Ausgabe 
24.11.1896 Erstes Blatt
 
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♦H. Stadttheater. HerschS Schauspiel ^Die Annalist" 4var eS, welches gestern Abend dem gut besuchten Hause ge» boten wurde. Das gehaltvolle Stück ist durch mehrere Aufführungen hier schon bestens bekannt. Die Tttelroll--, dieAnnalist", hatte Frl. Leno Inne, welche dasReso­lute" in ihrer Verkörperung nicht immer zum Ausdruck bringen konnte,- auch einiger Uebertreibung machte sie sich schuldig, namentlich tn der Scene mit dem Hofmarschall. Herr Goldbach als Fürst Leopold von Dcffau faßte seine Rolle, btt allem Talent und bekundetem Flech, nicht ganz tn dem Sinne des Dichters dahingehend auf, daß den Kern der Darstellung jener derbe und ganz soldatische Character beS Herzogs bildet. Gerade aber die soldatische Seite der Auffaffung kam viel zu wenig in einzelnen Scencn zur G,l> tung; da« Organ, obgleich diesmal laut und deutlich, ent­behrte der künstlerischen Durchbildung, des Wohlklangs. Frl. Egger lag die Rvlle der Fürstin Henriette ganz und gar nicht- weder die Maske, die sie zu jugendlich erscheinen ließ, roch das Spiel, welches die Allüren e'ner Fürstin vermissen und Theilnahmslosigkelt erkennen ließ. Der Apotheker Föhse hätte durch Herrn Schröder mehr Würdigung erfahren können., Gut war Herr Petckner als Hosmarschall, ob* gleich oft nahe an der Grenze der Uebertreibung, und Herr Kunert al« MarqriS de Chalisoc. Lttzierer hätte die Fein­heiten der Rolle dieses französischen Höst ngS noch besser, noch w rkungsooller, ohne Ueberhaftung zum Ausdruck bringen können. Im Ganzen ist der Fleiß und Eifer anzuerkennen, mit welchem jede Rolle durchgesührt wurde, desgleichen ge­bührt der Regie deS Herrn Kunert die Anerkennung, das Möglichste auf das Eingehen und Verstehen der Intentionen -des Dichters gcthan zu haben. DaS Publikum war voll­ständig zufrieden gestellt, wie der lebhafte, sogar zu wieder­holtem Hcrvorruf gest igerte Beifall bewies.

** Stadttheater. Wir verfehlen nicht, auf die morgen DienStag statifindende Vorstcllung des Schauspiels wT)lc offizielle Frau" hinzuweisen,- da in derselben gleichzeitig ein hier gern gesehener Gast, Frl. Thessa Klinkhammer, auftritt, so bietet das an sich gehalivolle Stück einen dop­pelten Kunstgenuß.

** Wohlthatigleits-Coucert. Das auf den 29. d. Mts. angesetzte WohlthätigkeitS-Concert zeigt tn seinem Programm eine große Vielseitigkeit, so daß eS uns kaum nöth'g erscheint, auch an dieser Stelle nochmals auf dasselbe hinzuweisen. Das Hauptverdieust hieran gebührt in erster Linie Herrn Paul Polster, der nichts unterlassen hat, das Ganze so interessant wie möglich zu gestalten. DaS k'-mvII-Conc-rt von Weber, welches er mit der Begleitung der hiesigen RegimentSkapellr vortragen wird, ist zwar keine

neue Erscheinung auf dem Gebiete der Clavierliteratur, w'rd aber neuerdings von hervorragenden Künstlern wegen seiner wunderbaren Schönheiten wieder vielfach gespielt. Ebenso ist eS seinen Bemühungen zu verdanken, daß wir in diesem Coucert die Bekanntschaft der symphonischen Dichtung von Smetana machen. Die GesangvereineBauer'fcher Gesang verein" undMännergesangverein", welche drn vocalen Thetl deS Programms übernommen haben, leisten recht Gutes, so daß die Besucher deS Concertes mit Sicherheit auf einige interessante Stunden rechnen dürfen. Die E-n trittspreise find mäßig hoch gestellt (stehe heutiges Inserat) und wünschen wir namentlich mit Röckstcht auf den guten Zweck von Herzen, daß das finanzielle Ergebntß ein recht günstiges werde.

+ Wir erhielten folgende Zuschrift: Echzell, 20. No vember. Geehrte Redactton! In Ihrem wtrlhen Blatte ist eine Mitiheilung erschienen, daß der Militärverein Echzell beschlossen habe, bei den hiefigen Wirlhen keine Der sammlungen abzuhalten, falls dieselben ihre Lccale zu socml- demokraitscheu Versammlungen hergeben würden. Als Vor­sitzender des MilitärvereinS Echzell bitte ich auf Grund deS § 11 d S PreßqefttziS um nachstehende Berichtigung: ES ist nicht wahr, daß der Militärvere n einen derartigen Beschluß gefaßt Hai. Wahr ist jedoch, daß von Seiten des Vor- fitzenden Miithrilung an diejenigen VereinSmitglieder, welche Wirthschaften besitzen, ergangen ist, welche besagte: Unter Hinweis auf § 1 unsres Statuts eröffnen wir Ihnen, daß Sie von Seiten drs MilitärvereinS auf keine Versammlung für die Zukunft rechnen können, falls Sie Ihre Locale zu socialdemokratischen Versammlungen hergeben werden. Hoch- achtungSvollft Reitz, Vorsitzender deS Militär-Vereins Echzell.

Darmstadt, 22. November. Mit dem Abbruch der alten Gebäulichkeiten in der Magdrlenenftraße zur Ver- g ößerung des Oiiflügels deS Collegtengebäudes der Tech­nischen Hochschule ist man eben eifrig beschäftigt. Am Mittwoch den 25. d. M. hält die Anstalt einen Fest- actus anläßlich des Geburtssest-s deS Landesfürstenpaares, wobei Pros- ssor Dr. Harnack (der Nachfolger O. Roq ieitS) dte akademische Festrede, zugleich seine Antrittsrede überdaS Verhältniß Goethes zu Shakespeares" halten wird. Eine Vorfeier des hohen Geburtsfestes beging gestern Abend die Studentenschaft der Hochschule in Gestalt eines Commers es im Saalbau, der von vielen Docenten und etwa 500 bis 600 Studirenden besucht war. Die Gallerten hatte ein reicher Damenflor besetzt. Das P ästdium führte der Vorsitzende des Studetten Ausschusses, stud Spitznas, der auch dir in einem dreifachen Hoch und Salamander aus

den Großherzog und die Großherzogin gipfelnde, begeistert aufgenommene Festrede hielt.

Mainz, 21. November. In Hochhei m te WormS erstickten der Gemeindeeiooehmer Hellwig und bissen Frau durch Koblengas.

Schiff-nachrichten.

Der VostdamvferSwitzerland- derRed Star Chile* tn Antwerp en ist laut Telegramm am 20. November wohlbehalten tn Philadelphia angekommen.

Spiflplra Irr itrtiiigftB jrukfirtn SUMtyedtr.

Cpcrtibau*.

Dienstag den 24. Nooemdei: Don Juan. Mittwoch den 25 November geschlossen. Donnerstag den 26. Stooember: Rtenzi. Freitag den 27. November geflossen. SamStag den 28^ November: Mikado. Sonntag den 29. November, Nachmittags 3/a Uhr: Schöne Helena. Abends 7 Uor: Don Juan. Montag den 30. November: Das Heimchen am Herd

Ledaosptelhaus.

Dienstag den 24 November: Liebelei. Franksurt in Feindesland. Mittwoch den 25. November: Rosmersholm. Donnerstag den 26. November: Die Höllenbrücke. Mein Papa. Freitag den 27. November: Bockiprünge Samstag d>-n 28. November: D«r Sobn des Kalifen. Sonntag den 29. November, Nachmittags 3*/e Ubr: Bocksprünge. Abends 7 Uhr: Sohn des Kalifen. Montag den 30. November: RosmerSho lm.

kirchliche Anzeigen -er evang.GenHeinSe.

Montag, den 23. November, Abends 8 Uhr: Bibetstunde im Confirmandensaal der Johannesktrche. Maith, b, VA u ff.

Pfarrer Dingeldey

Mittwoch, dm 25. November. Zur Feier des Geburtstage- Sr. König! Habest des G'obher,og8.

Vormittags 9^/, Uhr: MtluärgoiteSdienst. Pfarrer Dingeldey.

£anör ttnö Volkswirthfchaft^

©rünbttt, 21. November. Fru chtpreis«. Weizen 15,92, Korn X 13 40. Gerste jt 12.08, Hafer X 12,00, Erbsen X 13.82, Linsen X 24 00, Wicken X 00,00, Lein X 00.00, Kartoffeln .*0 00, Samen X 00,00.

fr» lebet Ar», fotote § Sanmite,'Plüsche ® öIuiiG «. BelvetS liefern M an Urtunte. Man schreibe um Muster nut« Angabe be3 ©cluüufditeiu

von Elten & Kenssen, Fabrik und Handlung, Crefeld.

THEE-MESSMER

BERÜHMTE MISCHUNGEN M. O & 0.50 PR. PFUND. PROBEPACKFTE CO & 90 PF.

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Lollar für 1897/98 liegt vom 26. November d. I. an acht Tage lang auf der hiesigen Bürger­meisterei zur Einsicht der Betheiligten offen.

Lollar, am 22. November 1896.

Großherzogliche Bürgermeisterei Lollar.

C. Geißler. 10380

Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.

Gartenstraße 2.

Vom 19. bis 21. November:

««gebot der Arbeitnehmer.

1 Buchbinder.

1 Friseurgehilfe.

1 Maurer.

1 Schmied.

2 Schubmacherges.

1 Schneidergeselle.

1 Schreinergestlle.

1 Kiftenmach r.

1 Colporteur.

1 Hausdiener.

1 Aushilfskellner.

2 Erdarbeiter.

1 Lauffrau.

1 B> chbinderlehrling

1 Fuhrknecht.

4 Dienstmädchen.

2 Hausmädchen.

9 Taglöhner.

7 Hausburschen.

1 Gärtner.

8 Fahrburschen.

1 Werkführer oder Büreau-Gehilfe.

9863

Nachfrage der Arbeitgeber.

1 Glaser Rabmenmacher. 1 Kutscher.

1 geprüfter Hetzer- 1 Taglöhner.

1 Maschinenmeister für feinen Acciderz- und mehrfarbigen Druck, selbstständ Arbeiter, per 28. November, spätestens 4. December. 1 Gärtner-

10 Lehrlinge, je 1 Schubmacher-, Bäcker , Schlosser', Schmied-, Schneider', Schreiner- Setzer- und Buchdrucker­und 2 Buchdinderlehrlinge.

6 Dienstmädchen auf sofort.

2 Dienstmädchen auf sofort nach Ausw.

2 do. für landwirihschaftliche Arbeiten.

2 tüchtige Pferdeknechte 1 perfecte Köchin

1 Schweizer nach Auswärts.

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