derb- biederen Waldbauern — gebraucht und geplagt haben fie ihn nach Gutdünken, den „Haunewackel" haben sie ihn, den hcimathlosen Habenichts geheißen, arbeiten hat er müffeu, tagaus, tagein, vom ersten bis zum letzten Sonnenstrahl. Wohl klingelten ihm die harten Batzen mittlerweile in die
gsarrrnrraurer uno uoer ote sonnenstraylstkcklgen FelSvlöcke schreitet seufzend der Bursche durch den grüudämmernden Hochwald. Aber seltsam! Heute will ihm nicht wohl werden in diesen feierlichen und erhabenen Schattenhallen, daS Säuseln und Flüstern der Blätterkronen zittert unruhig in seiner aufgeregten Seele nach und in der unsteten Brust gährt es auf wie ein heißbrennender Durst nach Freiheit und ungemesienen Lichtweiten. Und über die Blöcke und daS knackende Unterholz geht es mit mächtigen Sätzen zum Höhenkamm hinauf. Oben steht er hochathmend und im perlenden Schweiße still. Aber wie wohl thut daS Lüftchen, das hier über die Lichtung geht, und wie herrlich der Blick in die ganze, weite, sonnentrunkene Runde! Dort die schattigen Thäler und blitzenden Silberbächletn, die saftiggrünen Feld- und Wtesengelände, die schmucken, weiß-rothen Dörfchen unb Stäbtchen, die schim- mernben Kirchthurmspitzen, bie gleißenben Seespiegel und dort ganz in der Ferne die blauen, duftigen Berge, die mit dem HimmelSäther schier zu verschmelzen scheinen. Wie schön daS alles! Und bann hier, tief unten, versteckt im Walbthal, baS Dörfchen, ba ber winzige Hof, da die Straße, die sich wie ein schimmerndes Leinenband durch die Baumstände zieht, da — einmal nach recht», einmal nach links, alleweil im Zickzack — gingen fie hin, der Bauer unb bie Bäuerin, ber Bub unb baS Martle, unb ba liegt Elmstein, unb ba ist bie Kirmeß.
Trägt ber Winb ben Schall herauf? Dem Hannewackel istS, als höre er ben summenben, schwirrenben Trubel ber Menschlein, bie er ba unten wie schwarze Käferchen um bunte Fleckchen wimmeln fieht, ihm ists, als höre er bas Lachen unb Lärmen ber Kinber, bie Marktschreier, gar bie Tanz- mufik- unb alles, was Augen, Ohren unb ein Paar frisch
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le Armoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» nzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
g (Str.) begrüßt letztere Vorlage als einen Schritt, wachsen der RetchSfchulden zu verhindern.
Ibentilgungs-Vorlage wird hieraus in jnniter Lesung
ittc steht zunächst der Marine-Etat.
tzger (Soc.) bemängelt die schlechten Wasser verhält- Lrrst in Wilhelmshaven und rügt die Entlassung von
aus dem Grunde, weil sie socialdemokratische Geigt hätten. In Wilhelmshaven würden auch die Seschästen boycotlirt, wenn sie im Verdacht soctal- Gesinnung seien.
retär Hollmann: Das Reich hat bereits große >en müssen, um gutes Wasser nach Wilhelmshaven zu lächsten Jahre wird bereits eine zweite Rohrleitung egt werden. Was die Arbeiterentlassung anlangt, so >de Fall mir nicht bekannt, ich bin aber überzeugt, daß ldireclor denselben nach bestem Wissen und Gewissen wird. Im Allgemeinen kann ich nu^ sagen, wenn so ntlassungen stattgefunden hätten, wie Herr Metzger te ich davon wissen. Ich kann mir auch nicht denken, re auS solchen Gründen, -wie Vorredner sie anführte, tiren. Wenn sie nicht in W. selbst, sondern von ren beziehen, so kann ich ihnen darüber keine Vor-
Titel Instandhaltung der Flotte und Werft- gt
kert (frs. Vg.), daß bisher noch immer nicht eine er Wersloerwaltungssecreiäre mit den Jntendantur- ntr.-Rath Plath erwidert, man könne nicht eine enklasse herausgreifen
it der Justizverwaltung erklärt
izmann (frf.Vp.), er habe sich neulich bei Erwähnung Hintze in der Person des Vorsitzenden geirrt. Nicht ondern Rieck habe den Vorsitz geführt.
Etat der Postverwaltung liegt ein Antrag n vor, wonach die Postschalterdtenflstunden an Sonn- auf die Zeit von 7 resp. 8 bi« 9 Uhr Vormittags und HiachmittogS festgesetzt werden tollen.
^eden (christl.-soc.): Den Brhauplungen der Post- Bezug auf die Sonntagsruhe der Unterbeamten wider- tn Briefträger in Eafsel Sonntags viel öfter und läf'.igt werde.
isfecretär Fischer: Wir haben nichts zu verdunkeln, engen gehen dahin, daß von drei Sonntagen mindestens c zwei halbe btenftfrei sind. Ueber den Easieler Fall dann antworten können, wenn mir der Vorredner
Nittheilung gemacht hätte.
nm ermann (Anr.) befürwortet seine Resolution im Schalter- und Unterbeamten.
Fritz sch wiederholt die bereits früher vom StaatS- phan abgegebene Erklärung, daß eine über diese Frage uette es doch eI8 zweckmäßig ergeben habe, es bei i Zustande zu belassen.
nders (Ctr.) bemängelt die Höhe der Gebühren im hr mtt Vororten.
hat, freut sich unb juchheit. Unb ba ist auch mb ba ber Franz, unb sie umschlingen sich beibe m Augen unb tanzen unb lachen unb jubeln, im irrt nur er hier einsam unb freubloö in ber genben Walbwelt umher, warum nicht eilt er mb trinkt, tanzt unb jubelt mit? Warum nicht Warile um bie schlanken Hüften? Warum nicht abwehrenben Franz unb reißt ihn weg von ihr, wett weg t Ja, warum nicht gibt er ihm eins auf ben kecken, schmucken Schäbel, baß er kein Marile mehr bethört, baß er still ist, ganz still unb für alle Zeiten?
Ja, er will ihm ein» anthun, so arm muß er werben, so bettelarm, wie er selber. Auch er soll baS Marile nicht haben, wie er selber eS hat nimmer erlangen können. Ja, er soll eS erfahren, wie eS thut, fo arm fein, so ausgeschlossen unb so elenb mit einer unendlichen Liebe im Herzen. Unb ber jetzt an ihrer Seite in allen Himmeln schwelgt, fühlen muß erS, fühlen mit aller Pein unb aller Hoffnungslosigkeit.
Flammend rollte ber (Sonnenbad unb langsam über bie fernen Blauberge hinab. Vielleicht war es fein blutrother Strahl, ber in ber aufgewühlten Seele des Burschen bas verwanbte Element weckte, ben alten, unheimlichen Feuer- bämon, ber im Funken erwacht, zur lodernben Flamme schwillt unb der alles fortreiht mit verzehrender Gluth.
Durch die tiefer unb tiefer hämmernden Waldgründe eilt er keuchend hinab - ob ihm auch die Hefte den Hut ent- führten, die Haare zausten unb bie Bocken schlugen wie mit tausenb strafenden Ruthenstreichen: er achtetS nicht, tiefer und tiefer hetzt er, in seinen Augen glüht, in allen Nerven reißt unb zuckt ber Feuerbämon.
Noch ist eS still unten im Dorf. Ein altes Mütterchen nur schlürft über bie Straße zum Brunnen, schöpft ben Eimer voll unb tritt roieber in die Hofthüre. Hier und da kläfft ein Hund, eine Kuh brüllt dumpf auf im Stalle, aber von ben Dörflern ist nichts zu hören unb zu sehen.
(Schluß folgt.)


